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Author: Fried-chan
Fiction Rated: T - German - Adventure/Supernatural - Reviews: 14 - Published: 12-09-02 - Updated: 09-03-04 - id:1113030
Kapitel fünfundzwanzig: Akademie

***Dieses Kapitel widme ich Lisas Meerschwein Max Muck, das am 28.11.2003
gestorben ist.***

Nachmittags waren aller Kopfschmerzen verschwunden und sie verließen das Krankenhaus. Psycho brachte Verecundia zu ihrem ersten Cat-Akademie Besuch. Er versprach ihr, sie wieder abzuholen und lief davon, bevor jemand ihn erkennen und seinen Namen herumbrüllen konnte. Heute wäre das äußerst gefährlich gewesen, da er auf dem Weg hierher schon mindestens dreißig Dog- Girktys gesehen hatte. Gorgadúl hatte ihm empfohlen, Geruchstopper-Kleidung anzuziehen. Psycho war sehr froh, dass er Gorgadúls Rat befolgt hatte.

Nervös ging er durch die Straßen und blickte sich unentwegt um. Um Hunde machte er einen übertrieben großen Bogen, seit er bemerkt hatte, dass fast jeder von ihnen einen versteckten Funksprecher und eine Gas-Waffe bei sich hatte.

In einer belebten Einkaufsstraße sah er sich nach einem Kleidungsgeschäft um. Er wollte einen neuen Anzug kaufen, weil er am nächsten Tag auf einen Empfang gehen sollte, zu dem Gorgadúl ihn und Verecundia eingeladen hatte. Er wäre dankbar gewesen, wenn ihn jemand begleitet hätte, um ihm zu helfen, denn er kaufte nur äußerst selten Anzüge. Psycho betrat einen Laden für feine Männermode und blickte sich hilfesuchend um. Sofort eilte ihm eine Verkäuferin entgegen und sprach ihn lächelnd an: "Kann ich ihnen helfen?" Psycho nickte. "Ich suche einen Anzug für einen Empfang." Bevor die Verkäuferin ihn zu einer Ecke mit Anzügen führen konnte, betrat ein weiterer Kunde das Gebäude. Psycho erkannte ihn. Die Verkäuferin ebenfalls. Ihre Stimme überschlug sich fast, als sie ihrer Kollegin zuschrie: "Schnell, Janna! Komm her! Wir haben hohen Besuch!" Janna kam schnaufend angerannt und starrte den Kunden an. "Kann, ähm, kann ich ihnen helfen?", stammelte sie. Doch der prominente Mann wand sich von ihr ab und schritt auf Psycho zu. "Welche Überraschung!", rief er und schüttelte Psychos Hand. "Wie hießen sie noch? Ikurom? Nein, Ikuros? Ach richtig, sie hießen Iukoratius!" Psycho grinste. "Nennen sie mich Psycho, Herr Schild. Das ist mir lieber. Was treibt sie hier her nach Helsinki?" "Ich bin auf Staatsbesuch hier.", sagte Matthias Schild. "Und außerdem, weil ich mich bei Gorgadúl bedanken will. Er hat mir einen guten Job besorgt. Ich bin jetzt Bundespräsident von Deutschland." "Glückwunsch!", meinte Psycho. "Danke. Ich muss jetzt noch einen Anzug kaufen. Morgen Abend muss ich auf einen Empfang, den Gorgadúl für mich organisiert hat." Psycho lachte. "Ja, ich auch. Ich wusste nicht, dass der Empfang für sie ist!" "Sie kommen also auch?", fragte Matthias erfreut. "Wie schön! Dann wird es wenigstens lustig!" Er blickte auf die aufgeregt herumhüpfenden Verkäuferinnen und schüttelte den Kopf. "Hysterische Weiber! Ich hasse das. Hier kommt wohl selten mal ein Promi vorbei! Ich hätte in ein Geschäft gehen sollen, das normale Menschen beschäftigt." Doch Psycho und Matthias blieben in jenem Laden und berieten sich gegenseitig, welche Anzüge ihnen gut standen. Von den übergeschnappten Verkäuferinnen versuchten sie, keine Notiz zu nehmen, doch die Frauen rannten hin und her und schleppten in ihrem Wahn die schrecklichsten Hosen herbei, die sie im Lager hatten und kreischten vor sich hin.

Als Psycho und Matthias Stunden später gutgelaunt das Kleidergeschäft verließen, hörten sie hinter sich die Frauen in ihre Handys kreischen: "Ja, Ja! Er war hier! Der Präsident von Deutschland! Dieser gutaussehende Kerl, der vor einer Woche Amtsantritt hatte! Ja, genau! Mein Gott, ist der süß!!" Psycho lachte. "Bis morgen, Matthias! Ich hoffe, die beiden Mädels sind mit deinem Autogramm glücklich! Wir sehen uns auf dem Empfang!"

Es war Zeit, Verecundia abzuholen. Psycho latschte zur Akademie. Seine Gelassenheit wandelte sich abrupt in leichte Panik um, als er am Ende der Straße zwei Menschen ausmachte, die er kannte. Ein Mann, der seinen Sohn an der Hand hinter sich her zog. Psycho wand sich ab und flitzte davon. Es wäre wahrscheinlich nicht sehr angenehm gewesen, dem Menschen gegenüberzustehen, dessen Haus er gestern ausgenommen hatte. Der Mann hatte benommen ausgesehen und ziemlich schlecht gelaunt. Psycho hätte nichts dagegen gehabt, den kleinen Timothy noch einmal zu treffen, doch sein Vater hätte sicher einen oder zwei Einwände vorgebracht. Psycho versteckte sich und wartete, bis Vater und Sohn außer Sichtweite waren und ging dann weiter.

Verecundia erwartete ihn bereits. Ein breites Lächeln zierte ihr Gesicht, als sie ihm stolz erzählte: "Hey! Ich bin so froh, dass du mir das alles beigebracht hast! In der Theorie war ich schon besser als die anderen, aber als wir dann im Praktischen trainiert haben, war ich allen ganz klar überlegen! Du hättest das Gesicht vom Lehrer sehen sollen! Er hat mich gefragt, wo ich vorher zur Schule gegangen bin. Und als ich ihm sagte, ich sei nie auf einer Girkty-Schule gewesen, wollte er mich rausschmeißen. Er sagte, ich sei frech, wenn ich ihn so anlügen würde. Ich hab ihm gesagt, dass du mein Trainer warst und dann hat er gar nichts mehr gesagt. Er ist weggelaufen und hat den Rektor gefragt, ob das wahr ist. Danach war er ziemlich kleinlaut und ich hab seine Entschuldigung angenommen. Aber er will mich nicht mehr weiter ausbilden. Ich bin zu stark, sagt er. Ich soll drei Klassen überspringen. Dort soll ich einen Monat lernen, was ich in diesem Jahr insgesamt gelernt hätte und dann weiter in die vierte Klasse. Du hast mir in kürzester Zeit soviel beigebracht, dass ich in einem Jahr die ganze Ausbildung hinter mir haben werde, für die andere sechs Jahre brauchen! Ist das nicht toll? Ich bin dir ja so dankbar!" Sie schlang ihre Arme um den Hals Psychos und küsste ihn. Erstaunt starrte Psycho seine Freundin an. "Wirklich?", fragte er ungläubig. Verecundia bestätigte es aufgeregt. Psycho runzelte die Stirn. "Soviel kann ich dich doch nicht gelehrt haben! Du musst zusätzlich noch große Macht in dir tragen. Du könntest sie zum Teil geweckt haben, sodass du alles schneller erlernen kannst. Lass mich nachdenken... Jeder hat schlummernde Kraft in sich, die er selbst wecken kann. Ich kann noch einen größeren Anteil der schlafenden Kraft wecken... Man hat dasselbe auch bei mir getan, als ich noch auf die Akademie gegangen bin. Ich weiß, wie man es macht... Willst du das? Bist du bereit, das auf dich zu nehmen?" Verecundia sah verwirrt aus. "Innere Kraft? Willst du mich verarschen? Wo leben wir denn hier?" "Da ist keine Mystik dran. Das ist ganz einfach Energie, die man selbst vergessen hat und die meistens nur im Affekt erscheint, wenn Adrenalin im Spiel ist. Aber man kann es erreichen, dass man die Energie beliebig nutzen kann." "Und die haben das bei dir gemacht? Haben die deine gesamte Macht geweckt?" Psycho sah sie fest an. "Nicht alles. Ich weiß nicht wie viel. Aber Fakt ist, dass du diese Kraft in dir noch brauchen wirst. Denk an diese Untiere, die die Anschläge verübt haben. Sie sind unheimlich stark und ich denke, wir brauchen einiges an Macht. Vergiss die Akademie! Lass uns zu dem Typ gehen, der meine Kräfte geweckt hat."

-Fortsetzung folgt-



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