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Akenisomaru
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Es regnet Blut
-In Extremo
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Kapitel 16
"Was willst du damit sagen?", knurrte Hakuma.
"Ich habe Mida geschaffen.", sagte der Dunkle Herrscher und lächelte wieder. "Ihr solltet vielleicht etwas wissen. Ich habe vor ... ja, ich weiß nicht einmal mehr, wie lange es jetzt her ist, Kopien von Höheren Wesen angefertigt. Drei perfekte Lebewesen habe ich erschaffen. Ich schickte sie in die Welt hinaus, zu den Menschen. Sie sollten ihr Vertrauen erlangen, sich einschleichen, die wertvollen Geheimnisse der Menschen stehlen, als Höhere Wesen. Und dann sollten sie die Menschheit auslöschen, sobald alle Geheimnisse in ihrem Besitz waren. Aber irgendetwas habe ich falsch gemacht. Denn sie taten nicht, was ich ihnen aufgetragen hatte. Sie machten einfach, was sie wollten. Sie entwickelten sich in verschiedene Richtungen. Sie hielten sich für echte Höhere Wesen. Nur eins von ihnen befolgte meine Befehle. Die anderen beiden handelten nach ihrem freien Willen, ohne dass ich sie stoppen konnte. Irgendwann hatte ich dann die Nase voll, denn eines von den beiden strebte bereits meinen Thron an. Es war schon so weit gegangen, dem mir treuen Höheren Wesen das Gedächtnis zu verändern und ihm einzureden, es sei ein Mensch. Das andere hatte eine Waffe in sich, die ich dazu entwickelt hatte, alles Leben auf der Erde zu vernichten. Also aktivierte ich die Waffe, schützte mein Schloss und meine treuen Untertanen, sowie das mir einst gehorsame Höhere Wesen durch einen Bannkreis. Bis die Waffe allerdings betriebsbereit war, blieben dem Wesen noch sieben Stunden. Und diese Zeit verbrachte es mit nichts anderem, als so viele Menschen wie möglich zu retten. Es verpasste ganzen Horden von Menschen Bannkreise und sicherte deren Überleben. Sogar das andere aufmüpfige Höhere Wesen rettete es mit einem starken Zauber, denn die beiden liebten sich, was mich auch deutlich störte. Nach Ablauf der Zeit stieg es gen Himmel und die Waffe in ihm vernichtete mit einem blauen Feuerwall alles Leben, das nicht geschützt worden war. Es selbst verlor über sechs Monate das Bewusstsein und obendrein sein Gedächtnis. Ich selbst vergrub es für diese Zeit in einem Steinsarkophag im Felsen. Kommt dir die Geschichte bekannt vor, Mida?"
Akenisomaru starrte ihn an. "Das war ich! Ich habe das Leben auf der Welt zerstört!"
Der Dunkle Herrscher nickte. "Ja, und das andere Höhere Wesen war selbstverständlich dein so heiß geliebter Hakuma."
"Und das dritte?", fragte Hakuma.
"Tja", sagte der Dunkle Herrscher langsam. "Wer war bloß das dritte Höhere Wesen? Das Wesen, das mir loyal war?" Er ging zur Seite und machte eine präsentierende Bewegung. "Ihr kennt das dritte Wesen. Da bin ich ganz sicher. Schau, Mida! Der kleine hat seine wahre Erinnerung zurück und gehorcht jetzt wieder mir!"
Die dritte Kopie der Höheren Wesen trat neben den Dunklen Herrscher. Akenisomaru schnappte ungläubig nach Luft.
"Toyo-chan?!!"
"D-das Kind?", stammelte Hakuma fassungslos.
Toyobu lächelte. "Hallo Akeni-o-nee-chan! Nein, falsch! Mida-sama! Du erinnerst dich an mich? Weißt du dann auch noch, dass du mich allein zurückgelassen hast? Zum Sterben zurückgelassen?"
Akenisomaru schüttelte verzweifelt den Kopf. "Nein! Nein! Das ist nicht wahr! Ich musste dich zurücklassen! Zu deinem eigenen Schutz!"
Toyobus schöne große Augen verengten sich verächtlich. "Natürlich. Zu meinem Schutz. Dem Tode geweiht. Ohne Nahrung. Das Licht deines Kristalls war weg. Vielen Dank, Mida-sama! Du hättest mich beinahe umgebracht! Damit ich dir nicht folgen konnte, nicht wahr?"
"Nein, nein!", verteidigte sich Akenisomaru. "So war es nicht! Dass du keine Nahrung mehr haben würdest... das... da... da habe ich überhaupt nicht drüber nachgedacht! Wirklich! Ich wollte dir nicht schaden, Toyobu! Glaub mir!"
"Ach? Wolltest du nicht? Ich habe dich geliebt, Mida-sama! Und du wolltest mich töten! Das hat mir sehr wehgetan! Soll ich dir etwas sagen? Ich glaube dir nicht!!!"
"Nein, Toyobu, hör mich an...", Akenisomaru wollte sich ihm nähern, doch Hakuma hielt sie zurück. "Der Dunkle Herrscher hat dir das erzählt, nicht wahr, Kleiner?", knurrte Hakuma. "Er hat dir diesen Floh ins Ohr gesetzt, damit du Mida hasst, oder? So war es doch? Du weißt doch selbst, dass das nicht stimmt, was du sagst! Du weißt, dass Mida die Wahrheit sagt! Du weißt, dass sie dir niemals absichtlich geschadet hätte!"
Toyobu sah Hakuma hasserfüllt an. "Du! Du hast sie mir weggenommen! Du hast sie gezwungen, mit dir zu gehen! Du bist Schuld! Du Teufel! Mida-sama gehört mir! Ganz allein mir!"
Hakuma grinste ihn böse an. "Ach, tatsächlich? Ich glaube, du verwechselst da etwas! Sieh dich an! Du bist ein Kind! Seit Jahren schon! Du alterst nicht und wirst auch niemals altern!!"
"Na, und?", schrie Toyobu. "Auch ich kann den Körper eines Erwachsenen haben, wenn mein Meister es erlaubt! Und wenn ich dich jetzt töte, wird er es erlauben! Und dann gehört Mida-sama für immer mir!"
Hakuma lachte schallend. "Du willst mich töten? Nur zu! Versuche es!"
Und bevor Akenisomaru ihn aufhalten konnte, erhob er sich in die Lüfte. Toyobu folgte ihm. Aus seinem Rücken ragten schneeweiße Engelsflügel. Der Kampf zwischen den beiden hatte begonnen.
"Lasst den Mist!", brüllte Akenisomaru zu ihnen hinauf. "Ihr sollt euch nicht..." "...gegenseitig umbringen?", vollendete der Dunkle Herrscher ihren Satz. Er stand neben ihr. Sie schreckte zur Seite. Sie hatte ihn nicht kommen sehen. "Während die beiden sich gegenseitig zerfetzen, möchte ich kurz etwas klarstellen, meine liebe kleine Mida!", sagte der Dunkle Herrscher, während er interessiert den Kampf der beiden beobachtete. "Wenn du überhaupt jemandem gehörst, dann selbstverständlich mir. Du bist ein ganz besonderes Höheres Wesen. Du bist nicht so gehorsam wie Toyobu und nicht so stark wie Hakuma, aber du hast eine Menge nützlicher Funktionen. Die hat Toyobu gar nicht und Hakuma hat nur eine einzige. Deswegen bist du mein wertvollster Besitz!", sagte er und berührte mit seinen langen, feinen Fingern ihr Gesicht.
Akenisomaru trat zurück. "Ich gehöre niemandem", sagte sie. "Schon gar nicht dir! Ich bestimme selbst, bei wem ich bleiben will! Du hast Toyobus Herz verdorben. Bei dir will ich nicht bleiben! Ich liebe Hakuma! Ich werde bei ihm bleiben. Ich gehöre zu ihm!"
"So einfach würde ich das nicht festlegen", sagte der Dunkle Herrscher ohne eine Regung. "Zu deinen nützlichen Funktionen gehört auch ein Selbstzerstörungsmechanismus, den ich aktivieren kann. Nach sieben Stunden stirbst du. Ganz automatisch. Ganz praktisch. Lustig, nicht wahr?"
"Oh, ja. Unheimlich komisch.", sagte Akenisomaru angewidert. "Du willst mich also erpressen?" "Och, sag doch so was nicht!", sagte der Dunkle Herrscher mit beleidigtem Unterton. "Ich lasse dir doch eine Wahl! Lebe sieben Stunden in Freiheit und stirb dann, oder lebe für immer bei mir!"
"Kann ich um meine Freiheit kämpfen?", fragte Akenisomaru und lächelte ihn an. Der Dunkle Herrscher lächelte zurück. "Du forderst mich heraus? Wenn du siegst, möchtest du, dass ich dich freigebe ohne den Mechanismus zu aktivieren?" Akenisomaru nickte. "Schön", sagte der Dunkle Herrscher. "Kämpfen wir. Und wenn ich gewinne, gehörst du mir und", er strich sich kunstvoll mit der Hand durchs Haar, "ich werde Hakuma töten." Akenisomaru sprang zurück und ging in Angriffsstellung. "Los geht's."
Toyobu schleuderte einen leuchtenden Energiering auf Hakuma. Hakuma wich aus und konterte mit einer Blitzkugel, die Toyobu nur knapp verfehlte. "Dann eben so", knurrte Hakuma und ließ aus Blitzen ein langes, silbernes Schwert entstehen. "Wenn es dir so lieber ist", erwiderte Toyobu und formte sich einen schwarzen Speer. "Dann kämpfen wir eben mit Waffen."
Akenisomaru raste auf den Dunklen Herrscher zu und schlug ihm einen Strudel schwarzer Energie ins Gesicht. "Oh, danke für den Windstoß!", spöttelte der Dunkle Herrscher und packte Akenisomarus Arm, bevor sie sich zurückziehen konnte. Mit einer unglaublichen Kraft schleuderte er sie gegen eine Mauerwand. Ächzend richtete Akenisomaru sich auf. Doch sie stand noch nicht gerade, da rammte der Dunkle Herrscher ihr seine Faust in den Bauch. Akenisomaru spuckte Blut.
Hakumas Schwert prallte hart auf Toyobus Speer. Auf so eine Wucht war Toyobu nicht gefasst gewesen. Er taumelte zurück verlor kurz die Kontrolle über den Speer, der zur Seite gestoßen wurde. Hakuma nutzte diese Schwäche aus und hieb auf Toyobus ungeschützte Seite ein. "Aghh!", schrie Toyobu schmerzerfüllt. Hellrotes Blut schoss aus der Wunde unterhalb seiner Rippen und benetzte die Diener des Dunklen Herrschers, die unten auf dem Boden wie versteinert den Kämpfenden zusahen. "Du Hund!", keuchte Toyobu und fasste sich wieder. Den Speer hielt er schützend vor sich. "Oh, tut mir leid!", lachte Hakuma. "Tut das etwa weh?"
Akenisomaru sank in sich zusammen. Der Dunkle Herrscher lachte. "War das schon alles, Mida-chan? Bist du jetzt schon erledigt? Wir haben doch noch gar nicht angefangen!" Akenisomaru hustete und besprenkelte die Steinplatte, auf der sie lag, mit ihrem dunkelroten Blut. Sie stand zitternd auf und wischte sich mit einem Ärmel über dem Mund. "Ja, du hast Recht! Wir haben gerade erst angefangen!", sagte sie erbittert und hob die Arme vor ihren Körper. Schwarze Blitze begannen über ihre Handflächen zu zucken. Sie formte kleine Splitter und feuerte sie auf den Dunklen Herrscher. Schützend hielt dieser seine Arme vor das Gesicht. Überall an seinem Körper entstanden kleine, blutige Risse. Solange er noch die Arme vor den Augen hatte, griff Akenisomaru ihn an und riss ihm mit einer energieverstärkten Hand eine tiefe Wunde in den Bauch.
Toyobu stieß seinen Speer in Hakumas Schulter. Das silberne Blut rann die Spitze entlang und den Stab hinunter. "Du kleiner Bastard!", grollte Hakuma und schwang das Schwert über den Kopf.
-Fortsetzung folgt-
Und jetzt folgt erst einmal der komplette Liedertext von Spielmannsfluch, weil ich eine Zeile für unwürdig halte. Beizeiten werde ich auch noch den Text von "Nothing Else Matters" an das Ende des letzten Kapitels machen, keine Angst!!
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SPIELMANNSFLUCH
Es war einmal ein König an Land und Dingen reich
Der saß auf seinem Throne, finster und bleich
Was er sinnt ist Schrecken, was er blickt ist Wut
Was er spricht ist Geißel, was er schreibt ist Blut
Einst zog zu diesem Schlosse ein edles Sängerpaar
Einer hat schwarze Locken, der andre ist grau von Haar
Der Graue sprach zum Jungen: "Sei bereit mein Sohn,
Spiel die besten Lieder, stimm an den vollsten Ton!"
ES REGNET, ES REGNET BLUT
ES REGNET DEN SPIELMANNSFLUCH
Es spielen die beiden Sänger im hohen Säulensaal
Auf dem Throne sitzt das Königspaar
Der König so prächtig wie blutiger Nordenschein
Die Königin so süß wie der Sonnenschein
Sie singen von Lenz, Liebe, Heiligkeit
Sie zerfloss in Wehmut, Lust war auch dabei
"Ihr habt mein Volk geblendet, verlangt ihr nun mein Weib?"
Der König schreit wütend, er bebt am ganzen Leib
ES REGNET, ES REGNET BLUT
ES REGNET DEN SPIELMANNSFLUCH
Des Königs Schwert blitzend des Jünglings Brust durchdringt
Statt der goldnen Lieder nun ein Blutstrahl springt
Der Jüngling hat verröchelt in seines Meisters Arm
Dann schreit der alte schaurig, der Marmorsaal zerspringt
"DU VERFLUCHTER MÖRDER, DU FLUCH DES SPIELMANNS TUN
UMSONST SEI ALL DEIN RINGEN, MIT BLUT BEFLECKT DEIN TUN
DES KÖNIGS NAMEN MELDET KEIN LIED, KEIN HELDENBUCH
VERSUNKEN UND VERGESSEN - DAS IST DES SPIELMANNS FLUCH"
ES REGNET, ES REGNET BLUT
ES REGNET DEN SPIELMANNSFLUCH
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