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Fiction » Mystery » Blutbuche font: B s : A A A . width: full 3/4 1/2
Author: Lorelei Lee
Fiction Rated: M - German - Mystery/Horror - Reviews: 68 - Published: 03-17-03 - Updated: 03-30-05 - id:1258914

Okay, bevor ihr mich schlachtet, gebe ich es lieber freiwillig zu. Es ist alles ganz allein meine Schuld! Ich war zu faul, ich hatte keine vernünftigen Ideen, ich habe lieber Harry-Potter-Fanfics geschrieben, als hier weiterzumachen… Sorry… mea culpa…

Aber jetzt habe ich mich durchgerungen und auch wieder Blut geleckt und die Story in groben Zügen bis zum Schluss durchkonzipiert. Ich muss sie nur noch schreiben.

Ich hoffe, ihr gebt mir noch eine Chance! Mein heißester Dank geht an:

MetaCapricorn (Anna ist 32 und Siggi 26 – dein Review war toll!), nina, jabba (jemand der sich auskennt – froi), Suki, Jinxxx (nein, Anna ist keine Mary-Sue gg), kasseopeia (noch eine „Eingeborene“ froi), Rikku30, Doro-chan, aldi-sama, Besserweis (geile Review – danke), Dunkle Flamme, Seelenfinder, und Sarista!

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BLUTBUCHE

von Lorelei Lee

Fortsetzung...

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Montag, 26. August (das Datum ist auch eine Hilfe für mich smile)

„Seit wann nennt dich dieser Kerl eigentlich Belle?“

Anna spürte, wie leichte Wärme ihr Gesicht überzog. Mist – warum wurde sie ausgerechnet jetzt rot? Es war ja nicht so, als ob sie eine Wahl gehabt hätte. Außerdem fühlte ein sehr kleiner – aber doch nicht zu vernachlässigender – Teil von ihr sich durch diese Anrede durchaus geschmeichelt.

Sie war in letzter Zeit nicht gerade mit Komplimenten überschüttet worden. Aus unerfindlichen Gründen ging ihr Frank’s Frage heftig auf die Nerven.

„Und warum willst du das wissen?“ fragte Anna schnippisch zurück und benutzte ihren Das-geht-dich-überhaupt-nichts-an-Tonfall.

Frank erwiderte ihren Blick einen Moment lang etwas perplex.

„Pass’ einfach ein bißchen auf dich auf, Anna – ja?“ entgegnete er halb schroff, halb bittend.

Anna’s Herz wurde bei diesen Worten weich, doch es verhärtete sich sofort wieder, als Frank fortfuhr.

„Dieser Kerl hat etwas an sich, was mir nicht gefallen will…“

„Ach ja?!“ schnappte Anna. „Und das wäre? Nur weil er sich ein bisschen merkwürdig verhalten hat? Das hätte bei diesem eigenartigen Verhör, das du hier abgezogen hast, jedem passieren können. Oder ist es, weil er schwul ist? Könnte es sein, dass die Polizei mal wieder ein paar Lektionen in Toleranz braucht? Oder ist es, weil er mich Belle nennt? Eifersüchtig, Herr Kommissar? Auf einen Homosexuellen?“

Frank starrte sie fassungslos an. „Bist du plötzlich übergeschnappt?“ entgegnete er aufgebracht. „Was soll denn jetzt dieser Blödsinn?“

„Woher soll ich das wissen? Du hast doch damit angefangen!“

„Ich habe lediglich…“ Frank unterbrach sich kurz und holte tief Luft. „Sei einfach ein bisschen vorsichtiger in nächster Zeit – mehr will ich ja gar nicht.“

Anna atmete ein paar Mal tief ein und aus um sich wieder halbwegs zu beruhigen. Was war eigentlich gerade in sie gefahren? So zickig kannte sie sich selbst nicht – und auf PMS konnte sie dies auch nicht schieben – bis zu ihrer nächsten Periode dauerte es noch eine Weile.

„Mach ich“, antwortete sie ruhiger, aber immer noch etwas kühl und knapp. Sie hätte Frank zum Abschied gerne angelächelt, doch ihre Mundwinkel wollten ihr nicht so recht gehorchen. So verabschiedete sie sich flüchtig von den beiden Polizisten und verließ hastig das Gebäude.

Draußen auf der Strasse überkam sie plötzlich das völlig irrsinnige Verlangen nach einer Zigarette. Sie schüttelte über sich selbst den Kopf. Sie hatte noch nie in ihrem Leben geraucht und sie würde auch jetzt ganz sicher nicht damit anfangen.

Entschlossen, diese ganze Episode nicht über zu bewerten, machte sie sich auf den Weg zurück in die Redaktion.

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Den restlichen Tag konnte sie sich nur noch schlecht auf ihre Arbeit konzentrieren. Sie kochte sich sogar einen Kamillentee, in der Hoffnung, damit dieses nagende, ungute Gefühl und diese ekelhafte innere Unruhe einzudämmen, die sie reizbar und ängstlich machte.

Na Bravo’ dachte sie bei sich ‚Wenn mich Frank mit seiner Bitte um mehr Vorsicht zu einem Nervenbündel machen wollte, dann ist ihm das hundertprozentig geglückt’

Als es endlich spät genug war um Feierabend machen zu können, ohne irgendwelche missbilligenden Blicke hervorzurufen, packte sie ihre Handtasche und fuhr direkt zur Wohnung ihres Bruders.

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Anna hatte schon aufgeben wollen, als endlich nach ihrer fünften Attacke auf die Türklingel weiter oben im Haus ein Fenster aufging und die genervte Stimme ihres Bruders erklang.

„Wenn Sie nur Honig, Scheuerlappen, ein Zeitschriftenabo oder eine Religion verkaufen wollen, dann… oh – du bist es!“ stellte er fest, als er seine Schwester erkannte. „Was willst du denn?“ fragte er ungnädig.

„Reinkommen – Reden... nun mach schon auf!“

Siggi grummelte noch etwas unverständliches, doch dann hörte Anna den Summer des Türöffners und konnte endlich das Haus betreten. Sie stieg die Treppe hoch zum dritten Stock, in dem ihr Bruder seine Wohnung hatte. Siggi erwartete sie an der Tür und ließ sie nur widerwillig und mit den Worten: „Du störst überhaupt nicht“ eintreten.

„Hallo Bruderherz – auch dir einen wunderschönen guten Tag“, entgegnete Anna genauso schnippisch wie ihr Bruder. Sie schob sich an ihm vorbei in den Flur und blieb beim Anblick eines jungen Mannes, der gerade aus dem Wohnzimmer kam, abrupt und peinlich berührt stehen. Oh-oh… sie hatte doch wohl nicht gestört? Ein Seitenblick auf ihren Bruder ließ sie Böses vermuten.

Doch der junge Mann streckte ihr unbefangen die Hand hin und stellte sich vor.

„Hallo, ich bin Kevin.“

Anna ergriff die Hand und schüttelte sie lächelnd. „Hallo, ich bin…“

„Sie sind Anna – Siggi’s Schwester… ich weiß. Er hat schon ein paar Mal von Ihnen gesprochen“, erläuterte Kevin

Na prima – ein weiterer Tiefpunkt in ihrem Leben war erreicht. Die Lover ihres Bruders fingen nun schon an, sie zu siezen. Konnte es noch schlimmer kommen?

Kevin, mittelgroß, brünett und ziemlich schlank, schenkte ihr ein berückendes Zahnpasta-Lächeln von der Sorte So-bezaubere-ich-meine-Erbtante und Anna erwiderte es etwas säuerlich.

Noch nie zuvor war hatte sie sich derartig out gefühlt, wie zwischen diesen beiden jungen Männern – von denen sie sicher kein halbes Jahrzehnt trennte. Dennoch wurde sie das Gefühl nicht los, dass sie immer unbarmherziger das Etikett alte Jungfer aufgedrückt bekam.

„Ich hoffe doch, nur Gutes“, erwiderte Anna.

Kevin lächelte wieder und Anna nervte dieses Sunny-boy-Gehabe bereits unbeschreiblich.

„Siggi, wir sehen uns dann morgen, ja?“ wandte er sich an ihren Bruder.

„Du musst doch jetzt nicht gehen, nur weil sie...“

„Ich muss weg – ich dürfte eigentlich gar nicht mehr hier sein“, sagte Kevin bestimmt.

„Okay – bis morgen...“

Kaum war die Tür hinter Kevin ins Schloss gefallen, funkelte Siggi seine Schwester wütend an.

„Herzlichen Dank, Schwesterchen! Gibst du eigentlich erst Ruhe, wenn alle so wenig Sex haben wie du?!“

Anna, die gerade zu einer Entschuldigung angesetzt hatte, blieb bei dieser Attacke die Spucke weg.

„Es kann nicht jeder den Trieb eines Karnickels haben!“ fauchte sie zurück.

„Du bist doch nur eifersüchtig!“

Das kleine Körnchen Wahrheit das in dieser giftigen Bemerkung steckte, trieb Anna die Tränen in die Augen. Einen Moment kämpfte sie mit sich, doch dann biss sie die Zähne zusammen.

„Nur weil ich nicht gleich für jeden Kerl die Beine breit mache?!“

„Ja – super – gib’s mir, Schwesterchen! Nenn mich ruhig eine Schlampe – na, was ist? Hast du dein Gift schon versprüht? Kommt nichts mehr?“

„Warum seid ihr Männer alle nur solche Arschlöcher!“ schluchzte Anna aufgebracht und wandte sich abrupt von ihrem Bruder ab.

„Oh Mann... Anna... ich... nun komm schon... ich hab’s nicht so gemeint... es ist nur so – Kevin, weißt du... der ist echt toll und ich dachte... na ja... das heute vielleicht was geht...“ Vorsichtig berührte er Anna an der Schulter.

Anna atmete tief durch.

„Okay – mir tut’s auch leid. Ich hätte vorher anrufen können.“

„Hättest du“, bestätigte Siggi trocken. „Aber ich sehe ihn ja morgen – bis dahin... willst du mir vielleicht erklären, welcher Mann außer mir heute sonst noch ein Arschloch war?“

„Frank“, gab sie widerwillig zu.

„Mmhm... ich muss es mir wohl anhören, oder?“

„Ja. Musst du“, sagte Anna und ging voraus in sein Wohnzimmer.

Siggi folgte ihr und ließ sich neben ihr auf das Sofa fallen.

„Also?“

„Er hat Lance verhört und sich wie der letzte Chauvi benommen. Ich begreife einfach nicht, wie...“

„Lance?! Was ist mit Lance?“ Siggi hatte sich kerzengerade aufgesetzt und starrte nun Anna mit weitaufgerissenen Augen an.

Anna konnte ein leichtes Kopfschütteln nicht unterdrücken. Lance. Damit hatte sie wohl das Zauberwort gesagt um ihren Bruder endgültig aus seiner schlechten Laune herauszuholen. Sie konnte nicht widerstehen, ihm einen kleinen Dämpfer aufzusetzen.

„Dein göttlicher Lance – oder sollte ich besser André Lenz sagen - kocht auch nur mit Wasser“, erwiderte sie mit leichtem Spott.

„Wie heißt der? André?“ Er verzog das Gesicht. „Gott, klingt das schwul!“ Sein Blick ruhte eine Weile nachdenklich auf seiner Schwester. „Verdächtigt Frank ihn etwa?“

„Warum benutzt du nicht ein wenig von deiner raschen Auffassungsgabe für dein Studium, anstatt dich jetzt schon durchs wievielte Semester zu faulenzen?“ fragte Anna spitz.

„Und warum reden wir jetzt plötzlich nicht mehr über deinen Frank?“ konterte Siggi schlagfertig.

„Weil es nicht mein Frank ist!“

„Aber das ist es, was du gerne hättest, stimmt’s Schwesterchen?“ traf Siggi scharfsinnig mitten ins Schwarze.

„Das geht dich gar nichts an!“ fuhr Anna ihren Bruder an und ehe sie es sich richtig versah, waren sie schon wieder mitten im schönsten Bruder-Schwester-Streit.

Sie zankten sich noch eine ganze Weile mit aller Leidenschaft, bis Anna schließlich genug davon hatte und mit den Worten: „Und wenn du glaubst, dass du an diesem Wochenende mein Auto bekommst, dann hast du dich geschnitten!“ die Wohnung ihres Bruders verließ.

Siggi brüllte ihr zwar noch durchs Treppenhaus hinterher, dass er sich mit dieser Rostlaube nicht mal für Geld auf der Straße zeigen würde, doch Anna’s Hochgefühl einen moralischen Sieg gegen ihren kleinen Bruder errungen zu haben, schmälerte er dadurch nicht wesentlich.

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Fortsetzung folgt...

Ich weiss noch nicht wann, aber hoffentlich bald! Ich schwöre heilige Eide, dass ich euch nicht mehr so lange warten lasse! (oje - kennen wir das nicht von Mrs. Rowling...)


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