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Kapitel 5: Jünger
Isolation, das war eine der grausamsten Foltermethoden der Menschen, die durch Dunkelheit noch gesteigert werden konnte. Doch nichts reichte auch nur im entferntesten an das Nirwana heran.
Es war eine Ebene, ein abschnitt des Universums, an dem sich die dunkelsten Seelen sammelten. Sie waren mehr als nichts und doch weniger als alles bekannte. Nahm man es genau, so konnte jemand, der im Nirwana landete nur fühlen und denken und dies bis in alle Ewigkeit, ohne Hoffnung, ohne Lichtblick.
Diese Strafe erlebte Miklaw als erster. Wer hier gelandet war, wusste sofort, dass es kein zurück gab. Doch Miklaw eröffnete sich ein Weg aus der Verbannung heraus. Filotyr hatte ihm eine Rückkehr ins Leben angeboten, für einen Preis, den kein sterbliches Wesen wirklich erfassen kann: Den Freien Willen!
Doch Menschen, die keinen Ausweg sehen, sind zu allem bereit, was ihre Situation verbessern könnte, daher war Folter auch so Wirksam. So hatte sich Miklaw als erstes Wesen überhaupt dem Willen eines anderen vollständig unterworfen.
Er atmete schwer und spürte den ekelhaften Gestank des Schweißes, der an seinem Gesicht herabtropfte und sich auf dem gesamten Körper bildete.
Die Schärfe der Augen ließ nach und er taumelte leicht. Menschen waren nicht dafür geschaffen, so eine Art von Energie zu erzeugen und das musste Filotyr jetzt erfahren. Seine Schläge hatten nicht die geringste Wirkung auf Orida(den Baum^^“)!
Seine Schläge wurden kraftloser und bald wurde die Rinde nicht mehr durchschlagen. Das Wasser aus der Umgebung toste zurück, und schon bald schwamm auf der Oberfläche Holz, dass verdächtig nach dem Material des Drachenschiffes aussah. Miklaw und die anderen schwammen nun auch im Wasser, Miklaw hing völlig entkräftet auf einer Planke Treibholz.
„Das war wohl nichts“, meine Miklaw spöttisch zu Filotyr. „Du hast doch nicht ernsthaft geglaubt, dass du mit einem Menschlichen Körper so was riesiges auch nur ankratzen kannst, oder?“ Sofort zuckten schmerzen durch den Körper Miklaws, die aber nur der Mensch spürte. Der Gott schirmte sich gegen die selbst zugefügten Schmerzen ab. „Es gibt noch andere Methoden dieses Teil zu fällen! Und du hältst jetzt sofort die Klappe, verstanden?!“ „Man wird ja wohl noch denken dürfen“, meinte Miklaw sarkastisch.
Laut sagte sein Körper: „Wann kommt ein Rettungsschiff?“ Eines der Mannschaftsmitglieder zuckte die Achseln, noch immer schien er Miklaw wie in Trance anzusehen. „Ich weiß es nicht, Meister. Aber wahrscheinlich müssen wir uns selbst helfen.“ Miklaws Seele fügte noch dazu: “Ich glaube bei der Panik, die durch die Sonne ausgelöst wird, hat das Serviceteam was besseres zu tun als dich zu retten!“
Bald hatten die erfahrenen Seeleute aus dem Treibholz ein notdürftiges Floß gebaut, und sie hatten sogar noch ein kleines Segel aus dem Wasser fischen können. Filotyr, dem die fahrt mit normalem Wind zu lange dauerte, entfachte einen regelrechten Sturm, der sie alle nach einem halben Tag zur Westafrikanischen Küste brachte.
Miklaw sah erst hier das wahre Maß der Macht, über die sein „böser Geist“ verfügte: Jedes Lebewesen, ob Tier oder Mensch, beruhigte sich sofort von seiner durch die Sonne ausgelösten Panik und die Menschen behandelten ihn wie den wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Er wirkte auf jeden einen Zauber, der die Menschen von der Veränderung der Sonne erlöste und sie ihm gleichzeitig unterwarf.
Schon bald hatte er seine Kleidung in feinste Designerware getauscht und saß in einem Flieger zurück in die Staaten. (natürlich erst nachdem er mit jedem Flugbegleiter gesprochen und sie verzaubert hatte)
Während des Fluges betrachtete er die Kilometer langen Äste des Baumes, die noch immer silbern schillerten. Die rote Sonne kam über der Wolkendecke noch unheilvoller zur Geltung, auch wenn sie beim Tempo seiner Concorde bald hinterm Horizont verschwinden würde.
„Was ist eigentlich dein Ziel?“, klang die Frage Miklaws in seinem Kopf.
„Das werde ich dir wohl als letztes sagen, du Wurm!“, entgegnete Filotyr, auch wenn er wusste, dass Miklaw es früher später herausfinden würde.
Und hier oben, weiter von der erde entfernt als jemals zuvor, übermannte Filotyr die große Schwäche eines menschlichen Körpers: der Schlaf.
Zum ersten mal seit Mellenien war sein Geist frei, die Erde zu verlassen- wenn auch nicht mit der göttlichen macht ausgerüstet und weniger als die im Nirwana gefangenen Seelen. Filotyr durchquerte als Gedanke den Raum.
Er erreichte eine ferne Galaxie, in der die Götter ihr neues Reich aufgebaut hatten.
Er fand sich bei Iridal wieder.
„Sie haben es tatsächlich gewagt, Filotyr seine Ketten zu zeigen!“, grollte der Gott. Filotyr spürte die Präsenz eines anderen Gottes. Und so sah er, nach mehr als zwei Tausend Jahren, die schönste Gestalt wieder, die jemals existiert hatte: Runadi! Die zweit höchste unter den Göttern!
Sie erhob ihre Stimme, die wärme und Geborgenheit vermittelte: „Aber übertreibst du nicht, wenn du diesen armen Geschöpfen solche Angst einjagst?“
„Nein“, erwiderte Filotyr. „Ich hatte diesem einen Mann die Schrecklichkeiten gezeigt, die seine taten nach sich ziehen würden und dennoch hat er diesem Wurm geholfen!“
Es war interessant für Filotyr, diese Konversation zu verfolgen, obwohl er nun wusste, dass der Zorn der Götter noch immer so stark war wie zuvor.
„aber muss denn die gesamte Menschheit für das stehen, was ein einzelner verbrochen hat?“, fragte Runadi. „Du warst selbst ein Schöpfer dieser Wesen, Runadi! Sie unterscheiden sich nicht allzu sehr voneinander, auch wenn es einige Male Menschen gab, die den Verrat von Filotyr abschütteln konnten, so bleiben sie die Ausnahme.“ „Du hast diesen Menschen mit dem Fluch des Nirwana belegt! Etwas ähnliches wurde bisher keinem Wesen, selbst Filotyr, nicht angetan!“ “Wäre Filotyr sterblich, würde er schon seit Äonen im Nirwana verbringen!“, fauchte Iridal. „Ich bleibe bei meiner Meinung: Die Menschheit hat nicht mehr das Recht auf göttliche Fürsorge! Und ich sehe noch schlimmeres kommen...“
Schwer Atmend war er aufgeschreckt. Er spürte Kalten Schweiß auf seiner Haut. Er betete, dass all dies nur ein Traum gewesen war, doch da hörte er schon wieder diese Eisige Stimme, die zu Filotyr gehörte: „Was fällt dir ein aufzuwachen und ohne meine Erlaubnis diesen Körper zu bewegen?!“, blaffte der Gott ihn an. Miklaw erwiderte nichts, hatte aber erkannt, dass selbst Götter nicht so unfehlbar waren. Wie es ihm immer eingebläut worden war.
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Ja, es ist kurz und ja, es war merkwürdig, aber was soll ich machen, mehr krieg ich momentan nicht hin^^“
Hey, Reptils ich vermisse dein Review *traurig sei*
Danke an Seepferd-chan: Du hältst zu mir ^-^