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Author: Achtzehnzehn
Fiction Rated: K+ - German - General - Reviews: 3 - Published: 09-10-03 - Updated: 11-16-03 - id:1396311

Musik

Kapitel 1: Schatten

Ein klarer Sternenhimmel erhellte schwach die Straße, die den See entlang führte. Am See lag ein kleines Dorf, doch er kannte es nicht.

Aus einigen Fenstern drang noch der gespensterhafte Schimmer elektrischen Lichts, doch konnte es nichts an der Tatsache ändern, dass es eine dunkle Nacht war.

Es war Neumond und eine Gestalt huschte durch die Schatten der Bäume. Eisige Kälte kroch aus den dunklen Massen des stillen Sees und senkte sich ihm auf die Glieder.

Ein Zittern durchfuhr seinen Körper, als er kurz inne hielt.

Er atmete schwer und sein Körper rebellierte gegen die Belastung, die er von ihm verlangte. Er hatte Magenschmerzen und seine Kleider waren an mehreren Stellen aufgerissen.

Kalter Schweiß klebte an seinem Körper und ließ den kühlen Wind zu einem eisigen Sturm werden.

Er versuchte zu fliehen, doch er konnte nicht dem entkommen, was ihn suchte. Er wollte das nicht einsehen. Keiner wollte es einsehen, wenn man es gerade erst erfahren hatte.

Die, die ihn suchten hatten schon damit gerechnet, dass er floh und egal wie vorsichtig er sich verhielt, er würde immer gefunden werden.

Er zwang seinen erschöpften Körper dazu, weiter zu rennen. Seine lahmen, erfrorenen Muskeln hatten schon längst aufgegeben zu schmerzen.

Er hatte einmal ein ganz normales Leben geführt, vermutete er jedenfalls. Denn er hatte keinen Namen, keine Familie mehr, glaubte er zumindest.

Sein Schatten verschmolz wieder mit dem der Bäume und seine Schritte waren wieder so leise wie die einer Katze.

Doch das löste seine Probleme nicht. Er wusste nichts und selbst dieses Wissen erschien ihm Scheinheilig.

Er lebte seit genau zehn Tagen. Denn vor zehn Tagen war er aufgewacht ohne Identität. Er war aufgewacht in einer Welt, die er nicht kannte. Er kannte die Sprache des Landes und ihre Sitten, er konnte lesen und schreiben und war auch fähig zu rechnen.

Doch er wusste nicht, wieso er das konnte. Er wusste auch, dass er schon existiert hatte, bevor er vor zehn Tagen aufgewacht war, doch wusste er nicht wo, oder wer er war.

Keine Erinnerungen zu haben ist ein Fluch, der nicht zu bannen ist.

Sein Harr wehte, als der Wind noch stärker blies. Keuchend blieb er stehen und sah sich um. Er war in einem kleinen Waldstück angelangt, wo das schwache Licht des Himmels fast vollständig verdunkelt wurde.

Erschöpft fiel er auf den weichen Waldboden und schlief sofort ein. Er träumte schlecht, denn er träumte nur von Dingen, die er erst letztens erlebt hatte und das waren keine schönen Erinnerungen. Wieder kamen schwarze gestalten auf ihn zu, mit gehobenen Waffen.

Er floh, rannte durch schmale Gassen und überwand einige Sackgassen, bis sie nicht mehr hinter ihm waren, doch er wusste, dass sie ihn weiterhin suchten. Er floh aus der Stadt aufs Land, nahm dazu den Bus, doch als dann beim Aussteigen erneut eine schwarze Gestalt auf ihn wartete, hatte er beschlossen nicht mehr unter Leute zu gehen.

Er erwachte an einem nebeligen und kaltem Morgen. Zitternd kramte er in seinem Rucksack herum, dessen Inhalt er irgendwann mal geklaut hatte. Er nahm einen widerlichen Tütensnack zu sich und machte sich wieder auf den Weg in die Verlassenheit.

Er wollte nicht mehr fliehen. Er war es Leid. Doch die Angst vor den schwarzen Gestalten trieb ihn an. Weder wollte er in die Einsamkeit fliehen noch unter Menschen sein. Irgendetwas in seinem Inneren sträubte sich dagegen, Menschen zu nahe zu kommen. Seine Lunge tat mittlerweile bei jedem Atemzug weh.

Er spürte nur noch den Schmerz, den die Lunge ihm zufügte. Er spürte, dass sein ganzes Gesicht brannte wie Feuer. Und er hörte mit Furcht dem rasselnden Geräusch seines Atmens.

Er hoffte bloß, dass ihn die schwarzen gestalten noch nicht entdeckt hatten. Doch er war entdeckt worden. Schon konnte man ein Rascheln hören, das sich ihm langsam näherte.

Er blieb stehen. Er wusste, dass er verloren hatte. Nichts könnte ihn nun noch von diesen Gestalten bewahren, denn die Lungenentzündung hatte schon längst begonnen, ihn in die Knie zu zwingen.

Keuchend fiel er auf die Knie und ergab sich in sein Schicksal.

Schon standen die dunklen gestalten neben vor ihm im gras und kamen auf ihn zu, hoben drohend ihre Waffen. Doch er bekam nichts mehr mit- das Fieber besiegte seinen Körper wenige Sekunden, bevor es ihm Schwarz vor Augen wurde und er ins weiche, etwas feuchte Gras fiel.

„Wie geht es ihm?“, fragte eine Männerstimme und eine Frau antwortete:„Er hatte hohes Fieber und eine ziemlich grässliche Lungenentzündung, doch er wird es schaffen. Und, ähm...“, die Stimme der Frau, die von fern an sein Ohr drang, hielt inne.

„Sie werden begeistert sein- ihm konnte nur eine globale Amnesie zugefügt werden!“ die andere Stimme klang nun Näher. „Tatsächlich? Heißt das dieser junge Mann hier ist vielleicht in der Lage, das System de Darks zu enthüllen?“ „Ja, das könnte sein- vorrausgesetzt, er kann sich daran erinnern.“

Er öffnete den Mund und seine heisere Stimme erklang: „Ich kann mich an nichts erinnern!“ er hatte erwartet, diese Worte unter Schmerzen hervorwürgen zu müssen, aber anscheinend war seine Lungenkrankheit auf dem Weg der Besserung.

„Du bist wach? Das freut mich aber- du hast ja fast eine Woche lang geschlafen!“ das war wieder die Stimme der Frau... er öffnete langsam die Augen und blinzelte gegen das helle Licht einer Elektrischen Lampe. Er drehte den kopf so, dass er die recht hübschen Frau im Arztkittel sehen konnte, der diese warme Stimme gehörte. Dass sie offensichtlich über ihn gesprochen hatte, und über die Möglichkeit nach dachte, dass er sich erinnern könnte, ging ihm nicht aus dem Sinn und so stellte er noch einmal fest: „Ich danke ihnen für die pflege, aber ich fürchte, dass ich mich an überhaupt nichts erinnern kann- absolut garnichts!“

Sie lächelte warm, blickte zu einer anderen Person, die ihr gegenüberstand und sagte dann, noch immer lächelnd: „Du kannst noch sprechen, hast volle Kontrolle über deine Motorik und kannst sogar noch schreiben und lesen, so viel ich Mitbekommen habe. Und damit ist dein Gedächtnis sogar fast lückenlos.

Alle anderen meiner Patienten sind schlimmer dran. Du bist wirklich sehr stark, dass du die Methoden der Darks so unbeschadet überstanden hast!“

Jetzt meldete sich die andere Stimme wieder zu Wort:“ Nun ist aber gut, sie übervordern den Armen Kerl ja völlig!“

Er drehte das Gesicht zu dem Mann, der der Frau gegen überstand. Er sah nach einem ehemaligen Militärbefehlshaber aus, hatte strenge Züge, die im Moment allerdings durch ein lächeln verborgen wurden.

„Ich bin hier der Leiter und muss mich für den Informationsfluss entschuldigen, den meine Kollegin hier an den Tag  gelegt hat. Im Moment sollten ihnen zwei Informationen reichen: Erstens sind sie hier in Sicherheit und zweitens haben wir herausgefunden, dass sie Survan heißen- mehr konnten wir im Moment nicht herausfinden. Ruhen sie sich noch ein wenig aus, dann erkläre ich ihnen gerne, was ich weiß.“

Mit diesen Worten wandte er sich um und nickte der Ärztin, ihm zu folgen. Zurückgelassen wurde jemand, der endlich seinen Namen kannte: Survan Dieser machte sich nicht die mühe über das gehörte nachzudenken und gönnte seinem Körper weiterhin einen traumlosen Schlaf.

Doch sein Gefühl sagte ihm, dass hier seine Vergangenheit und Zukunft liegen würde.

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Warum das ganze Musik heißt, wird erst später klar werden, also rennt mir nicht deswegen die Tür ein, ja?^^

Es wäre nett, wenn ihr reviewn würdet, denn ich muss echt wissen ob ich die Idee weiter führe oder nicht. Danke fürs lesen^^



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