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Kleingeld
Stillstand.
Ein flüchtiger Blick nach vorne, und ich weiß, was los ist: wieder einmal jemand, der in seinem Portemonnaie stundenlang nach Kleingeld wühlt, um möglichst passend zu bezahlen.
Innerlich seufzend trete ich von einem Bein aufs andere. Wenn man für das Warten an Supermarktkassen bezahlt werden würde, wären wir alle Millionäre.
Da sucht man sich schon immer die kürzeste Schlange aus—vorausgesetzt, es sind überhaupt mehrere Kassen offen—aber immer wieder passiert es. Murphy’s Law. Anders lässt sich dieses Phänomen wohl kaum erklären.
Langsam wird die Frau vor mir ungeduldig. Alle paar Sekunden schiebt sie den Ärmel ihres Pullovers ein wenig hoch, um auf ihre Uhr zu blicken.
Und auch ich habe es langsam satt. Schon fangen meine Finger wie von selbst an, auf dem Griff meines Einkaufswagens einen aufmunternden, antreibenden Takt zu trommeln. Und das, obwohl ich weiß, dass diese Galeere dadurch wohl kaum aus ihrem Stillstand erweckt werden kann. Zumindest nicht so schnell.
Aber da! Endlich. Endlich geht es wieder voran.
Als ich schließlich an der Reihe bin, macht sich Erleichterung in mir breit. Und ich dachte schon, ich käme heute gar nicht mehr nach Hause!
Schnell alle Waren auf das Transportband gepackt, und los geht’s. Dem rhythmischen Piepen des Scanners kaum lauschend, wird jede der abgefertigten Waren sofort zurück in den Einkaufswaren gepackt. In meinen Rucksack und die mitgebrachten Taschen kann ich meine Einkäufe immer noch einräumen, wenn ich bezahlt habe. Ich will ja niemanden aufhalten.
»Vierundfünfzig Euro achtundsechzig.«
Die Anzeige auf dem Display der Kasse bestätigt diese Information.
Ich zücke drei Zwanziger aus meinem bereitgehaltenen Portemonnaie und reiche sie der Kassiererin. Oh, da fällt mir ein, dass ich ja gestern soviel Kleingeld bekommen habe! In dem Kiosk bei mir um die Ecke.
»Achtundsechzig Cent müsste ich klein haben.«
Ein geduldiges Nicken der Kassiererin, und ich öffne das Münzfach meiner Geldbörse. Zwanzig. Dreißig. Vierzig. Fünfundvierzig. Fünfzig. Fünfundfünfzig. Sechzig. Zweiundsechzig. Dreiundsechzig. Vierundsechzig... Vierundsechzig. Hmm, das war’s. Einen ganzen Euro hätte ich noch anzubieten, aber das hilft mir jetzt auch nicht weiter. Schade eigentlich.
»Zu dumm, es passt doch nicht. Tut mir leid.«
»Kein Problem.« Mit einem müden Lächeln zählt die Kassiererin mein Wechselgeld ab und reicht es mir.
Während ich mein Portemonnaie wieder in meiner Jackentasche verstaue, bemerke ich den genervten Blick, den mir die Frau hinter mir zuwirft. Was guckt die mich denn so an? Ich bin doch schon fertig!
Ja, fertig. Und vor ein paar Minuten dachte ich noch, ich käme nie nach Hause....