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Ich weile hier schon lange Zeit
Ich weile hier schon lange Zeit,
Mein Herz ist wach, es ist befreit.
Der Mond scheint fahl auf mein Gesicht
Er ist zu schwach, dass mein Blick bricht.
Er wandert still durch Himmels Weiten,
Immer schon, seit allen Zeiten,
Und lässt strahlen was der Tag
der finstren Nacht verbergen mag.
Die Nacht, sie scheint mich einzuschließen
In ihren dunklen Mantels Schoß;
Und doch wird mir niemals die Angst sprießen
Denn Dunkelheit, was ist das bloß?
Ein Hauch des Windes streift mein Gesicht,
Flüstert Worte, doch sagt mir nicht
Wie es um meinen Liebsten steht;
Oh Qual, wie langsam die Zeit vergeht!
Lang ist es, bis der Morgen wird grauen
Und die Menschen sich aus den Häusern trauen.
Bald, ja bald wird er hier sein
Um mich aus der Einsamkeit zu befrei`n.
Horch, dort hinten hat`s geknackt
Und ich werde von kalten Schauern gepackt,
Noch gibt der Mond das Antlitz nicht preis
Doch ich merk, er ist´s, ich weiß`s.
Nun tritt er von der Lichtung Rand
Ich seh`s Gesicht, es ist bekannt.
Mein Geliebter kommt um mich zu holen
Und wird mich küssen ganz verstohlen.
So lange war mir nicht gewährt
Was meine Seel` so sehr begehrt,
Und doch in so balder Stund`
Werde ich vermissen diesen Mund.
Hinten weit am Horizont
Sehe ich schon, die Sonne kommt.
Wir müssen scheiden, es tut so weh,
Wann kommt der Tag, da ich dich wiederseh´?
Ein letzter Kuss, dann eile ich,
Du rufest noch: "Weile nicht!"
Ich kehr zurück an meinen Ort,
Du an deinen; bist du fort?