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Die letzten Sonnenstrahlen wärmen meine Haut.
Ich liege auf der gepolsterten weißen Bank auf der Veranda, hier scheint die Sonne am Längsten hin.
Als die Dielen knarren, schaue ich für einen kurzen Moment auf, nur um meine Augen gleich darauf scheu zurück auf das Buch in meinen Händen zu lenken, weil dein weicher, fast fragender Blick meinem begegnete und mich –wie jedes Mal- verunsichert und kirre macht.
Mit nackten Füßen gehst du hinüber auf die andere Seite der Veranda. Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie du dein Saxophon aus dem Kasten holst und das Mundstück aufsetzt.
Du übst immer zu dieser Zeit, wenn der Tag die Nacht begrüßt, das hat was.
Und seit einigen Tagen teile ich diese Momente mit dir.
Es scheint dich nicht zu stören, wir reden nur sehr wenig.
Es erfüllt mich mit einer seltsamen Ruhe, dich spielen zu hören.
Jedenfalls zu Anfang. Denn dann dämmert es und ich muss wegen der kommenden Dunkelheit mein Buch zur Seite legen, kann so meine ganze Aufmerksamkeit auf dich lenken.
Ich betrachte dich. Du stehst am Rand der Veranda, deine leicht maskulin angehauchte Figur hebt sich sanft von der Umgebung ab, die kurzen Locken hängen dir wirr in die Stirn, barfuss gibst du dir den Takt vor. Du hast die Augen geschlossen, wirst eins mit deiner Musik, weckst die Sehnsucht in mir.
Während du spielst, beginnt es zu regnen.
Ein Schauer, wie er oft in diesem Sommer vorkommt. Es ist noch warm, doch der Regen bringt kühlende Frische mit sich.
Dichte Schleier hüllen alles um uns herum ein, trüben das kräftige Grün der Bäume und Büsche, es sieht aus als bilde sich eine leichte Dampf- oder Nebelschicht auf der Oberfläche der Pflanzen und Gebäude, der Regen scheint seltsam weich und angenehm.
Dein Saxophonspiel trägt mich zusammen mit dem gleichmäßigen Rauschen des Wassers weit weg und mit angezogenen Beinen und geschlossenen Augen werde ich ein kleiner Teil dieses großen Strudels aus Musik und Regen und meinem eigenen Herzschlag.
Ich schrecke auf, als deine kühle Hand mich flüchtig an der Schulter berührt, und öffne die Augen. Du zwinkerst und kehrst zurück zu deinem Saxophonkasten.
„Nur eine Spinne.“, erklärst du beiläufig, doch ich sitze plötzlich kerzengerade und mit einer Gänsehaut auf der Bank.
Du verstaust dein Saxophon und kommst zu mir, kniest dich vor mich hin.
„Sie ist weg.“, sagst du und berührst mich sacht am Knie.
Erst als ich deine Hand an meiner Wange spüre, richte ich meinen Blick auf dich und bekomme erneut eine Gänsehaut, als ich die Wärme in deinen Augen sehe.
Ich hebe die Schultern und lächle. „Spinnenphobie.“
Du küsst mich.
~~ Ende ~~
Sooo, meine kleine Hommage an eine bestimmte Frau, die das hier wahrscheinlich nie lesen wird (hoffen wirs, und wenn: auch egal*g*). Jedenfalls, dieses kleine Werk gehört zu meinem Gedicht „Saxophon“, bitte lest das auch.
Hoffe, es hat gefallen, freue mich wie immer über Reviews!*zwinker*
Alles Liebe Koishii