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Fiction » General » Sonne, Regen, Regenbogen font: B s : A A A . width: full 3/4 1/2
Author: Koishii
Fiction Rated: K - German - General/Romance - Reviews: 2 - Published: 09-03-04 - Updated: 09-22-04 - id:1710641
~~ Sonne, Regen, Regenbogen ~~

~~ Prologue ~~

„L’arc en ciel“. So hieß mein Café, das ich knapp ein Jahr nach meinem Kunststudium in Paris eröffnet hatte. Es war reiner Zufall, dass ich dazu das Geld hatte. Leider auch ein trauriges Ereignis in meiner Familie, denn das Geld hatte mein Großvater mir vererbt. Anfangs war es ungewohnt, so ganz allein für ein Café verantwortlich zu sein, doch nachdem der schwere Einstieg hinter mich gebracht war, lief es ganz gut. Ich hatte ein kleines Team von vier jungen Männern und Frauen um mich herum aufgebaut und eine Buchhalterin eingestellt. Gemeinsam ließen wir das „L’arc en ciel“, was auf Französisch Regenbogen bedeutet, zum Leben erwachen.
Wir öffneten noch vor Acht Uhr am Morgen, für diejenigen unserer Gäste, die gerne auswärts frühstückten, bevor sie zu ihrer Arbeit oder zur Uni gingen. Das tägliche Angebot umfing alles, was eine schnuckelige Café-Bar brauchte, von französischem Frühstück über verschiedene Kaffeearten und Snacks bis hin zu den unterschiedlichsten Cocktails, die man ab halb Sechs Uhr abends bestellen konnte, wollte man ein bisschen Geld sparen, denn von halb Sechs bis halb Neun gab es die farbenfrohen Getränke mit oder ohne Alkohol um 25 Prozent billiger.
Einmal pro Woche fand ein Programm für die schwullesbische Szene statt. Zu Beginn hatte ich meine Zweifel, ob diese Abende das Lokal füllen konnten, doch ich war schon bald von meinem schwulen Kellner eines anderen belehrt worden, der wohl ziemlich viel geworben hatte: der Laden war bis auf den letzten Platz besetzt. Schien, als hätten diese Leute nur auf solch eine Veranstaltung gewartet. Und die erste Regel „Mit Kunden wird nichts angefangen“ wurde gleich nach dem zweiten Abend von mir selbst über Bord geworfen.
Wir richteten also mehrmals die Woche unterschiedliche Veranstaltungen ein. Es gab Jazz- und Rock&Pop-Abende, an denen mehr oder weniger unbekannte Gruppen ihre Stücke zum Besten gaben, daneben war freitags der „Studenten kommen billiger“-Abend. Einmal pro Monat veranstalteten wir eine Art Vernissage, auf der die junge Künstlerszene mit ihren Werken vertreten war und auch ich meine Gemälde und Modekreationen ausstellen konnte.
Das alles begann vor etwa zwei Jahren; letzten Oktober war ich 28 geworden und als ich an einem verheißungsvollen Frühsommermorgen, die angenehmen Sonnenstrahlen im Rücken spürend, die schwere Tür zum Regenbogen aufschloss und das leise Bimmeln der Türglocke mich begrüßte, wusste ich wieder einmal, dass es die richtige Entscheidung gewesen war, hierher zu kommen.

An diesem Tag kam der „Geschichtenerzähler“, wie unser Team ihn bald nannte, das erste Mal ins „L’arc en ciel“.
Wenn man den Namen „Geschichtenerzähler“ hört, denkt man natürlich sofort an einen etwas älteren Herrn mit grauem Haar, einer schmalen Brille und vielen Falten, die von einem anstrengenden und ereignisreichen Leben zeugen. Sieht man aber in seine Augen, so sah man die Abenteuer und die Freude, die er erlebt hatte, man erkannte die Liebe zum Leben und die Wärme und die Akzeptanz gegenüber seinen Mitmenschen.
Nein, unser Geschichtenerzähler war kein solcher Mann. Unser Geschichtenerzähler war ganz anders...

Wie immer, wenn die Türglocke bimmelte und einen Gast begrüßte oder verabschiedete, sah ich in diese Richtung, um der eintretenden Person ein fröhliches „Bonjour!“ oder einem gehenden Gast ein nicht weniger munteres „A bientôt!“ zu wünschen.
So auch dieses Mal. Ich stand hinter der Theke und verstaute den Kuchen wieder in der gekühlten Auslage, hob den Kopf in Richtung Tür und grüßte, mir eine Strähne aus der Stirn streichend, den hereinkommenden Mann mit einem freundlichen „Bonjour!“, das mir bei seinem Anblick beinah im Halse stecken geblieben wäre.
„Salut!“ Er nickte mir zu und setzte sich an den kleinen Tisch vorne rechts bei den großen Fenstern zur Straße, von denen ich so wahnsinnig begeistert war.
Ich beobachtete, wie Lucie ihm eine Karte reichte, er sie dankend anlächelte und sich dann neugierig, mit suchendem Blick, der Karte widmete. Er sah recht gut aus, etwa Mitte zwanzig, gut gebaut, trainiert, schlank. Seine blondierten Haare passten zu der leicht gebräunten Haut und den azurblauen Augen, die ihn sehr jung aussehen ließen, was durch die leicht kindlichen Züge, die sein Gesicht aufwies, noch unterstrichen wurde. Jetzt hob er die Hand und Lucie eilte herbei, um seine Bestellung aufzunehmen, dann kam sie zu mir.
„Der gut aussehende Kerl da am Fenster…“, sie lächelte und zeigte mit dem Daumen über ihre Schulter, „…hätte gern eine Schoki mit Sahne...und zwar von dir.“
Ich stutzte. „Wieso denn das?“
„J’ai pas…Hat er mir nicht gesagt. Er meinte nur, er wolle gerne von der Inhaberin bedient werden.“
Nickend bereitete ich also die heiße Schokolade zu, indem ich eine blaue Tasse auf das Abtropfblech der Maschine stellte und den für Schokolade vorgesehenen Knopf drückte. Die Maschine gab leise, schmatzende Geräusche von sich, dann goss sie die heiße, gut duftende Flüssigkeit in die Tasse und das grüne Lämpchen neben dem Knopf bedeutete mir, dass die Arbeit getan sei und ich nur noch eine leckere Sahnehaube hinzufügen und mit Kakaopulver bestreuen musste. Mich auf meine Arbeit konzentrierend, verdrängte ich jedwede Frage bezüglich dieses Mannes und legte Löffel und Keks auf die Untertasse, um mich nun hinter der Theke hervorzuwagen und die Schoki dorthin zu bringen, wo sie schon freudig erwartet wurde.
„Voilà, eine Schoki mit Sahne.“, erklärte ich unnötigerweise, was ich aber immer tat und über mich selbst grinste.
„Danke. Darf ich Sie etwas fragen?“ Er sah mich aufmerksam an.
„Öhm...klar. Worum geht’s?“
„Darf ich Ihnen eine Geschichte erzählen?“ Er lächelte mich offen an...und wartete.
Denn ich stand auf einmal völlig neben mir und hatte keinen blassen Schimmer mehr von dem, was hier vor sich ging.
Schließlich sah ich mich im Raum um. Es war die Zeit, zu der nicht sehr viele Gäste zu Besuch waren und so entschloss ich kurzerhand, zuzustimmen.
Der junge Mann deutete auf den Stuhl ihm gegenüber und ich setzte mich, betrachtete ihn aufmerksam und fragend. Er strahlte eine große Lebensfreude aus und in seinen Augen versteckte sich der Schalk vergebens, er hatte etwas an sich, das mir sehr vertraut vorkam und mich ihm sofort vertrauen ließ, doch ich kam nicht drauf, was es war.
Er begann zu erzählen.

~~ Fortsetzung folgt... ~~

Salut!
Boah, schon wieder was von mir, ich glaub’s ja net...Die Muße ist zu mir zurückgekehrt!!*jubel*ihr um den Hals fall*sie abknutschen tu*
Also, dieses Teil hier, das ich fortsetzen werde und hoffentlich bis Sonntag fertigkriege, weil ich am Montag nämlich nach Paris fahr(um mich nach einem schnuckeligen Café umzuschauen^^), das hier ist eine Hommage an einen kleinen Sonnenschein, den ich wahnsinnig vermisse und den ich wahrscheinlich neben Karl Lagerfeld sofort heiraten würde, wenn er etwas älter wäre...Tja, blöd.
Jedenfalls, ja, es werden noch einige kleine Kapitel kommen, ich hoffe, ihr werdet’s lesen und schön Kommis schreiben, ne?*zwinker*
Alles Liebe
Koishii 2004-09-03



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