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Fiction » General » Schokolade und Hähnchen süßsauer font: B s : A A A . width: full 3/4 1/2
Author: Koishii
Fiction Rated: M - German - General/Romance - Reviews: 5 - Published: 09-22-04 - Updated: 10-01-04 - id:1725933
Hallöle!
Was Neues!^^ War letzte Woche im „Sommersturm“ und fand ihn wahnsinnig toll, werd am Samstag nochma reingehen, wirklich empfehlenswert, auch wenn Cinemaxx das wohl net so sieht, weil sie ihn nach drei Wochen schon wieder absetzen*heul* Was sieht man daran und am Publikum? Die Intoleranz gegenüber Homosexualität ist immer noch sehr verbreiten, was mich echt ärgert…
Jedenfalls, dieser Film hat mich geküsst, bzw. ja eigentlich die Muße in ihm und deshalb ist dieses kleine Werk entstanden…Naja, klein, es hat fünf Kapitel, glaub ich und ich denke, es ist mir ganz gut gelungen. Schreibt mir Kommis!*zwinker*

Sit back and enjoy!

~~ Schokolade und Hähnchen süß-sauer ~~

~~ Kapitel Eins ~~

Ich war 17, na ja, fast 18. Und vielleicht etwas spät dran, in allem. Eine Freundin hatte ich bis auf die kurze „Willst-du-mit-mir-gehen?“-Beziehung in der dritten Klasse nie gehabt.
Im Gegensatz zu den anderen Jungs waren mir Mädchen aber auch ziemlich egal. Mich interessierte mein Sport(Karate), die Musik, der Spaß und das Feiern mit meinen Jungs viel mehr.
Die Frauenwelt ließ mich eindeutig kalt. Zu kalt?

„Hey, du hast da was verloren, warte!“
Genervt drehte ich mich um und sah, wie ein Kerl, etwa in meinem Alter, auf mich zukam, in seinen Händen mein Portemonnaie.
„Ziemlich schlecht, wenn du so was verlierst.“
Er machte keine Anstalten, mir mein Eigentum zurückzugeben. Im Gegenteil: Jetzt holte er meinen Ausweis hervor und betrachtete ihn eingehend.
Was sollte das?
„Hm, ist wirklich schlecht, so was zu verlieren. So hübsch wie du bist, könntest du leicht irgendeinen Verrückten am Hals haben, er dich verfolgt.“
„So wie dich, was?“, fragte ich bissig und versuchte, nach meinem Geldbeutel zu greifen, doch er grinste nur und steckte das schwarze Leder in seine Jeansjacke.
„Du siehst aus als bräuchtest du unbedingt Glückshormone...äh, Janne, richtig? Wie wär’s mit einer Schoki?“
„Äh...Wärst du mir sehr böse, wenn ich ablehne?“, erwiderte ich zynisch und beobachtete ihn abschätzend.
„Ja, wäre ich.“, sagte er ernst.
Ich war geplättet. Also wirklich, das meinte der doch nicht echt so? Was wollte er überhaupt von mir?
„Also, komm, eine Schoki kannst du ja wohl nicht abschlagen? Ich lade dich auch ein.“ Er grinste.
Na gut, ich hatte eh nichts zu tun. Und zugegeben, er hatte irgendwie die Neugier in mir geweckt.
Außerdem wollte ich mein Portemonnaie zurück, also musste ich wohl oder über mit ihm gehen.
„Wie heißt du eigentlich?“, wollte ich von ihm wissen, als wir uns in einem ruhigen, gemütlichen Café am Rande des Stadtzentrums gegenübersaßen.
„Oh, verzeiht meine Unhöflichkeit!“, sagte er theatralisch und verbeugte sich leicht im Sitzen, „Meine Wenigkeit trät den simplen Namen Raphael.“
„Der Erzengel?“, fragte ich mit hochgezogener Augenbraue.
„Ah, ich sehe, Ihr seid ein Mann von Welt.“
„Lass den Scheiß!“, grummelte ich und er schwieg tatsächlich. Dafür musterte er mich nun jedoch eingehend.
„Muss das sein?“, fauchte ich ihn an, „Hab ich was im Gesicht, oder was? Ich mag es nicht, so angeglotzt zu werden!“
Raphael sah mich etwas irritiert an, dann starrte er stumm in seine Tasse.
Es blieb eine ganze Weile still, in der mein Blick immer wieder unsicher zu ihm wanderte und ich mir schließlich überlegte, was er wohl gesehen haben mochte, als er mich so betrachtet hatte.
Hellblonde Haare, blaugraue Augen mit einem Stich Grün, eine Muschelkette um den Hals, ein schwarzes Sweatshirt, darüber ein T-Shirt mit einem Aufdruck, der kaum noch zu erkennen war. Das hatte er gesehen. Mich. Und mir war das verdammt unangenehm. Ich mochte es nicht, beobachtet zu werden. Vielleicht, weil mich die femininen Gesichtszüge manchmal wie ein Mädchen aussehen ließen, der schwarze Kajal trug sein Übriges zu meinem androgynen Aussehen bei.
Warum kleidete ich mich so auffällig, wenn ich nicht auffallen mochte?
Ich hatte ihn zu hart angefahren, dachte ich, als mir auffiel, wie viel Zeit schon ohne sein Gerede vergangen war und es mir seltsam ruhig vorkam. Vielleicht sollte ich mich entschuldigen?
„Ich-“, setzte ich an, wurde jedoch unterbrochen: „Ich gehe schnell auf Toilette, entschuldige mich.“
Er sah mich nicht an, stand auf und ging in den hinteren Teil des Cafés.
Ich sah ihm nach.
Sein Verhalten kam mir komisch vor. Ob der immer so war?
Warum saß ich eigentlich mit einem völlig Fremden in einem Café? –Weil er meine Geldbörse hatte. Und ich sonst auch nichts zu tun hatte.
Gelangweilt sah ich mich im Raum um, nichts Interessantes, ein Studentencafé; ich summte die Melodie des Songs mit, der aus den schwarzen Boxen über der Theke drang.
Eigentlich könnte ich ja jetzt gehen; er war nicht da...mein Portemonnaie übrigens auch nicht, wie ich mir wieder schmerzhaft in Erinnerung rufen musste.
Weil ich sonst nichts zu tun wusste, kratzte ich mit dem Löffel die zähflüssige, zurückgebliebene Schokolade am Tassenboden zusammen und leckte sie genüsslich ab.
In diesem Moment kam Raphael zurück.
Das erste Mal seit er mein Portemonnaie gefunden hatte sah ich ihn mir genauer an.
Seine Frisur war...also, er hatte Locken, naturblond, färbte sie den Spitzen nach zu urteilen jedoch schwarz. In einem ziemlichen Wirrwarr, das ihm bis fast auf Kinnlänge reichte, umgaben diese extrem weich aussehenden Haare sein vielleicht etwas zu markantes Gesicht, aus denen mich von Anfang an zwei tiefe moosgrüne Augen frech angeblitzt hatten. Wie ich, trug auch er eine Halskette, allerdings aus Holzperlen und in Rasterfarben. Sein Pullover war einen Ton heller als seine Augen und schien sehr dich und dementsprechend warm zu sein. Seltsamer Vogel, wir hatten doch erst Mitte Oktober.
Er trug dunkle Jeans und Jeansjacke sowie irgendwelche schwarzen Schuhe, die durchaus zu seinem Outfit passten.
Nicht schlecht, musste ich mir eingestehen, als er sich mir wieder gegenübersetzte, und haute mir dafür gedanklich eine runter. –Was sollte das denn jetzt bitte?
„Ich sollte dann langsam mal nach Hause, ich habe noch Hausaufgaben zu machen.“
Warum sagte ich ihm das? Ging ihn doch gar nichts an“
Raphael nickte wissend. „Dein Training heute war wohl nicht so toll, was?“
„Nein, gar nicht.“, murmelte ich und sah geschockt auf, „Woher-“
Er deutete auf meine Trainingstasche, die neben meinem Stuhl auf dem Boden lag.
Irgendwie war mir der Typ unheimlich. Und trotzdem...es war etwas an ihm, das mich neugierig und ihn vielleicht auch ansatzweise ein bisschen sympathisch machte.
Auf seinen Wink hin kam die Kellnerin und nannte uns den zu zahlenden Betrag.
„Wie gesagt, ich zahle.“, erklärte Raphael nochmals und zog aus seiner Jackentasche ein schwarzes Portemonnaie.
„Hey, aber das ist doch...“ Mein Geldbeutel!
Ich konnte es nicht fassen. Der Typ hatte doch nicht mehr alle Tassen im Schrank! Sagte, er lade mich ein und dann bezahlte er mit *meinem* Geld! So langsam...Mir blieb die Luft weg.
Raphael grinste mich breit an, schob mir die Geldbörse über den Tisch hinweg zu und stand auf, während er mich leicht in die Wange stupste.
„Also, bis dann! Vielleicht sieht man sich mal wieder.“ Und weg war er.

~~ Ende Kapitel Eins ~~

Und? Mehr?


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