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Fiction » General » Schokolade und Hähnchen süßsauer font: B s : A A A . width: full 3/4 1/2
Author: Koishii
Fiction Rated: M - German - General/Romance - Reviews: 5 - Published: 09-22-04 - Updated: 10-01-04 - id:1725933
~~ Kapitel Fünf ~~

„Je suis en tête-à-tête avec un ange!“, sang ich den Text von Calogero, einem französischen Sänger laut mit, dann fiel ich auf mein Bett und fing an zu weinen. Das erste Mal seit meiner Kindheit weinte ich wieder. Und dieses Mal nicht, weil ich hingefallen war. Okay, im übertragenen Sinne war ich ganz schön auf die Nase gefallen.
Und das tat verdammt weh. Im Herzen.
Ich hatte Raphael erneut verletzt und das nur, weil ich mir nicht klar werden konnte, wer ich eigentlich war.
Dabei wies alles genau in ein und dieselbe Richtung: Ich mochte Raphael mehr als nur einen guten Freund und trotzdem konnte ich es mir nicht eingestehen, wollte es nicht, wollte nicht wissen, was meine Umwelt dazu sagen würde, falls ich mich jemals outen sollte. Noch dazu redete ich mir weiterhin ein, dass es eine Phase war, dass ich mir einfach nicht sicher war, was ich wollte. Ich versuchte, an Raphaels Satz mit dem Spätzünder festzuhalten, der sich dann doch eine Frau nahm, doch insgeheim wusste ich, dass er Unrecht hatte, dass ich keine Frau wollte, dass es nicht einfach ein Ausprobieren war.
Tief in meinem Inneren wusste ich, was ich eigentlich wollte, aber ich konnte nicht wirklich dazu stehen, noch nicht.

Am Montag ging ich wie gewohnt ins Karate-Training.
Genauer als sonst beobachtete ich die Jungs um mich herum und musste mir wohl oder über eingestehen, dass ich manche von ihnen doch recht attraktiv fand.
„Janne, was ist los mit dir? Du bist unkonzentriert!“, rief mein Trainer von seiner Bank aus und Niklas, mein Partner fragte: „Hast du irgendwie Probleme? Familie, Freundin?“
Ich schüttelte den Kopf, wusste, dass ich ihm vertrauen konnte, weil wir schon seit Jahren gut befreundet waren. „Das ist nicht das Problem, hab gar keine Freundin.“
„Was dann? –Gefällt dir ein Mädchen?“
„So, Schluss für heute!“ Unser Trainer schickte uns nach Hause.
Niklas und ich verließen die Halle erst, als schon fast alle gegangen waren.
„Es gefällt mir schon jemand...aber es ist kein...Mädchen...“ Jetzt war es raus.
Entweder rannte er nun schreiend weg oder...keine Ahnung.
Doch Niklas lächelte nur. „Und?“
Fragend sah ich ihn an. Der verarschte mich doch, oder?
„Na, ich habe damit kein Problem, dass du auf Jungs stehst. Es geht schließlich nicht darum, ob man hetero, schwul oder lesbisch ist, sondern darum, dass man liebt.“
„Du schockst mich echt.“
Er lachte, schlug mir kumpelhaft auf die Schulter und zeigte zum Eingang. „Ist er das, dein Schatz?“
Starr sah ich zur Tür, erblickte den schwarzen Lockenschopf Raphaels und hielt mitten im Schritt inne. Ich schluckte, nickte.
„Na, dann geh mal zu ihm.“
Langsam ging ich auf Raphael zu, sah ihn an, erwiderte sein scheues Lächeln.
„Zieh dich erstmal um.“, sagte er ohne Begrüßung.
Nervös nickte ich, ging in die Umkleide und zog mich um. Obwohl ich später in den kleinen Raum kam, war ich noch vor den Jungs fertig, die sich nach dem Training immer noch eine halbe Wasserschlacht lieferten.
Hastig packte ich meine Sachen, fönte mir die haare und eilte nach draußen.
Dort stand er, vor den Beeten vor der Halle und sah mich an, ein leichtes Lächeln huschte über seine Lippen.
„Hi.“, sagte ich und er erwiderte den Gruß.
Ich sah ihm seine Verletzungen an, sah, dass er etwas sagen wollte, nicht konnte und ich spürte die warmen Tränen, die mir über die Wangen liefen, mir den Blick trübten. Fahrig fuhr ich mit dem Handrücken über meine Augen, überbrückte den Abstand zwischen uns mit raschen Schritten und zog ihn in meine Arme, klammerte mich an ihm fest.
„Es tut mir Leid! Es tut mir so Leid, Raphael, ich-“
„Schscht, du musst mir nichts erklären.“
Weinend schüttelte ich den Kopf. „Doch. Du hattest Recht. Ich bin ein Spätzünder und ich wusste nicht, was ich wollte. Aber...aber Frauen brauche ich nicht, wirklich nicht.“
Widerwillig ließ ich ihn los und blickte ihn ehrlich an. „Ich habe mich in dich verliebt, Raphael, ich brauche keine Frau, solange ich dich habe!“
Seine grünen Augen leuchteten.
„Aha.“ Er grinste, nahm mein Gesicht zwischen seine Hände, die immer kalt waren, weil er keine Handschuhe besaß, und versiegelte meine Lippen mit seinen ganz leicht, sanft und weich, fast wie beim ersten Mal auf seinem Balkon.
Als ich die Augen wieder öffnete, bemerkte ich die schockierten Gesichter meiner Kameraden, die in der Tür der Halle standen; nur Niklas zwinkerte mir zu.
„Was ist?“, fragte ich frech, „Ich bin schwul, da darf ich doch wohl meinen Freund küssen?“

~~ Ende Schokolade und Hähnchen süß-sauer ~~

Hallöle!
Ich hoffe, es hat euch gefallen? Danke fürs Lesen.
Ich bin jedenfalls irgendwie voll begeistert von den beiden*seufz*
Muss allerdings sagen, dass ich trotz der Geschichte noch immer angefüllt mit Worten bin, die ich einfach nicht aufs Papier bekomme...Vielleicht sollte ich es mal wieder mit Zeichnen probieren...Vielleicht brauche ich aber auch nur jemanden, in dem die Muße wohnt und mich küsst*g*^^
Ich wünsche euch was!
Alles Liebe
Koishii 2004-09-22


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