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Fiction » General » Juste un peu de silence font: B s : A A A . width: full 3/4 1/2
Author: Koishii
Fiction Rated: K - German - General/Poetry - Published: 09-30-04 - Updated: 09-30-04 - id:1731658
~~ Juste un peu de silence ~~

Friedlich liegst in meinem Bett.
Du schläfst und weißt nicht, dass ich dich betrachte, mir dein Bild einpräge, um es nie mehr zu vergessen.
Die weißen Laken betten dich weich, verdecken deine langen nackten Beine. Du liegst auf dem Bauch, mit dem Gesicht zu mir gewandt. Deine Haut wie Bronze, dein Haar fast schwarz.
Sacht fahre ich die Narben und die sich abzeichnenden Muskelstränge auf deinem Rücken nach; es stört dich nicht, genauso wenig wie der morgendliche Verkehrslärm unten auf der Straße.
Lediglich deine feuchten Wangen zeigen mir, dass du meine Hände spürst.
Du weinst im Schlaf, auf dem Laken unter deinem Gesicht werden nasse Flecken sichtbar und ich streiche dir sanft und beruhigend über den Arm. Du träumst vom Krieg, von ihnen, wie sie dich verfolgen, dich überwältigen, wie du mich verlierst.
Du hast ihn öfters, diesen Traum; du hast mir mehrmals davon erzählt.

Tout ce vacarme
Taché de larmes
Jusqu’au bout désarme.

Die letzte Nacht haben wir nur wenig miteinander gesprochen, wussten beide, dass wir uns mit Gesten besser verständigen konnten.
Tränen erstickten meinen Liebesschwur, doch ich weiß, du wirst dich immer daran erinnern, ihn nicht vergessen, den Satz, den auch ich in meinem Herzen tragen werde, bis alles zu Ende ist: „Ich liebe dich, nur dich, sei mein!“

Tout n’est pas dit,
A peine décrit,
Tirés de l’oubli.

Wir haben aufgehört zu reden und waren doch nicht still.
In Einklang folgten wir dem Mond auf eine Reise durch die Nacht, klar und warm, schön als gäbe es kein Unheil dort draußen, wo in wenigen Stunden der Sturm von Neuem ausbrechen wird.
Nur wir zwei, dankbar für diese kurzen Stunden, eng umschlungen von der Liebe, die den Tod noch weniger fürchtet als das Leben.

Le temps de dire,
Le temps de taire.

Le temps de faire
Juste reconnaissance.
Le temps d’entendre
Juste un peu de silence.

Gemessen an den Tagen, die wir uns kennen, sind wir uns völlig fremd. Und doch hat diese Zeit gereicht, das Feuer in uns zu entfachen, das uns verzehrt vor Sehnsucht.
Die wenigen Stunden, die wir allein in diesem Raum verbringen durften, scheinen mir wie Minuten und gleichzeitig wie eine kleine Ewigkeit, in der die Leidenschaft unsere Herzen entflammte und uns nicht mehr ruhen ließ, ehe wir in den Armen des anderen Ruhe fanden.
Rien d’important
Que l’essentiel,
Une mesure absente.

Das Leben kommt mir wieder einmal sehr zerbrechlich vor.
Ich sehe dich vor mir. Deine Narben, deine Tränen, deine angespannten Muskeln.
Man kann so leicht an einem Leben zerbrechen.
Wie oft habe ich mich machtlos gefühlt, ohnmächtig, bevor wir uns begegneten und gegenseitig Kraft schenkten?
Das Leben ist grausam schön.

Un rien laissé
A la portée
D’une vie impuissante.

Von Anfang an haben wir uns verstanden, ohne Worte, ohne großartiges Reden.
Wir spürten unsere Herzen im Einklang schlagen.
Die Tage, die wir voneinander getrennt waren, überbrückten wir mit Briefen.
Wir schrieben uns die Finger wund und schickten die vielen liebevollen und sehnsuchtsvollen Zeilen doch nie ab, denn sobald wir uns sahen, beruhigten sich unsere bewegten Herzen und Worte wurden unnötig.

Le temps d’écrire
Le temps d’entendre

Le temps de faire
Juste reconnaissance,
Le temps d’entendre
Juste un peu de silence.

Deine Träume hören nicht auf, fangen dich ein, du krümmst dich unter meinen Händen, ich küsse dich zart auf die Wange.
Für einen Augenblick noch zuckst du leicht, dann atmest du wieder gleichmäßig, kommst zur Ruhe und öffnest kurze Zeit später deine Augen, die mich jedes Mal aufs Neue anstrahlen als sähest du mich zum ersten Mal.
Du breitest deine Arme aus, ziehst mich an dich und ich rieche deinen Duft, spüre deinen Herzschlag, deine Lippen auf meinen, feucht und salzig, und ich weiß, dass dies ein Abschied ist.

Le visage plongé à terre
Clore un instant ses paupières
Pour chercher ce qui nous éclaire.

Als ich wieder erwache, bist du fort.

Pendant ce temps
Le temps s’enterre

Le temps de faire
Juste reconnaissance,
Le temps d’entendre
Juste un peu de silence.

Hallöle !
So, das ist das Teil, das ich die ganze Zeit schreiben wollte. Endlich hab ich’s geschafft, es ist trauriger, aber genauso wie ich es wollte.^^
Das Lied ist von Calogero und heißt eben „Juste un peu de silence“, hört’s euch an, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt!
Sodele, hoffe auf Reviews!
Alles Liebe Koishii 2004-09-27



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