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Author: Koishii
Fiction Rated: K - German - General - Published: 10-18-04 - Updated: 10-18-04 - id:1740925
~~ Schwerelos ~~

Die Türen der S-Bahn schließen sich, ein letztes Piepsen und die Wagen setzen sich in Bewegung.
Ich sehe deinen roten Lockenschopf, du hast es gerade noch in die Bahn geschafft; es ist die letzte, die an diesem Abend fährt.
Das Geräusch des fahrenden Vehikels und die teils aufgeweckten, teils erschöpften Stimmen der restlichen Fahrgäste ziehen mich in einen trägen, aber doch unruhigen Strudel aus Gemurmel, Quietschen und zum Teil überschwänglichem Gelächter.
Mir fallen fast die Augen zu; ich hoffe…nein, ich bete, dass du mich nicht bemerkst, warum, weiß ich nicht, doch es ist bereits zu spät, denn du hast dir schon einen Weg zu mir gebahnt, stehst lächelnd vor mir.
„Hi!“ Du strahlst mich an, weißt nicht, was du damit bei mir auslöst. Strahlst du so wegen mir oder hast du einfach ein bisschen zuviel getrunken?
„Salut…“ Mir fehlen die Worte, wie immer, wenn du mir gegenüberstehst.
„Darf ich mich setzen?“
Ich sehe dich fragend an. „Ist doch gar kein Platz mehr.“
„Na, dann setzt du dich eben auf meinen Schoß; ich bin zu schwer für dich.“
Du zwinkerst, während ich verwirrt und langsam aufstehe.
Kaum sitzt du, ziehst du mich in deine Arme, sodass ich seitlich auf deinen Oberschenkeln zu sitzen komme.
Mir stockt der Atem, das Herz schlägt mir bis zum Hals, ich spüre deine warme bronzene Haut an meiner Hüfte, an meiner Schulter, dein gleichmäßiger Atem streift meinen Hals; deine wirren Locken kitzeln mein Ohr, als du dein Kinn auf meiner linken Schulter abstützt.

J’arrive à me glisser
Juste avant que les portes ne se referment
Elle me dit « quel étage »
Et sa voix me fait quitter la terre ferme
Alors
Les chriffres dansent
Tout se mélange
Je suis en tête-à-tête avec un ange

„Du zitterst irgendwie, alles okay?“, fragst du und streichst mir eine Haarsträhne hinters Ohr.
Ich nicke, kann nicht sprechen, in deiner Gegenwart verliere ich den Halt, verlasse ich den festen Boden und verliere mich in der Schwerelosigkeit.
Du ziehst mich ein Stück näher, damit der Mann gegenüber aussteigen kann, dabei rutscht deine Hand ein Stück höher und berührt sacht die untere Wölbung meiner Brust.
Ich atme scharf ein, es fällt mir schwer, in deiner Nähe ruhig zu bleiben.
„Dir ist kalt, hm? Was ziehst du dich die Nacht auch so luftig an?“ Du fasst mich enger, drückst mich an dich, fährst mir mit der warmen Hand den Arm auf und ab.
Manchmal frage ich mich wirklich, ob dir bewusst ist, was du tust, ob du das absichtlich machst, ob mehr hinter deinem Verhalten mir gegenüber steckt als nur Freundschaft.
„Wie viel hast du getrunken?“, will ich wissen, nur um sicher zu gehen, dass ich mir auf deine momentane Fürsorge nichts einzubilden brauche.
Du lächelst. „Nicht viel. Einen Cocktail, ansonsten Radler. Wieso fragst du?“
„Nur so.“, antworte ich.
Ein Ruck geht durch die Wagen und automatisch schlinge ich meine Arme um deinen Hals, um nicht von deinem Schoß zu fallen.

En apesanteur
Pourvu que les secondes soient des heures
En apesanteur
Pourvu qu’on soit les seuls
Dans cet ascenseur

Du fährst dir durch die Haare, berührst dabei mit der Hand meine Wange.
Verwirrt wende ich den Blick gen Boden, betrachte angestrengt die Schuhe der Fahrgäste um uns herum.
Insgeheim wünsche ich mir, dass diese Fahrt nie aufhört, dass ich immer so mir hier sitzen könnte.

Elle arrange ses cheveux
J’ai le coeur juste au bord des yeux
Et sans la regarder je sens la chaleur
D’un autre langage
Alors
Les yeux rivés
Sur les étages
Pourvu que rien n’arrête le voyage

Die Fahrt gewinnt an Geschwindigkeit, wir verlassen das Stadtzentrum und gelangen in die Vororte der Stadt.
Mir rauscht der Kopf, ich habe das Gefühl, zu schweben.
Müde und eingehüllt in deinen Duft schließe ich die Augen, lasse mich davontragen, weit weg, dorthin, wo es nicht wichtig ist, dass du mich nicht liebst.

En apesanteur
Pourvu que les secondes soient des heures
En apesanteur
Pourvu qu’on soit les seuls
Dans cet ascenseur
Dans cet ascenseur

Der Lautsprecher knistert. Der Fahrer meldet die nächste Station; ich öffne die Augen, das grelle Licht der Bahn blendet mich.
„Das ist meine.“ Deine Stimme ist nah an meinem Ohr, mich schaudert und zugleich spüre ich ein seltsames Stechen in meiner Brust.

J’arrive à me glisser
Juste avant que les portes ne se referment

Ich sehe dich an, versuche ein Lächeln, doch ich verliere es auf halbem Wege, als ich deine weichen Lippen für wenige Sekunden auf meiner Wange spüre.

En apesanteur
Pourvu que les secondes soient des heures
En apesanteur
Pourvu qu’on soit les seuls
Dans cet ascenseur

„Bye.“, sagst du, schaffst es irgendwie, dich zu lösen, ohne dass ich aufstehen muss.

En apesanteur
Pourvu que les secondes soient des heures
En apesanteur
Pourvu qu’on soit les seuls
Dans cet ascenseur

Die Türen öffnen und schließen sich wieder, die Bahn fährt an, du bist weg.
Die nächste Station ist meine.

~~ Ende ~~

Hallöle!
Mal wieder was Kleines, Nettes^^ Hatte es schon letzte Woche fertig, ging aber noch in meiner Klasse rum. Das Lied gehört auch wieder Calogero, dessen geniale Stimme ich einfach wahnsinnig gern höre.
Ich bitte um Reviews.
Alles Liebe Koishii



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