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Die Tür fällt krachend ins Schloss.
Wütend lege ich meine Scheibe Brot zurück auf den Teller; mir steigen Tränen in die Augen, als ich aufstehe und zu meiner Mutter gehe.
„Hör auf, ich mache das; war schließlich auch meine Schuld.“
Sie schüttelt den Kopf, geht jedoch zur Seite, damit ich die Scherben des zerbrochenen Glases vor ihren Füßen aufsammeln kann.
Meine Schwester bringt Handtücher. Gemeinsam wischen wir das Mineralwasser vom Boden auf, unsere Mutter beginnt mit den üblichen Reden, die Strafpredigten gleichen, es tut weh.
„…Dass ihr immer weiter darauf herumreiten müsst. Ihr wisst doch, wie er ist.“
Ich schlucke hart und schweige.
Wenn ich jetzt etwas sage, kann ich auch gleich losheulen und sagen, dass ich nicht mehr will, dass ich hier nicht mehr leben will.
Aber das wissen sie, schon längst.
Und trotzdem bin ich noch da. Weil ich nämlich kein Geld habe, um ausziehen zu können.
„Es ist doch auch nicht leicht für ihn, gerade jetzt, da er keine Arbeit mehr hat.“
„Ich sehe es aber nicht ein, mir von ihm dauernd die Hölle heiß machen zu lassen, weil ich angeblich nichts mache! Rein zufällig gehe ich zur Schule und mache dieses Jahr Abitur; ihr wisst gar nicht, wie hart das sein kann!“
Es geht weiter, hin und her, wieder auf Anfang.
Irgendwann ist Ruhe, die Katze draußen, die Schwester im Bett. Unsere Mutter hat sich wieder beruhigt und ich sitze in meinem Zimmer, weine.
Böse Sätze gehen mir durch den Kopf, dazu stechende Kopfschmerzen und die Wut, die immer neue Tränen produziert,
Mir geht das Bild nicht aus dem Sinn.
Er hatte das Glas gegen die Wand geschleudert und war aufgestanden, das Wasser lief ihm übers Kinn, seine Augen waren von Zorn erfüllt und alles war still.
Dann das Krachen der Tür und er war weg.
Solche „Streitgespräche“ kommen in letzter Zeit öfters vor, aber noch nie war dabei etwas zu Bruch gegangen oder jemand zu Schaden gekommen.
Sein Blick, ich balle die Hände zu Fäusten und schlage auf mein Kissen ein.
Früher, mit 14 oder 15, hatte ich Angst vor ihm, wenn er mich so ansah, weil ich nicht wusste, wie weit er gehen würde und weil er so verdammt gefährlich aussah.
Heute steigt in mir lodernde Wut auf, dass ich schreien, weinen und um mich schlagen könnte, manchmal grenzt diese Raserei sogar beinahe an puren Hass.
Die Wohnungstür wird aufgeschlossen, er ist wieder da.
Unbewusst halte ich die Luft an; wenn er jetzt zu mir kommt, garantiere ich für gar nichts.
Es bleibt ruhig, wahrscheinlich geht er auch ins Bett.
Mir schmerzen die Augen vom Weinen und von der Müdigkeit, die mich in der Dunkelheit übermannt. Trotzdem bezweifle ich, dass ich schlafen kann.
Eigentlich bräuchte ich jetzt jemand zum Reden.
Aber es sind Ferien und die wenigen, die daheim geblieben sind, sind wohl um diese Uhrzeit längst bei ihren Freunden.
Ich weiß, dass ich mich trotzdem jederzeit melden kann, aber selbst in solch einer Situation wage ich es nicht, sie zu dieser späten Stunde mit meinen Problemen zu belästigen.
Gähnend wische ich die letzten Tränen weg, schalte meine Anlage ein und lege mich hin, während ich der beruhigenden, tröstenden Musik lausche.
Am nächsten Morgen fahre ich in die Stadt und begegne zufällig einem Bekannten.
„Hey, Sophie, gut siehst du aus! Irgendwie erholt und glücklich.“
Ich lächle höflich zurück und denke: Wie gut, dass das Make-up erfunden wurde!
~~ Ende ~~
Hallöle!
Zu diesem Werk kann man eigentlich nicht wirklich was sagen und es würde auch gar nichts bringen. Auch wieder nicht gebetat, weil meine Lektorin erst heute nach Hause kommt und ich sie erst in einer Woche wieder sehe, wenn die Ferien um sind.
Ich hoffe trotzdem auf Reviews! Schönes Wochenende!
Alles Liebe Koishii 2004-10-29