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Fiction » Fantasy » Wenn Götter spielen font: B s : A A A . width: full 3/4 1/2
Author: Morphmythos
Fiction Rated: K - German - Fantasy/Romance - Reviews: 1 - Published: 11-07-04 - Updated: 11-07-04 - id:1755806
Fortsetzung von Ein Tor aus blauem Feuer

Wenn Götter spielen...

Prolog

Wie jeden Freitag Nachmittag saß ich auf meinem Bett und war in ein gutes Buch vertieft. In meinem Zimmer herrschte das absolute Chaos, doch ich ignorierte es tapfer. Plötzlich schrillte irgendwo unter dem T-Shirt Haufen neben der Tür das Telefon. Eilig sprang ich auf, lief zur Tür und warf die T-Shirts zur Seite um noch rechtzeitig den Hörer abzunehmen. "Yvonne Kallhoff?", meldete ich mich. "Ivy, schnell es ist wichtig!" "Alisha? Was ist denn los?" "Erinnerst du dich noch an unseren letzten Trip nach Mittelerde?" "Sicher...", sagte ich verträumt und dachte an die wundervolle Zeit zurück, die ich dort mit Alisha, meiner besten Freundin, und Orlando Bloom, meinem Lieblingsschauspieler verbracht hatte. Damals, im schönen Lothlórien hatten Orlando und ich uns kennen und lieben gelernt. Doch er war in einem Kampf von Orks getötet worden und ich hatte die magischen Fähigkeiten, die mir ein magisches Wesen, das Magong genannt wurde, verlieh, opfern müssen um meinen Liebsten zu retten. "Also, hör zu. Ich war gerade bei Sadamir und hab erfahren, dass Mittelerde in großer Gefahr ist." Sadamir war Alishas Elbenfreund, den sie bei eben jenem letzten Trip durch Zeit und Raum kennen gelernt hatte. Sadamir hatte meiner Freundin zum Abschied einen magischen Ring geschenkt, mit dem sie immer nach Mittelerde reisen konnte, wenn sie wollte. Mit Hilfe dieses Rings besuchte Alisha ihren Freund ziemlich häufig. "Mittelerde in Gefahr?", fragte ich überrascht. "Wieso? Was ist los?" "Sadamir konnte nichts genaues sagen, aber er sagte, wir sollten so schnell wie Möglich nach Lothlorien kommen." "Wir treffen uns in einer Viertel Stunde an der Bäckerei um die Ecke, ok?" "Ist gut, pack dir einige Sachen ein. Und schreib Orlando eine E-Mail, dass er bald von einem Portal nach Mittelerde geholt wird." "Orlando hat immer noch kein Internet! Das weißt du doch." "Dann schreib ihm 'ne SMS." "Er hat auch kein Handy!" "Dann pack du ihm eben ein paar Sachen ein!" "Ich hoffe nur die Sachen meines Stiefvaters passen ihm!" "Wird schon schief gehen." "Davor hab ich ja Angst. Na ja, wir treffen uns dann in 'ner Viertel Stunde! Bis denne dann." Ich legte schnell auf und kramte meinen Rucksack aus dem Chaos hervor. "Toll, und gerade jetzt herrscht hier so ein Chaos, dass ich nichts wieder finde!", regte ich mich auf und schwor von nun an mein Zimmer immer piko bello sauber zu halten. In Eile stopfte ich eine Jeans und drei T-Shirts, eine Boxershorts und frische Unterwäsche in den Rucksack. "Orlando brauch auch frische Unterwäsche und außerdem, noch frische Kleidung.", dachte ich und stürmte aus dem Zimmer. Ich schlich vorsichtig in das Zimmer meines Stiefvaters und nahm etwas Wäsche aus dem Schrank. Dann verließ ich das Zimmer wieder und verstaute alles in meinem Rucksack. "Verdammt, ich muss los.", dachte ich und trampelte die schmale Holztreppe zum Flur hinunter. "Mama, ich bin mal kurz weg!", sagte ich und schlüpfte in meine Sneakers. "Wo willst du denn hin?" Meine Mutter kam aus der angrenzenden Küche, aus der der Duft von frisch gebackenem Kuchen drang. "Ich treff mich mit Alisha. Kann spät werden.", sagte ich und griff nach Jacke und Schlüssel. "Ist dein Zimmer aufgeräumt?" "Ja.", log ich und stürmte hinaus. "Nicht so schnell, Fräulein!", meine Mutter packte mich am Arm und zog mich ins Haus zurück. "Du hast doch noch gar nichts gegessen." "Mama...", sagte ich verzweifelt. "Warte, ich hab gerade Kuchen gebacken, den kannst du mit nehmen.", sie verschwand schnell im Nebenzimmer und erschien mit einem großen Stück Nusskuchen in der Hand. "Danke schön, jetzt muss ich aber wirklich los.", ich küsste meine Mutter auf die Wange und eilte dann hinaus. Im Dauerlauf rannte ich zur Bäckerei und dort stand auch schon meine ungeduldige Freundin. "Da bist du ja endlich. Komm, es wird Zeit das Portal zu öffnen." Sie zerrte mich in einen dunklen Hauseingang und rieb dann an ihrem Ring. "Sadamir, Sadamir, Sadamir.", flüsterte sie dabei und plötzlich erschien vor uns ein Portal aus blauen und weißen Flammen. "Bist du bereit?", fragte Alisha mich. "Sicher. Komm schnell, bevor jemand kommt.", Doch da hörten wir jemanden hinter uns rufen. "Hey, was ist das den?" neben uns tauchte ein Junge auf, gerade als Alisha und ich durch das Portal gesogen wurden. Innerlich fluchte ich. Das war mehr als nur knapp gewesen.

Sadamir lehnte an einem Baum am Rand einer Lichtung als wir durch das Portal traten. "Sadamir!", rief Alisha und lief ihm freudig entgegen. Gerade in diesem Moment öffnete sich neben uns ein weiteres Portal und Orlando stand in voller Marineausrüstung neben uns. "Nanu, ich dachte, du wärst nicht informiert?", sagte ich überrascht, als ich zu ihm ging und ihn das erste Mal nach so langer Zeit wieder in die Arme schloss. "Hi. Das war ich ja auch nicht. Ich war gerade bei den Dreharbeiten zu Black Hawk Down. Nur gut, dass meine Szene gerade abgedreht war, die hätten sich alle ziemlich gewundert, wenn ich plötzlich weg gewesen wäre." "Da hast du recht. Hat jemand das Portal gesehen?", fragte ich und gab ihm einen Begrüßungskuss. "Nein, ich wurde in meinem Wohnwagen überrascht. Ihr habt Glück, wäre es etwas später aufgetaucht wäre ich hier in Unterwäsche erschienen." "Da hätte ICH nichts gegen gehabt.", lachte ich und sah ihn verführerisch an, er grinste breit. "Kann ich mir vorstellen!" Er legte mir seinen Arm um die Schulter und wir schlenderten gemeinsam zu Alisha und Sadamir hinüber. Die beiden waren in einem innigen Kuss versunken. "Hey, die machen uns ja Konkurrenz.", dachte ich, grinste Orlando aber nur an. "Also darauf hätte ich jetzt auch Lust." Er grinste zurück und zog mich zu sich, gerade als wir auch anfangen wollten zu Knutschen, kamen Legolas und Sara aus dem Gebüsch hervor um uns zu begrüßen. "Hi ihr drei... SADAMIR!", Sara sah den Elben vorwurfsvoll an. Die zwei Verliebten lösten sich wieder von einander. "Und ich dachte schon, jemand hätte euch zusammengeklebt!", musste ich einen Kommentar abgeben. Alisha streckte mir die Zunge raus und zwinkerte amüsiert. Es war gut wieder in Lothlórien zu sein. Die silbernen hohen Bäume mit den glatten Stämmen um uns herum, das weiche Gras unter unseren Füßen, dessen saftiges Grün von vielen kleinen weißen und goldenen Blumen unterbrochen wurde. "Sollen wir unsere Gäste jetzt zu Galadriel bringen?", fragte Sadamir. "Das wollte ich auch gerade vorschlagen.", erwiderte Legolas. "Kommt schnell mit. Die Zeit wird langsam knapp." Wir folgten ihm eilig durch den schönen Wald Lothlórien bis zur Elbenstadt, wo wir die scheinbar endlose Wendeltreppe, die eng an einen Baumstamm geschmiegt nach oben führte, zum Palast hinaufstiegen, der um den riesigen Baumstamm herum gebaut worden war. Wir mussten das gigantische Gebäude nicht mal betreten, denn Galadriel und Celeborn standen vor den Toren und erwarteten uns. "Willkommen in Lothlorien. Es ist wirklich sehr bedauerlich, dass ihr wegen solch schlimmen Ereignissen herkommen musstet.", begrüßte uns Galadriel. "Wir freuen uns trotzdem sehr hier zu sein.", sagte ich und verbeugte mich tief vor der Königin. Alisha und Orlando folgten meinem Beispiel und verbeugten sich ebenfalls. Die Königin lächelte uns milde an und wieder war ich von ihrer Schönheit verzaubert. "Dann lasst uns hinein gehen. Es gibt viel zu berichten und ihr müsst über einige Geschehnisse aufgeklärt werden.", sagte Celeborn und das Königspaar ging, gefolgt und Alisha, Sadamir, Legolas, Sara, Orlando und mir, in den Palast hinein. Wir durchquerten die Spiegelhalle, und sie war immer noch genauso schön, wie ich sie in Erinnerung hatte. Ich konnte einfach nicht glauben, das Mittelerde in Gefahr sein sollte, schließlich war hier alles so wunderschön und friedlich. Die Sonne schien warm von einem blauen Himmel, betörende Düfte lagen in der Luft und die Vögel... Moment... plötzlich fiel mir auf, dass kein einziger Vogel sang. Es war ganz still. Ich erinnerte mich auch daran, dass wir auf dem Weg zur Stadt und zum Palast keine Elbenseele getroffen hatten. Lothlórien war wie ausgestorben! Aber warum? Ich beschloss Galadriel bei nächster Gelegenheit zu fragen. Diese Gelegenheit ergab sich bald. Galadriel und Celeborn führten uns an dem großen Thronsaal vorbei und in ein kleineres Audienzzimmer hinein. Dort waren um einen großen Tisch zehn Stühle gruppiert. Der Tisch war groß und aus dunklem Holz gefertigt. Der Raum war hell und freundlich. Durch hohe Fenster an der uns gegenüberliegenden Wand, fiel warmes Sonnenlicht in den Raum. An den Wänden hingen Wandteppiche und Gemälde. Ich fand diesen Raum wunderschön und fühlte mich hier sofort sehr wohl. Wir nahmen am großen Tisch platz und Galadriel schenkte uns Wasser aus einer goldenen Kanne in ebenfalls goldene Becher ein, die sich, genau wie die Kanne, auf dem Tisch befunden hatten. "So, nun können wir in Ruhe über alles diskutieren.", sagte Celeborn und Galadriel nickte. "Die Ereignisse begannen vor etwa vier Monaten, also kurz nachdem ihr uns verlassen hattet. Wanderer von außerhalb berichteten uns von seltsamen Geschehnissen im Süden und Osten. Sie erzählen uns, dass Unbekannte ganze Dörfer vernichteten, ohne es dabei zu zerstören oder einem Bewohner etwas anzutun. Die Bewohner eines überfallenen Dorfes fielen einfach um und standen nicht wieder auf. Eine große Angst verbreitete sich in ganz Mittelerde. Viele fragten uns Elben um Rat, doch wir wussten nicht was zu tun war. Es war schrecklich. Viele flohen ohne zu wissen wohin, denn die Unbekannten schienen überall zu sein. Wir dachten die Fremden seien nur auf Menschendörfer aus, denn alle anderen Rassen Mittelerdes blieben vor ihren Angriffen verschont.", Galadriel schwieg betroffen. "Aber dann, vor einer Woche berichtete uns ein Späher, dass eine Siedlung am Rand Lothlóriens ausgerottet worden war. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer und schon bald packten viele Familien ihre Sachen und flohen, mit ihnen gingen alle Tiere und Vögel des Waldes. Jetzt leben nur noch Legolas, Sara, meine Frau und ich hier.", fuhr Celeborn fort. "Das ist ja schrecklich. Aber wie können WIR denn helfen, wenn selbst ihr weisen Elben keinen Rat wisst?", fragte Alisha. "Die Oberhäupter aller Völker Mittelerdes trafen sich vor zwei Tagen an einem geheimen Ort und befragten das Orakel." "Das Orakel?", fragte ich. "Was ist das?" "Das Orakel ist, ... es ist eine Art Geist. Er ist in einem Felsen in einer Höhle gefangen und kennt die Antworten auf alle Fragen. Doch für eine Antwort verlangt er steht's einen hohen Preis. Wir zahlten ihn und das Orakel nannte uns die gewünschte Antwort. Es sagte, wir sollten einige Erdlinge zu uns rufen, die gewillt wären uns zu helfen, denn sie trügen die Antwort bei sich." "Daraufhin erzählten wir den anderen Stammesoberhäuptern, von euch und wir beschlossen euch ein weiteres Mal hierher zu rufen, um uns zu helfen. Werdet ihr das tun?" "Auf meine Hilfe könnt ihr zählen, auch wenn ich nicht die geringste Ahnung habe wie ich euch helfen kann.", sagte ich sofort. "Meine Unterstützung habt Ihr.", sagte Alisha. "Und meine natürlich ebenfalls. Schließlich wären wir ohne eure Hilfe bei unserem letzten Besuch ziemlich aufgeschmissen gewesen.", sagte Orlando und senkte den Kopf. "Das freut mich zu hören!", sagte Galadriel und Celeborn nickte ebenfalls. "Ja, auch ich bin sehr erfreut." "Wie sollen wir den Feind bekämpfen?", fragte ich. "Wenn wir das wüssten, wären wir um einiges klüger.", sagte Galadriel betrübt. "Wisst Ihr denn nicht mehr über unsere Feinde?", fragte Orlando. "Doch, wir wissen noch etwas. Sie tragen alle rot/schwarze Umhänge mit Kapuzen, die tief ins Gesicht gezogen sind. Keiner hat je das Gesicht eines Fremden gesehen, oder lebte lang genug, um anderen davon zu erzählen.", sagte Galadriel. "Was für Waffen haben sie?" "Das wissen wir nicht.", sagte Celeborn. "Vielleicht sollten wir erst mal Informationen einholen.", schlug ich vor. "Und wie sollen wir das tun?", fragte Alisha. "Wir werden sie suchen und beobachten." "Na toll, und wenn wir entdeckt werden?" "Dann, mhh... sollten wir beten oder laufen.", sagte ich. "Ich würde eher sagen, wir versuchen sie davon zu überzeugen, dass wir angeblich auf ihrer Seite sind. Wenn sie uns akzeptieren, werden wir schneller Informationen einholen, als wenn wir versuchen sie zu beschatten.", gab Legolas zu denken. "Das ist eine gute Idee, aber wer hält so etwas lange genug aus? Es wird sicherlich sehr belastend sein, die ganze Zeit über eine Rolle zu spielen, die gar nicht zu einem passt.", sagte Celeborn. "Mhh... ich verstehe, sie werden uns wahrscheinlich einigen Aufnahmeprüfungen unterziehen.", sagte Sara. "Man müsste schon sehr gut Schauspielern können um...", sagte Alisha und wurde von Orlando unterbrochen. "Warum sagt ihr es nicht gerade heraus? Ich bin Schauspieler und ich habe versprochen zu helfen, also bitte. ICH glaube, die Informationen zu beschaffen wird meine Aufgabe sein." "Aber Orli!", rief ich erschrocken aus. "Das ist viel zu gefährlich, willst du dich wirklich mitten ins Feindesland wagen?" "Es ist 1. kein Land und 2. Ja. Wie sollen wir sonst bitte an die nötigen Informationen kommen?" "Ich weiß ja nicht..." "Yvonne, ich bin hier ja wohl wirklich mit Abstand der beste Schauspieler, und einer MUSS diese Aufgabe ja nun mal übernehmen, also..." "Dann komme ich aber mit!" "Sei doch vernünftig. Das kommt gar nicht in Frage.", mischte sich Alisha ein. "Ich werde ihn begleiten.", sagte Sadamir, der die ganze Zeit über geschwiegen hatte. "Wie bitte? Du willst mich verlassen und vielleicht nie zurückkommen?", fuhr Alisha ihn an. "Kommt gar nicht in Frage!" "Orlando allein gehen zu lassen ist aber auch Selbstmord. Trotzdem darf kein Elb ihn begleiten, das wäre zu auffällig.", sagte Legolas. "Wir sollten Morgen weiter darüber diskutieren.", sagte Galadriel plötzlich und mir fiel auf einmal auf, dass es schon fast dunkel war. Hatten wir etwa den ganzen Tag lang geredet? "Sucht euch Quartiere aus, es sind ja genug da.", sagte die Königin mit trauriger Ironie. "Danke. Das werden wir gerne tun." Dann standen wir auf und trennten uns, um schlafen zu gehen. Alisha und ich entschiedenen uns für die selbe Hütte, die wir auch bei unserem letzten Besuch bewohnt hatten. Sara beschloss zu uns in die Hütte zu ziehen, denn Orlando, Legolas und Sadamir teilten sich ebenfalls ein Haus, direkt neben unserem. Nur wenig später schliefen wir alle ein...

Kapitel 1 - Das Abenteuer beginnt

Das Portal öffnete sich und er fiel heraus. Mit einer schnellen Drehung landete er lautlos auf der Hauptstraße der Elbenstadt. "Nanu, wo bin ich denn hier gelandet?", er sah sich unsicher um und griff vorsichtshalber nach dem Griff seines Schwertes. "Es scheint niemand in der Nähe zu sein. Das ist gut." Langsam begann er die düstere Straße hinab zu gehen. "Dieser Ort kann genauso gut als Versteck dienen, wie jeder andere, außerdem ist es hier schön, wer weiß, vielleicht kann ich hier ja sogar ein oder zwei Tage bleiben, ehe ER mich findet." Damit betrat er eines der leeren Häuser.

Als ich am nächsten Morgen erwachte hatte ich ein ungutes Gefühl im Bauch. Ich hatte das Gefühl, dass etwas Fremdes, Unbekanntes in der Nähe war. Alisha und Sara schliefen noch und ein Blick auf dunkle Nachbarhaus verreit mir, dass die Männer ebenfalls noch schliefen. Ich drehte mich auf die Seite und versuchte weiter zu schlafen, doch ich schaffte es einfach nicht. Mein Gefühl verstärkte sich noch und schließlich sprang ich auf die Füße und beschloss nachzusehen was es war. Draußen war es noch dunkel und es war nicht gerade sehr warm, trotzdem ging ich barfuss hinaus, damit man meine Schritte nicht so gut hören konnte. Die Straßen waren verlassen und die Stadt wirkte plötzlich sehr gespenstisch. Nur das silberne Licht des Mondes schimmerte kalt durch die Zweige der hohen Bäume. Was war wohl da draußen? Während ich die Straße hinunter schlich hoffte ich plötzlich, dass es nicht einer dieser unheimlichen Fremden war, wegen denen die Bewohner dieser wundervollen Stadt geflohen waren. Ich zuckte zusammen, als ein Ast unter meinem Fuß zerbrach, ich hoffte inständig, dass dieses fremde Ding nicht in der Nähe war, doch zu meinem Unbehagen hatte sich mein Gefühl zu einer panischen Angst gesteigert. Es war hier in der Nähe, ich konnte es spüren! Ich sah mich unsicher um, die Häsuer an beiden Seiten der Straße lagen dunkel und verlassen da. Es war ganz ruhig. Ich setzte einen Fuß nach vor und schlich weiter. "Bitte, lass es das Knacken nicht gehört haben."

Er schreckte aus seinem unruhigen Schlaf hoch, als er draußen vor dem Haus etwas knacken hörte. Sofort sprang er auf die Füße und schlich, geschmeidig wie eine Katze zum verhangenen Fenster am anderen Ende des Zimmers. Vorsichtig zog er die Gardine einen Spalt breit zurück und sah nach draußen. Dort im Dunkeln der Nacht stand ein Mädchen auf der Straße. Es war vielleicht in seinem Alter und schien nur mit einem langen, formlosen Gewand bekleidet zu sein. "Hat sie mich entdeckt?", dachte er und sah wie das Mädchen sich vorsichtig umsah. "Vielleicht ist sie eine SEINER Spione, die mir gefolgt ist. Ich muss es heraus finden.", geduckt lief er zum gegenüberliegenden Fenster und öffnete es vorsichtig. Er nahm sein Schwert in die Hand und kletterte hinaus. Dann sprang er durch die Dunkelheit um das Haus herum und presste sich im Schatten des Hauses gegen die Wand. Das Mädchen schlich an ihm vorbei, und machte dabei einen ungeheuren Lärm. "Sollte sie wirklich ein Spion sein, dann kein Guter. Sie macht so viel Krach wie eine Horde Wolfsreiter." Sie ging an ihm vorbei und er sprang vor. In der Bewegung riss er sein Schwert aus der Scheide und hielt es ihr an die Kehle. "Keinen Mucks, verstanden?", hauchte er ihr ins Ohr, legte ihr eine Hand auf den Mund und ersticke so gerade noch rechtzeitig einen Schrei. "Widerstand ist zwecklos.", hauchte er und zog sie in den Schatten den Hauses.

Ich zuckte zusammen, als mir der Fremde die Hände an einen Bettpfosten fesselte. Er hatte mich ohne Vorwarnung von Hinten angegriffen und mich in dieses Haus gezerrt. Die Fesseln, waren viel zu fest geschnürt und bereiteten mir Schmerzen. Ich hatte ihn keine Sekunde lang gesehen, und wurde nun langsam nervös. Er war sehr stark, soviel stand fest. Ich vermutete einen Mann Mitte zwanzig und deshalb war ich ziemlich überrascht, als sich plötzlich ein Junge vor mich hinkniete und mein Kinn hochhob. Ich war gezwungen ihm in die Augen zu sehen. Sie waren hart und ernst. Kalt und trotzdem schön. "Wer bist du?", fragte er leise. Seine Stimme war die Seltsamste die ich je gehört hatte, wundervoll melodisch, tief und doch wieder hoch und... ich weiß nicht wie ich sie beschreiben soll. "Y... Yvonne.", sagte ich ängstlich. Sein Gesicht war genauso hart wie seine Augen. "Wer hat dich geschickt?", fragte er eiskalt. "Niemand!", sagte ich überrascht. Er ließ mein Kinn ruckartig los und stand auf. Er erhob sich und ich sah, dass er für ein Alter ziemlich groß war. Er trug eine braune Hose und ein rotes Hemd ohne Ärmel, das seine muskulösen Arme betonte. Vorne waren die Ecken des Ausschnittes abgeknickt und nur durch ein lockergeschnürtes Lederband verbunden. Er trug hohe, enge Stiefel, die ihm gut passten. Seine Haare reichten ihm bis zu Schulter, waren schwarz wie die Nacht und ziemlich durcheinander. Mir fiel sofort eine lange Narbe an seinem linken Oberarm auf, die von der Schulter bis zum Ellbogen reichte. Der Junge sah ohne Zweifel sehr gut aus. Er durchquerte den Raum und setzte sich in eine Ecke, wo er begann einen langen schwarzen Mantel auszubessern. Dabei beobachtete er mich argwöhnisch. "Wie heißt du denn?", fragte ich ihn nach einiger Zeit, denn meine Handgelenke taten inzwischen ziemlich weh und ich wollte mich irgendwie vom Schmerz ablenken. "Ich stelle die Fragen.", sagte er scharf. Er entzündete ein kleines Feuer im Kamin und ich sah, dass er smaragdgrüne Augen hatte und von Wind und Wetter gebräunt war. Meine Handgelenke fingen plötzlich an zu pochen. "Ähm.. Sorry, aber könntest du mir vielleicht die Fesseln etwas lockern?", fragte ich vorsichtig. Er grinste mich böse an. "Halten Spione nur so wenig aus?" "Sp.. Spione? Hallo? Was laberst du da?" "Du bist einer SEINER Spione, nicht wahr?", fuhr er unbeirrt und ganz ruhig fort. "Hä? Ich bin kein Spion. Wessen Spion soll ich eigentlich sein?" "Ach vergiss es." Er legte den ausgebesserten Mantel zur Seite und stand auf. Ich beobachtete ihn, wie er zum Bett ging und ein Schwert heraus holte. Es war sehr lang und das Heft war kunstvoll verziert. Der Griff war mit Leder versehen worden. "Wie viele von euch sind hier?", fragte er und begann das Schwert zu schärfen. "Wie, von uns? Na Orlando, Alisha und ich." "Orlando? Alisha? Wer sind diese Leute?" "Hast du nicht langsam genug gefragt?", fragte ich, als mir plötzlich mein Fehler bewusst wurde. Was wenn dieser Junge wirklich einer dieser unheimlichen Fremden war? Dann wusste er jetzt die Namen meiner Freunde und das würde Orlis Mission erschweren. Ich musste von hier verschwinden, und zwar schnell! Ich wurde langsam nervös, doch dass sollte er auf keinen Fall merken. Verdammt, konnte er sein Schwert nicht wegstecken?

Er beobachtete das Mädchen, während er vorsichtig sein Schwert schliff. Sie trug unter ihrem Gewand nur noch eine kurze Hose und war äußerst hübsch. Lange blonde Haare und tief blaue Augen, die wohl versuchten ihre Nervosität vor ihm zu verbergen. Aber das schafften sie nicht. Niemand konnte seine Gefühle vor ihm verbergen, denn er, Overkill vom Clan der Rowlex ([Rauläx]) kannte sie alle, besser als niemand anders. Das Mädchen fühlte sich äußerst unwohl und das war ja wohl klar, schließlich war sie voll und ganz in seiner Gewallt. "Wo bin ich hier gelandet?", fragte er, ohne auf ihre Gegenfrage einzugehen. "In Mittelerde.", sagte das Mädchen. Mittelerde? Was für ein komischer Name. Wie weit mochte diese Welt wohl von Mular, seiner Heimatwelt, entfernt sein? Hoffentlich weit genug, damit ER ihn nicht so schnell fand. "Wer sind Orlando und Alisha?", fragte er noch einmal. "Niemand besonders wichtiges.", sagte das Mädchen schnell, doch er merkte sofort, das sie log. "Wer ... sind ... sie?", er ließ sein Schwert los und kam langsam auf sie zu. "Das geht dich nichts an!", rief sie. Er schloss kurz die Augen und als er sie wieder öffnete waren sie hart und einkalt. Er kniete sich neben das Mädchen und hob vorsichtig, sanft, ja beinahe liebevoll ihr Kinn hoch, sodass sie ihm in diese Augen sehen musste. "Also, hör zu Yvonne, du willst sicherlich keinen Ärger mit mir bekommen, nicht wahr?", fragte er ganz ruhig, doch diese Ruhe war tödlich. "N... nein.", stotterte das Mädchen. Jetzt hatte sie Angst, er konnte sie spüren. "Na siehst du. Dann erzähl mir wer diese Beiden sind, ok?" Yvonne schloss kurz die Augen. Sie hatte unglaubliche Angst vor ihm, das wusste er ganz genau. Er fühlte wie sie zitterte "Sie... sie...", begann sie, als sie die Augen vorsichtig wieder öffnete. "Na also, es geht doch", sagte er. "Sie sind... meine Freunde." "und weiter?" "Mehr hat dich nicht zu interessieren."

Mein Magen zog sich vor Angst zusammen. "Oh doch, es interessiert mich aber.", sagte der Junge vor mir. "Oh, Orlando. Bitte komm und rette mich!", dachte ich und schloss die Augen. Als ich sie wieder öffnete sah ich noch immer in diese unglaublich grünen Augen. Sie waren wunderschön und doch so furchteinflößend. Wer war dieser Typ bloß? War er wirklich einer der Fremden, die ganze Dörfer ausrotteten? Wenn ja, was hielt ihn davon ab, mich auch einfach auszulöschen? "Mehr sag ich dir aber nicht.", sagte ich und versuchte soviel Willenskraft in meine Stimme zu legen, wie ich aufbringen konnte. Wahrscheinlich würde der Junge jetzt unglaublich wütend werden und mich schlagen, doch er tat das genaue Gegenteil. Er lachte laut und stand auf. Mir fiel ein Stein vom Herzen, doch plötzlich drehte er sich um und seine Augen waren unglaublich hart und grausam. Ich musste wegsehen. "Es interessiert mich, also rede endlich.", schrie er mich an. Ich zuckte zusammen und hätte am liebsten angefangen zu weinen. Dieser Junge machte mir Angst und das Schlimmste war, dass ich in seiner Gewallt war. Plötzlich fiel mir sein Mantel ein, der Mantel, den er ausgebessert hatte. Er war schwarz gewesen, war da vielleicht noch etwas Rot gewesen? Der Mantel lag hinter ihm, ich versuchte zwischen seinen Beinen hindurch zu sehen, und erstarrte. Ich sah etwas Blutrotes auf dem Mantel. Ein blutrotes Stück Stoff, schimmerte im Schein der Flammen in einer der Mantelfalten. "Was ist jetzt.", fragte der Junge ungeduldig. "Alisha.... ist meine beste Freundin.", ich schluckte. "Na also, langsam löst sich deine Zunge ja." Wie konnte ein sich Junge nur so verhalten? "Und wer ist Orlando?", fragte er weiter. "Ich darf ihm nichts über Orlando sagen, es ist schon schlimm genug, das er seinen Namen weiß. Vielleicht sollte ich ihm sagen, dass Orlando ein Zwerg oder so ist, dann...", dachte ich, doch ein Geräusch riss mich aus meinen Gedanken. Der Junge lief zum Fenster und sah vorsichtig hinaus. "Damn.", fluchte er und kam wieder zu mir. Er stopfte mir ein Stück Stoff in den Mund. Was war da draußen los? "Yvonne?", rief jemand vor dem Haus. Natürlich Orlando und die anderen suchten bestimmt nach mir! Der Junge löschte in aller Eile das Feuer und packte dann seine Sachen zusammen. Das Schwert gürtete er sich um die Taille und dann zog er noch schnell seinen Mantel an. Ich hielt nach rotem Stoff Ausschau, doch ich entdeckte nichts als einen kleinen roten Flicken. Als letztes schulterte der Junge einen Rucksack. "Du wirst natürlich mitkommen müssen. Aber ich warne dich, wenn du nur einen Mucks machst, bist du tot!", sagte er und schnitt mir mit seinem Schwert die Beinfesseln durch. "Keine Angst, ich werde schon leise sein.", wollte ich sagen, doch der Knebel im Mund hinderte mich daran, also nickte ich nur. "Geh voran und keine Tricks.", befahl der Junge. Ich gehorchte und kletterte aus dem Fenster, durch das wir vor einigen Stunden auch in das Haus gelang waren. Der Junge hielt mir die Spitze seines Schwertes an den Rücken, sollte ich jetzt eine einzige falsche Bewegung machen, würde er mich wahrscheinlich sofort durchbohren. Panisch vor Angst lief ich weiter, darauf achtend keinen Laut von mir zu geben. Wer hatte mich wohl gesucht? Sadamir? Legolas? Oder Orlando? Die Stimme hatte männlich geklungen. Nach einiger Zeit, ließ mich der Junge am Stamm des Baumes, auf dem die Stadt errichtete worden war, hinunter klettern. "Na los, beweg dich.", hauchte er, und ich ließ mich schnell den Stamm hinunter gleiten. Etwas später machte mir der Junge ein Zeichen auf die nächste Häuserplattform zu springen, ich gehorchte und sobald ich gelandet war, war er auch schon neben mir, riss mich auf die Füße und stieß mich vorwärts. "Na los, beeil dich ein bisschen!", flüsterte er. "Was glaubst du was ich hier gerade tue?", dachte ich. Der Knebel trocknete meinen Mund aus und ich bekam bald riesigen Durst, doch der Junge stieß mich immer noch voran. Er zeigte mit dem Schwert auf eine Treppe die zum Erdboden führte. "Runter da.", befahl er. "Schon gut.", dachte ich und nickte. So schnell ich konnte lief ich die Treppe hinunter. Ich hatte Panik, dieser Junge konnte mich einfach töten, wenn ich nicht spurte, wahrscheinlich tötete er ohne Skrupel. "Oh, Orlando!", dachte ich. "Wäre ich doch bloß nie hinaus gegangen um zu sehen, was sich dort befindet!" Am liebsten hätte ich mir einfach den Knebel aus dem Mund gerissen und um Hilfe gerufen, doch ich wagte es einfach nicht. Mein Atem ging keuchend und ich hatte Seitenstiche. Bald würde ich nicht mehr weiter laufen können. Ich sah verstohlen den Jungen an. Er atmete nicht mal schneller und sah aus, als käme er gerade vom Masseur. Mir rann der Schweiß von Rücken und Stirn und er sah noch immer ganz erfrischt aus. "Weiter.", jetzt sprach er etwas lauter. "In den Wald, aber ein bisschen Zack Zack." Ich nickte und wischte mir den Schweiß von der Stirn, bevor ich wieder loslief. Er war immer ganz dicht hinter oder neben mir, lief aber niemals voraus, ich hatte keine Chance ihm zu entkommen, und jetzt, da wir die Stadt langsam hinter uns ließen, hatte ich kaum noch Hoffung gefunden zu werden. Noch ein letztes Mal, drehte ich mich um, und dort, hoch oben am Rande der Stadt, sah ich plötzlich eine kleine Gestallt, mit braunen, kurzen Haaren. Sie trug Militärkleidung. "Orlando.", dachte ich und hätte am liebsten geschrieen, damit er mich sah. Doch dann verweigerten mir die Bäume die Sicht auf ihn und ich fragte mich wirklich, ob ich ihn jemals wieder sehen würde. Eine einzelne kleine Träne, stieg mir in den Augenwinkel, ich versuchte mich noch einmal umzudrehen, um wenigstens noch einmal die Stadt zu sehen, doch der fremde Junge stieß mich grob weiter. "Ich will Orli wenigstens noch einmal sehen.", dachte ich und schlug einen Haken um den Jungen herum. Ich lief einige Schritte zurück und blieb dann stehen. Orli stand noch immer da oben und starrte in die Ferne. "Oh, mein liebster Orlando. Werde ich dich je wiedersehen?", fragte ich mich und war mir bewusst, dass es irgendwie eine total kitschige Formulierung war. In diesem Moment spürte ich kalten Stahl an meiner Kehle.

"Komm jetzt endlich, oder ich... Nanu, du weinst ja.", hörte ich den Jungen sagen. "DU Arschloch, du willst mich von meinem Orlando trennen? Versuchs doch!", schrie ich ihn an, doch aus meinem Mund kam nur ein ersticktes: "D schlch wlls mch vn mnn lnd trnnn? Vrschs dch!" "Komm jetzt mit!", wütend ergriff er meinen Arm und zog mich tiefer in den Wald hinein. Ich wollte mich losreißen, doch er war stärker. Sein Griff war hart wie der deiner Stahlklammer. Ich warf einen letzten verzweifelten Blick zurück, doch Orlando war verschwunden.

Als wir endlich anhielten war ich vollkommen fertig. Meine Nerven lagen blank, ich hatte Hunger und noch mehr Durst. Wir waren weit von der Elbenstadt entfernt und ich hatte Angst vor diesem Fremden, der sich jetzt auf dem Gras ausgestreckt hatte und sich in der warmen Mittagssonne ausruhte. Mich hatte er mit den Armen nach hinten an einen Baumstamm gebunden und ich hätte am liebsten angefangen zu heulen, weil ich mich allein fühlte und ich Angst hatte, Orlando und meine Freunde niemals wieder zu sehen und weil ich jeden Moment von diesem fiesen Typen umgebracht werden konnte. Und plötzlich fiel mir ein, dass wenn ich hier starb, auch meine Eltern nie mehr zu Gesicht bekommen würde. "Und mein Zimmer sieht aus wie Sau. Ich werde vielleicht nie mehr dazu kommen es aufzuräumen.", ich schluckte. "Nein, ich darf nicht weinen oder die Hoffnung aufgeben, ich muss mir einfach einen Fluchtplan ausdenken." Verzweifelt dachte ich nach, dachte an alle Filme, die ich je gesehen hatte und hoffte mir würde eine Lösung einfallen. Doch mir fiel einfach nichts ein, wozu ich in der Lage wäre. "Scheiße, mir muss doch etwas einfallen.", dachte ich verzweifelt. "Hunger?", die Stimme riss mich aus meinen Gedanken, und vor mir stand der Junge und hielt mir etwas zu essen hin. "J btt", sagte ich. "Ach natürlich.", er lachte und zog mir den Knebel aus dem Mund. Er war vollgesabbert und sah überhaupt ziemlich ekelig aus. "Was hast du gerade gesagt?", fragte er. "Ja bitte.", wiederholte ich leise, die Sonne ließ seine schwarzen Haare schimmern und machte sein ernstes Gesicht etwas weicher. Er sah sehr gut aus, das musste ich zugeben. "Denk an Orlando!", rief ich mich zurecht. Er setzte sich vor mich und zog etwas Brot aus seinem Rucksack. "Hier.", er ließ mich abbeißen. Hungrig wie ich war fraß ich ihm sogar aus der Hand, wie erniedrigend. Nach drei Bissen steckte er das Brot zurück in die Tasche. Ich hatte immer noch Hunger, was sollte das? "Durst?" "Allerdings!" "Pech, meine Feldflasche ist so gut wie leer.", sagte er und schob die Feldflasche, die er halb aus seinem Rucksack gezogen hatte, zurück. "Warum fragst du mich dann überhaupt?", fragte ich sauer. "Ich muss mich doch nach der Verfassung meiner Gefangenen erkundigen.", sagte er und grinste. Er hatte ein super süßes Grinsen. "Denk an Orlando!", rief ich mich wieder zurecht. Leider erschwerte die Tatsache, dass Orlando so weit weg und dieser Typ so nah war das Ganze erheblich. "Würdest du deiner Gefangenen denn verraten wie du heißt?", fragte ich ihn.

"Nein.", sagte er prompt und sein Grinsen verschwand. "Und warum nicht?" "Weil du ihn kennst, sonst hätte ER dich mir ja wohl kaum nachgeschickt." "Wer um Gottes Willen ist 'ER'?" "Tu nicht so, als würdest du es nicht wissen. Er ist dein Auftraggeber, dein Herr. Derjenige, der dich mir nachgeschickt hat, damit du meinen Aufenthaltsort bestimmen sollst." "Warum sollte ich das tun?" "Weil ER mich töten will natürlich!", sagte der Junge scharf und sah mich wieder eiskalt an. Das machte mir Angst, doch es machte mich auch irgendwie wütend. Konnte er nicht mal mit seinem ganzen ER- und Spiongequatsche aufhören? "Du spinnst ja vollkommen! Ich bin in der Nacht aufgestanden weil ich deine Präsenz gespürt habe und da hast du mich gefangen genommen." "Was glaubst du denn was ich sonst hätte tun sollen? Dich entkommen lassen, damit du deinem Herrn sagen kannst wo ich mich aufhalte und er mich auslöschen kann?" "Kapier's doch endlich! ES GIBT KEINEN HERRN!", schrie ich ihn genervt an. "Warum solltest du sonst in der Stadt gewesen sein? Sonst war niemand dort." "Natürlich war niemand dort, sie sind alle vor diesen Fremden geflohen, die ganze Städte ohne eine Spur der Verwüstung ausrotten." "Was? Wovon redest du?" "Na, von den Fremden die durch Mittelerde ziehen und wegen denen Galadriel mich und meine Freunde gerufen hat.", ich war nervlich so am Ende, dass ich ihm jetzt einfach alles erzählte. Meinetwegen sollte er mich danach umbringen, war mir auch egal. "Moment, du bist gar nicht wegen MIR hier?" "Nein! Nein, das bin ich nicht. Was glaubst du, was ich dir die ganze Zeit klar machen will!", schnauzte ich. "Oh, dann ist das ganze ja ein Missverständnis.", sagte er etwas zerknirscht. Er sah süß aus, wenn er zerknirscht war! Denk an Orlando! "Ach nee.", sagte ich wütend.. "Sorry, aber...", plötzlich trat Misstrauen in seine Augen. "Du lügst", schrie er mich dann an. "Was? Nein, nein das tue ich nicht!", schrie ich empört. "Und jetzt mach mich los und lass mich gehen." "Oh nein, ich kenne diesen Trick. Noch einmal falle ich nicht darauf rein."

"Trick? Was für ein Trick denn? Das ist doch die Wahrheit und...", ich erstarrte, denn dort zwischen den Bäumen stand jemand und sah uns zu. "Warte mal, da steht jemand.", sagte ich leise. "Ach ja, das glaubst ja auch nur du.", sagte er. "Da steht wirklich jemand zwischen den Bäumen.", sagte ich. "Ja ja, wer's glaubt.", sagte er. Die Gestallt zog eine Waffe. "Der ist bewaffnet.", hauchte ich ängstlich. "Was willst du, mich verarschen? Ok, ich drehe mich um, und wenn du versuchen solltest..." "Dreh dich einfach nur um, ok?", sagte ich panisch und sah über seine Schulter die Gestallt einen Schritt nach vorn treten. "Wenn du meinst.", er stand auf, drehte sich um und erstarrte. "Na also, wieso glaubst du mir auch nicht?", dachte ich, als ich plötzlich erkannte, was diese Gestallt in der Hand hielt, einen Bogen. "Mach sie los, Junge!", sagte eine Stimme. Ein hochgewachsener Mann trat aus dem Schatten der Bäume. Er trug einen grauen Mantel, dessen Kapuze tief in sein Gesicht gezogen war und es somit in Schatten hüllte. Der Junge grinste nur. "Denkst du ich habe Angst vor dir?", sagte er. "Mach sie los.", wiederholte der Mann seinen Befehl. "Ich an deiner Stelle würde den Bogen weglegen und dich davonmachen, bevor ich dich umlege.", sagte der Junge. "Merkst du nicht, dass du keine Chance hast. Mach sie los und verschwinde, dann werde ICH dein Leben schonen.", sagte der Mann. "Ich habe keine Angst vor dir. Lass doch die Sehne los. Du wirst tot sein, bevor der Pfeil hier ankommt." "Ach ja? Dann versuch doch mal, mich zu töten.", sagte der Mann. Der Junge trat einen Schritt vor. "Na komm, erschieß mich.", sagte er und lächelte den Mann im Mantel provozierend an. "Komm, oder traust du dich nicht?" Der Mann kam langsam auf mich zu. "Ich mach dich los. Sobald deine Fesseln zerschnitten sind, läufst du davon, ok?" Ich nickte nur. Die beiden Männer umkreisten sich langsam bis der Junge der Stelle stand, an der der Mann gerade aufgetaucht war. "Wenn du sie losmachst bist du ebenfalls tot.", sagte er warnend. "Das glaube ich nicht.", sagte der Mann und trat hinter den Baum, ich spürte wie meine Fesseln zerschnitten wurden. "Wehe wenn du dich da weg rührst.", sagte der Junge, er hielt noch immer keine Waffe in der Hand und trotzdem hatte ich Angst vor ihm. "Lauf weg, ich halt ihn auf.", sagte der Mann und trat aus der Deckung des Baumes heraus, den Bogen noch immer gespannt in den Händen haltend. Vorsichtig stand ich auf, wissend, dass das meine Chance war zu entkommen. Meine Chance, eine die vielleicht nie wieder kommen würde. Ohne lange zu überlegen rannte ich in den Wald davon. Hinter mir hörte ich plötzlich wie die Sehne des Bogens losgelassen wurde, und dann einen Schrei, ich blieb stehen und drehte mich um, der Junge stand noch fest auf den Füßen, aber mein Befreier lag auf dem Boden und zuckte hilflos. Den Pfeil hielt der Junge in den Händen. Plötzlich wandte er den Kopf und sah mich an. Eine unglaubliche Angst überkam mich, ich warf noch einen letzten Blick auf meinen Befreier, die Kapuze war zurückgefallen und ich sah in das sanfte Gesicht eines Elben. Ein Messer hatte seinen rechten Arm durchbohrt. "Komm her, oder ich töte ihn.", sagte der Junge und zog sein Schwert. "Lauf weg, mach dir keine Sorgen um mich.", sagte der Elb und zwinkerte mir zu. Ich war hin und her gerissen. Einerseits hatte ich die Möglichkeit zu fliehen, aber dann würde dieser Junge den Elben töten, andererseits, konnte ich zurück gehen und hoffen, dass der Junge den Elben nicht trotzdem tötete. "LAUF DOCH!!!", schrie mich der Elb an und löste damit einen Reflex aus. Ohne weiter nachzudenken, rannte ich los. Blind vor Angst und Panik. Ich erwartete jeden Moment, ein Messer in meinem Rücken zu spüren, oder den Elben sterben zu hören, doch es passierte gar nichts, es ertönte kein Laut, und das war schlimmer als jeder Todesschrei, oder als der Schmerz, den ein Messer verursachen würde. Warum passierte nichts? Warum tötet der Junge niemanden? Warum war es nur so unglaublich still? Ich blieb stehen und sah zurück. Der Junge kam langsam hinter mir her, den Elben hatte er an meiner Stelle an den Baum gebunden. "Komm her, oder er wird sterben, ganz langsam.", Diesmal rief der Elb nichts, er sah mich auch nicht an, denn sein Kopf war nach vorn auf seine Brust gekippt. Er war tot. Ohne einen Todesschrei ausgestoßen zu haben! Er war einfach gestorben, ohne eine Wunde davon zu tragen. Ich sah den Jungen an und plötzlich verstand ich: Er gehörte dazu! Er gehört zu diesen Fremden, die ganze Dörfer ausrotteten, ohne eine Spur zu hinterlassen. Ich drehte mich wieder um und rannte um mein Leben! "Hey, warte. Du sollst warten!", rief mir der Junge nach, doch ich wusste nur eins, ich musste entkommen und Galadriel warnen. Ich war vielleicht die Erste, die einen dieser Fremden gesehen hatte. "Warte! Hey, ich tu dir doch nichts!" "Du gehörst dazu!", schrie ich ihn über die Schultern an und rannte weiter. Ich hatte nicht die geringste Ahnung wohin ich eigentlich lief, aber ich hoffte, dass ich die Richtung der Elbenstadt eingeschlagen hatte. Schon bald ging mein Atem stoßweise und ich bekam Seitenstiche, doch ich zwang mich weiter zu laufen und die Angst gab mir neue Kraft. Leider war auch diese letzte Kraftreserve bald aufgebraucht und ich stolperte nur noch vorwärts, bis ich schließlich erst auf die Knie und dann auf den Bauch fiel. Ich war erledigt. Sollte der Junge mich jetzt finden, würde ich keinen Widerstand mehr leisten können, wenn er versuchte mich zu töten. "Oh, Orlando. Warum kannst du nicht hier sein?", dachte ich und sah mich um. Ich hörte keine Schritte, vielleicht hatte ich ihn ja abgehängt, doch das war sehr unwahrscheinlich. Schon bei der Flucht heute Morgen, hatte er eine ungeheure Ausdauer bewiesen, wieso sollte er mich JETZT dann so leicht entkommen lassen? "Egal was jetzt passiert, ich muss mich ausruhen.", dachte ich, setzte mich auf und lehnte mich an einen Baum. Ich schloss müde die Augen....

Knack.... Knack.... Ich schreckte hoch. "Wo bin ich?", fragte ich. Um mich herum war es stockdunkel. "Oh nein, ich muss eingeschlafen sein.", dachte ich entsetzt. Kack... Etwas bewegte sich im Unterholz. "W... wer ist da?", fragte ich leise. Eine große, imposante Gestallt trat zwischen den Bäumen hervor. "Guten Abend, junge Dame.", sagte eine tiefe Stimme. "W... wer sind Sie?", fragte ich, die in einen schwarzen Mantel gehüllte Gestallt. "Jemand der dir helfen kann.", antwortete der Mann. Ein leichter Wind bauschte seinen Mantel und ich erkannte das er strahlendrotes Futter hatte.

"G... gehen Sie bitte weg.", sagte ich unsicher. "Warum?", fragte der Mann. "Gehen Sie, los verschwinden Sie.", schrie ich ihn panisch an und sprang auf die Füße. "Aber mein liebes Mädchen." "Lassen Sie mich, los, verschwinden Sie!" "Was wenn ich das nicht tue?" "Dann... dann... dann laufe ICH halt weg!", sagte ich. Der Mann lachte. "Ich hab dich aber gesucht." "Verschwinden Sie!" Moment, diese Stimme. Der Mann schlug die Kapuze zurück. "O... Orlando!" Ich konnte mein Glück nicht fassen. Ich fiel ihm erleichtert in die Arme. "Orlando, weißt du was für einen Schreck du mir eingejagt hast?" "Orlando?", fragte die tiefe Stimme plötzlich leise. "Natürlich! Bitte, jetzt hör auf mit dem Spiel, du machst mir Angst!", ich trat einen Schritt zurück, und plötzlich hüllte ein weißer Nebel Orlando ein, als er sich wieder lichtete sah ich in das Gesicht eines alten Mannes.

"Ich bin nicht Orlando!" Ich schrie erschrocken auf und wich zurück. Stieß gegen den Baumstamm an dem ich geschlafen hatte und blieb vor Schreck erstarrt stehen. Der alte Mann streckte die Hand aus und plötzlich war sie von einem weißen Rauch umgeben. Ich kreischt erschrocken auf und schlug die Hände vor's Gesicht, erwartete jeden Moment die Hand des Alten auf meiner Haut zu spüren, doch dazu kam es nicht. "Lass sie in Ruhe.", hörte ich plötzlich vor mir eine Stimme. Ich nahm die Hände weg und öffnete langsam die Augen, die ich wohl zugekniffen hatte, ohne es zu merken. Der Alte hatte sich umgedreht und ich sah den Jungen hinter ihm stehen. "Du wagst es mich aufzuhalten?", fragte der Mann kalt. "Sicher. Jetzt lass sie los, oder ich hack dich in Stücke." Mit diesen Worten zog er sein Schwert aus der Scheide und trat einen Schritt vor. "Du wirst mir mit dieser Waffe nichts antun können.", sagte der Mann und grinste. "Dich nehme ich mir gleich vor, aber erst kommt das Mädchen an die Reihe!", er drehte sich wieder zu mir um und streckte wieder die Hände aus. Der Junge sprang vor und schlug ohne Zögern zu. Der Kopf des Mannes flog durch die Luft und landete einige Meter weiter weg im Gebüsch. Der Körper des Alten verwandelte sich in Staub, als eine weiße Gestallt den Rumpf verließ und davon segelte. "Das... das war ein Magong!", sagte ich überrascht. "Was macht ein Magong in einem menschlichen Körper?", dachte ich. "Du scheinst echt groß darin zu sein, dich in Schwierigkeiten zu bringen.", sagte der Junge. "Danke, das du mich gerettet hast." "Bitte, war doch kein Problem. Ich glaub wir haben die ganze Geschichte falsch angepackt. Ich bin Overkill vom Clan der Rowlex.", er streckte mir die Hand entgegen. "Ich bin Yvonne Kallhoff, nett dich kennen zulernen.", sagte ich und grinste Overkill an. "Dein Name ist echt komisch, wie kommst du dazu?", fragte ich ihn, während wir zusammen weiter gingen. "Meine Eltern riefen mich immer so, deshalb hab ich den Namen einfach behalten.", antwortete Overkill. "Riefen? Sind sie... ?" "Tot? Ja, sie wurden vor etwa 7 Jahren umgebracht. Mein ganzer Clan wurde ausgerottet." "Das tut mir leid.", sagte ich. "Warum? Es ist lange her." "Bedrückt es dich denn gar nicht?" "Na ja, am Anfang war alles sehr hart für mich, aber ich hab mich daran gewöhnt allein zu sein. Wenn man sich sieben Jahre lang irgendwie durchschlägt, wird man hart, dass muss man sein um zu überleben." Ich nickte. Plötzlich tat mir Overkill leid. Ich könnte mir nicht vorstellen, ohne meine Familie, ohne meine Freunde leben zu können. "Wie alt bist du?", fragte ich ihn. "Siebzehn.", sagte er. "Dann warst du ja gerade mal zehn als... das passierte.", sagte ich entsetzt. "Ja und? Damals war ich schon fast fertig ausgebildet. In zwei Jahren hätte ich den Clan sowieso verlassen müssen." "Verstehe ich nicht.", sagte ich. "Den Clan verlassen? Ausgebildet sein? Wozu denn?" "Mein Clan war sehr kriegerisch, wir waren für unsere Kampftechniken berühmt, und für unsere Schwerter. Mein Vater war das Oberhaupt des Clans, er hat mich zum Krieger ausgebildet, seit ich auf meinen eigenen Füßen stehen konnte. Ich war der beste Kämpfer im Clan. Außer meinem Vater natürlich..." "Aber wenn ihr doch so gut kämpfen konntet, wie habt es dann einer geschafft, den Clan... na ja... du weißt schon." "Es war nicht irgendjemand, der unseren Clan ausgerottet hat. ER war es." "Wer ist dieser ER? Du redest die ganze Zeit von ihm.", fragte ich neugierig. "Lass uns nicht im Dunkeln über ihn reden, ok?", sagte er. "Aber schau, wir sind am Ziel!" "Ziel?", fragte ich und merkte plötzlich, das wir am Fuß der Elbenstadt standen. "Jetzt trennen sich unsere Wege. Du musst zu deinen Freunden zurückkehren, und ich muss weiter fliehen.", sagte Overkill und reichte mir die Hand. "Tut mir leid, dass ich dich so schlecht behandelt hab. Ich wünsch dir noch alles Gute." Ich ergriff seine Hand und drückte sie. "Bleib doch eine Nacht, wenn diese Fremden in der Nähe sind, ist es nicht sicher für dich. Morgen früh, wenn's hell ist, kannst du immer noch fliehen." Overkills grüne Augen sahen mich warm an. "Das ist wirklich sehr freundlich.", er lächelte mich an. "Aber..." "YVONNE!", rief plötzlich jemand hinter uns. "Orlando!", rief ich ihm zu. Er nahm mich sofort in den Arm. "Ich hab mir solche Sorgen um dich gemacht. Wo warst du denn den ganzen Tag?" Er nahm meinen Kopf in seine Hände und küsste mich sanft, ich erwiderte seinen Kuss sofort. Es tat unglaublich gut, wieder in seiner Nähe zu sein. "Orlando, darf ich dir Overkill vorstellen?", sagte ich anschließend und zeigte auf den Jungen, der mit einem breiten Grinsen dastand. "Nett dich kennen zulernen.", sagte Orlando. "Ich bin Orlando Bloom." "Ich bin Overkill vom Clan der Rowlex.", Overkill drücke freundschaftlich die Hand meines Liebsten, der inzwischen seinen Arm um meine Hüfte gelegt hatte. "Er hat mich vor einem dieser Fremden gerettet.", sagte ich zu Orli. "Du bist einem Begegnet?", fragte er mich überrascht. "Ja, aber Overkill hat mich gerettet. Es gibt überhaupt interessante Neuigkeiten. Ich weiß um was für Wesen es sich bei diesen Wesen handelt." "Wirklich? Um welche denn?", fragte Orlando. "Lass uns das drinnen besprechen, ok?", sagte ich. "Ist ok. Overkill, bleib doch über Nacht.", lud Orlando den Jungen ein. "Das Selbe hat Eure Freundin mir auch schon angeboten, aber...." "Kein 'aber'. Komm jetzt mit.", sagte ich und zog Overkill mit mir. Ich sah Orlando an, für einen Moment glaubte ich etwas wie Eifersucht oder Misstrauen in seinen Augen zu sehen, aber dieser Ausdruck war sofort wieder verschwunden. Ich hatte mir wahrscheinlich nur etwas eingebildet. Warum sollte Orlando auch Eifersüchtig sein? Meine Freunde begrüßten mich überschwänglich, sie hatten sich große Sorgen gemacht und den ganzen Tag nach mir gesucht. Auch Overkill wurde herzlichst begrüßt. Ich hatte es vorgezogen den anderen nichts von Overkills kleiner Entführung zu erzählen, schließlich hatte er seinen Fehler eingesehen und wir verstanden uns ziemlich gut. "Was sagst du da? Diese Fremden sind Magongs?", fragte Legolas ungläubig. "Also, der Eine, der mich angegriffen hat, war ganz sicher einer.", nickte ich. "Ich will ja nicht aufdringlich sein, aber was ist bitte ein Magong?", fragte Overkill, der sich falschrum auf einen Stuhl gesetzt und seinen Kopf auf die über der Lehne verschränkten Arme gelegt hatte. "Ein Magong ist eine Art Untergott. Ein mystisches Wesen, das seine Gestallt ändern kann. Es erschafft Welten im Auftrag eines größeren Gottes und wacht über sie." "Warum sollte ein solches Wesen dann eine Welt zerstören?" "Das ist die Frage, der wir nachgehen müssen.", sagte der Elb und legte seinen Arm um Saras Schultern. "Eins ist jedenfalls sicher, die Elbenstadt ist nicht mehr sicher, wir müssen von hier fliehen.", sagte Sadamir. Alisha, die sich eng an ihn gekuschelt hatte, schrak hoch. "Nicht mehr sicher? Fliehen? Was soll das bedeuten?", fragte sie Sadamir entsetzt. "Das bedeutet, dass wir Morgen früh aufbrechen werden um uns einen sichereren Aufenthaltsort zu finden.", erklärte Sadamir ernst. "Sadamir hat Recht, ich werde sofort Galadriel und Celeborn über die neusten Ereignisse informieren.", sagte Legolas und stand auf. "Was ist jetzt mit unserem Plan Orlando bei den Feinden einzuschleusen?", fragte ich. "Den können wir vergessen, zu gefährlich. Sie werden höchstwahrscheinlich von seinem Körper besitz ergreifen, anders wäre er ihnen schließlich zu nichts nütze." "Na danke.", sagte Orlando und sah dann auf den Boden. "Schade eigentlich, es wäre sicherlich aufregend gewesen, zu versuchen Götter zu täuschen!", sagte er dann. "Du musst wohl alles ausprobieren was gefährlich ist, nicht wahr?", fragte ich ihn gereizt. "Sorry, aber so bin ich nun mal.", er grinste mich an und ich schmolz dahin. Er war einfach zu süß, als dass ich ihm böse sein konnte. "Overkill, du bist doch Fluchtexperte. Wohin würdest du flüchten, wenn dir eine Horde böser Götter im Nacken sitzt?", wandte sich Sara an den Jungen. Der hatte seinen Kopf zwischen seine Arme gelegt. "Overkill?", fragte Sara. "Schläft er etwa?" "Nein.", sagte Overkill ohne sich zu rühren. "Also, was würdest du tun?", fragte ich. "Ihr könnt nicht fliehen. Schon bei einem Gott ist es schwierig zu entkommen, bei einer ganzen Horde wird's so ziemlich unmöglich sein." "Danke für die Aufmunterung.", sagte Alisha düster. "Ich kann euch nur raten, heilige Orte zu meiden.", sagte er. "Warum? Was ist denn so schlimm an solchen Plätzen?" Er hob den Kopf und sah mich schief an. "Denk doch mal nach, Mädchen.", Sein Gesicht war unglaublich ernst. "Tu ich doch.", verteidigte ich mich. "Ich glaub, ich weis was Overkill meint", sagte Sadamir. "An heiligen Orten, werden doch Götter verehrt, also werden Magongs wahrscheinlich von solchen Orten angezogen." "Wenigstens einer von euch kann etwas logisch denken.", sagte Overkill und stand auf. "Ich geh schlafen. Viel Spaß beim grübeln." Mit diesen Worten ging er zu einem Bett und legte sich hinein. "Gute Nacht.", sagte Orlando mürrisch. "Für wen hält der sich eigentlich?" "Frag ich mich auch.", sagte Alisha. "Hey Leute, sein Clan wurde vernichtet als er zehn war, also bitte. Außerdem war er heute Morgen sowieso ganz anders. Er war viel netter und so. Wahrscheinlich denkt er er muss vor uns allen cool sein, oder so.", verteidigte ich Overkill. Orlandos Augen wurden hart. "Trotzdem muss er sich nicht wie... Ach ist ja auch egal. Morgen geht sowieso jeder wieder seinen eigenen Weg." Er lächelte mich an und legte seinen Arm um meine Schulter. "Ja, Morgen verlässt er uns wieder.", sagte ich. Komischerweise verspürte ich bei dem Gedanken daran, einen seltsamen Stich. Schnell küsste ich Orlando. "Huch, was war das denn?", fragte er überrascht. "Na, ein Kuss natürlich.", grinste ich. Er beugte sich vor und küsste mich grinsend. "Ich weiß das doch.", Er konnte sehr gut küssen, und wie immer wurden meine Knie weich und in meinem Magen kribbelte es auf eine wunderschöne Weise. "Hey ihr zwei. Jetzt bleibt mal ernst.", rief Sara dazwischen. "Ist ja schon gut.", sagte Orlando und wir trennten unsere Lippen wieder. "Also wie gehen wir Morgen vor?" "Wir brechen am besten noch vor dem Morgengrauen auf und verlassen dann die Stadt." "Wohin werden wir gehen?", fragte Alisha. "Ich hab keine Ahnung. Die Magongs können überall lauern. Das Schlimme ist, dass wir nie genau wissen können, ob ein Fremder nun ein Magong ist, oder nicht. Wir werden keinem trauen können.", sagte Sadamir. "Selbst unsere Verbündeten könnten inzwischen zu den Untergöttern übergelaufen sein." "Mit anderen Worten, wir sind ganz auf uns allein gestellt und müssen uns von jeglicher Zivilisation fern halten?", fragte ich düster. "Am Anfang ja.", bestätigte Sadamir nicht weniger düster. "Was heißt am Anfang?", fragte Alisha. "Wir müssen uns solange von ihnen fernhalten, bis wir mehr Informationen über sie eingeholt haben." "Das ist doch Schwachsinn. Wie sollen wir Informationen sammeln, wenn wir uns ihnen nicht nähern dürfen und keinem trauen können?", warf Sara ein. "Sara hat Recht.", nickte Orlando. "Was wollt ihr denn tun?" "Das, was sie am wenigsten erwarten.", sagte ich. "Und das wäre?", fragte mich der Elb. "Wir mischen uns unter sie." "Sag mal, bist du jetzt völlig durchgeknallt, oder was?", Alisha sprang auf. "Sie hat Recht.", sagte eine Stimme von der Tür aus. Wir fuhren herum und sahen, das Galadriel und Celeborn mit Legolas zurückgekommen waren. Schnell machten wir den dreien Platz am Tisch. "Legolas hat uns über den Stand der Dinge informiert und wir sind der Meinung, dass wir uns, trotz der Tatsache, dass wir es hier mit Magongs zu tun haben, an unseren Plan halten sollten." "Aber sie wissen wie Orlando aussieht, sonst hätte der eine bestimmt nicht seine Gestallt angenommen.", sagte ich. "Ich bin noch nicht fertig.", sagte Celeborn und ich biss mir auf die Lippen und schwieg.. "Wir werden nur einen Aspekt ändern.", er sah uns alle fest an. "Orlando wird nicht allein gehen. Wir werden alle zusammen gehen." "Tut mir leid, dass ich widersprechen muss, aber ist das nicht zu auffällig?", fragte Sara. "Natürlich nicht als große Gruppe. Wir werden uns in drei kleinere Gruppen aufsplitten. Alisha wird mit Sara und Sadamir gehen. Orlando und Yvonne bilden die zweite Gruppe und meine Frau bildet mit Legolas und mir die Dritte.", sagte der Elbenkönig. "Das sollen die Gruppen sein?", fragte ich. "Ja. Ich werde mit Legolas und meiner Frau noch einmal das Orakel aufsuchen. Sadamirs Gruppe wird nach Gondor gehen und den Leute dort die Neusten Informationen verkünden." "Und was sollen Orlando und ich machen?" "Ihr bekommt die schwerste Aufgabe. Ihr sollt versuchen so viele Informationen wie möglich über die Magongs und deren Ziele in Erfahrung zu bringen." "Das ist Wahnsinn. Wir sind doch Menschen, wir sind zu zweit, können weder kämpfen noch sonst was und außerdem kennen unsere Feinde uns schon.", ich war aufgesprungen. "Genau deswegen sollt ihr diese Aufgabe ja übernehmen. Keiner wird erwarten, dass ihr bei der Menge an Nachteilen spionieren werdet. Sie werden euch glauben, wenn ihr sagt, dass ihr euch ihnen anschließen wollt.", sagte Galadriel. "Ja klar, und dann werden sie Besitz von uns ergreifen und wie weiter?" "Lasst euch was einfallen. Ich sagte doch, dass ihr die schwerste Aufgabe bekommen habt.", sagte Celeborn. "Na danke.", schmollte ich. "Jetzt sollten wir schlafen gehen, Morgen müssen wir früh raus.", sagte Sara. "Da hast du Recht. Dann schlaft gut. Morgen früh werdet ihr von Sadamir oder Legolas geweckt werden.", sagte Galadriel. "Gute Nacht.", ich war sauer und ich sah Orlando an, dass ihm der Plan auch nicht gefiel. Die Elbenherrscher verließen uns wieder und Legolas, Sadamir und Sara folgten ihnen. Sie wollten noch einige Karten durchgehen, sagten sie. "Das ist doch Schwachsinn. Wir werden draufgehen.", regte ich mich auf. "Was bilden sich Celeborn und Galadriel eigentlich ein? Euch ALLEIN wegzuschicken?", "Hey, wir sind keine kleinen Kinder mehr.", sagte Orlando.

"Trotzdem. Einen kampferfahrenen Elben wie Sadamir oder Legolas hättet ihr gut gebrauchen können. Was wenn sie euch nicht glauben und euch angreifen? Daran haben die Hohen Herrschaften nicht gedacht!" "Aber sie haben Recht. Ein Elb in unserer Begleitung wäre mehr als auffällig.", sagte Orlando. "Sag bloß, du bist auf deren Seite.", rief ich überrascht. "Nun ja, irgendwo haben die Beiden schon Recht, findet ihr nicht?" "Du solltest wirklich einen Mütze Schlaf tanken, damit du wieder richtig denken kannst.", motze ich. "Verdammt, die schicken uns in den Tod!"

Am nächsten Morgen wurden wir früh von Legolas geweckt. Er war bereits fertig angezogen und fast schon abreisebereit. Ich rieb mir müde den Schlaf aus den Augen. "Moin.", sagte ich verschlafen und gähnte noch einmal herzhaft. "Wann bist du denn aufgewacht?", fragte ich ihn, während ich aufstand und mich anzog. "Ich hab gar nicht geschlafen. Galadriel, Celeborn und ich haben noch viel zu bereden gehabt. Außerdem habe ich dir halbe Nacht damit zugebracht euch eine Karte zu kopieren. Zudem schlafen Elben nicht.", der Elb lächelte und es wurde mir ganz warm ums Herz. Er sah wirklich genauso aus wie Orlando, nur halt mit langen blonden Haaren und blauen Augen. "Hier.", Legolas legte eine Karte vor mich aufs Bett. "Danke.", als ich sie nehmen wollte berührten sich unsere Hände. Es war wie ein elektrischer Schlag. "Oh mein Gott, was ist nur mit mir los?", dachte ich, griff nach der Karte und rannte aus der Hütte. Legolas sah mir überrascht hinterher. Draußen stolperte ich über Orlando. "Morgen.", sagte er und machte weiter seine Liegestützen. Er sah einfach umwerfend aus, in der weiten Militärhose und so ganz ohne Hemd. Ich hockte mich etwas von ihm entfernt auf den Boden und beobachtete ihn nachdenklich. Bevor ich hier hin gekommen war, musste ich jede freie Minute an Orlando denken, aber jetzt... "Irgendwie bin ich froh, dass wir zwei allein gehen." Ich schrak zusammen, als mir jemand seinen Arm um die Schultern legte. Ich sah auf und merkte dass es Orlando war. "Legolas hat uns eine Karte gemalt.", sagte ich und reichte ihm das Papier, das halb vergessen in meiner Hand lag. "Danke.", er nahm es und faltete sie auseinander. Die Karte war schön und sehr sorgfältig gemalt worden. Sie zeigte ganz Mittelerde. "Wohin werden wir gehen?", fragte ich ihn. "Am besten...", er schloss die Augen, ließ seinen ausgestreckten Finger über der Karte kreisen und ließ ihn irgendwann wieder sinken. "Also?", fragte ich. "Wir werden...", er öffnete wieder die Augen und sah auf eine weite Ebene. "Dahin gehen. Auf diese Ebene." Ich musste grinsen. "Auch eine Möglichkeit sein Ziel auszusuchen.", dachte ich. "Schau, da kommen die Anderen.", rief Orlando und sprang auf. Ich erhob mich ebenfalls und wir gingen auf die anderen zu. "Alae!", sagte ich. "Du kannst ja Elbisch!", rief Sara überrascht. "Nur dieses Wort.", grinste ich. "Immerhin.", lachte Alisha. Sie hatte ihren Arm um Sadamirs Schultern gelegt und sich an seine Schulter geschmiegt. Der Elb hatte seine Hand an die Hüfte meiner Freundin gelegt und seine Augen strahlten zufrieden. Alle trugen Rucksäcke. "Ihr seid ja schon fertig.", sagte ich überrascht. "Allerdings. Wir werden uns jetzt auf den Weg machen. Wann ihr aufbrechen wollt, müsst ihr entscheiden.", sagte Galadriel, die zusammen mit Celeborn herangekommen war. "Guten Morgen, Majestät.", sagte ich und die beiden nickten mir freundlich zu. "Wollt ihr wirklich nicht noch etwas warten?", fragte ich traurig, als ich merkte, wie ernst es den anderen war. "Nein, das geht nicht. Wir müssen so schnell wie möglich los.", sagte Sara und sie schien ebenfalls nicht sonderlich erfreut zu sein, die liebliche Elbenstadt verlassen zu müssen, schließlich war sie im Laufe der Jahre ihr Zuhause geworden. "Dann müssen wir wohl Abschied nehmen.", ich reichte allen die Hand. Doch Alisha schloss ich fest in die Arme. "Pass auf dich auf, ok?", flüsterte ich ihr ins Ohr. "Werde ich.", hauchte diese zurück. Sie hatte sich von Sadamir gelöst und mich ebenfalls in den Arm genommen. "Wir sehen uns wieder, verstanden!", sagte ich leise und kämpfte gegen die aufkommenden Tränen an. "Verstanden. Pass du auch auf dich auf, ok?" "Sicher!" Wir drückten uns noch mal und dann marschierten sie los und ließen Orlando und mich allein zurück. "Hey, komm. Nicht weinen.", er strich mir sanft eine Träne aus dem Augenwinkel. "Was wenn wie sie nie wieder sehen?", fragte ich leise. "Das werden wir, ok? Das werden wir.", er nahm meinen Kopf in beide Hände und sah mir tief in die Augen. "Hey, jetzt lächle doch mal.", er grinste schief und ich musste wider Willen ebenfalls grinsen. "Na also, geht doch." Traurig schloss ich Orlando in meine Arme und kuschelte mich an seine Brust. Sie war warm und ich hörte sein Herz schlagen. Er nahm mich ebenfalls in den Arm und so standen wir eine Weile einfach nur da. Die schwache Morgensonne schien auf uns herab und wir waren allein. Vollkommen allein in einer großen Stadt. Plötzlich fühlte ich mich ziemlich unwohl. "Lass uns schnell aufbrechen, ok?", sagte ich nach einiger Zeit. "Ist gut.", sagte Orlando leise und küsste mich auf die Stirn. Wir gingen in meine Hütte und packten meinen Rucksack um. Ich gab ihm auch die Sachen meines Stiefvaters, das hatte ich gestern bei der ganzen Aufregung total vergessen. Trotz aller guten Vorsätze, brachen wir erst gegen Mittag auf. Wir hatten uns in den Waffenkammern und Küchen des Elbenpalastes mit Waffen und Proviant ausgestattet und alles in bereitgestellte Rucksäcke verstaut. Nun standen wir, Hand in Hand, am großen Stamm des Baumes, auf dem die Stadt gebaut war und starrten hinauf. "Irgendwie habe ich keine Lust von hier weg zu gehen.", sagte ich leise. "Ich auch nicht, aber wir haben nun mal eine Aufgabe zu erfüllen also komm, lass uns noch einige Kilometer laufen, bevor wir rasten." "Du redest schon wie eine Fantasyfigur in irgendeinem Buch.", grinste ich und rutschte meinen Rucksack zurecht. "Muss an der Umgebung liegen.", Orlando lächelte mich an und ich schwebte wieder einmal auf Wolke Sieben. Hand in Hand kehrten wir der Stadt den Rücken zu und marschierten in den Wald hinein. Wir erzählten uns was wir getan hatten, als wir in unserer Welt getrennt gewesen waren. Es war sehr interessant zu erfahren was sich bei den Dreharbeiten so alles ereignet hatte. Orlando erzählte, dass sich ein Statist während der Pause mit einem Getränk, er wusste nicht mehr ganz genau was für eins es war, eingesaut hatte. Der Regisseur war ziemlich sauer gewesen und hatte der Mann musste in nassen Sachen die Szene spielen. "Was ist daran so lustig?", fragte ich. "Wir waren doch in Somalia, wo bitte hat er sich nass machen können? Ich hoffe nur es fällt niemandem auf, dass jemand, der in der Wüste ist, plötzlich ganz nass ist.", erklärte Orlando. Ich erzählte ihm von einer schrecklichen Französischarbeit, die ich bestimmt fünf geschrieben hatte. "Ich hoffe wir retten Mittelerde nicht zu schnell, sonst bekomm ich die Arbeit schon so bald zurück." "Ich glaube kaum dass eine miese Arbeit mit der Vernichtung dieser Welt vergleichbar ist.", sagte Orlando und zwinkerte mir zu. So verging der Tag wir wanderten gemütlich durch Lothlorien und unterhielten uns. Gegen Abend schlugen wir unser Lager unter einem Baum auf, suchten uns einige tote Äste und entfachten ein Feuer. Wir brieten Brot an Stöcken über den Flammen und lachten. Für einen Moment hatten wir die lauernde Gefahr und den Ernst unserer Aufgabe vergessen, als wir in einem tiefen Kuss versanken und uns nebeneinander auf den Boden sinken ließen, wo wir dann Arm in Arm einschliefen. Am nächsten Morgen erwachten ich ziemlich spät und sah Orlando wieder sein morgendliches Training absolvieren. "Morgen.", sagte ich und rieb mir den Schlaf aus den Augen. "Morgen.", er reichte mir ein Brot. "Hier dein Frühstück.", sagte er und ich nahm es an. "Mehr nicht? Wir haben doch reichlich Vorräte!", fragte ich. "Ja, aber wer weiß, wie lange die reichen müssen.", sagte er. "Da hast du auch wieder Recht.", gab ich widerwillig zu und aß mein Brot. Schließlich gingen wir weiter. "Wo glaubst du finden wir die Magongs?", fragte mich Orlando. "Keine Ahnung. Aber ich hoffe sie sind auf dieser Ebene.", sagte ich. Schweigend gingen wir weiter. Bald begannen meine Füße weh zu tun. Ich war halt nicht an lange Wanderungen gewöhnt und das bereute ich jetzt, denn Orlando schien noch ganz frisch und munter zu sein. "Hoffentlich finden wir diese Magongs bald.", dachte ich. Oh, hätte ich diesen Wunsch doch niemals gedacht!

Gegen Abend war ich sicher mir mindestens fünf Blasen gelaufen zu haben und endlich zeigte auch Orlando erste Zeichen von Müdigkeit. Als die Sonne sich mit einem atemberaubend schönen Sonnenuntergang von diesem Tag verabschiedete, um dem Mond platz zumachen, erreichten wir gerade den Rand des goldenen Waldes. Lothlorien lag hinter uns. "Er sieht wunderschön aus, nicht wahr?", hauchte ich und zeigte auf den malerischen Sonnenuntergang. "Ja, er ist wirklich sehr schön.", Orlando schloss mich in seine Arme und küsste meine Wange. Für einen weiteren Moment vergas ich, warum ich nach Mittelerde gekommen war und genoss einfach nur den Moment, in dem ich, eng an Orlando geschmiegt, diesen wunderschönen Sonnenuntergang genießen konnte. In dieser Nacht machten wir kein Feuer. Orlando sagte es wäre zu gefährlich, da man den Schein in dieser klaren Nacht bestimmt über Meilen hinweg sehen könnte. "Ich dachte wir wollen gefunden werden!", fragte ich patzig, da mir langsam kalt wurde. "Ich wär' eher dafür, dass wir diese Götter finden.", mit diesen Worten wickelte sich jeder von uns in seine Decke und schlief kurz darauf ein.

Überall Nebel, was ist hier los? Etwas kommt näher, etwas gefährliches. Orlando? Hilf mir! Ich bin allein, warum ist niemand hier? Ich gehe weiter, nur zwei Schritte, denn dort, dort taucht ein Baum auf. Nanu, da hängt etwas. Ich gehe hinüber. Dieses blasse, kalte Gesicht. Ich kenne es. Wer hat diesen Mann gehängt? Ich gehe näher heran um ihn erkennen zu können... Oh mein Gott! ORLANDO!!!!!

Schweißgebadet wachte ich auf Nebel auf aufgekommen und sofort bekam ich Panik. "ORLANDO!", schrie ich. "Mhh... was denn?", fragte dieser schlaftrunkend, als er sich verschlafen aufsetzte und herzhaft gähnte. Ich fiel ihm um den Hals. "Du lebst, oh mein Gott, du lebst.", flüsterte ich erleichtert. "Natürlich, warum sollte ich nicht leben?", fragte der Schauspieler überrascht und nahm mich in den Arm. Sofort erzählte ich ihm von meinem Traum. "Na ich hoffe mal, so was passiert nicht wirklich!", sagte er und strich mir durch's Haar. "Leg dich jetzt wieder hin und versuch weiter zu schlafen, ok?", sagte er sanft. "Darf ich bei dir schlafen?", fragte ich. Nach diesem Traum wollte ich, dass er in meiner Nähe war. "Sicher." Ich schmiegte mich an ihn und schlief nach einiger Zeit wieder ein...

Der Baum taucht wieder vor meinen Augen auf. Noch immer hängt Orlando tot vor mir. Plötzlich steht jemand neben mir. 'Wärst du jetzt eine von uns, wäre er bei dir.', sagt eine Stimme. Ich drehe mich um und stehe vor einem Magong. 'Warum? Ist er einer von euch?', frage ich. 'Du hast deine Macht aufgegeben, aber wir geben dir noch eine Chance. Komm zu uns, komm und du wirst deinen Liebling wiedersehen.' Ich sehe zu Orlando, diese toten Augen, ohne Glanz, soll ich sie wirklich nie wieder strahlen, lachen sehen? 'Was muss ich tun?' 'Komm zu mir.' Ich gehe auf den Magong zu. 'Vade, vade, gata nabe Teronas!' Der Magong schreit auf und zerplatzt. Ich drehe mich um. Vor mir im Nebel steht eine Gestallt, die sich umdreht und langsam davon geht. 'Schließ dich ihnen nie an.'

Als ich am nächsten Morgen schweißnass erwachte, hatte sich der Nebel verzogen, und Orlando schlief noch selig neben mir. "Hey, Orli.", ich stand auf und schüttelte ihn wach. "Komm, lass uns weiter gehen!" Der Schauspieler räkelte sich verschlafen und sah mich dann mit müden Augen an. "Hä?", fragte er und gähnte herzhaft. "Komm, wir müssen weiter." Ich zerrte ihn auf die Beine und packte schnell meine Sachen zusammen. Ich wollte um nichts in der Welt noch länger hier bleiben.

Bis zum Mittag hatten Orlando und ich einige Meilen hinter uns gebracht, und gerade als wir es uns auf einer Hügelkuppe bequem gemacht hatten um unser Mittagessen zu uns zu nehmen, sahen wir einige Männer auf uns zu kommen. Sie sahen seltsam aus, trugen alle schwarze Gewänder mit Kapuzen und roten Borten. "Das sind sie", dachte ich. "Das sind die Magongs." Orlando sah mich fragend an und ich nickte ihm kaum sichtbar zu. Mein Herz verkrampfte sich, und ein kalter Kloß bildete sich in meiner Magengrube. "So fühlt es sich an, wenn ich gerade eine Matheklausur zurückbekomme.", dachte ich und stand, tapfer lächelnd, auf. "Guten Tag die Herren.", rief ich die Leute an. Der kleine Trupp hielt an und sah zu uns auf. "Wollen sie sich nicht zu uns setzten und mit uns etwas essen?", fragte Orli, der ebenfalls aufgestanden war. Die Männer kamen schweigend zu uns hinauf und standen nun vor uns. Es waren fünf, fünf Magongs gegen zwei Menschen. Ich hoffte, dass meine Knie nicht zu auffällig zitterten. Der erste Mann blieb vor uns beiden stehen, während uns die anderen vier umkreisten. Ich wurde immer nervöser, nur Orlando zeigte keinerlei Zeichen von Anspannung oder Nervosität. "Setzten sie sich doch, wir haben genug für alle.", sagte er freundlich und zeigte auf unser Mittagessen. Ich sah ihn an und er schaute mir tief in die Augen, plötzlich entspannte ich mich und setzte mich ihm gegenüber auf den Boden. Die Männer in den schwarzroten Gewändern blieben stehen. "Woher kommen sie eigentlich?", fragte Orlando höflich. Zur Antwort traten die fünf Gestallten näher heran, zogen den Kreis immer enger. Ich versuchte einem unter die Kapuze zu gucken, doch unter ihr befand sich nichts als schwarze Leere. Keiner der Männer sprach ein Wort, sie kamen nur langsam auf uns zu und meine Angst wuchs mit jedem Schritt, den sie auf uns zu taten. Ich fragte mich, wie Orlando so gelassen bleiben konnte und ob er innerlich genau soviel Angst hatte wie ich. Die Minuten zogen sich endlos dahin, kamen mir wie Stunden vor. Ich wünschte es würde endlich etwas passieren, und dann passierte tatsächlich etwas: Alle fünf Männer hoben gleichzeitig den linken Arm und hielten daraufhin, urplötzlich, lange Schwerter in den Händen. Auf den Schneiden glänzte das Sonnenlicht, und die Griffe waren aus schwarzem Elfenbein gefertigt. Ich sprang mit einem Schreckensschrei auf. "Was soll das?" Endlich lies auch Orlando die scheinbar gelassene Fassade fallen und sprang auf die Füße. Die Männer kamen noch immer näher. Ruhig, konzentriert, gespenstisch. Wenn es jetzt Nacht gewesen wäre, hätte man diese Szene gut für einen Horrorfilm verwenden können. "Vade vade, gata nabe Ternoas!", rief plötzlich jemand, den ich noch gar nicht entdeckt hatte. Nur einen Sekundenbruchteil später, klirrte Stahl auf Stahl, und bei uns stand Overkill und parierte alle fünf Klingen auf einmal. Die Magongs traten Stumm einen Schritt zurück! "VADE VADE, GATA NABE TERONAS!" schrie der Junge die hochgewachsenen, düsteren Gestallten an. Diese traten einen Schritt zurück und betrachtete ihn von oben bis unten. Er trug noch immer diese enge braune Hose, dieses rote, ärmellose Hemd und die selben Stiefel, doch heute trug er noch Handschuhe. Braune Lederhandschuhe, die an den Fingern eng anlagen und nach hinten immer weiter wurden. Sein schwarzes Haar glänze im Licht und seine grünen, harten Augen waren fest auf seine Gegner fixiert. Ein Schrei, der durch Mark und Bein ging, erscholl und plötzlich waren sie überall. "Zieht eure Schwerter, jetzt wird gekämpft!", sagte Overkill mit einem seltsamen Unterton in der Stimme. Ich tat wie mir geheißen und auch Orlando griff zu den Waffen. Einer Magongs hob die Arme und schrie seltsame Worte. Plötzlich sank die Sonne wie im Zeitraffer und der Mond ging auf. Der Magong hatte soeben den Tag enden lassen! Ich erschrak, als über mir auf einmal ein Himmel voller Sterne erschien. Wie konnte das sein? Wo eben noch die Sonne ihre warmen Strahlen ausgesandt hatte, schien nun der Mond kalt vom Himmel. Die ganze Szene war in ein unnatürliches, silbernes Licht getaucht. Träumte ich etwa schon wieder? Orlando, Overkill und ich stellten uns Rücken an Rücken an einander, die Schwerter fest in den Händen haltend, warteten wir auf den unvermeidlichen Angriff. Von meiner Position aus, konnte ich weit über die Ebene sehen, und was ich sah machte mir große Angst. Von überall strömten in schwarz gekleidete Kreaturen, Menschen, Magongs herbei, alle hielten glitzernde Klingen in den Händen und einige trugen große schwarze Schilde. Sie alle wollten nur eins, uns vernichten! Ich umfasste mein Schwert fester. Meine Hände schwitzten und ich hatte Angst. Diese Magong Armee war einfach zu groß. Ich hatte keine Zeit weiter über die Folgen dieser Schlacht nachzudenken, denn die Magongs gingen zum Angriff über und ich hatte mehr als genug damit zu tun, meine Haut zu verteidigen. Ich parierte Schlag um Schlag, stach hin und wieder zu oder schlug nach meinen Gegnern. Doch es waren viel zu viele. Meine Armee wurden langsam schwer und ich spürte wie mir Schweiß von der Stirn perlte. Bisher hatte ich es irgendwie geschafft unverletzt zu bleiben, doch jetzt hatte ich kaum noch Kraft und immer wieder spürte ich wie sich die Klingen meiner Gegner in meine Haut bohrten. Bei jedem Treffer schrie ich auf und mehr Tränen stiegen mir in die Augen. Bald weinte ich hemmungslos und aus zahlreichen, schmerzenden Wunden floss Blut und ich hätte am liebsten mein Schwert weggeworfen, damit mich diese fiesen, bösen Wesen endlich töteten und diese Schmerzen aufhörten. Doch ich tat es nicht, hieb eher noch heftiger nach meinen Feinden. An meiner Seite hörte ich Orlando keuchen und ich wusste, dass auch er keine Kraft mehr hatte um sich zu verteidigen. Noch immer schienen die Sterne über uns und das silberne Licht des Mondes tauchte unsere Niederlage in kaltes Licht. Wie viele Stunden wir wohl gekämpft hatten? Es waren eindeutig zu viele gewesen, denn ich spürte wie eine tiefe Müdigkeit von mir Besitz ergriff. Es begann damit, dass meine Beine anfingen zu zittern, und meine Arme immer schwerer wurden, dann begannen meine Knie langsam unter mir nachzugeben und meine Augen fielen mir trotz der Gefahr immer wieder zu. Schließlich war ich kaum noch in der Lage meine Klinge zu heben. Das Einzige was mich jetzt nicht vorüber kippen ließ, war diese tiefe Angst, die schon an Panik grenzte, diese unglaubliche Angst zu versagen und Mittelerde so den Magongs und mit ihnen der Vernichtung zu übergeben. Heute weiß ich nicht mehr, wie lange ich noch gekämpft habe ohne mir dessen bewusst zu sein, ich weiß nur noch, wie ich irgendwann erst auf die Knie sackte und dann vornüber fiel. Ich erinnere mich noch ganz genau daran, dass es regnete, der Boden schlammig und aufgeweicht und ich selbst vollkommen durchnässt war. Wann dieser Regen angefangen hatte, kann ich heute auch nicht mehr sagen. Das Letzte an was ich mich erinnere, bevor ich ohnmächtig wurde, war, dass ich Orlando schreien hörte...

Kapitel 2 - Pegah

Alisha, Sadamir und Sara sahen sich vorsichtig um. "Hier sollen wir deine Kusine finden?", fragte Sara zweifelnd und betrachtete die hohen, alten Bäume. "Ja, ich hoffe es jedenfalls.", sagte Sadamir. "Warum suchen wir sie eigentlich?", fragte Alisha. "Weil sie uns vielleicht helfen kann. Sie ist eine hervorragende Bogenschützin und wir könnten sie brauchen. Schließlich geht es um die Verteidigung Mittelerdes und deswegen..." "Schon gut. Trotzdem bezweifle ich, dass wir sie in diesem gigantischen Wald jemals finden werden.", sagte Sara und sah sich um. Die Luft war warm und es war stickig. "Hier kann man kaum atmen.", beschwerte sich Alisha. "Bist du sicher, dass deine Kusine hier lebt und nicht schon erstickt ist?"

"Ihr übertreibt.", sagte Sadamir und trat durch die dicht beieinander stehenden Bäume. "Dieser Wald ist schon sehr alt und sehr weise." "Wie kann denn ein Wald weise sein?", fragte Alisha überrascht und folgte ihm schnell. "Wir befinden uns hier in Fangorn und ich dachte du wüsstest um das Geheimnis der Ents.", sagte er. "Das hier ist Fangorn?", fragte Alisha ungläubig. "Ja.", sagte Sadamir knapp "Dann kommt jetzt, wir sollten Sadamirs Kusine schnell finden. Ich möchte hier so schnell wie möglich wieder raus!" Zusammen traten die drei Gefährten in den Wald hinein. Die Sonne stand schon im Zenit und es war sehr schwül. Den restlichen Tag verbrachten sie damit, durch den Wald zu wandern und nach Pegah, Sadamirs Kusine, Ausschau zu halten. Gegen Abend machten sie erschöpft Halt und aßen etwas Brot, das sie aus der Elbenstadt mitgenommen hatten. "Ich hab doch gesagt, dass wir sie nicht finden!", sagte Sara gereizt. Den ganzen Tag lang hatten sich die drei immer wieder gestritten, weil Sara keine Lust hatte Fangorn zu durchqueren, Alisha die Route so ziemlich egal war und Sadamir fand, dass der Weg quer durch Fangorn am kürzesten war. Die Tatsache, dass sie vielleicht sogar noch auf seine Kusine stoßen könnten, war nur ein weiterer Vorteil, wie er fand. "Wir haben noch nicht mal ein viertel von Fangorn durchquert, also stehen die Chancen sehr gut, dass wie Pegah immer noch treffen!", motzte Sadamir. "Könnt ihr zwei vielleicht endlich einmal aufhören zu streiten?", fragte Alisha ziemlich gereizt. "Ihr nervt ziemlich!" "Ach ja? Du auch!", keifte Sara. "Ihr habt se doch nicht mehr alle! Anstatt die sichere Route um Fangron herum zu wählen, rennen wir in unser Vererben hinein. Denkt ihr etwa, so helfen wir dieser Welt?" "Erstens lass meine Freundin in Ruhe und zweitens, ja.", sagte Sadamir etwas lauter als es gut war. "So sparen wir nämlich ziemlich viel Zeit!", motzte er. "Wenn wir hier drinnen nicht draufgehen!", murmelte Sara. "Das werden wir nicht! Außerdem ist es schön durch einen alten Wald zu wandern, oder?", sagte Sadamir provozierend. "Du kannst mich mal." "Du mich auch!" "AHHHHH!!!", Alishas Wutschrei hallte im stillen Wald wieder und als er verhallt war, war es plötzlich ganz still. "Ihr zwei werdet jetzt ganz still sein und wenn ihr auch nur ein Wort sagt, dann geh ich. Verstanden!" Die beiden anderen nickten stumm. Sara bekam die erste Wache aufgebrummt und Sadamir sollte die Zweite übernehmen, zur Strafe. Sadamir weckte Alisha nach seiner Wache vorsichtig und sie lehnte sich an einen Baum um den Rest der Nacht über ihre Gefährten zu wachen. Bevor sich Sadamir schlafen legte, kam er noch einmal zu Alisha. "Der ganze Streit heute tut mir echt leid.", flüsterte er. "Ihr habt wirklich etwas übertrieben.", antwortete Alisha, ebenfalls im Flüsterton. "Das tut mir auch echt voll Leid, aber ich war schlecht drauf. Seit wir die Elbenstadt verlassen haben, habe ich ein ziemlich schlechtes Gefühl, weißt du?" Alisha küsste Sadamir sanft auf die Wange. "Ich weiß was du meinst. Ich fühle mich genau so. Die Elbenstadt ist wie mein zweites Zuhause geworden. Der Gedanke, dass Magongs sie besetzen und vielleicht sogar zerstören ist unerträglich." "Ich glaube Sara fühlt das Selbe.", sagte Sadamir und setzte sich neben seine Freundin. "Ja und sie wurde auch noch von Legolas getrennt, für sie muss es umso schlimmer sein. Wir haben wenigstens noch uns.", Alisha sah Sadamir in seine wundervollen grünen Augen und er nahm sie fest in den Arm. "Ja, wir haben wenigstens noch uns. Egal was passiert.", hauchte er. "Sadamir?", fragte plötzlich eine klare, schöne Stimme hinter ihnen. Erschrocken ließen sich die beiden anderen los und fuhren erschrocken herum. Vor ihnen stand in einiger Entfernung eine junge Frau von vielleicht 17, mit langen schwarzen Haaren, und dunklen Augen. Sie trug enge Kleidung, deren Farbe man in der Dunkelheit nicht ausmachen konnte. Über ihre Schulter konnte man einen schönen Bogen und einen Köcher voller Pfeile erkennen. An einem schmalen Ledergürtel, hing ein Säckchen und ein langes Messer. "Pegah?", fragte Sadamir und grinste fröhlich. "Hey! Hi!" Die Frau sprang in die Höhe und fiel dem Elben dann um den Hals.

"Sadamir, ist das schön dich zu sehen.", rief sie und Sara schrak auf. "Nanu, wer sind Sie denn?", fragte sie und griff nach ihrem Messer. "Sara, das ist Pegah, meine Kusine!", sagte Sadamir und ließ die junge Frau los. "Das gibt's doch nicht, wir haben sie doch tatsächlich gefunden.", sagte Sara. "Ich bin Sara." fügte sie schnell hinzu und streckte der Elbin ihre Hand entgegen. Pegah ergriff und schüttelte sie. "Ich bin Pegah.", sagte sie bevor sie sich Alisha zuwandte und sie von oben bis unten musterte. "Ich... ich bin Alisha.", sagte diese schüchtern. Die Augen dieser Elbin strahlten hell und klar. Sie waren voller Lebensfreude und schienen ein eigenes warmes Licht auszustrahlen. Man sah ihr auch so an, dass sie eine sehr fröhliche Person war. Ihr glattes Gesicht wies nicht die kleinste Falte auf, die von Trauer zeugen könnte. Ihr Lächeln war ansteckend und ehrlich. "Schön dich kennen zu lernen. Du und mein Cousin, ihr scheint euch zu kennen.", sagte sie. "Wir sind ein Paar.", sagte Alisha und lächelte. Sie mochte Sadamirs Kusine auf Anhieb und war jetzt doch sehr froh sie getroffen zu haben. "Wirklich? Sada, davon hast du mir ja gar nichts erzählt!", sie fuhr herum uns sah ihren Verwandten mit gespielter Strenge an. Dieser grinste nur. "Ich kann nun mal nicht jeden Tag nach Fangorn kommen.", sagte er. "Na ja dann... Ihr solltet nicht hier draußen schlafen, meine Hütte befindet sich hier ganz in der Nähe. Kommt mit, dann könnt ihr auch gleich Cocodie kennen lernen!", reif sie glücklich und ging ohne auf eine Antwort zu warten davon. "Hey, warte, wir müssen doch wenigstens unsere Sachen zusammenpacken!", reif Sadamir ihr nach. Doch zu unserer Überraschung war das schon geschehen, und wir sahen nur noch wie einige Eichhörnchen im Wald verschwanden. "Wie ihr seht, habe ich viele Freunde. Kommt, ich habe gerade Tee gekocht!" Die Gefährten schulterten ihre Rucksäcke und folgten Pegah durch den nächtlichen Wald zu ihrer Hütte. Sie stand auf einer kleinen Lichtung, die sich an einen kleinen See schmiegte, der von einem munter fließenden Wasserfall gespeist wurde. Die Hütte selbst war rund und aus Baustämmen, Ästen und Blättern gefertigt. Das Dach schien aus Moos zu bestehen. Aus kleinen Fenstern schien ihnen warmes, goldenes Licht entgegen. Eine niedrige Tür wurde aufgestoßen und heraus trat ein Pferd. Es war wunderschön. Sein Fell glitzerte silbern im strahlenden Mondlicht, wenn man von einigen dunkleren Flecken absah. "Ah, Pegah, da bist du ja endlich! Wie ich sehe sind deine Freunde mitgekommen.", sagte es plötzlich. "Huch, dein Pferd kann ja sprechen!", rief Alisha erschrocken. "Allerdings! Du kannst's doch auch, oder?", fragte Cocodie schnippisch und lehnt sich nach vorne. Die lange Mähne fiel ihr dabei über die Rechte Schulter. "Seit wann gibt's denn weiße Friesen.", fragte Alisha patzig zurück. "Ich bin die Einzige meiner Art! Was GANZ besonderes, was man von DIR ja nicht behaupten kann..." "Hey! Jetzt vertragt euch doch mal!", ging Pegah dazwischen. "Ich hab nicht angefangen!", verteidigte sich das Pferd und legte seinen Kopf auf Peghas Schulter, die ihm liebevoll über die Nüstern strich. "Jetzt kommt aber rein. Cocodie hat eure Schlaflager schon vorbereitet, außerdem gibt's mehr als genug Tee und Kuchen." "Also, dann komm ich auf jeden Fall mit rein!", sagte Sadamir und betrat zufrieden die Hütte, Sara, Alisha und Pegah folgten ihm. Cocodie zog es vor noch etwas draußen zu bleiben um zu grasen. Sie habe schon genug Kuchen gegessen und außerdem müsse sie sowieso auf ihre Figur achten, erklärte sie den anderen, was bei den Gästen nur ein amüsiertes Lächeln hervor rief. In der Hütte war alles sauber und aufgeräumt. Ein schöner Teppich lag auf dem Boden, Vorhänge trennten einige Teile der Hütte vom Rest des Wohnraumes ab. An der Decke hingen einige Steinschalen, die mit Moosen gefüllt waren. Zwischen den Moosen wuchsen Pilze, die ein warmes, goldenes Licht verbreiteten. Es gab einen Tisch mit Stühlen und einige Schränke, die schön bemalt worden waren. An den Wänden sah man Bilder, die entweder Pegah, Cocodie oder beide zusammen zeigten. "Wahrscheinlich ihr Äquivalent zu Fotos.", dachte Alisha, als sie sich umsah. In der Mitte der Hütte befand sich befand sich eine Feuerstelle. Die Asche glimmte noch und über ihr hing ein Blech, auf dem köstlich duftender Kuchen lag. Auf dem Tisch stand eine dampfende Tonkanne, die mit Tee gefüllt war. Pegah wies ihren Gästen Stühle zu und ging dann zu einem Schrank um Tonbecher und Tonteller zu holen. "Die hab ich selber getöpfert.", sagte sie stolz. "Wirklich? Sie sind sehr schön.", sagte Sara und betrachtet die kunstvoll gefertigten Gefäße die neben der Feuerstelle standen. Es waren Schüsseln und Töpfe, Mörser und große, pfannenähnliche Teller. Einige der Schalen schienen mit Kräutern gefüllt zu sein. "Danke.", sagte Pegah und stellte die Teller und Becher vor ihre Gäste auf den Tisch. "Greift ruhig zu. Wer will Kuchen?" "Ich!", sagte Sadamir sofort und Pegah nahm die Teller wieder an sich um sie nicht zu knapp mit Kuchen zu füllen. "Huch, das ist doch viel zu viel!", riefen die drei Gefährten nach einander, als sie ihre Teller zurück bekamen. "Ach quatsch. Ihr seit viel zu dünn! Esst mal was!" Dann schüttete sie dampfenden Tee in die Becher und setzte sich zu ihnen. "So, jetzt erzählt mir aber mal, was euch zu mir führt!", sagte sie und beugte sich neugierig vor. Sadamir trank einen schluck Tee und begann ihr die Geschichte zu erzählen. "...als Yvonne uns dann erzählte, dass es sich bei den Fremden um Magongs handelt, war uns allen sofort klar, dass wir etwas unternehmen müssen!", sagte er und biss in sein drittes Stück Kuchen. "Ja, Galadriel und Celeborn haben deswegen Gruppen gebildet und uns verschiedene Aufgaben zugeteilt.", fuhr Sara mit vollem Mund fort. "Die Elbenherrscher sind mit Legolas zu einem Orakel gegangen. Yvonne und Orlando sind losgezogen um die Magongs auszuspionieren und wir, wir gehen nach Gondor um die Leute dort zu warnen.", schloss Alisha und schluckte den letzten Bissen ihres sage und schreibe vierten Stückes hinunter. "Oh man, hab ich jetzt wirklich vier Stücke Kuchen gegessen?", fragte sie als sie merkte, dass ihr Teller leer war. "Ja, und du kannst gerne noch mehr haben!", Pegah wollte nach ihrem Teller greifen und aufstehen, doch Alisha hielt die Hand der Elbin fest. "Nee danke. Ich mach eigentlich gerade eine Diät.", sagte sie und sah verzweifelt zu ihrem Bauch hinunter, wo sie ein einzelnes, winziges Speckröllchen mit aller Kraft vor zu ziehen versuchte. "Sicher, du musst abnehmen...", sagte Sara und sah ihre Freundin schief an.

"Stimmt doch. Früher waren da nur Muskeln!", beschwerte sich Alisha und ließ ihre Haut los, die sich sofort wieder straff über ihren Bauch legte. "Du hast nen Knall!", sagte Sara. "Etwas mehr Fett würde dir wirklich nicht schaden!", sagte Pagah, riss sich los und legte ein weiteres Stück Kuchen auf den Teller. "Und das wir jetzt gegessen!", sagte sie streng, doch ihre schönen Augen lächelten ihr zu und Alisha wusste, dass sie es nicht ernst meinte. Trotzdem griff sie nach ihrem Teller und verschlang mit gespieltem Murren und Knurren noch ihr fünftes Stück Kuchen... Als sie sich dann endlich alle satt waren, hatte Alisha noch am wenigstens gegessen. Sara hatte sechs Stücke verputzt, Sadamir hielt jedoch den Rekord mit sage und schreibe ELF Stücken des köstlichen Kuchens. Jetzt lehnte er sich zufrieden zurück und strich sich über den Bauch. Ein zufriedener Rülpser entwich ihm. "Hey, lass das! Ich muss mich ja für dich schämen!", sagte Alisha und schlug ihm auf den Oberarm. "Jetzt solltet ihr aber ins Bett gehen. Die Nacht ist fast vorüber und ihr wollt sicherlich noch etwas schlafen." "Da hast du Recht.", sagte Sadamir und gähnte herzhaft. Die Freunde standen auf und Pegah öffnete einen der Vorhänge. Hinter ihm befand sich ein gemütlicher kleiner Raum, mit einem Schrank und drei niedrigen Betten. "Hier könnt ihr euch ausruhen!", sagte Pegah und ließ die Gäste eintreten. Die Gefährten wollten gerade den Raum betreten, als Cocodie in die Hütte stürmte. "Verdammt, da kommen so komische Typen über die Lichtung direkt auf uns zu!" Pegah sprang mit zwei gewaltigen Sätzen zur gegenüberliegenden Wand, an der ein großer Schrank stand. Sie riss die Türen auf und holte einen Bogen und einen Köcher voller Pfeile heraus. Sie hängte sich die Waffen um und griff schon nach einem Kurzschwert. "Die sollen mich erleben, wenn sie uns feindlich gesinnt sein sollten!", sagte Pegah, gerade als die Tür aufgerissen wurde und fünf Gestallten in schwarzen Kapuzenmänteln vor ihnen standen. Sadamir zog entschlossen seinen Bogen aus dem Köcher auf seinem Rücken und legte einen Pfeil auf die Sehne. "Keinen Schritt weiter, ihr Ausgeburten der Hölle!", rief er und Alisha stellte sich, ihr Schwert fest in der Hand, neben ihn. "Wenn ihr es wagt auch nur einen Schritt hier rein zu tut...", sagte sie drohend. Sie ging etwas in die Knie, stellte sich seitlich zu ihren Gegnern und winkte mit der nach vorne gestreckten, freien Hand den Magongs zu hereinzukommen, wenn sie eine gehörige Trachtprügel bekommen wollten. Sara griff ebenfalls nach ihrem Bogen und zwischen ihren Zähnen hielt sie die gefährlich blitzende Klinge ihres Messers. Cocodie schnaubte wütend und legte die Ohren an. In den Augen des weißen Frieses brannte ein eigenes, wildes Feuer. Die Magongs betraten langsam die Hütte, keiner sprach ein Wort, es war ganz still, nur die hin und wieder knackende Glut im Ofen war zu hören. Irgendwo draußen schrie ein Nachvogel. Wie große, schwarze Gespenster stellten sich die Magongs in einer Reihe auf. Ein leichter Wind kam auf und bauschte sich in den Mänteln der Feinde. Sie waren alle sehr groß, über zwei Meter, schätze Alisha, der inzwischen ziemlich warm geworden war. Ihre Nackenhärchen stellten sich auf, und kalter Schweiß rann ihr über den Rücken. Sie hatte Angst. Wieso konnten diese Wesen nicht etwas sagen? Die ins Gesicht gezogenen Kapuzen, die Mäntel, mit den langen Ärmeln, die fast wie die Kutten eines Mönches aussahen, schienen alles Licht aufzusaugen, damit es für immer aus dieser Welt verschwand. "Geht endlich!", schrie Pegah laut und feuerte ihren ersten Pfeil ab. Sofort hatte sie den nächsten auf der Sehne und sah wieder zu den Gegnern hinüber. Sie standen ganz still da und der Pfeil schwebte in einem Schritt Entfernung vor einem vom ihnen. Dieser trat nun vor. Seine Bewegung war ganz langsam und geschmeidig. Er hob den Arm und eine Hand wurde sichtbar. Eine schwarze, magere Hand, die nach dem Pfeil griff. Alisha merkte sofort, dass diese Hand von einem engen Handschuh umhüllt wurde. Der Magong drehte den Pfeil vor seiner Kapuze hin und her, als hätte er noch nie so ein Geschoss gesehen und dann, ganz langsam, hob er die zweite Hand, die ebenfalls in einem schwarzen Handschuh steckte, und legt sie auf die Spitze des Pfeils. Für einen Moment war es ganz still, selbst die immerwährenden Geräusche des Waldes, ja selbst das Plätschern des kleinen Wasserfalls vor Pegahs Hütte und die Bewegungen des Sees, schienen verstummt zu sein. Keiner der Freunde wagte zu atmen und dann krachte es unglaublich laut, so als würde ein Riese eine gewaltige Eiche einfach zerbrechen, und der Pfeil brach in den Händen des Magongs. Einmal, zweimal, dreimal krachte es, dann war es wieder ganz still. Der Magong hob den Kopf und streckte die rechte Hand aus, in denen die Überreste des Pfeils lagen. Er kippte die Hand und die Pfeilstücke fielen zu Boden. Ihre Aufschläge hallten fast ohrenbetäubend laut in den Ohren der Gefährten wieder. Langsam hob sich der Kopf des Untergottes und sah die fünf Gefährten an... Alisha schluckte ihr Hände zitterten. Sie glaubte brennende Augen auf ihrer Haut zu spüren, Blicke, die sie durchdrangen, sie studierten, sie lasen. Fiese, glühende Augen waren es, Augen, die unter der nachtschwarzen Kapuze verborgen lagen, und doch deutlich sichtbar waren. Große rote Augen dessen gelben Pupillen von keiner Iris eingekreist waren. Sie sah vorsichtig zu Sadamir, der neben ihr stand und merkte, dass er genau so viel Angst hatte wie sie. Seine Hände hatten sich um seinen Bogen verkrampft und sein Arm zitterte. Die einzigen die scheinbar unbeeindruckt da standen, waren Pegah und Cocodie. Ob es daran lag, dass sie nichts über ihre Gegner und deren dunkle Mächte wussten, oder einfach daran, dass sie mutiger waren als die restlichen drei Gefährten. Der Magong, der vorgetreten war, schob seine rechte Hand unter seine Kutte und als er sie wieder hervor zog, hielt er ein langes, funkelndes Schwert in der Hand. Auf der blanken Klinge schimmerte das kalte Mondlicht. Das schwarze Heft war mit vielen Zacken und Bögen verziert. Am unteren Ende, des mit schwarzem Leder bezogenen Griffes, war ein aus schwarzem Holz geschnitzter Totenkopf zu sehen. Langsam folgten die restlichen Götter dem Beispiel des Ersten. Ihre Schwerter waren zwar genau so lang wie das ihres scheinbaren Anführers, doch nicht halb so kunstvoll gearbeitet. Synchron traten alle einen Schritt vor. "Bleibt stehen.", schrie Sadamir panisch, doch die Magongs schienen unter ihren dunklen Kapuzen nur hämisch zu grinsen, während sie langsam, aber unaufhaltsam auf die Freunde zugingen. Die Schwerter mit der Spitze auf den Boden gerichtet in der rechten Hand. Sie machten alles hundertprozentig synchron. "AH!", voller Panik ließ Sadamir die Sehne fahren. Saras Pfeil folgte einen Sekundenbruchteil später. Pegahs Pfeil jedoch blieb auf der Sehne, die Elbin hatte die Augen geschlossen und murmelte Wörter in einer fremden Sprache. Cocodie schnaubte und wieherte laut und angriffslustig, als sie vorsprang und mit ihren Hufen auf die Götter einschlug. Alisha sprang todesmutig vor und hieb mit ihrem Kurzschwert auf die Gegner ein, die einfach weiter gingen, ohne auch nur in geringster Weise auf die Hiebe von Cocodie oder auf die Pfeile von Sadamir und Sara zu reagieren. Pegahs Bogen sang, als sie schließlich die Sehne fahren ließ. Ihr Pfeil schien von weißen Flammen umgeben zu sein, als er auf die schwarzgekleideten Männer zu flog. Er traf und plötzlich schrie der getroffene Magong auf. Der Schrei war schrill und laut. Cocodie sträubte ihr Rückenfell und geriet in Panik. Wie wild um sich tretend durchbrach sie die Reihe der Magongs und stürmte aus dem Haus. Der Schrei des Magongs klang wieder, er war grausam und klang als ob er vom Tod persönlich ausgestoßen worden wäre. Die Freunde schrieen auf, als sie von einer plötzlichen, kalten Druckwelle erfasst wurden. Ein starker Wind kam auf, und schleuderte sie gegen die Wand. Alisha ließ ihr Schwert fallen, Sara hatte sich auf den Boden geworfen und ihre Arme über dem Kopf zusammen geschlagen. Einzig und allein Pegah stand da, gerade und stolz, der Wind zerrte an ihrem schwarzes Haar, doch sie stand fest in ihrer Hütte. Mit einem Lächeln auf den Lippen griff sie über ihre Schulter und holte einen neuen Pfeil aus ihrem Köcher. Sie sah wunderschön aus und als Alisha sie beobachtete hatte sie da Gefühl, dass Sadamirs Kusine wachsen würde. Sie strahlte in einem weißen Licht, dass von innen heraus, hell und schön gegen die Dunkelheit ankämpfte, die von den Magongs ausging. Das Zimmer füllte sich mit kalter, grausamer Dunkelheit, bis nur noch Pegahs helles Licht, wie in weiter Ferne zu sehen war. Ihr Blick war fest auf ihre Gegner gerichtet, die nun zu viert auf sie zu schritten. Wieder murmelte die schöne Elbin Zauberformeln und ließ ihren magischen Flammenpfeil von der Sehne fliegen. Ein weiterer Magong schrie auf, und fiel. "Weichet, böse Geister! Weichet! Verlasst mein Haus und kommt nie wieder!", rief Pegah. Und Alisha, die in der fast vollkommenen Dunkelheit saß und zitternd die Geschehnisse betrachtete, sah plötzlich, wie die Dunkelheit wich und gleißend weißem Licht platz machte. Sie schloss geblendet die Augen und als sie sie wieder öffnete, sah sie wie Pegah, ihre Arme nach Oben gestreckt, da stand. Aus ihren Fingerspitzen schoss gleißendes Licht, wie Blitze. "Weichet, oder ihr spürt meinen Zorn!", sagte Pegah und ihre sanften dunklen Augen hatten sich verändert. Sie waren jetzt nicht mehr sanft, warm, mitfühlend, sondern kalt, gefährlich, die Augen einer mächtigen Magierin, die man erzürnt hatte. Die verbliebnen drei Magongs kreischten auf und flohen, wie Schatten, die sich vor der Sonne wichen. Als sie fort waren, schrumpfte Pegah wieder. Die Freunde sprangen wieder auf und Sadamir fing seine Kusine auf, als sie schwankte und nach hinten fiel. "Ich kann nicht mehr.", hauchte sie. "Ich musste all meine Kraft aufbringen um sie zu vertreiben.", dann schloss sie die Augen und wurde ohnmächtig. Cocodie galoppierte in die Hütte. "Pegah!", rief sie und knabberte liebevoll an ihrem Haar. "Was ist passiert?", fragte sie. Sadamir erzählte was Pegah getan hatte und Cocodie seufzte. "Wir müssen hier schnell weg. Diese Wesen werden bald zurück kommen, Pegah hat ihnen nur einen Schrecken eingejagt, aber mehr auch nicht. Sie werden wieder kommen und dann wird Pegah sie nicht vertreiben können.", Das Pferd ging zu einem Schrank und öffnete ihn, dann holte sie einige Umhängetaschen heraus und wies die Gefährten an, Decken und Proviant hinein zu füllen. Die Gefährten legten die bewusstlose Pegah über Cocodies Rücken und folgten dann den Anweisungen des Pferdes. Nach einiger Zeit hatten sie alles zusammen gepackt und verließen die Hütte. "Wir müssen diese Nacht noch sehr weit gehen. Kommt schnell. Ich werde euch anführen.", sagte Cocodie und übernahm die Führung. Die Gefährten folgten dem Friesen tiefer in den Wald hinein...

Als endlich der nächste Morgen anbrach hielten sie kurz an um an einem kleinen, klaren Bach zu trinken. "Mein Gott, was war diese Wanderung anstrengend.". sagte Sadamir. Pegah, die mittlerweile wieder aufgewacht war, hockte sich neben ihn. "Das kannst du wohl sagen." "Wie hast du deine Pfeile zum brennen gebracht?", fragte Sara und hockte sich neben sie. "Das war echt beeindruckend!" "Danke, aber ich hab echt keine Ahnung wie ich das gemacht habe. Ich habe euch alle zurückweichen sehen und die Kontrolle über mich verloren. Plötzlich schien es, als sei da eine höhere Macht, die diese Wesen zurück getrieben hat und mich dazu benutzte. Ich bin sofort ohnmächtig geworden und bin erst hier wieder zu mir gekommen." "Komisch, denn du hast noch so ziemlich krass gekämpft und standst fest vor deinen Gegnern.", sagte Sadamir. Plötzlich wieherte Cocodie auf. "Sie kommen. Ich spüre, dass diese Wesen in der Nähe sind. Schnell, wir müssen weiter." Sie sprangen wieder auf und schon preschte der weiße Friese davon. Gerade rechtzeitig, denn hinter ihnen brachen die Magongs kreischend aus dem Wald heraus. Es waren mindestens zehn und nun rannten sie hinter ihnen her Pegah trieb Cocodie immer mehr zur Eile an. "Beeil dich, beeil dich! Sie sind uns auf den Fersen." "Ihr seit alle viel zu schwer! So kann ich nicht halb so schnell laufen wie diese komischen Wesen!" Sadamir sprang plötzlich ab. "Ich lauf neben euch her, Elben sind ziemlich ausdauernd und laufen können wir auch.", Jetzt sprang auch Pegah ab. "Ich werde dich auch entlasten." Zusammen liefen sie davon so schnell sie ihre Beine trugen. Die Magongs waren immer dicht hinter ihnen, bis sich auf einmal der Wald lichtete und sie auf eine Weite Ebene hinaustraten. Pegah stolperte und fiel hin. Das Gras fing zwar ihren Sturz ab, doch sie fürchtete, dass die Magongs jetzt die Möglichkeit hatten, sich auf sie zu stürzen. Sie drehte den Kopf und stellte überrascht fest, dass die Götter verschwunden waren. Neben ihr fiel Sadamir auf den Boden und legte ihr einen Finger auf die Lippen. "Ruhig!", sagte er leise. "Was ist los?", flüsterte Pegah. Alisha und Sara legten sich zu ihnen. "Da unten ist ein Lager.", hauchte Sara entsetzt. "Was für ein Lager." "Magonglager.", hauchte Alisha. "und ich habe Yvonne und Orlando gesehen." "Yvonne? Orlando?", fragte Sadamir entsetzt. "Ja." "Was machen die beiden denn da?", fragte Pegah. "Und wer sind die überhaupt?" "Yvonne ist meine beste Freundin und Orlando ist ihr Freund.", erklärte Alisha schnell. "Ach so, die zwei die Informationen einholen sollen!" "Genau! Glaubst du, die hatten mit ihrem Auftrag Erfolg?", fragte Sadamir. "Das glaub ich nicht. Sie trugen Handschellen.", hauchte Alisha. "Dann müssen wir sie daraus holen, bevor die Magongs ihnen etwas antun." "Du hast Recht." "Wir warten bis es dunkel wird, würd' ich sagen.", sagte Sara. "Spinnst du? Noch einen ganzen Tag warten? Das geht nicht!", fuhr Alisha sie an. "Wir müssen jetzt erst mal von hier verschwinden. Die Magongs, die uns gefolgt sind, werden die unten im Lager warnen, und gegen eine solche Masse kommen wir nicht an.", flüsterte Pegah und sah über den Rand eines Steines in das Tal hinab, über dem sie lagen. Unten reihten sich Zeltreihe and Zeltreihe. Soweit das Auge reichte, nur leere weiße Zelte, kein Magong war zu sehen. Fast direkt unter ihnen befand sich ein kleines Steinhaus. "Dort drinnen werden sie Yvonne und Orlando gefangen halten.", dachte sie und schob sich zurück. Cocodie stieß sie mit ihrem Kopf an. "Was machen wir jetzt?", fragte das weiße Pferd leise. "Von hier verschwinden. Du wirst am Rand des Waldes entlang gehen und dich möglichst versteckt halten." "Müssen wir die retten?", fragte das Pferd. "Ja!", fuhr Alisha das Pferd an. "Da unten sind meine Freunde und die werden gerettet, verstanden!" "Ja ja, reg' dich ab, Mensch!", schnaubte Cocodie und trabte auf den Wald zu. "Was machen wir jetzt?", fragte Sara. "Mhh... Wir schleichen am Rand des Tales entlang und suchen uns einen Weg, hinunter.", schlug Sadamir vor. "Ok." Die vier Gefährten krochen am Rand der Schlucht entlang. Das hohe Gras gab ihnen Deckung und sie blieben nur hin und wieder still liegen um zu lauschen, doch als die Sonne höher stieg und es langsam heiß wurde. Wurden sie es überdrüssig wie Schlangen einfach hin und her zu kriechen, ohne eine Menschenseele zu sehen. Alisha kroch als Letzte. Irgendwann blieb sie einfach still liegen, schob die Halme zur Seite und spähte ins Tal. Dort zwischen den Zelten bewegte sich etwas. Sie sah jemanden zwischen zwei Zeltreihen umherschleichen. Sie blieb still liegen. Wagte kaum zu atmen. Wer war das dort unten? Die Person trat zwischen den Zelten hervor. Die Sonnenstrahlen blitzen auf blankem Stahl. Dort unten stand ein Junge. Er hatte schwarze Haare, trug ein rotes Hemd und eine braune Hose. Seine Füße steckten in hellbraunen Lederstiefeln. Die in braunen Handschuhen steckenden Hände umfassten den Griff des Schwertes. "Overkill.", hauchte Alisha. Der Junge schlich weiter. Seine Bewegungen waren geschmeidig wie die einer Katze und er ging etwas geduckt. Nach einigen Schritten verharrte er und lauschte. So schob er sich immer weiter vorwärts, Alisha drehte sich und sah sein wahrscheinliches Ziel. Das Steinhaus, in denen wahrscheinlich ihre Freunde gefangen gehalten wurden. Sie hielt unwillkürlich den Atem an, als sie sah, wie sich etwas in einem Zelt hinter Overkill bewegte. Eine schwarze Gestalt schob sich aus dem Zelteingang und folgte Overkill, der sie nicht zu bemerken schien. "Na los schon, dreh dich um! Dreh dich um!", dachte sie. Overkill blieb wieder stehen um zu lauschen und dann schlug der Magong zu. Er sprang vor, doch das Abstoßen vom Boden hatte Lärm gemacht. Overkill fuhr herum, die Klinge in der Hand. Der Magong stieß einen schaurigen Schrei aus, als sich das Schwert in seine Seite bohrte und ihn in der Mitte durchteilte. Overkill sprang zurück, und sah sie um. Alisha sah, dass aus den umliegenden Zelten Magongs strömten. Overkill wich zurück, schlug um sich, doch es schien ihr, als stände er in einem schwarzen Meer, und schlüge auf die Wellen ein. Es war sinnlos. Irgendein Magong entriss ihm sein Schwert und der Junge ging in der schwarzen Flut unter. Alisha hätte beinahe aufgeschrieen vor Schreck. "Sie werden ihm töten!", dachte sie, doch dann erschien Overkill wieder. Er wurde von den Magongs zur Hütte getragen, zwar wehrte er sich verzweifelt, doch es half nichts. Alisha sah, wie eine Tür geöffnet wurde und Overkill im Inneren der Hütte verschwand. Sie schloss die Augen. "So ein Mist. Wenn es selbst Overkill nicht gelingt Yvonne und Orlando zu retten, wie soll es dann jemals uns gelingen?", dachte sie verzweifelt und ließ die zurück gebogenen Grashalme zurückschnellen. Plötzlich legte jemand seine Hand auf ihre Schulter. Mit einem unterdrückten Aufschrei fuhr Alisha herum und trat aus. "Sag mal, spinnst du?", sagte Sadamir und hielt sich die schmerzende Wange.

"Sorry, aber du hast mich nun mal erschreckt." "Warum bist du zurück geblieben? Wir haben uns Sorgen um dich gemacht!", flüsterte Sadamir streng und strich ihr durchs Haar. "Ich hab mir Sorgen gemacht." "Es tut mir echt leid, aber ich hab Overkill gesehen und..." "Ach Overkill hast du gesehen und wegen dem bleibst du stehen?", sagte der Elb leicht angesäuert. "Hey, du bist mein ein und alles.", hauchte Alisha liebevoll und küsste den Elben sanft auf die Lippen. "Weiß ich doch. Aber was wollte Overkill?" "Sah so aus, als wollte er das Selbe wie wir. Yvonne und Orlando befreien." "Was? Overkill?", Sadamir musste grinsen. "Jo, aber die Magongs haben ihn überrascht und gefangen genommen." "So ein Mist. Jetzt dürfen wir drei Leute befreien und die Magongs werden um so mehr auf der Hut sein.", seufzte der Elb. "Wir holen die da schon raus.", sagte Alisha und legte Sadamir beruhigend ihre Hand auf die Schulter. "Ja, du hast wie immer Recht. Wir machen das schon.", sagte er. "Aber jetzt komm. Wir sollten langsam zurück zu den anderen gehen. Sie warten in der Nähe eines Pfades der nach unten ins Tal führt." "Sehr schön. Wahrscheinlich hat Overkill den auch benutz.", dachte Alisha. "Bist du sicher, dass er nicht bewacht wird?", fragte sie. "Na ja, jedenfalls wurde er noch nicht bewacht, als wir da ankamen. Aber da die Magongs Overkill erwischt haben, schätze ich, dass er jetzt bewacht wird. Wir werden vorsichtig sein müssen." leise schlichen sie zurück. Alisha folgte Sadamir und wagte es nicht noch einmal die Gräser zurück zu schieben.. Der Pfad nach unten wurde nicht bewacht und auch das Mogonglager lag wieder still und verlassen da. "Wann wird's endlich dunkel?", fragte Alisha sich immer wieder. Die Stunden bis Sonnenuntergang, waren die längsten die sie je erlebt hatte.

Ich hockte verängstigt in einer Ecke des Steinhütte. Um mich herum war es stockdunkel. Orlando saß dicht neben mir und hatte seinen Arm um mich gelegt. Overkill hockte etwas von uns entfernt in der Dunkelheit, ohne einen Laut von sich zu geben. Vor scheinbar einer Unendlichkeit war er zu uns ins Haus geworfen worden. Sein Schwert gleich hinterher. Ich fragte mich wirklich, warum er hierher gekommen war. Als ich aufgewacht war, war nur Orlando an meiner Seite gewesen. Unsere Wunden waren verbunden worden, aber ich wusste noch genau, dass mir kalt gewesen war und ich Fesseln getragen hatte. Ich hatte mich umgesehen und bemerkt, dass Overkill verschwunden war. Später hatte Orlando mir dann gesagt, dass er geschafft hatte zu entkommen. Wir hatten in einem Wagen gesessen. Einem Wagen in dem es ekelig gerochen hatte, obwohl ich nicht weiß wonach. Er war vergittert gewesen und draußen um uns herum waren überall Magongs gewesen. Zig Tausende, alle in Schwarz gekleidet... Als wir in diesem Lager angekommen waren, hatten sie uns sofort zu dieser Hütte gebracht und uns eingesperrt. Es war so unglaublich dunkel, dass ich jegliches Zeitgefühl verloren hatte und wahnsinnig geworden wäre, wenn Orlando nicht bei mir gewesen wäre und mir seine Arme um die Schultern gelegt hätte. Wir hatten uns leise unterhalten, über alles was uns einfiel, seine Arbeit, die Schule... halt alles was uns einfiel. Schließlich hatte er mich dann geküsst und mir wurde noch immer warm, wenn ich daran dachte. Seine warmen, weichen Lippen auf meinen zu spüren, seine Zunge, die meine sanft umkreiste... Ich hatte mir gewünscht, dass die Zeit stehen bleiben würde und wir uns in alle Ewigkeit weiterküssen würden, doch dann war Overkill in die Hütte geworfen worden und hatte unsere Fesseln zerschnitten. "Die spinnen, mir mein Schwert nachzuwerfen!", hatte er gesagt und sich dann in eine weit entfernte Ecke der Hütte gesetzt und seitdem nicht mehr geredet. Ich spürte wie Orlando mein Kinn in seine Hände nahm und ich glaube ihn lächeln zu sehen, als er sich vorbeugte und mich wieder küsste. Doch diesmal nur kurz und diesmal war es auch nicht ganz so schön, denn ich hatte das Gefühl, dass Overkill alles sehen konnte, was wir taten. Also lehnte ich einfach meinen Kopf an seine Brust und lauschte dem regelmäßigen Schlag seines Herzens. "Ist doch irgendwie ganz schön hier.", flüsterte er mir uns Ohr. "Ach ja?", fragte ich flüsternd zurück. "Wie kommst du denn darauf?" "Schau mal, wir sind in einer Hütte, es ist trocken und halbwegs warm. Wir sind zusammen", er küsste wieder kurz meinen Kopf. "Und wir leben noch. Es könnte schlimmer sein." Nach dem Kuss lehnte ich mich wieder an Orlando und genoss stumm seine Wärme "Du hast Recht!", sagte ich und sah auf. "Es könnte wirklich schlimmer sein!" ich küsste ihn auf den Mund und er erwiderte den Kuss sanft. Overkill sollte ruhig glotzen, das war egal. Plötzlich quietschte die Tür und ein blendend helles Licht strömte durch den langsam immer größer werdenden Türspalt. Geblendet schlug ich die Hände vor die Augen und presste meinen Kopf noch dichter an Orlando. Ich spürte sein Gesicht in meinem Nacken, seinen warmen Atem, und mein Herz raste... Oh, wie ich diesen Mann liebte! "Yvonne? Orlando?", fragte eine leise Stimme. Woher kannte ich sie bloß? "Mach dieses Licht aus!", rief ich und das Licht wurde gedämpft als jemand etwas raunte. Jemand zog mich auf die Füße. Fort von meinem geliebten Orlando. Aber ich wusste, dass es kein Magong war, obwohl ich trotz der plötzlichen Helligkeit nichts erkennen konnte. "Bin ich blind?", fragte ich. "Nein, das geht vorbei. Ist nur so wegen dem bissel viel Licht auf einmal.", sagte diese mir so vertraute Stimme. "Alisha.", sagte ich erleichtert. Ich umarmte meine Freundin überglücklich und ließ den aufkommenden Freudentränen freien Lauf. "Kommt endlich hier raus. Hier einzudringen war schon schwer genug.", das war eine fremde Stimme. Langsam gewöhnten sich meine Augen an die Helligkeit und ich konnte wieder sehen, nun fiel mein Blick auf eine junge hübsche Frau von vielleicht 17 oder 18. In ihren Händen hielt sie einen Bogen und sie sah sich immer wieder nervös um. Ein weiterer Kopf erschien und sagte: "Die soll ich auch noch tragen? Habt ihr 'se noch all?", der Kopf legte sich auf die Schulter der fremden Frau und erst jetzt merkte ich, dass er nicht nur sehr viel größer, sondern auch ganz anders geformt war. Orlando half Overkill auf die Füße und wir rannten aus der kleinen Steinhütte, die uns als Zelle gedient hatte. Vor uns stand ein seltsames Pferd, dass allerdings mindestens genau so schön wie seltsam war. Es war eine Mischung aus Apfelschimmel und Friese. "Steigt endlich auf!", sagte das Pferd und wir sprangen auf, zu überrascht um den Befehl in Frage zu stellen. Zu fünft auf einem Pferd zu sitzen war nicht gerade einfach, und Sadamir und die fremde Frau liefen nebenher. Entweder hatten die Magongs nichts von unserer Flucht mitbekommen, oder es war ihnen egal, ob wir nun entkamen oder nicht, denn niemand hielt uns auf oder verfolgte uns, als wir das Lager verließen. Kurz vor Sonnenaufgang hielten wir an einer kleinen Talmulde, die von Felsen versteckt wurde, die fremde Frau und Sadamir führten das Pferd hinein und wir sprangen alle ab. "Hier können wir eine Weile rasten.", sagte die Frau und entfachte geschickt ein Feuer. "Wer sind sie eigentlich?", fragte ich nach einiger Zeit, weil ich meine Neugier einfach nicht unterdrücken konnte. "Ich bin Pegah, Sadamirs Kusine.", sagte die Frau und streckte mir lächelnd die Hand entgegen. "Und ICH bin Cocodie, Pegahs beste Freundin!", sagte das Pferd hinter mir. "Ein Pferd das sprechen kann? Wie ist das denn möglich? Bist du vielleicht eine verzauberte Magierin, oder so?", fragte ich. "Nee, ich bin ein Pferd, keine Magierin.", sagte Cocodie. "Ich dachte das würde man sehen.", sie sah an sich herunter. "Sorry, tut man auch.", sagte ich schnell. "Wer seid ihr eigentlich?", fragte Pegah. "Alisha, Sarah und Sada wollten mir nicht allzu viel verraten." "Also, ich bin Yvonne, das ist Orlando und der da ist Overkill.", stellte ich uns vor. "Overkill? Was ist das denn für in Name?", fragte Pegah und sah Overkill von Oben bis Unten an. "Auf jeden Fall ein besserer als Pegah.", erwiderte Overkill scharf und seine grünen Augen funkelten. "Overkill ist gar kein Name, von daher kann er nicht besser sein als meiner!", gab Pegah scharf zurück und sah ihn kalt an. "Ach wirklich? Wo ich her komme heißen viele so. Aber wie können Eltern ihre Kinder bloß mit einem Namen wie deinem strafen?", er hob eine Augenbraun hoch und lächelte fies. "Sorry, aber so etwas wie deinen 'Namen', will ich lieber nicht in den Mund nehmen, das ist wahres Gift für meine Zunge!" Pegah schnappte empört nach Luft. "Was... was fällt dir eigentlich ein?", voller Wut gab sie Overkill eine schallende Ohrfeige. "Du... du... Mach dich nicht über meinen Namen lustig! Den hat meine Mutter mir gegeben! Du... Du... Du!!!", sie wurde hochrot und schloss dann die Augen. Als sie sie wieder öffnete waren sie nicht mehr ganz so wütend, doch noch immer schienen tief in ihrem Inneren Flammen der Wut zu tanzen. Overkills Augen dagegen waren kalt, eiskalt und erstarrt. Ein bisschen blau hatte sich in das grün gemischt, doch er wirkte ganz ruhig. "Was bin ich?", fragte er dann und rieb sich die Wange. Pegah zeigte auf ihn und schrie hysterisch: "Du... du... du bist ja so gemein!" Overkill lachte laut auf. "Allerdings, das bin ich!" "Hey ihr zwei!", ging Sara schnell dazwischen, denn Pegah sah so aus, als würde sie Overkill jeden Moment anspringen und alle Haare ausreißen! "Bleibt ganz cool, ok.", Orlando hatte die ganze Zeit amüsiert in sich hinein gelächelt und sah jetzt so aus, als könnte er ein Lachen kaum noch unterdrücken. Ich sah das und beugte mich schnell vor um ihn zu küssen. Als sich unsere Lippen wieder trennten sah er mich überrascht an. Ich grinste ihn nur an und langsam versanken wir in einem zweiten Kuss. "Schaut euch die zwei Turteltäubchen mal an.", kommentierte Sadamir und Orlando und ich hörten auf uns zu küssen und grinsten die anderen an. "Seht gefälligst weg! Das ist privat!" Diesen Abend verbrachten wir in der Mulde, denn wir waren alle müde und ich war um ehrlich zu sein, sehr froh endlich wieder frische Luft zu atmen. Pegah und Overkill hatten sich so weit wie möglich voneinander weg gelegt und hatten nach ihrem Streit kein Wort mehr miteinander geredet. Nur Pegah hatte hin und wieder abfällige Kommentare über Overkill abgegeben. Als wir zum Beispiel alle um das kleine Feuer herum gesessen hatten und die Frage aufkam, wohin wir weiter gehen sollten, hatte Pegah sofort gesagt. "Fragt doch Overkill, der weiß doch sowieso alles." Wir waren alle sehr überrascht, dass Overkill nicht weiter auf ihre Bemerkungen einging. Kurz nach Pegahs Bemerkung waren wir wir alle schlafen gegangen obwohl wir alle nicht sonderlich müde waren, schnell losten wir noch die Wachen aus und dann verkrochen sich alle unter ihren Decken. Ich erwachte kurz nach Mitternacht und sah, dass Overkill dran war, Wache zu halten. Das Feuer warf Schatten auf sein Gesicht und ich merkte, dass er nachdenklich nach Norden blickte. "Woran er wohl denkt?", fragte ich. Seine Augen schienen mehr nach Innen gerichtet, so als ob seine Gedanken tief in seinem Inneren nach etwas suchten. Doch sie leuchteten noch immer in diesem wunderschönen Grün, das mich total faszinierte. Mit einer Hand strich er sich immer wieder über den linken Oberarm, den er mir zugedreht hatte, und ich sah die lange, schmale Narbe, die sich fast bis zum Ellbogen hinunter zog. Das Feuer flackerte in einem warmen Wind, der Overkills Haare wehen ließ. Er sah einfach fantastisch aus. Plötzlich änderte sich sein Ausdruck und er starrte in die Flammen und sagte dann leise. "Warum kommst du nicht zum Feuer. Da gibt's mehr Licht und du kannst mich besser anstarren." Vor Schreck blieb mein Herz fast stehen und ich spürte wie ich rot wurde. Overkill sah mich nun an und er lächelte. Er hatte ein wunderschönes Lächeln. "Sorry, ich... ich wusste nicht dass du's merkst.", sagte ich und erhob mich um zu ihm zu gehen. "Du hast deine Atemfrequenz geändert.", sagte er schlecht hin und beobachtete mich über das Feuer hinweg. Ich strich mir verlegen eine Strähne hinters Ohr. "Du... du sahst so nachdenklich aus.", sagte ich schließlich. Overkill grinste. "Ich war auch in Gedanken." "An... an was hast du denn gedacht?", fragte ich vorsichtig. "Mhh.. an gar nichts.", sagte er und sah in den sternenüberladenen Himmel. "Ach so.", sagte ich und starrte in die Flammen. Plötzlich fiel mir auf, dass er kein Hemd trug, nein nicht mal seine Hose oder seine Stiefel. Er saß in einem Lendenschurz vor mir. Mein Gott, was für ein Körper. Durchtrainiert, aber nicht muskelbepackt. Braungebrannt, aber kein fieses Sonnenbankbraun sondern ein richtiges Sonnenbraun, und er hatte glatte Haut, die ziemlich geschmeidig und weich wirkte. Er sah einfach fantastisch an und plötzlich fragte ich mich, wie es sich anfühlen würde über diesen fantastisch gebauten Oberkörper zu streichen. "Probiers doch einfach aus.", sagte er plötzlich und wieder waren diese tiefgrünen Augen auf mich gerichtet. Ich wurde wieder tomatenrot und schüttelte den Kopf. "Besser nicht. Ich... ich bin schließlich mit Orlando..." "Dann wüsstest du aber wie's sich anfühlt.", grinste er und ich war einfach hin und weg. Entwaffnet. Orlando war mir für einen Moment egal, denn Overkill rutschte zu mir rüber und nahm meine Hand in seine. Dann legte er sie vorsichtig auf seine rechte Brust. Sie war weich und warm, aber gleichzeitig auch hart. "Und?", fragte er. Ich erschauderte, als er meine Hand über seinen Oberkörper zog. Wow. Meine Hände wurden feucht und meine Hand begann vor Erregung leicht zu zittern. Mein Gott, was für ein Körper. Ich hatte die Augen geschlossen um seine weiche Haut unter meinen Fingerkuppen zu spüren. Schließlich gab er meine Hand frei, doch statt sie zurück zu ziehen, ließ ich sie auf seiner Schulter verharren. "Und?", fragte er grinsend. "Wow.", entrann es mir leise und ohne es zu merken beugte ich mich vor und küsste ihn. Er erwiderdet denn Kuss langsam und ich fand das Gefühl, das plötzlich in mir aufstieg, sehr schön. Ich hielt meine Augen noch immer geschlossen und plötzlich war es nicht mehr Overkills Schulter auf der meine Hand lag, es war Orlandos! Ich riss die Augen auf und zog meine Hand weg. Ich sprang auf und sah ihn entsetzt an. Was tat ich da eigentlich? "Oh nein!", sagte ich leise und merkte plötzlich, dass Orlandos Lager leer war. Overkill grinste mich an. Sag bloß das hatte er extra gemacht? "Das sagen alle.", sagte er und setzte sich zurück. "Kannst du auch nicht schlafen?" "N... nein.", sagte ich verwirrt. "Ich auch nicht, deswegen hab ich ja Orlando abgelöst." "O... Orlando?", fragte ich leise. "Ja, er ist aus der Mulde geklettert um frische Luft zu schnappen.", sagte Overkill. Für einen Moment entspannte ich mich. Vielleicht hatte mein Freund nichts von dem gesehen was hier gerade abgegangen war. "Also, das... das gerade bleibt doch unser Geheimnis, oder?", fragte ich. Overkill grinste. "Klar." Ich seufzte erleichtert. "Sag bloß du fühlst dich schuldig." "Klar tue ich das. Orlando ist mein Freund und ich... ich hab gerade mit dir rumgemacht! Das ist doch nicht ok." "Das nennst du rummachen?", fragte Overkill "also auf Mular wär das..." "Leider kommen Orlando und ich aber von der Erde und da nennt man so was rummachen.", sagte ich deprimiert. Woher hätte ich auch wissen sollen, dass der Schaden schon längst angerichtet war? Woher hätte ich wissen sollen, dass Orlando uns vom Rand der Mulde aus gesehen hatte? Oh, ich war so naiv, zu glauben ich würde ungestraft davon kommen...

Am nächsten Morgen wollten wir wieder aufbrechen und ich suchte nach Orlando, doch er war nirgends zu sehen. "Hat einer von euch Orlando gesehen?", fragte ich und die anderen sahen mich überrascht an. "Nein, seit gestern Abend nicht mehr. Warum?" Statt zu antworten stand ich auf und kletterte über den Rand der Mulde und sah mich suchend um. "Orlando?", rief ich unsicher und ging einige Schritte in die Steppenlandschaft hinein. "Der ist nicht da.", sagte plötzlich eine fremde Stimme hinter mir und ich spürte eine kalte Hand auf meinem Mund. Sie war alt, und die Haut fühlte sich an wie altes Pergament. Ich sah auf sie hinunter und sah dass sie ganz weiß war. Die Knochen bildeten sich klar ab und sie war sehnig und eiskalt, es fühlte sich so an, als würde gar kein Blut durch die erstarrten Adern fließen. Die Fingernägel waren lang und spitz, gerade so wie Krallen. Ich wollte Schreien, doch die Hand wurde fester auf meinen Mund gepresst. "Geh vor mir her, ich werde dir nichts tun.", sagte diese tiefe, eiskalte Stimme an meinem Ohr. Ich hatte Angst, Todesangst. Diese Stimme war grausam und klang so gefährlich. Ich setzte einen Fuß vor den anderen, der fremde Mann, es war von der Stimme eindeutig ein Mann, ging hinter mir her. Nachdem wir eine Weile gegangen waren, blieb er stehen und nahm die Hand von meinem Mund. "So Yvonne.", sagte er und drehte mich um. Ich schrie erschrocken auf. Vor mir stand ein großer Schatten. Kein Mann, sondern ein Schatten. Ich trat erschrocken einige Schritte zurück. Aus dieser Schwärze, die alles Sonnenlicht zu verschlucken schien, leuchteten mir zwei glühend rote Augen entgegen. "Wer seit Ihr!", schrie ich entsetzt. Die weiße Hand verschwand im Schatten und wich weiter zurück. Voller Angst stieß ich irgendwann an einen Baumstamm. Baumstamm? Mitten in einer Grassteppe? Es war mir egal, ich konnte nicht weiter und dieser furcherregende Schatten kam immer näher. Ich fiel auf den Boden. "Tut mir nichts!", rief ich entsetzt. "Liefere mir Overkill aus.", sagte er leise und dann kam wieder diese Hand zum Vorschein. "Liefere ihn mir aus, oder du wirst es bereuen." Ich wusste nicht wie lange ich einfach dort gelegen hatte, vor Angst erstarrt und unfähig mich zu bewegen. So fand mich Overkill, auf dem Boden liegend, am ganzen Körper zitternd und vollkommen verstört. "Yvonne?", voller Angst sprang ich vom Boden auf und merkte plötzlich dass dieser merkwürdige Schatten verschwunden war und Overkill vor mir stand. Erleichtert brach ich in Tränen aus. "Yvonne was ist los?", er nahm mich in den Arm und ich weinte mich an seiner Schulter aus. "Es war so schrecklich. Er war da, dieser Schatten...", ich begann wieder zu zittern. "Komm, Orlando und die anderen suchen dich schon." "Orlando? Wo ist er?", plötzlich wollte ich nur noch zu ihm. "Wir wollen uns wieder am Lager treffen. Komm mit.", er legte mir seinen Arm um die Schulter und stützte mich. "Er will dass ich dich ausliefere.", sagte ich plötzlich. "Wer?" "Dieser Schatten. Dieser Dämon mit den roten Augen.", sagte ich leise, kaum hörbar. Allein von ihm zu sprechen jagte mir einen eisigen Schauer über den Rücken. "Dark Lord...", sagte Overkill leise. "Wer?" "Der Dämon, den du gesehen hast. Das war Dark Lord. Er jagt mich, hetzt mich von einer Welt zur nächsten. Wartet auf den geeigneten Moment um mich zu kriegen, er wird mich umbringen.", sagte er ernst, ich sah ihm in die Augen und sah plötzlich etwas, was ich noch nie bei ihm gesehen hatte. Seine Augen hatten eine graue Farbe angenommen und zeigten nur eines: Angst! Tief sitzende Angst. "Wir werden dich beschützten.", sagte ich. "Nein, ich werde euch verlassen müssen, er wird euch alle umbringen um mich zu bekommen.", sagte der Junge. "Hör mir zu Yvonne. Geh zurück zu den anderen.", er ließ mich los und zeigte in eine Richtung. "Und du?", fragte ich leise. "Tu einfach was ich dir sage.", keifte er mich plötzlich an und ich trat entsetzt von ihm weg. "Ist ja schon gut.", sagte ich und ging davon. Ich sah immer wieder über die Schulter, er stand einfach da, die Hand am Heft seines Schwertes, seine Haare lagen offen über seinen breiten Schultern und seine Augen hatten alle Angst verbannt und strahlten nun in einem sanften grünen Licht. Er sah in die Ferne und strahlte eine grimmige Entschlossenheit aus. Ich ging weiter und als ich mich das nächste Mal umdrehte war er verschwunden. Ich wusste nicht wieso, doch plötzlich spürte ich einen Stich im Herzen. Ich wünschte, ich hätte ihn vor Orlando kennen gelernt. Dachte ich plötzlich und blieb dann abrupt stehen. Was fiel mir ein? Ich war mit Orlando zusammen und Overkill... Overkill... war nichts im Gegensatz zu ihm. Plötzlich tauchte sein wohlgeformter Körper wieder vor meinen Augen auf. Wie er im warmen Licht des Feuers geglänzt hatte. Ich schloss die Augen und schüttelte mich . Werte mich gegen diese Gedanken. "Denk an Orlando! Denk an Orlando!", rief ich mir immer wieder ins Gewissen, doch ich konnte mir nicht mal mehr sein Gesicht vorstellen. Entsetzt begann ich zu weiter zu gehen, dann zu joggen, zu laufen und schließlich rannte ich zurück zur Mulde. Dort sah ich ihn, am Feuer stehen und er sah mich. Er trug sein Hemd und plötzlich fand ich sein Aussehen langweilig. Innerlich schämte ich mich, wegen meinen Gedanken und meinen Gefühlen, als ich zu ihm herunter ging. Er kam mir entgegen. "Yvonne, wo warst du?", fragte er ich sah ihn die braunen Augen, die ich einst so wundervoll gefunden hatte. "Ich...ich weiß es nicht.", sagte ich leise. Seine Augen wurden hart. Die anderen waren noch nicht zurück, wir waren allein. "Ich... ich hab dich gestern Nach gesehen.", sagte er plötzlich und drehte sich weg er ging ans Feuer. "Mit Overkill, ich weiß.", sagte ich und sah zu Boden. "Es tut mir leid.", sagte ich, doch plötzlich wurde mir klar, dass ich log. Nein, es tat mir nicht leid. Ganz im Gegenteil, ich würde es noch einmal tun, wenn ich die Chance dazu hätte... Wenn! Ich wünschte mir plötzlich, dass Overkill hier wäre und wieder meine Hand nehmen und sie über seinen Körper ziehen würde - dass er mich wieder küssen würde... Ich erschauderte.

"Das mit Overkill....", sagte er leise. "Es tut mir leid, ich... ich weiß nicht was über mich gekommen ist.", sagte ich schuldbewusst und wusste dass ich wieder log. "Ich habe nur an dich gedacht. Ich dachte, es wäre dein Körper...", versuchte ich mich zu verteidigte ich mich. "Wirklich?", fragte er leise. "Ja.", sagte ich und kam zu ihm ans Feuer. Ich nahm seine Hand und drehte ihn zu mir um. Er küsste mich sanft, doch ich spürte nichts. "Was ist nur mit mir los?", fragte ich mich, als ich auf seinen Kuss reagierte. "Was mit dir los ist? Du willst Overkill, doch du hast Orlando. Und für diesen Mann hast du deine Unsterblichkeit geopfert.", Sagte eine verächtliche Stimme in meinem Kopf. "NEIN!", schrie ich auf und sprang zurück. Orlando sah mich überrascht an. "Was hast du? Bist du nicht froh mich wieder zu haben?", diese Stimme. Ich sah das weiße Licht des Magongs an der gegenüberliegenden Seite des Feuers.

"Du bist... du bist tot!", schrie ich es an. Doch er lachte nur verächtlich. "Das glaubst du doch nicht wirklich?", fragte er. "Was hast du? Yvonne, was hast du?", Ich spürte eine Hand an meinem Arm und sprang zurück. Orlando! "Er ist wieder da! Der Magong! Er ist wieder da!", schrie ich ihn an. Er nahm mich in den Arm. Das war zuviel für mich, dieser Tag war der Horror! Erst dieser Dämon, dann der Magong, was würde folgen? Ich wollte es nicht wissen. "Der Magong?", fragte Orlando leise und strich durch mein Haar, ich erschauderte. Na endlich, da war es wieder, dieses Gefühl, das ich früher immer gespürt hatte, wenn Orlando mich berührte. "Ja.", sagte ich leise und schmiegte mich an seine Brust. Durch das Hemd hörte ich sein Herz pochen, ich schloss die Augen und lauschte dem gleichmäßigen Schlagen. Irgendwann hob ich wieder den Blick und sah ihm tief in die Augen. "Ich hab großen Mist gebaut, verzeihst du mir?", fragte ich. "Was für Mist?" "Overkill...", sagte ich leise. "Ach so..." er sah mich an und lächelte, endlich erinnerte ich mich wieder daran, was mich an seinen Augen fasziniert hatte. Diese Tiefe, die Wärme in ihnen. "Schon vergessen.", dann versanken wir in einem zärtlichen Kuss, sanken langsam zusammen zu Boden und saßen zusammen auf dem von der Sonne erwärmten Gras. Ich genoss den Kuss in vollen Zügen, endlich waren meine Gefühle für ihn zurück gekommen. Doch vom einen Moment auf den nächsten waren sie wieder verschwunden. Ich wollte ihn am liebsten einfach wegstoßen. "Was ist los mit mir?", fragte ich öffnete die Augen, hinter ihm sah ich ihn plötzlich, den schwarzen Dämon mit den roten Augen. Ich wollte schreien, doch ich konnte nicht. Ich sprang auf und Orlando sah mich an. "Was hast du?", dann drehte er sich um und sprang auf vor Schreck in die Höhe. "Du hast mich verraten, Yvonne!", sagte der Dämon leise mit einer Stimme die mein Herz zerriss. So unglaublich kalt und grausam. Ich wich zurück. "Tut mir nichts!", sagte ich leise, während ich langsam immer weiter zurück wich. "Nein, du hast mich enttäuscht. Du hast ihn entkommen lassen, du hast ihm von mir erzählt!", fauchte er und vor Angst kauerte ich mich auf dem Boden zusammen, vor Schreck erstarrt und unfähig mich zu bewegen. Orlando wich ebenfalls zurück, auch er von dieser grauenhaften Angst befallen. "Yvonne, mach dich bereit zu sterben.", sagte der Dämon leise und plötzlich sah ich seine weiße Hand aus dem Schatten kommen. Sie hielt ein langes, schlankes Schwert, mit einem reichverzierten Heft. Ein blutroter Edelstein war am Ende befestigt und war mit dunklen 'Ranken' aus Gold mit dem Rest des Hefts verbunden. Die selben Ranken fesselten die Klinge das Heft. Es war ein sehr schönes Schwert, und plötzlich stand die Klinge in Flammen aus blutrotem Feuer, die mit einem Abstand von etwa 2 Zentimetern um die Klinge tanzten. Ich sah entsetzt auf die Klinge, dann auf Orlando, der entsetzt den Rand der Mulde erklomm, um Dark Lord zu entkommen. "Lass sie in Ruhe. Du willst mich, nicht sie.", sagte plötzlich eine zitternde Stimme hinter dem imposanten Schatten, der sofort von mir abließ und sich dem neuen Gegner zuwandte. "Overkill!", sagte er und in seiner Stimme schwang grausame Erregung mit. "Er wird ihn töten.", dachte ich entsetzt und kroch rückwärts davon, an der Wand der Mulde hinauf. "Er hat mich gerettet! Er hat sich dem Lord entgegen gestellt, während Orlando...", ich hörte wie Overkill sein Schwert aus der Scheide zog und blieb stehen. Ich kroch etwas zur Seite um besser gucken zu können. Es war Mittag und die Sonne schien in die Mulde hinein, der Schatten stand mit dem roten Flammenschwert vor dem kleinen verängstigten Jungen, dessen Hände so stark zitterten, das er kaum sein Schwert halten konnte. Es war das erste Mal, das ich Overkill zittern sah. Er sprang vor, schlug zu. Doch er Schatten wich einfach aus. "Willst du wirklich gegen mich kämpfen, Overkill?", fragte der Schatten mit falscher Herzlichkeit. Der Junge antwortete nicht. Orlando stellte sich zu mir. "Was tut er da?", fragte er. "Sich opfern!", antwortete ich leise. Der Kampf begann nun wirklich, der Schatten schoss nach vorn. Schläge wurden ausgetauscht, wobei der dunkle Lord immer angriff und Overkill immer mehr in die Defensive zwang. Overkill hatte aufgehört zu zittern, wahrscheinlich um seine ganze Kraft in seine Verteidigung zu stecken. Doch der Lord war einfach zu stark. "Wir müssen ihm helfen!", sagte ich plötzlich entschlossen. Orlando sah mich an und nickte. "Ja, das müssen wir tun.", er hob einen Stein vom Boden auf und warf ihn mit aller Kraft gegen den Schatten, traf an ihn am Kopf. Der fuhr herum und starrte Orlando kalt an. "Haltet euch da raus. Das ist unser Kampf!" ich starrte Overkill entsetzt an. Schweiß rann ihm von der Stirn. "Wie bitte?", dachte ich und sah ihn entsetzt an. "Erzürnt ihn nicht! Geht und findet die Anderen.", er lächelte uns tapfer an. "Solange ihr noch könnt." Dann wurde der Kampf fortgesetzt. Ich starrte ihn entsetzt an. "Overkill, ist er wahnsinnig?", fragte ich Orlando. "Wir können nichts mehr für ihn tun.", sagte Orlando und ich sah etwas Trauer in seinen Augen. "Er hat sein Schicksal gewählt.", stimmte ich widerwillig zu. Wir traten langsam weg, rückwärts gehend um den Kampf solange verfolgen zu können wie es möglich war. Wir sahen wie Overkill uns ansah für den einer Bruchteil einer Sekunde nicht aufpasste und das Übel war geschehen. Ich sah das Flammenschwert auf die ungeschützte Seite den Jungen zusausen. Er sah es, doch es war zu spät zum parieren. Das Feuer verbrannte sein Hemd, seine Haut, dann traf ihn die Klinge. Er schrie auf, wurde weggedrückt und stolperte zur Seite, das Schwert entglitt seinen zitternden Händen und fiel zu Boden. Er fiel und ich sah wie sich seine grünen Augen langsam grau färbten. Dark Lord stand über ihm, wie ein bedrohlicher Schatten, das rotentflammte Schwert hielt er über sich. "Oh Overkill. Es war töricht von dir, dich mit mir anzulegen.", Ich sah das Overkill Panik bekam. So kannte ich ihn gar nicht. Plötzlich war er ein normaler 17 jähriger Junge der einem Dämon gegenüber stand. "Ich muss ihm helfen. Er hat mich gerettet, jetzt bin ich dran.", dachte ich und hob einen Stein auf. "Es hat schön früher geklappt.", dachte ich und erinnerte mich an die Szene auf dem elbischen Trainingsplatz. Ich hob den Stein und zielte. "So Magong, dann zeig mal was du so drauf hast!", dachte ich und warf ihn. Vor meinem inneren Auge verwandelte sich der Stein in einen Feuerball, der dem dunklen Lord das Schwert aus der Hand schlug und so geschah es. Orlando stieß ein überraschtes "oh!", aus, als der Stein in Flammen aufging und... das Schwert des Lords traf. Der Dämon sah mich an und ließ von Overkill ab.

"Misch dich nicht ein!", zischte er, doch ich widerstand ihm, hob einen zweiten Stein auf. Der Lord war schneller, er hob seine weiße Hand und zielte auf mich. Ein blauer Blitz schoss mir entgegen, traf mich an der Brust und warf mich zurück. Schmerzen von ungeahnter Stärke schüttelten meinen Körper. Der dunkle Lord kam auf mich zu, mehr und mehr Blitze zuckten aus seinen Fingerspitzen, schüttelten meinen gepeinigten Körper. Meine Muskeln zuckten unkontrolliert, meine Haut wurde verbrannt und plötzlich erinnerte ich mich an die Szene aus Star Wars, in der Luke Skywalker von dem bösen Imperator, genau wie ich, von den selben Blitzen gequält wurde. Ich schrie gepeinigt auf. Wo blieb Darth Vader? Wo blieb mein Retter? Ich nahm kaum noch etwas wahr. "Er wird nicht kommen. Ich bin verdammt zu sterben!", dachte ich. Wegen meiner Schmerzen nahm ich kaum noch etwas wahr. "Jetzt werde ich sterben.", dachte ich leise, als ich in Dunkelheit versank. Das Letzte was ich 'sah' bevor ich ganz in der Dunkelheit um mich herum versank, war Orlandos Gesicht...

Kapitel 3 - Mular

"Yvonne! Yvonne, wo bist du?", schrie Alisha. "Wir sollten zurück zum Lager gehen, vielleicht hatten Overkill, Sara oder Sadamir mehr Glück.", sagte Pegah. Es war schon fast Mittag und sie hatten Yvonne nicht gefunden. "Ich frag mich bloß, was sie dazu getrieben hat, einfach abzuhauen. Ich mein, das ist doch sonst nicht ihre Art." "Sie wollte Orlando suchen, schätze ich und hat sich verirrt oder so.", schlug Pegah vor. "Also ICH find das alles echt komisch. Wie soll sie sich hier verlaufen?", fragte Cocodie und sah über die weite Graslandschaft, die an Fangorn anschloss. "Hört mal zu. Wir gehen jetzt zurück, dort treffen wir sicher auf die anderen.", sagte Pegah. Cocodie, die die beiden trug, machte kehrt und trabte zurück zur Mulde. Doch dort saßen nur Sadamir und Sara im Gras und warteten. "Ihr habt sie also auch nicht gefunden?", fragte Alisha betrübt. "Nein, aber schaut mal her. Das ganze Gras hier ist zertrampelt und voller Blut, man muss kein Elb sein um zu sehen, dass hier ein Kampf stattgefunden hat.", sagte Sadamir und zeigte auf das Gras in der Nähe der ansteigenden Wände der Mulde. Tatsächlich war es niedergetreten und blutverschmiert. "Das Blut ist noch warm.", sagte Sadamir. "Also war jemand hier und hat gekämpft.", sagte Pegah. "Ja, aber wer?", sagte Alisha und sprang von Cocodies Rücken. Das Pferd ging zum Blut und roch daran. "Hier kann man die Angst förmlich riechen.", sagte sie und die andern schnupperten. "Ach ja?" "Ein Pferd schon.", sagte die Friesin stolz. "Jemand von uns war hier. Ich meine Overkills Geruch wahrzunehmen.", sagte sie und sog den Geruch des Blutes ein. "Es muss seins gewesen sein. Oder ich heiße nicht mehr Cocodie!", sagte sie. "Aber wer sollte Overkill so schwer verletzt haben." "Ein Magong?", fragte Alisha und hob eine Augenbraun. "Möglich.", sagte Sara. "Es war keiner von uns.", sagte plötzlich eine Stimme am anderen Ende der Mulde. Sie fuhren herum und Sadamir hielt schon seinen gespannten Bogen in der Hand. Dort standen zwei Magongs in ihren langen schwarzen Gewändern mit den Roten Mänteln und starrten zu ihnen hinüber. "Damn.", fluchte Alisha. "Weicht langsam zurück.", flüsterte Sadamir und die anderen taten was er sagte. "Nein, wir tun euch nichts.", sagte einer der Magongs und sie blieben stehen. "Wir sind keine von denen, die ihr fürchtet!" Die schwarzen Mäntel verschwanden und wurden durch weiße ersetzt. "Das war nur Tarnung, damit wir euch finden konnten!", sagten sie. "Ach ja?", fragte Pegah misstrauisch. "Es ist etwas passiert, was nicht hätte passieren dürfen.", sagte der andere. "Was denn?", fragte Sara. "Sie wurden gefangengenommen. Alle drei.", sagte der erste Magong. "Alle drei?", fragte Pegah überrascht. "Ja, das Mädchen nachdem ihr den ganzen Tag gesucht habt, ihr Freund und der Junge mit den grünen Augen." "Wo sind sie jetzt? Wer hat sie gefangen genommen?", rief Alisha. "Sie sind in Blackstone und Gefangene von Dark Lord." "Wem?", fragte Pegah. "Wir müssen uns zusammentun.", sagte der zweite Magong. "Warum?", fragte Sadamir. "Weil wir sie nur zusammen retten können.", sagte ein dritter Magong, der plötzlich hinter den anderen zwei aufgetaucht war, auch er trug eine weiße Robe. "Jetzt stellt keine weiteren Fragen mehr und kommt mit. Unserer Anführer wünscht euch zu sehen. Er wird euch alles weitere erklären." "Wer sagt, dass wir mitkommen wollen, zu eurem Anführer?" "Ihr habt keine andere Wahl.", sagte der Magong und plötzlich verschwamm die Welt um sie herum und wurde wieder klar. Nur dass sie jetzt nicht mehr in der kleinen Mulde waren, sondern in einer großen Halle aus Stein. Die Wände waren sehr hoch und die Decke sah aus wie ein Sternenhimmel. Es war dunkel und nur das Licht der Sterne leuchtete ihnen. "Wo sind wir?", fragte Alisha und sah sich um. Der Boden, wenn es einen geben sollte, war mit dichtem Nebel bedeckt, der aussah wie die Oberfläche einer Wolke. "Ihr Menschen nennt es Himmel.", sagte einer der Magongs unbeeindruckt und führte sie über den Wolkenboden durch die große dunkle Halle. "Das ist der Himmel?", fragte Alisha. "Den hab ich mir aber anders vorgestellt." "Das tun alle.", sagte einer der Magongs. "Außerdem ist das ja nur ein Teil. Die Audienzhalle.", fuhr er fort und stieß eine riesiges hölzernes Tor auf, das mit vielen Schnitzerein verziert war. Dahinter lag eine riesige Halle die von goldenem Licht durchflutet wurde. Die Wände bestanden aus Holz und sahen aus wie der Rand eines Waldes. Der Boden war mit Gras und Blumen bedeckt. In der Mitte des Saales stand ein weißer Pavillon unter dem ein Mann war. Er saß in einem bequemen Gartenstuhl und schrieb an einer alten Schreibmaschine. Alisha sah in den Himmel und stellte fest, dass er jetzt tiefblau war und die Sonne warm auf sie herunter schien. Sie sah sich um uns sah einen kleinen See, inklusive kleinem Wasserfall aus der Baumwand ragen. Irgendwo sangen Vögel und alles war friedlich und ruhig. "Herr, sie sind da.", sagte einer der Magongs und verbeugte sich tief. Die fünf Freunde standen wie angewurzelt da und sahen, wie sich der weißhaarige alte Mann langsam zu ihnen umdrehte. Er hatte buschige, mit grau durchsetzte Augenbraun und eine Pfeife im Mund. Er trug einen braunen Mantel mit einem schwarzen Pelzkragen, wie man ihn vielleicht vor dreißig Jahren getragen hätte. Darunter einen bordeauxroten Pulli und eine gemütliche Tweedhose. Sein Gesicht war von kleinen Falten durchzogen, und um die Augen hatte er ausgeprägte Lachfalten. "D... das ist... Sie sind...", stotterte Alisha los. "Willkommen in meinem bescheidenen Heim.", lachte der alte Mann und winkte sie mit seinen faltigen Händen heran. "Sie sind... Tolkien, nicht wahr?", fragte sie. "Ja, der bin ich.", sagte der alte Mann und nickte Alisha freundlich zu. "Aber wir können uns hier schlecht unterhalten. Wartet.", Der Wald verschwand und sie befanden sich in einem gemütlichen Wohnzimmer mit prasselndem Kaminfeuer. Das Zimmer war mit dunklen alten, schweren Holzmöbeln gefüllt. Es gab Schränke mit gläsernen Türen, Tische, bequeme, gepolsterte Stühle und Bücher. Überall stapelten sich Bücher und Dokumente. Blätter, lagen auf den Tischen zwischen Schriftrollen und noch mehr dicken, in dunkles Leder gebundenen Wälzern. Kerzen in Silbernen Ständern verbreiteten ein warmes Licht. "Wow!", entfuhr es den Freunden. "Also, setzt euch doch, bitte und verzeiht die Unordnung!", sagte Tolkien und nahm in einem braunen Sessel neben dem Kamin platz. Die Gefährten nahmen ebenfalls auf den gemütlichen Stühlen platz und sahen Tolkien erwartungsvoll an. "Also, ich habe euch hergebeten, weil etwas passiert ist, dass nicht hätte passieren dürfen.", sagte er. "Und was ist passiert?", fragte Alisha. "Zwei Geschichten sind ineinander übergegangen, und das darf nicht sein. Also normalerweise nicht.", erklärte der alte Autor. "Zwei Geschichten?", fragte Sara. "Was meinen Sie?" "Was wir hier gerade erleben ist eine einzige lange Geschichte. Jede von einem Magong geschaffene Welt hat eine Geschichte, die immer weiter fortgeführt wird.", sagte Tolkien. "Leider habe sich zwei Geschichten vermischt." "Wie dass denn?", fragte Sadamir. "Jemand aus der einen Geschichte ist in die andere Geschichte eingedrungen. Ihr kennt sicherlich euren Freund Overkill, er gehört normaler Weise nicht in unsere Geschichte hinein, genau so wenig wie Yvonne und Orlando in Mulars Geschichte hinein gehören." "Mular?", fragte Cocodie. "Das ist die Welt, von der Overkill stammt. Sie gehört einem Magong namens Tamar. Ein netter Kerl... hat immer was zu erzählen! Aber das ist unwichtig! Fakt ist, dass Overkill nach Mittelerde gekommen ist und länger geblieben ist, als es sinnvoll war." "Aber warum ist er nach Mittelerde gekommen, warum wurden Yvonne und Orlando nach Mular verschleppt?", fragte Pegah. "Overkill flieht schon seit Jahren vor einem Dämon namens Dark Lord, aber das gehört zu Mulars Geschichte, von einem Freund wurde Overkill die Fähigkeit verliehen von Planet zu Planet zu reisen, um dem Dämon zu entkommen, denn bald gab es auf Mular keine Verstecke mehr. So ist er nach Mittelerde gekommen. Dark Lord ist ihm gefolgt und hat ihn überwältigt. Alles wäre gut geworden, wenn sich Yvonne und Orlando nicht eingemischt hätten." "Was meinen Sie, mit 'gut'?" "Dark Lord hätte Overkill mit in seine Welt zurückgenommen und Mulars Geschichte wäre weitergegangen. Doch Dark Lord ist sehr nachtragend und als Yvonne und Orlando versucht haben Overkill zu retten hat er sie einfach mitverschleppt." "Oh nein, und was sollen wir jetzt tun?" "Wir müssen Orlando und Yvonne da rausholen!", rief Sadamir. "Ja, das müssen wir, und zwar bald, denn sonst wird die Geschichte Mittelerdes ein tragisches Ende nehmen." "Wirklich? Was denn für ein Ende?", fragt Pegah neugierig und beugte sich vor. "Lasst euch überraschen!", sagte der alte Mann und schmunzelte. "Ich verrate nur soviel. Es ist grandios, doch es wird euch nicht gefallen!" Sie sahen ihn entsetzt an. "Ach ja? Was wird passieren?", fragte Sadamir. "Wartet es ab. Jetzt sollten wir überlegen, wie wir am Besten nach Blackstone, das ist die Burg von Dark Lord, eindringen können." Sie saßen noch lange mit dem alten Schriftsteller zusammen und diskutierten über die eine oder die andere Art und Weise ihre Freunde zu befreien. Tolkien hatte ein vorzügliches Abendessen und genug Getränke bringen lassen und deswegen fiel es ihnen allen wesentlich leichter. Sie vertrauten den Magongs schon längst, denn es war klar, dass man ihnen hier nichts tu würde. "Was machen wir eigentlich mit Overkill, wenn wir es wirklich schaffen Ivy und Orlando zu befreien?", fragte Pegah plötzlich. "Mit Overkill? Ihr werdet ihn auf Mular lassen. Ihr dürft euch nicht um ihn kümmern oder ihm helfen, hört ihr. Er gehört in Mulars Geschichte und nicht in Mittelerdes.", er sah die Gefährten (auch Cocodie) der Reihe nach ernst an, bei Pegah und Alisha verweilte er etwas länger. "Ihr dürft nur Yvonne und Orlando mit zurück bringen und das wird schon schwer genug sein. Ich werde euch einige Magongs mitgeben, die euch helfen sollen, denn allein werdet ihr es bestimmt nicht schaffen. Außerdem werdet ihr bessere Ausrüstung bekommen, denn mit euren einfachen Waffen und ohne Rüstungen werdet ihr nicht mal lange genug überleben um euren Todesschrei auszustoßen." "Das ist sehr ermutigend.", sagte Alisha sarkastisch. "Ich weiß, aber ich will euch lieber die Wahrheit sagen. Ihr müsst verdammt aufpassen, sonst werdet ihr nicht weit kommen." Die Gefährten nickten. "Dann kommt mal näher, damit ihr euch die Karte ansehen könnt." Der alte Mann rollte ein altes Stück Pergament aus und zeigte es ihnen.

"Das ist Burg Blackstone. Ihr werdet am Portal bei diesen Hügeln hier herauskommen.", sagte Tolkien und zeigte auf die drei kleinen Hügel am äußeren rechten Rand der Karte. "Ihr müsst der roten Linie folgen, denn sie wird eure Route sein." "Aber dann müssen wir ja durch die diese Vorburg da!", rief Alisha. "Ich weiß, aber wenn ihr lieber durch diese Seen schwimmen wollt..." "Immer noch besser als durch eine Burg voller Feinde!", stellte Cocodie sachlich fest und tippte mit ihrer Nase auf die Vorburg. "Nicht diese Seen, sie bestehen aus stinkendem Brackwasser, das gesamte Land ist Tod, müsst ihr wissen, es gibt nichts was dort wächst. Es ist das mularsche Equivalent zu Mordor.", der alte Schriftsteller sah sie an. "Ich weis nicht was in diesen Seen lebt, aber ich kann euch sagen, was auch immer Tamar geschaffen hat... er war schon immer sehr einfallsreich und konnte sich die schrecklichsten Kreaturen ausdenken. Ich würde nicht durch diese Gewässer schwimmen, er ist etwas durchgeknallt, müsst ihr wissen..." Die Gefährten sahen nachdenklich auf die Seen. "Ok, dann gehen wir durch die Burg.", sagte Sadamir. "Haben Sie auch eine Karte von der Kerkern?", fragte Alisha. "Nein, es gibt keine Karte von den Kerkern, sie sind zu groß, zu verzweigt, zu weitläufig. Außerdem, selbst wenn jemand es geschafft hätte eine Karte zu zeichnen, er wäre niemals lebendig aus diesen Kerkern wieder herausgekommen." Die Gefährten schluckten und schwiegen. Sie würden also in Kerker eindringen müssen, aus denen noch nie jemand lebend wieder herausgekommen war und sie wussten noch nicht einmal wo sie in diesem verzweigten Labyrinth aus Gängen ihre Freunde finden würden. "Wie sollen wir das jemals hinkriegen?", dachte Alisha verzweifelt und hätte am liebsten aufgegeben, noch bevor die Mission überhaupt begonnen hatte, doch dann sah sie Yvonne vor ihrem inneren Auge und wusste, dass sie wenigstens versuchen musste sie zu retten. "Wir müssen also in diese Kerker rein? Die, aus denen noch nie einer rausgekommen ist?", frage Sadamir und sah nicht gerade begeistert aus. "Tja... ich schätze... das wird kaum zu vermeiden sein....", sagte Tolkien und schüttelte in wirklichem Bedauern den Kopf. "Das Einzige was ich tun könnte, wäre ein gutes Wort für euch bei Tamar einzulegen..." "Tun sie das bitte.", bat Sara und sah zweifelnd auf die Karte. "Geben sie uns unsere Ausrüstung, damit wir die zwei da schnell rausholen können!", sagte Alisha und Tolkien lächelte. "Das werde ich tun, folgt mir. Ihr müsst wirklich so schnell wie möglich aufbrechen!" Die fünf Freunde wollten gerade aufstehen, als der Raum sich veränderte und sie in einer kleinen Kammer standen. Es roch nach Staub und nach alten Büchern und tatsächlich befanden sie sich in einer Art kleinen Bibliothek. Schummriges Zwielicht füllte die langgezogene Kammer. "Hier sollen wir unsere Ausrüstung herbekommen?", fragte Sara und sah sich zweifelnd um. "Ja, oder zumindest einen Teil.", sagte Tolkien und führte sie durch die Lücken zwischen hohen staubigen Regale. Im Gegensatz zu den anderen Räumen sah dieser Raum aus wie ein echter Raum, mit hohen Steinwänden, einem Steinboden und einer Steindecke. Nicht gerade der schönste aller Räume, aber wenigstens ein echter Raum. In verstaubten Haltern hingen halb abgebrannte Fackeln an den Wänden und warfen einen unheimlichen Schimmer auf die Regale in der Nähe. Alisha stellte fest, dass der Raum länger war, als er gewirkt hatte, denn sie gingen schon eine ganze Weile an den langen Regalen voller Bücher, zu ihrer Rechten, und Falschen und anderem Krimskrams, zu ihrer Linken, entlang, ohne dass Tolkien stehen blieb. Dann hörten die Regale abrupt auf und sie standen in einer weiten leeren Fläche. Rechts und Links an der Wand hingen allerlei Rüstungen und Waffen in verschiedenen Größen und Typen. "Hier sind wir, sagte Tolkien und ging zur dritten, abschließenden Wand, vor der fünf Kisten standen. "In diesen Kisten findet ihr Ausrüstungsgegenstände. Stellt euch nun vor irgendeine Kiste und nehmt eure Ausrüstung entgegen.", sagte der alte Mann und machte den fünf Gefährten Platz. Alisha stellte sich vor die mittlere Kiste, während sich Sadamir an die ganz außen Rechts, Sara and die ganz links, Pegah an die zwischen Sadamir und Alisha und Cocodie sich an die zwischen Sara und Alisha stellte. Dann öffneten sie ihre Kisten, wobei Tolkien Cocodie half, da sie das nicht so ganz hinbekam.

Sadamir fand in seiner Kiste ein paar Stiefel, ein silberglänzendes Kettenhemd, einen sauber zusammengefalteten Mantel, der schwarz wie die Nacht war, ein paar Dolche und zwei kleine Säckchen, die mit kleinen Kügelchen gefüllt waren. "Sadamir, du wurdest dazu auserkoren, der Spion zu sein. Diese Stiefel sind Schnelligkeitsstiefel, mit ihnen wirst du schneller von einem Ort zum anderen kommen, wenn du es wünschst. Das Hemd besteht aus besteht aus reinem Mithril und der Mantel wird dich unsichtbar machen, wenn du ihn anziehst. Die Dolche sind stark vergiftet und deswegen tödliche Waffen. In dem Säckchen mit den schwarzen Kugeln befinden sich Rauchsteine. Wirf sie und sofort wird sich eine dicke Rauchwolke bilden. In dem Säckchen mit den grünen Kugeln, befinden sich Gaskugeln. Lässt du eine Fallen wird sich eine giftige Gaswolke bilden, die jeden der es einatmet sofort tötet.", erklärte Tolkien. Sadamir war hocherfreut über seine Geschenke und trat mit einer Verbeugung von seiner Kiste weg.

Als nächstes kam Pegah Sie fand in ihrer Kiste, einen langen unebenen Holzstab aus dunklem Holz, einen silbernglänzenden Mantel, eine Kette mit blauen Stein, einen Ring mit einem feuerroten Rubin, indessen Inneren lebendige Flammen zu tanzen schienen, ein paar Stiefel wie die von Sadmir, ein ähnliches Hemd und eine Kristallfläschchen mit einer klaren Flüssigkeit. "Du wurdest dazu aus auserkoren die Magierin zu sein. Hier hast du einen Zauberstab, er wurde mit magischen Fähigkeiten ausgestattet, doch welche das sind, wirst du erst noch herausfinden müssen. Der Mantel ist ein Schutzmantel, er wird dich vor aller Magie schützen, die dir entgegengewirkt wird. Die Kette ist eine Manakette, sie lädt deine magischen Kräfte sehr schnell wieder auf. Die Stiefel sind ebenfalls Schnelligkeitsstiefel und die Rüstung besteht ebenfalls aus Mithril, die dich zusätzlich noch schützen wird. Der Ring ist ein Ring des Feuers, mit seiner Hilfe wirst du Feuerbälle werfen können. Zu guter letzt das Beste: Du bist nun im Besitz einer Flasche voll mit Wasser des Lebens. Sollte einer von euch verletzt sein, gib ihm einen Tropfen des Wassers auf seine Wunde und sie wird schneller verheilen.", erklärte Tolkien weiter. Pegah dankte ihm und stellte sich mit leuchtenden Augen zu Sadamir.

Als nächste öffnete Alisha ihre Kiste. In ihr lagen ein Schwert, ein Schild, ein Mithrilhemd ein Ring mit einem hellblauen Stein, in dem Schneeflocken herum zu wirbeln schienen und ein weiterer Ring. Es war ein simpler einfacher Eisenring. "Du wirst die Kriegerin sein. Das Schwert ist ein Flammenschwert, und der Schild hat die Gabe ein unsichtbares Schutzfeld um dich herum aufzubauen und dich so nach allen Seiten hin zu schützen. Natürlich bekommst auch du ein Mithrilhemd und ein paar Schnelligkeitsstiefel. Dieser Ring verleiht dir die Fähigkeit Eisblitze zu werfen, und dieser Einfache hier gibt dir mehr Kraft und Geschicklichkeit.", erläuterte Tolkien die Fähigkeiten von Alishas Geschenken. Cocodie fand in ihrer Kiste eine Tasche, und einen rosafarbenen Stein. "Du wirst natürlich auch noch eine Mithrilrüstung und Stiefel bekommen, aber die sind in deiner Größe schwer zu bekommen, deswegen bist du im besitz eines Verwandlungssteins. Mit ihm bist du in der Lage dich in einen Wolf und in einen Menschen zu verwandeln. Die Tasche ist voller Essen und wird niemals leer werden. Sie ist die Einzige ihrer Art, deswegen solltest du gut auf sie aufpassen." "Danke.", sagte Cocodie und ließ sich von Pegah die Tasche umhängen. Den Stein verstaute sie ebenfalls darin. Als letzte kam Sara an die Reihe. Sie öffnete ihre Truhe und fand darin einen Bogen, Pfeile, Stiefel der Schnelligkeit, ein Mithrilhemd, einen Ring und ein Schwert. "Den Sinn der Stiefel und des Hemdes muss ich wohl nicht noch mal erklären, aber die Waffen sind interessant. Der Bogen wurde mit einem Leichtigkeitszauber belegt und die Pfeile sind alle magischer Herkunft. Frag mich nicht was sie alles können, sie wurden im Laufe der Jahrtausende angesammelt. Der Ring ist ein Ring der Treffsicherheit, mit ihm am Finger wirst du wohl kaum ein Ziel verfehlen.", sagte Tolkien und holte dann noch schnell zwei graue Mäntel aus einem Regal hinter ihm. "Sara, Alisha, hier habt ihr auch Mäntel, sie haben keine Fähigkeiten, aber es sieht einfach besser aus wenn alle Gefährten Mäntel tragen.", Die beiden nahmen ihre Mäntel dankbar an und legten sie sich um. "Jetzt wird es Zeit, dass ich euch eure neuen Gefährten vorstelle. Hier sind Kim und Jacen, zwei zuverlässige und mächtige Magongs.", hinter Tolkien erschienen zwei Männer, die dieselben grauen Mäntel trugen wie Alisha und Sara. Der eine war etwas kleiner, hatte blonde Haare und blaue Augen. Er war gut gebaut und trug ein Schwert am Gürtel. Der andere war groß, breitschultrig und ziemlich muskulös. Ein richtiger Barbar. Er trug nur einen langen Rock und hatte ein Zweihandschwert und eine mächtige Axt auf dem Rücken geschultert. Sein Schädel war bis auf einen langen, schwarzen Zopf am Hinterkopf kahlrasiert. Eine blaue Dornenranke war ihm über die eine Gesichtshälfte tätowiert worden. Seine Schultern wurden von schweren Eisenschützern geschützt, die auf Fellen ruhten. Seine Knie waren mit Schützern geschützt, aus denen drei gewaltige Zähne kamen und seine Füßen steckten in dicken Fellstiefeln. "Ihr bildet nun eine Gemeinschaft vergesst das nicht.", sagte Tolkien. "Wenn einer von euch die anderen hintergeht seit ihr alle zum Tode verdammt!" "Aber jetzt müsst ihr aufbrechen. Die Zeit ist knapp! Macht's gut und auf ein baldiges Wiedersehen!", damit verschwanden der Raum und Tolkien und sie waren allein.

Alisha öffnete ihre Augen und fand sich auf einem öden Hügel wieder. So weit das Auge reichte war verbrannter Boden zu sehen. Hin und wieder einige graue, abgestorbene Grasbüschel. "Wo sind wir?", fragte sie leise und sah sich um. Ihre Freunde standen ganz in der Nähe und sahen sich ebenfalls entsetzt um. Der Himmel war von dunklen Wolken verdeckt. Ein eisiger Wind wehte und zerrte an ihren Kleidern. "Auf Mular.", sagte Jacen leise.

Kapitel 4: Blackstone

"Sollen wir nicht mal langsam rasten? Wir laufen jetzt schon seit über zwei Stunden über diese gottverdammte Ebene!", fluchte Alisha und die anderen stimmten ihr zu. "Alisha hat Recht. Wir sind alle müde und ich hab keine Lust...", wandte Sara ein. "Wir gehen weiter.", bestimmte Jacen und trieb sie weiter voran. "Du elender Sklaventreiber! Wir sind keine Magongs und wir sind auch keine zwei Meter groß wie du. Wir können nicht mehr!", versuchte Alisha es erneut. "Dann habt ihr Pech gehabt, denn wir gehen jetzt weiter, bis ihr vor Müdigkeit umfallt.", schnauzte Jacen sie an. "Sollen wir sie nicht doch für ne Stunde oder so rasten lassen? Es bringt uns nichts, wenn sie total fertig sind, wenn wir die erste Festung erreichen.", warf Kim ein. Jacen blieb stehen und sah auf Kim hinab. "Willste dich etwa auch gegen mich stellen?" "Ich mein ja nur.", sagte der andere. "Nun gut, eine halbe Stunde Rast, aber dann will ich kein Gemoser mehr hören!", willigte Jacen ein und ließ sich auf den Boden fallen. Die anderen taten es ihm nach. Froh endlich ihren Beinen die längst überfällige Rast zu gönnen. Der Hügel, auf dem sie rausgekommen waren, war schon längst hinter ihnen verschwunden und dank der Schnelligkeitsstiefel hatten sie in den zwei Stunden eine ziemlich weite Strecke hinter sich gebracht. Es herrschte Schweigen über dem kleinen Lager und die Menschen, Elben, Pferde und Magongs hingen ihren eigenen Gedanken nach. Ein kalter Wind wehte und sie alle fröstelten, denn kein Umhang konnte die schneidende Kälte Mulars abwehren. Es war dunkler geworden, wahrscheinlich war es jetzt Nacht, doch genau konnte das keiner von ihnen sagen, denn die dunklen Wolken hatten den ganz Tag über den Himmel bedeckt und kein einziger Sonnenstrahl hatte die scheinbar undurchdringliche Wolkendecke durchdrungen. "Wie wollen wir eigentlich an der ersten Burg vorbei?", fragte Alisha nach einer Weile. "Das werden wir dann sehen.", sagte Jacen. "Hör mal zu, wer sagt eigentlich, dass du alles bestimmen kannst?", regte Alisha sich auf. "Ganz einfach, ich bin hier der Mächtigste. Ohne mich schafft ihr anderen gar nichts. Deswegen werde ich hier auch das Kommando haben, verstanden?", sagte er kalt und seine Augen funkelten, "Nein, Tolkien hat gesagt, dass er euch beide uns mitschickt! Damit steht ihr zwei unter unserem Befehl!", sagte Sara. "Leute...?", sagte Pegah leise. "Wollt ihr etwa, dass wir wieder gehen?", fragte Jacen "Leute...?", sagte Pegah etwas lauter. "Wir schaffen das auch ohne euch, Angeber!", sagte Alisha wütend. "Jacen kann ruhig bleiben. Das war bestimmt nicht...", begann Kim, als Jacen aufstand und sich vor Alisha aufbaute. "Verdammt Leute! Seht euch doch mal um!", schrie Pegah dazwischen und die anderen sahen sie überrascht an. Sie hielt ihren Stab in den Händen und sah auf den Rand der Mulde, in sie sich versteckt hatten. Riesige Wölfe kamen hatten sie eingekreist, auf ihnen saßen Männer in schwarzen Rüstungen, alle hielten schwarze Schilde und lange Speere in den Händen. Sie waren außerdem mit Schwertern ausgestattet, die an ihren Seiten hingen. "Warum hast du uns nicht gewarnt?", fuhr Jacen sie an. "Hab ich doch versucht! Aber ihr..." "Egal!", die anderen griffen ebenfalls nach ihren Waffen. Sara hielt ihren Bogen bereits in den Händen, Alisha zückte ihr Schwert, um dessen Schneide sofort goldene Flammen tanzten. Ihren Schild hielt sie schützend vor sich. Sadamir hielt seinen Elbenbogen in der Hand. Mit seinen Dolchen konnte er im Moment nichts anfangen. Cocodie verwandelte sich schnell in einen Wolf und moserte darüber, dass sie nun viel zu dick aussah. Dann griffen die Wölfe auch schon an, knurrend stürzten sie in die Mulde hinab. Jacen griff nach seiner Axt und sprang plötzlich über die Köpfe der anderen hinüber. Der erste Wolfsreiter wurde sauber in der Mitte zerteilt, die Axt spaltete seinen Wolf in zwei Teile. Kim zückte sein Schwert, eine schlanke, einhändige Klinge mit goldenem verzierten Griff, und ein Messer und erwartete die Gegner. Pegah warf Feuerbälle auf die Gegner, während Sadamir und Sara Pfeile auf die Wolfsreiter abschossen, in der Hoffnung, dass die Wölfe ohne sie nichts tun konnten. Cocodie sprang vor und wütete unter den anderen Wölfen. Sie biss und kratzt, schubste die anderen Wölfe weg und es machte ihr tierischen Spaß. Alisha und Kim standen Seite an Seite und schlugen mit ihren Schwertern um sich. Jacen spielte Wirbelwind, und hackte sich durch die Masse der Gegner. Dank seiner Hilfe waren die Gegner schnell erledigt. Die anderen sahen ein, dass er wirklich der Mächtigste war. Ohne ihn, hätten die Wölfe sie alle zerfleischt, doch sein hin- und her Gehopse von einem Ende der Mulde zur anderen und seine Wirbelwindattacke hatten die Gegner schnell erledigt. "Wie sollten von hier verschwinden, und zwar schnell.", sagte Alisha und wischte ihr Schwert am Fell eines toten Wolfes ab. "Sie hat Recht, wir müssen weg, bevor Verstärkung kommt.", sagte Kim und auch die anderen nickten. "Was seid ihr für Feiglinge? Lasst uns doch auf die Verstärkung warten und sie ebenfalls vernichten!", sagte Jacen und ein seltsames Flackern trat in seine Augen. Er wischte seine Blutverschmierten Hände an seinem Kilt ab und fasste seine Axt fester.

"Nichts da!", sagte Kim. "Wir marschieren schön weiter, verstanden? Zügel dich etwas mein Freund, gegen alle Wolfsreiter des dunklen Lords kommst selbst du nicht an." "Nicht gegen alle, aber gegen die meisten und außerdem seid ihr ja auch noch da!", warf Jacen ein.

"Jacen, wir müssen weiter. Dieser Orlando und diese Yvonne müssen befreit werden, danach kannst du in deine eigene Welt zurückkehren und so viele Gegner umlegen wie du willst!", versuchte Kim es noch mal. "Jacen, sieh mal, wenn wir hier nicht bald weg kommen...", versuchte es jetzt auch Pegah. "Jaja, ist ja gut. Ihr wollt keine Gegner schlachten, ich merk's schon. Also, dann geht mal voran." Er sah Cocodie an und befingerte den Griff seiner Axt. "Und du solltest dich besser wieder in ein Pferd verwandeln, wenn du nicht zu Hackfleisch verarbeitet werden willst." Cocodie sah ihn erschrocken an, verwandelte sich aber zurück. Schnell verließ die kleine Gemeinschaft die Mulde und wanderte weiter. Mittlerweile war es noch dunkler geworden und es war wirklich so finster, dass man kaum noch die Hand vor Augen sah. "Das gefällt mir nicht.", sagte Pegah. "Mir auch nicht.", stimmte Sara zu. "Es ist zu dunkel, selbst wenn die Wolken Mond und Sterne verdecken, könnte es nicht so dunkel werden. Das hier ist keine natürliche Dunkelheit. Passt auf euch auf, ok?", Die anderen nickten und sahen sich um, nur Jacen schien sich über dass was Pegah gesagt hatte zu freuen. "Hoffentlich sind einige Gegner in der Nähe.", sagte er und erntete dafür böse Blicke von den anderen. Sie marschierten weiter über die düstere Ebene und dann, nach scheinbar endloser Zeit, ragte vor ihnen etwas auf, was noch schwärzer war als die Nacht. Einige schwache Lichtpunkte zeichneten sich ab von der Wand weit vor ihnen. "Die Vorburg!", sagte Alisha leise. "Jetzt wird's ernst!"

"Overkill, sag doch was... Um Gottes Willen sag doch ein Wort!", ich hockte mich neben ihn auf den eisigen Steinboden der Zelle und strich ihm über das Haar. "Was denn?", fragte er schwach. "Ich dachte jetzt hätten sie dich endgültig erledigt!", sagte ich besorgt. "Mich doch nicht, ich bin härter als es scheint. An mir beißen sie sich...", er hustete und stöhnte dann auf. "Die Zähne aus.", vollendete er müde den Satz. "Overkill, sag jetzt lieber nichts mehr. Ruh dich aus.", sagte ich und legte ihn auf das dünne Strohlager dass Orlando und ich in den langen dunklen Stunden die wir in dieser Zelle verbrachte hatten aus dem ganzen Stroh, das in der Zelle verteilt war, gemacht hatten. Der Junge schlief kurz darauf tief und fest. Ich rutschte zu Orlando hinüber und lehnte mich an ihn. "Glaubst du er schafft's?", fragte ich ihn leise und starrte durch die Dunkelheit auf das Lager auf dem Overkill lag. "So wie die mit ihm umgehen bestimmt nicht. Uns fassen sie dagegen ja noch mit Samthandschuhen an.", sagte er ironisch und nahm mich in den Arm. "Wenigstens haben die uns nicht getrennt!", sagte ich leise und kuschelte mich an ihn. Meine Kleidung war verdreckt und ich stank wahrscheinlich zum gotterbarmen, was hätte ich jetzt für eine schöne warme Dusche gegeben? Mit Shampoo und Seife? Ich seufzte verzückt. "Woran denkst du?", fragte mich Orlando leise. "An eine Dusche. 34 Grad warm, mit Shampoo und Seife.", sagte ich verträumt. "Hör auf, sonst fang ich noch an zu weinen.", lachte er leise und küsste mich sanft auf die Wange. "Ich weine schon.", sagte ich leise und küsste ihn ebenfalls auf die Wange. Wir küssten uns schon lange nicht mehr auf den Mund, dazu war unser Mundgeruch zu stark. "Was glaubst du, kommen die anderen uns retten?", fragte ich Orlando. "Na, ich wills doch mal hoffen. Sonst wird die Welt wohl ohne Orlando Filme auskommen müssen.", sagte er und strich mir sanft über den Arm. "Das wäre schrecklich. Außerdem wollen wir doch, dass deine Hände einen Ehrenplatz neben Pierce Brosnans auf dem Leicester Square in London bekommen. Die Pilgerstädte für alle Orlando Bloom Fans der Welt.", kicherte ich und er lachte auch leise. "Ach, für meine Hände werden die Pierce Brosnans entfernen lassen!", zwinkerte er mir zu. "Damit wird Corinna nicht einverstanden sein!", sagte ich und machte auf ernst. "Nein, wer ist bitte Corinna?", scherzte Orlando. "Eine Freundin von mir, hab ich dir nicht schon von ihr erzählt?" "Wahrscheinlich, aber so was vergisst man schnell in dieser Dunkelheit.", sagte er leise. "Also, Corinna geht auch auf meine Schule, wir waren früher in der selben Klasse, jetzt sind wir zusammen in vielen Kursen. Sie ist ein totaler James Bond Fan.", sagte ich und er nickte. "Verstehe. Dann werde ich die auch noch in meinen Bann ziehen und sie wird seine Hände eigenhändig rausreißen.", lachte er leise. "Ich glaube kaum, dass du das schaffst! Glaub mir, ich hab's schon oft genug versucht!" "Ach ja? Hast du?" "Natürlich. Du siehst doch wohl besser aus als dieser alte Brosnan Typ!" Er lachte leise "Ich schaff das bestimmt! Schließlich kann keiner meinem Charme widerstehen, nicht war?" Ich musste grinsen. "Nein, dir widersteht wirklich niemand!" "Dann schaff ich das also?" "Na, mal sehen.", sagte ich und schmiegte mich lächelnd an ihn. "Ich bin so froh dass du hier bist.", sagte ich leise und mein Lächeln verschwand. Mir stiegen Tränen in die Augen. "Ich wünschte ich könnte mit Orlando wo anders sein. Irgendwo in London, in einem schönen kleinen Cafe, bei einer schönen warmen Tasse Tee oder Kakao." Früher hatte ich mir so unnatürliche Sachen gewünscht wie eine Flatrate, damit ich schnell durchs Internet surfen konnte, oder eine Kreuzfahrt durch die Karibik doch jetzt sehnte ich mich nach einigen einfachen Dingen, die früher so selbst verständlich gewesen waren. Eine Tasse Kakao zum Beispiel oder eine warme Dusche und Shampoo. Ich sehnte mich danach in einem weichen Bett zu schlafen. Danach an einem sonnigen Tag durch meine Stadt zu gehen und einzukaufen; meine Eltern, Geschwister und meine Freunde wieder zu sehen, doch all das schien jetzt so weit entfernt zu sein wie vor so langer Zeit eine Flatrate oder eine Kreuzreise durch die Karibik. Ich war nur froh das Orlando hier war, denn ohne ihn wäre ich sicherlich wahnsinnig geworden. Er hatte mich in den ersten Tagen getröstet, als ich vor Angst beinahe zusammengebrochen war. Es war wie ein Albtraum, wie die Hölle. Ein kleiner feuchter Raum, Dunkelheit und das Geschrei und Gestöhne der Gequälten um einen herum den ganzen Tag und die ganze Nacht, falls es so etwas überhaupt gab, hier unten in den Kerkern von Blackstone. Vor unendlich langer Zeit war der Magong mir erschienen und hatte mich gefragt ob ich mich ihnen wirklich nicht anschließen wollte, um dieser Hölle zu entfliehen, doch ich hatte Orlando gesehen, als er geschlafen hatte und wusste, dass sowohl er als auch Overkill mich brauchten. Die Tür quietschte und Orlando und ich kauerten uns in einer dunklen Ecke zusammen. "Overkill! Rate mal wer hier ist!", sagte eine grausame Stimme und zwei hünenhafte Wächter traten in die Zelle hinein. Auf den Jungen zu der auf dem Strohlager lag und schlief. Er erwachte und grinste müde. "Nicht ihr schon wieder. Ich brauche meinen Schönheitsschlaf, tut mir leid.", sagte er und versuchte zu lachen, doch die Wachen rissen ihn hoch und pressten ihn gegen die feuchte Wand. "Das Scherzen wird dir schon noch vergehen Freundchen. Der Lord will dich sehen.", sagten sie und ich sah durch die Dunkelheit wie sich Overkills Augen weiteten. "Nein", schrie er und versuchte sich loszureißen. "Lasst mich los! Nein!", schrie er und krallte sich an der Wand fest. Ich wollte aufspringen und ihm helfen, doch Orlando hielt mich zurück. "Lass es, es ist besser so - für uns.", Die Wächter zogen lange Schlagstöcke hervor und prügelten damit auf die Arme des Jungen ein, bis dieser die Wand losließ und sie seine Arme packen konnten. Er wand sich mit aller Kraft, doch er war zu schwach um sich zu befreien, er fiel in sich zusammen und die Wachen trugen ihn aus der Zelle. Meine Augen funkelten vor Zorn. In der langen Zeit, die ich hier verbracht hatte, hatte ich eins gelernt, Overkill fürchtete nur eins. Dark Lord. Doch ihn fürchtete er wie die Hölle. Allein sein Name reichte aus um ihn zusammenzucken zu lassen. Etwas was mich überrascht hatte, doch jetzt tat es das nicht mehr. Ich hatte Overkill gesehen, als er von einem Treffen mit dem dunklen Lord zurück gekehrt war. Halb tot geprügelt und aus zahlreiche Wunden blutend. Er hatte damals versucht zu lächeln, doch sein verschwollenes Gesicht hatte nur noch schrecklicher ausgesehen. Selbst Orlando hatte damals entsetzt weggesehen. Die Grausamkeit mit der man Overkill behandelte verblüffte mich. Orlando und mir, ging es nicht gut, doch Overkill ging durch die Hölle. "Sie wollen seinen Willen brechen.", sagte Orlando leise. "Das werden sie nicht schaffen. Es kann nicht noch schlimmer werden als es jetzt schon ist. Nicht für Overkill.", sagte ich leise und schüttelte den Kopf. "Ich wünschte ich könnte ihm helfen.", sagte ich leise. "Das tut bereits jemand.", sagte Orlando leise. "Wirklich?", fragte ich und sah ihn überrascht an. "Sicher, oder denkst du er würde sonst noch leben?" Später kam ein weiterer Wächter herein und kam auf uns zu. "Kommt mit.", sagte er und wir standen auf ohne etwas zu sagen. Ich hatte Angst vor diesen Wächtern, sie waren unglaublich brutal und schienen so etwas wie ein Gewissen gar nicht zu haben. Wahrscheinlich hatten sie nicht mal etwas davon gehört. Die Wache führte uns durch die langen dunklen Gänge, die sich unter Blackstone herzogen, und einige Treppen hinauf, durch eine Falltür über einer Treppe und hinaus. Es war unglaublich hell hier oben. Ich schrie gequält auf und hielt den Arm vor die Augen. "Stell dich nicht so an. Es ist nur eine Fackel am anderen Ende des Ganges.", sagte der Wächter und zog mich auf die Beine. Auch Orlando musste geblendet den Arm vor die Augen schlagen. Das schwache Licht schmerzte in den Augen. "Wenn euch das schon blendet, freut euch auf den nächsten Gang.", lachte der Wächter und öffnete eine schwere Eisentür. Das Licht das herausströmte war so hell, dass ich gequält aufkreischte und zu Boden fiel. "Macht das Licht aus!", schrie ich, doch der Wächter lachte nur. "Nichts da! Die Herrin würde euch gern sehen", er lachte grausam. "Da müsst ihr jetzt durch. Er zerrte mich auf die Beine und stieß mich durch die Tür.

"Orlando?", fragte ich leise. "Ja hier.", sagte seine Stimme neben mir. "Ich glaub ich bin blind.", sagte ich und wusste dass er jetzt wahrscheinlich ironisch grinste. "Ich auch. Ich bin auch blind.", sagte er. "Keine Gespräche! Weiter!", die Wache stieß und vorwärts. Ich sah nur weiß, keine Farben, keine Dunkelheit nur eine helle weiße Fläche. "Stehen bleiben!", sagte der Wächter und ich hörte, wie er an uns vorbei ging. Eine weitere Tür wurde geöffnet und er stieß und hinein. "Euer Hoheit! Hier sind die Gefangenen und Freunde von Overkill.", sagte der Mann und ich hörte eine arrogante weibliche Stimme. "Du kannst gehen.", sie klang befehlerisch. Die Tür fiel hinter uns ins Schloss und ich hörte eilige, leichte Schritte die auf uns zu kamen. "Wie geht es ihm. Wie geht es meinem Overkill?", fragte eine besorgte, warme, weibliche Stimme vor uns. "Macht doch mal einer dieses Gottverdammte Licht aus!", fluchte Orlando. "Oh, verzeiht. Ich vergaß, dass ihr ja nicht an Helligkeit gewohnt seid. Ich dämpfe es eben.", sagte die Stimme und wieder hörte ich eilige Schritte. Dann ließ der Schmerz auf den Augen etwas nach und langsam wagte ich es die Augen zu öffnen. Weiße Flecken tanzten vor meinen Augen herum und mir war schwindelig, doch ich erkannte eine hübsche junge Frau mit langem, seidigen rotblondem Haar und besorgten gelbgrünen Augen. Sie war wunderschön, so schön, dass es mir die Sprache verschlug. "Wer bist du?", fragte ich überrascht, als die Flecken langsam verschwanden und ich feststellte dass die Frau nicht älter war als ich." "Ich bin Sudama. Die Tochter von Dark Lord, aber bitte, sagt mir doch endlich wie es Overkill geht.", flehte sie. "Nicht gut, er ist gerade bei eurem Vater.", sagte Orlando, der Sudama interessiert musterte. "Oh nein! Ich muss zu ihm, sonst wird mein Vater meinen Liebling umbringen.", reif sie entsetzt und echte Besorgnis schwang in ihrer Stimme mit. "Wartet hier auf mich, aber rührt nichts an, sonst kann ich leider für nichts garantieren, ich geh eben Overkill retten.", das Mädchen rannte an uns vorbei und ihr langes schwarzes Kleid wehte hinter ihr ebenso wie ihre rotblonden Haaren. "Mein Gott, was für eine scharfe Braut!", entfuhr es Orlando. "Hey! Ich habe vielleicht keine gewaschenen Haare und rieche nicht besonders gut, aber trotzdem..." "Bist du mein ein und alles, ich weiß!", sagte er und lächelte mich an. Ich war so froh, ihn endlich wieder so lächeln sehen zu können. Es war wie ein kostbares Geschenk und ich brannte mir dieses Bild in meine Erinnerungen ein. Ich lächelte zurück und nahm seine Hand. "Schau mal, da ist ein Fenster! Vielleicht können wir ja...", wir liefen zusammen zum Fenster und sahen hinaus. Was wir sahen entmutigte uns. Wir starrten über eine riesige Burganlage, von unserem Fenster aus ging es um die hundert Meter steil nach unten. "Wie in Mordor.", sagte ich leise. "Ich habe das Gefühl ich sei in Mordor. Gefangen in Saurons Turm." "Ich weiß was du meinst, ich habe gerade das Selbe gedacht.", er legte seinen Arm um mich herum. "Bringen wir auch einen Ring zum Schicksalsberg?" , fragte ich ihn leise. "Ich glaube eher das Overkill einen Ring trägt, sonst würden sie ihn nicht so foltern.", sagte Orlando leise. "Du hast Recht.", sagte ich leise. Die Tür hinter uns ging auf und Sudama kam wieder herein. Sie war groß und schlank. Wohlproportioniert und überhaupt wunderschön. Ihr Gesicht war weder schmal noch rund, ihre Nase war gerade und nicht zu klein und nicht zu groß. Sie hatte ein bezauberndes Lächeln und schöne Lippen. Das schwarze Seidenkleid stand ihr wunderbar, Ein Diadem aus purem Gold zierte ihre Stirn und das Rotblonde Haar schimmerte im Licht wie ein junger Sonnenaufgang. Orlando und mir fiel die Kinnlade herunter, als sie graziös wie eine ausgebildete Tänzerin auf uns zu schritt. "Danke, dass ihr mir das mit Overkill gesagt habt, diesmal wäre ich fast zu spät gekommen. Er war braucht jetzt Ruhe, sonst überlebt er das nächste Verhör bestimmt nicht.", sagte sie traurig und stellte sich neben uns ans Fenster. "Aber nun zu euch, wer seid ihr? Ich bin sehr neugierig, müsst ihr wissen.", sagte sie und nahm auf einem bequemen Sessel platz. Sofort kam ein großer grauer Wolf herbei und legte sich neben sie. Er beäugte uns misstrauisch. Wir hatten ihn gar nicht bemerkt und ich wollte nicht wissen, was passiert wäre, wenn wir uns an Sudamas Sachen vergriffen hätten. "Das ist übrigens, Akovo. Mein Wolf. Mein Vater hat ihn mir geschenkt als ich klein war.", sagte sie stolz und ich war begeistert. "Der ist echt süß! Wir haben zwei Hunde zu Hause, aber keiner sieht wölfisch aus. Darf ich ihn mal anfassen?", fragte ich und Sudama zuckte die Schultern. "Klar." Ich beugte mich vor um Akovos Kopf zu streicheln doch der hob den Kopf, legte die Ohren an und knurrte mich böse an. Hastig zog ich meine Hand zurück. "Na vielleicht auch nicht.", sagte ich und grinste verlegen. "Wer seid ihr jetzt?", fragt Sudama. "Also, ich bin Yvonne, und dass hier ist mein Freund Orlando.", sagte ich bevor Orlando etwas sagen konnte. Mir gefiel sein Blick nicht und ich wollte dass er es wusste. "Wie habt ihr Overkill kennen gelernt?", fragte sie interessiert. "Er hat mich entführt, weil er dachte ich wäre ein Spion deines Vaters oder so.", sagte ich. "Oh, er leidet manchmal unter Verfolgungswahn. Aber wer meinen Vater kennt, weiß auch wieso.", sagte sie traurig. "Ich hoffe nur, dass Overkill dir nicht weh getan hat.", sagte Sudama besorgt. "Glaub ich nicht, es ist lange her.", sagte ich und lächelte sie freundlich an. Ich mochte sie wirklich. Sie hatte etwas an sich dass mich ihr vertrauen ließ. "Wie lange verfolgte dein Vater Overkill schon?", fragte ich. "Um die 7 Jahre, glaube ich. Er kann es nicht haben, wenn er eine Sache nicht vollständig beenden kann.", sie schüttelte den Kopf. "Was für eine Sache?", fragte Orlando. "Er hat Overkills Clan ausgelöscht. Overkill war der einzige Überlebende. Damals war er 10.", sagte Sudama traurig und schüttelte den Kopf. "Ich wünschte nur mein Vater würde sich ändern. Er ist so lieb zu mir, warum kann er auch nicht so lieb zu anderen sein?", fragte sie leise und ich sah wie traurig sie war. Eine Träne schimmerte in ihrem Augenwinkel. Die Tür ging auf und eine Wache kam herein. Sofort veränderte sich ihr Gesicht, wurde gebieterisch und arrogant. Sie zeigte auf ihn und er fiel auf die Knie. "Du wagst es hier so einfach einzudringen?", fuhr sie ihn an. "Und ihr wagt es aufzustehen? Gefangenen! Auf die Knie!", schrie sie aufgebracht und Orlando und ich gehorchten überrascht. Der plötzliche Wandel hatte uns eiskalt getroffen. "Raus hier!", fuhr Sudama die Wache an. Der große Mann zuckte zusammen und floh vor dem Mädchen, dass nun mit schnellen Schritten auf ihn zu kam. "Aber, Herrin, euer Vater...", sie blieb stehen und bedachte ihn mit einem eiskaltem Blick. "Was ist mit meinem Vater.", fragte sie. "Er möchte euch sehen, Herrin, er ist auf dem Weg hierher.", sagte er. "Nimm diese zwei dreckigen Gestallten mit dir. Sie widern mich an.", sagte sie und zeigte auf Orlando und mich. Wir hatten das Spiel verstanden. Orlando sah sie mit versteckter Bewunderung an. Sie konnte wirklich schauspielern! Wir sprangen auf die Füße und verließen das Gemach. Die Wache führte uns wieder durch die dunklen Gänge und sperrte uns wieder in unsere Zelle. Overkill lag auf den Fliesen, er blutet stark aus einer klaffenden Seitenwunde seine Hände waren verbrannt ebenso sein halbes Hemd.

"Overkill!", sagte ich leise, doch er antwortete nicht. Ich fühlte seinen Puls. Er war ganz schwach. "Wache!", schrie ich, bevor ich nachdenken konnte.

"Da sollen wir rein? Unbemerkt? Das ist Wahnsinn.", sagte Alisha und schüttelte den Kopf. "Das ist doch der absolute Spaß. Eine ganze Burg voller Feinde die es alle zu beseitigen gibt...", Jacens Augen strahlten. "Wir müssen aber unbemerkt durch!", sagte Sara und sah verzweifelt zur gigantischen Burg die sich in einiger Entfernung vor der kleinen Gruppe in den Himmel ragte. "Wenn das nur die kleine Vorburg ist, wie groß ist dann bitte Blackstone?", fragte Pegah mutlos. Sadamir nahm Alisha und seine Kusine in den Arm. "Das schaffen wir schon irgendwie.", sagte er und versuchte ihnen Mut zumachen. "Was ist mit dem See. Sollen wir nicht da durch, wenn ihr schon nicht durch die Burg wollt.", fragte Jacen. "Tolkien hat etwas von Seeungeheuern gesagt, lass mal!", winkte Cocodie ab.

"Außerdem sieht das Wasser nicht sehr sauber und warm aus. Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass ich auch nur einen Huf da rein setzte." "Vielleicht kann ich einen Unsichtbarkeitszauber auf uns alle sprechen." sagte Pegah. "So mächtig bist du doch gar nicht.", sagte Alisha. "Tolkien hat dir zwar einige magischen Fähigkeiten verliehen, aber unsere ganze Gruppe für so lange unsichtbar zu machen schaffst du nicht." "Danke dass du soviel Vertrauen zu mir hast!", sagte Pegah. "Alisha hat Recht, wir müssen was anderes versuchen.", sagte Kim.

"Ach ja? Und was?", fragte Pegah. "Wie wärs... wenn Jacen und ich uns in Wolfsreiter verwandeln. Pegah wird Fesseln zaubern. Illusionsfesseln natürlich nur.", warf er schnell ein, als er die Blicke der anderen sah. "Dann seid ihr unsere Gefangenen bis wir die Vorburg passiert haben.", sagte Kim. "Mir gefällt der Vorschlag nicht. Was machen wir wenn die uns sofort umlegen wollen?", fragte Sara. "Dann nehmen wir Plan J, Jacens Plan, und hauen alle platt." "Mein Gott, das hört sich echt wunderbar an.", sagte Alisha und schüttelte den Kopf. "Also, was machen wir jetzt?", fragte Cocodie. "Ich bin für Kims Plan.", sagte Pegah. "Ich auch.", stimmte auch Sadamir zu. "Ich finde Kims Plan auch besser.", sagten Alisha und Sara. "Dann ist's also beschlossen. Wir machen es so. Cocodie, du musst dich in einen Menschen verwandeln!", sagte Kim. "Wird gemacht.", sagte das Pferd und schloss die Augen. Plötzlich verschwamm die Pferdeform und verschwand. Vor der Gruppe stand eine hübsche junge Frau mit langen weißen Haaren und einem edlen Gesicht. "Wie sehe ich aus?"; fragte sie und sah an sich herunter. Die Männer hielten verblüfft die Luft an als sie ihre Blicke am schlanken Körper der jungen Frau herunter wandern ließen. Sie trug ein langes weißes Kleid und zierliche weiße Schuhe. Ihre Augen strahlten hell über allem. "Hammer. Sag mal, bist du schon vergeben?", fragte Sadamir. "Sie nicht, aber du!", sagte Alisha und schlug ihm hart gegen die Schulter.

"Aua! Das war doch nur ein Scherz. Ich würde dich doch nie enttäuschen!", sagte er und nahm Alisha in den Arm. "Pah!", sagte Alisha und stieß ihn weg. "Du bist ein kleiner Lustmolch. Sobald du eine hübschere siehst vergisst du vollkommen, dass du eine Freundin hast!", schimpfte sie, während die anderen ihr Grinsen hinter ihren Händen verstecken mussten. "Aber Alisha!", versuchte Sadamir sich zu verteidigen doch Alisha hob abwehrend die Hand! "Versuch's nicht mal." "Willst du mir etwa das Herz brechen?", fragte er leise. "Wer weiß! Du hast mich schließlich ziemlich verletzt!", sagte Alisha wütend und wandte sich ab. "Alisha, weißt du was passiert, wenn du Sadamirs Herz brichst?", fragte Sara und nahm den Elben in den Arm. "Nö, was soll schon passieren?", fragte Alisha schnippisch. "Er wird sterben! Damit würdest du meinen Cousin umbringen!", sagte Pegah aufgebracht, doch Alisha zuckte nicht mal mit der Wimper.

"Er hat auch mir das Herz gebrochen! ER liebt mich schließlich nicht wirklich, wenn er jeder Frau nachstellt.", sagte sie und verschränkte die Arme vor der Brust. Sadamir verzog schmerzhaft das Gesicht und sackte zu Boden. "Es war ein Scherz!", schrie Cocodie Alisha aufgebracht an, willst du ihn wirklich sterben lassen, nur weil er einen Witz gemacht hat?" "Ich fand ihn nicht witzig.", sagte Alisha und ging davon. "Sadamir.", sagte Pegah und kniete neben ihrem Cousin nieder. "Sadamir, sie meint es nicht so.", sagte er. Er sah sie an lange an und hielt beide Hände auf die Brust gepresst. "Doch, dass hat sie, sonst würde ich das nicht fühlen.", sagte Sadamir und schloss langsam die Augen. "Sie ist sauer. Sie meint es so. Jetzt jedenfalls.", sagte Jacen und sah Alisha nach, die hinter einem Hügel verschwand. Sadamir fiel auf den Rücken und versuchte weiter zu atmen. Es fiel ihm sichtlich schwer "Was müsste sie tun, damit es aufhört?", fragte Sara Pegah leise. "Sie müsste ihm sagen, dass sie ihn liebt, dass es ihr leid tut.", erwiderte Pegah ebenso leise. "Die ist so stur, die würd das nicht machen!", sagte Cocodie verächtlich. Doch kaum hatte sie das gesagt, erschien Alisha einige Meter entfernt und kam schnell auf sie zu. Sie kniete neben Sadamir nieder und nahm seinen Kopf in den Arm. "Oh Sadamir, es tut mir so leid. Du weißt doch, dass ich dich liebe!", sagte sie leise und strich ihm über die Wange. Sadamir sah sie an und hob den Kopf an ihre Lippen. Er küsste sie sanft. Alisha zögerte etwas und erwiderte seinen Kuss dann schüchtern. Der Elb schüttelte sich und Jacen half ihm dabei aufzustehen. "Alisha!", Pegah fiel ihr um den Hals. "Danke!", sagte sie und drückte sie eng an sich. "Kein Problem, aber jetzt...", Alisha schüttelte den Kopf und ging langsam davon. Die anderen sahen ihr erstaunt nach. Als Alisha zurück kam war sie wieder wütend und aufgebracht. Sadamir war zwar genau wie die anderen ziemlich überrascht von der Ignoranz, die sie ihm entgegenbrachte, doch er akzeptierte es. Sie beschlossen heute Abend in einer kleinen Mulde neben dem Hügel zu schlafen und am nächsten Morgen zur Vorburg aufzubrechen. Pegah konnte an diesem Abend nicht schlafen und lag lange wach. Sie starrte in den dunklen Himmel über sich und wünschte einen Stern sehen zu können. Einen Stern oder irgendetwas was ihr Hoffnung geben konnte. Sie hasste Mular. Sie verfluchte diese hügelige Einöde über die sie wanderten. Die Luft war warm und faulig und es fiel ihr schwer sie zu atmen. Sie sehnte sich nach ihrer kleinen Hütte in Fangorn. Sie sehnte sich nach den langen Abenden, die Cocodie und sie verbracht hatten, nach dem gemeinsame Kochen und backen, dem Geschichten erzählen am Lagerfeuer und dem gemeinsamen einschlafen. Sie drehte sich auf die andere Seite und betrachtete die schlanke Gestallt ihrer Freundin. Es war seltsam sie als Menschin zu sehen, denn sie war unglaublich schön. Es hatte ihr die Sprache verschlagen, als sie Cocodie heute gesehen hatte. In diesem weißen Kleid und mit ihren langen, weißen Haaren. Sie hatte einfach so...

"Das war nicht richtig von dir.", hörte sie plötzlich eine leise Stimme vom kleinen Feuer herüber klingen. "Was hätte ich denn tun sollen, ihn sterben lassen?", fragte eine Zweite. "Es sind keine von uns. Du darfst dich nicht in ihre Angelegenheiten einmischen." "Was hätte ich denn tun sollen? Sag mir das mal!" Pegah drehte unauffällig den Kopf und sah, dass Kim und Jacen, die zwei Magongs, am Feuer saßen. "Was weiß ich. Du hättest von ihrem Körper besitzergreifen sollen, oder so, aber dich doch nicht... in sie verwandeln sollen!", Jacen schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. "Sadamir ist wichtig! Ich habe es gesehen.", sagte Kim leise und sah in die Flammen. "Bist du sicher, dass er lebend wichtig ist? Das sein Tod nicht vorherbestimmt war.", fragte der Barbar. Pegah hielt die Luft an und lauschte. Kim hatte Sadamir gerettet? Er hatte sich in Alisha verwandelt um ihn zu retten? Warum das denn? "Er ist am Leben und er wird bald gebraucht werden. Ohne den Elben werden wir versagen. Ich habe es gesehen. Jedes Mal wenn wir gerastet haben. Ich habe es gesehen, Jacen und es gefällt mir nicht.", Kim fuhr sich mit der Hand durch die Haare. "Was wird geschehen?", fragte Jacen leise und auch Pegah spitze die Ohren. "Ein Mann mit dunklen Haaren und grünen Augen. Er hängt an einem Baum im Nebel, er zappelt und versucht sich zu befreien, doch je mehr er es versucht, desto enger zieht sich die Schlinge um seinen Hals. Dann kommt Sadamir. Er schießt und... der Mann fällt zu Boden. Er lebt!", sagte Kim und schüttelte sich. Pegah war wie gelähmt, als sie das hörte. Overkill sollte sterben? "Bist du sicher."

"Du weißt es.", sagte Kim und sah den Barbaren über das Feuer hinweg an. "Meine Träume haben sich immer bewahrheitet." "Hör zu. Hast du sonst noch etwas geträumt? Etwas was uns hilft?", fragte er. "Unser Plan ist gut.", sagte Kim und hüllte sich dann in Schweigen. Pegah sah ihn an. Er sah ernst aus, ernst und irgendwie alt. Sie fragte sich unwillkürlich wie alt Kim wohl war. Sie hatte ihn immer jung eingeschätzt. Doch jetzt... jetzt konnte sie es nicht sagen. Er erinnerte sie in gewisser Weise an sie selbst. Sie war auch alt, auch wenn man es nicht sah und sie sich nicht so fühlte. Sie hatte ihre Mutter, eine Menschin, sterben sehen und das war hart gewesen. Sie erinnerte sich noch genau an sie. Sie war nicht sehr groß gewesen, aber hübsch. Sehr hübsch. Mit schönen schwarzen Haaren und dunklerer Haut. Eine Perserin, die ihrem Vater den Kopf verdreht hatte. Einem Elben. Sie musste traurig lächeln, als sie an das gütige, freundliche Gesicht ihrer Mutter dachte. Die leuchtenden Augen, das freundliche Lächeln... sie war etwas besonderes gewesen, eine Menschin und doch auf eine Art unsterblich! Sie sah wieder in Kims Augen. Sie waren plötzlich so verändert. Irgendwie offener und was sie dahinter sah erschreckte sie zutiefst...

Ich erwachte wieder in meiner Zelle. Orlando lehnte neben mir und schlief noch immer. Ich hörte jemanden leise reden. "Overkill?", fragte eine leise Stimme in der anderen Ecke der Zelle in der Overkill lag. "Sudama, bist du es?", fragte Overkills Stimme. "Ja. Wie geht es dir?" Ich hörte ihn leise stöhnen dann herrschte lange Zeit Stille, bis er schließlich sprach. "Ich will ehrlich sein.", ich hörte ihn schlucken. "Ich glaube es geht zu Ende.", seine Worte schockten mich zu tiefst. "Nein, nein Overkill, hör zu! Es geht nicht zu Ende.", ich hörte ihn etwas murmeln. "Overkill, hör mir zu. Ich hol dich aus dieser Hölle raus. Ich werde meinen Vater bitten... ich werde ihn bitten dich mir zu schenken, verstehst du?", fragte sie sanft. "Nein, nein.", wehrte er sich. "Overkill, es geht nicht anders.", sagte sie ruhig. "Sudama, nein, ich werde nicht versklavt. Ich werde frei bleiben und...", er hustete heiser. "...und wenn ich dafür sterben muss.", sagte er. "Over, Over hör mir zu. Wenn du leben willst, wenn du mit mir leben willst, dann musst du am Leben bleiben. Keine Angst, du wirst kein Sklave sein. Nicht für mich.", sagte sie.

"Sudama. Ich werde mich so fühlen.", sagte er leise. "Ich liebe dich, Overkill. Ich liebe dich so sehr, dass ich dich eher gegen deinen Willen..." "Ich würde anfangen dich zu hassen, ich will nicht anfangen dich zu hassen.", sagte er schwach. "Das will ich auch nicht, aber Overkill, ohne dich... ohne dich, was wäre ich da schon? Eine verzweifelte Prinzessin, die versucht ihre Haut zu retten.", sagte sie leise und mir tat Sudama unglaublich leid. Was ihr hörte rührte mich zutiefst. Warum konnte Overkill nicht verstehen, dass sie ihm nur helfen wollte? "Overkill, ich brauche dich. Ich brauche dich lebend." Ich hörte Overkill leise lachen. "Das ist eigensinnig von mir, ich weiß, aber bitte, ich brauche dich, sei mein Sklave, sei für mich da. Du weißt, dass ich das nur tue um dich zu retten. Weise meine Hilfe nicht immer ab. Überwinde deinen Stolz doch endlich und nimm sie an, meine Hilfe." "Es würde sowieso nicht funktionieren. Er weiß bescheid, er weiß alles. Er weiß dass du mich liebst. Er hat dich durchschaut, Sudama. Es ist aus.", ich hörte wie sie ihn in den Arm nahm. "Over, sag so was nicht. Es macht mir Angst!", sagte sie leise. "Ich warne dich, du darfst mich nicht mehr sehen. Er wird dich umbringen. Er will mich tot sehen, er wird mich tot sehen. Und er wird anfangen, dich tot sehen zu wollen, wenn du mich immer rettest. Er weiß es! Er weiß alles!", sagte er aufgebracht und ich hörte die Angst in seiner Stimme. "Overkill...", versuchte Sudama ihn zu beruhigen. "Das ich liebe dich, dass weißt du. Aber bitte, geh weg, sie mich nie wieder. Ich will nicht, dass er dich umbringt." Ich spürte wie mir Tränen in die Augen stiegen. Das war so schlimm und doch so rührend schön. Wie in der kitschigsten Liebesschnulze, nur dass es hier wahr war. "Overkill, bitte, ich kann das nicht, ich kann ohne dich nicht leben.", flehte Sudama. "Geh... geh einfach nur weg. Du wirst es schaffen ohne mich zu leben. Du bist stark.", hörte ich ihn sagen. "WACHE!", rief er mit letzter Kraft. Die Tür ging auf. Orlando schreckte auf. "Die Lady will gehen.", sagte er schwach und Sudama ging hinaus. "Was wollte sie von dir?", fragte Orlando, als die Tür wieder geschlossen worden war. "Sie wollte mich versklaven.", sagte er und fiel dann in Schweigen.

Die Tore der Vorburg, waren groß, pechschwarz und mit großen eisernen Keilen versehen. Jeder der gegen das Tor laufen würde, würde aufgespießt werden. Pegah hatte der kleinen Gruppe Illusionshandschellen verpasst und nun liefen sie langsam zwischen Kim und Jacen auf das Tor zu. Die beiden Magongs hatten sich in Wolfsreiter verwandelt und trieben die kleine Gruppe unbarmherzig an. Die Wolfsreiter am Tor betrachteten die beiden und hielten sie auf. "Wohin mit denen?", fragte einer. "Zur Hauptburg.", sagte Jacen. "Ach ja?", fragte der Eine. "Dann zeigt mal eure Papiere her.", sagte er. Kim kam nach vorne und sah Jacen fragend an. "Gibt's Probleme?", fragte er. "Sie wollen unsere Papiere sehen.", sagte Jacen und sah Kim an. "Na dann gib sie ihnen doch. Wo ist das Problem?", fragte er. "Ich hab sie nicht, du hast sie.", sagte Jacen und sah Kim an. "Was? Ich? Sie wurden DIR gegeben!" "Und ich habe sie DIR gegeben! Wo hast du sie hingetan?", fuhr Jacen Kim an. Er hörte sich wirklich zornig an. "Könnt ihr beiden euch jetzt mal einigen wer die Papiere hat?", fraget einer der Wächter. "Na er!", sagten beide Magongs gleichzeitig und zeigten aufeinander. Die Wachen verdrehten die Augen. "Für wen sind sie denn?", fragten sie. "Für den Lord, persönlich." "Bist du wohl still!", fuhr einer der Wächter ihn an. "Keiner darf Seinen Namen laut sagen, du Dummkopf!", fuhr auch der zweite Jacen an, der zusammen zuckte und sich umsah. Kim schlug ihm gegen die Schulter. "Du bist so dumm, erst die Papiere, dann Sein Name! Mich würds nicht wundern wenn du bald selbst in Ketten liegst!" "Lasst mal eure Wahre sehen.", sagten die Wächter und sahen die restlichen vier Gefährten an. "Also solche Prachtexemplare können ja nur für Ihn sein. Geht mal weiter und vergesst die Papiere. Man soll Ihn nicht warten lassen.", sagten die Wächter und öffneten die Tore, damit die Gruppe passieren konnte.

"Das war knapp!", flüsterte Alisha Pegah zu. "Allerdings, das hätte auch schief gehen können, aber schau dich hier mal um. Was für ein schrecklicher Ort.", hauchte Pegah zurück. Sie schritten durch einen dunklen Gang. Der Boden war schlammig und aufgeweicht. In unregelmäßigen Abständen hingen Fackeln in verrosteten, eisernen Halterungen an den Wänden und erleuchteten die klamme Dunkelheit. Es war kalt hier und furchterregend. Plötzlich endetet der Gang und sie traten auf einen Hof hinaus. Er war quadratisch und von hohen Mauern und Türmen umgeben. An den Wänden hingen abgemagerte Menschen, verdreckt, zu schwach ihre Köpfe zu heben. Fettige, verfilzte Haare hingen ihnen ins Gesicht und ihre Körper waren von blutenden Wunden übersät. Nicht wenigen rann noch immer Blut aus langen Schnitten. Es roch stark nach Verwesung und verbranntem Fleisch. In der Mitte des Hofes war ein großes Feuer entzündet worden, in dass immer wieder Leichen geworfen wurden. Hin und wieder begann eine dieser Leichen zu schreien, als sie in die Flammen geworfen wurde. Die kleine Gruppe war entsetzt. Es war unmenschlich. Sie sahen sich vorsichtig um. Überall standen Wachen in dunklen Rüstungen, in Lumpen gekleidete Sklaven bedienten sie. Plötzlich hörte Sara einen gellenden Schrei und sie sah wie ein kleines Mädchen von einem Soldaten aus dem Fenster eines der Türme gehalten wurde. Der Mann lachte und schüttelte das Mädchen durch, bevor er sie fallen ließ. Mit einem schrillen Schrei stürzte es nach unten. Die anderen Sklaven sahen nicht mal hin. "Verdammt!", schrie Sara und rannte los. Die anderen folgten ihr sofort. Jacen und Kim schrieen ihnen nach, sofort stehen zu bleiben, doch die anderen rannten einfach weiter. Sadamir fing das kleine Mädchen auf und drückte sie an sich. Sie weinte und war vollkommen verstört. "Schon gut Kleine, alles wird gut.", versuchte der Elb sie zu trösten. Doch dann waren sie schon von Soldaten eingekreist. Sie hatten Schlagstöcke und Peitschen in den Händen und schlugen damit auf die kleine Gruppe ein. Pegah schrie auf, als sie von einer Peitsche an der Schulter getroffen wurde. Für einen Moment konnte sie sich nicht mehr konzentrieren und die Fesseln an den Händen der Gefährten verschwanden. Zum Glück bemerkte sie es noch rechtzeitig und sprach schnell einen Zauber, der die Fesseln wiederkehren ließ. "Aufhören!", schrie Jacen. Die Wachen verharrten in der Bewegung, erstaunt von der Stimmgewalt des großen Soldaten und dem befehlshaberischen Ton. "Die sind für Ihn. Soll er doch entscheiden, was er mit ihnen macht!", sagte er. Die anderen Soldaten nickten eingeschüchtert und gingen davon um ihre Wut über das Retten des Sklavenmädchens an den anderen Gefangenen auszulassen. "Vorwärts jetzt! Und dass mir so was nicht noch mal vorkommt!", schnauzte Jacen. Ihm schien die Rolle des befehlshabenden Soldaten sichtlich Spaß zu machen. Sadamir nahm das Mädchen an die Hand und sie durchquerten den Hof und tauchten wieder in einen Tunnel ein. Ein weiteres Tor tauchte vor ihnen auf und zwei Soldaten öffneten es. Die kleine Gruppe durchquerte es und trat auf eine breite Landzunge hinaus. Rechts und Links von ihnen befand sich soweit das Auge reichte fauliges, stinkiges Wasser. Der morastige Boden an den Ufern war von einer klebrigen schleimigen Schicht bedeckt, die ebenfalls entsetzlich stank. "Oh man! Ich glaub ich werde gleich Ohnmächtig! Das ist ja schlimmer als jede Parfümerie!", stöhnte Alisha, als sie einige hundert Meter gegangen waren und Pegah die Fesseln verschwinden ließ. Das kleine Mädchen sah sie erschrocken an, als sich die Ketten auf einmal auflösten. "Was seid ihr? Ihr könnt Fesseln verschwinden lassen?", flüsterte sie überrascht. Sadamir nickte. "Ja, unsere Freundin hier ist eine Magierin.", er nickte Pegah zu. "Dann schaltet doch die Wachen aus und versucht zu fliehen!", zischte das Mädchen. "Nix da, wir gehören dazu.", sagte Kim und lächelte das Mädchen an. Sie starrte ihn erschrocken an. "Das sind keine echten Wachen, sie haben sich nur verkleidet, damit wir nach Blackstone reinkommen. Da werden nämlich Freunde von uns gefangen gehalten und die holen wir da raus.", erklärte Alisha. Das Mädchen starrte ungläubig und doch fasziniert von einem zum anderen. "Ihr seit es..."; sagte sie plötzlich verträumt. "Wir sind was?", fragte Sadamir. "Ihr seit die, die uns alle retten werden!", sagte sie und ein Strahlen trat in ihre Augen. Die Gefährten sahen sich an. "Eigentlich wollten wir nur..." "Ihr werdet den Dunklen Lord stürzten und über Mular herrschen!", sagte das Mädchen und lächelte sie an. Die Freunde sahen sich an. Keiner brachte es übers Herz der Kleinen die Wahrheit zu sagen. Sie waren nicht hier um alle Sklaven zu befreien. Sie würden nur ihre Freunde retten. Orlando und Yvonne befreien damit die Geschichten getrennt werden würden. Danach würden sie verschwinden, nach Mittelerde zurückkehren und... versuchen Mittelerde zu retten. "Wie heißt du eigentlich?", fragte Sadamir. "Ich weiß nicht. Mein Herr hat mich immer Mädchen gerufen.", sagte die kleine Sklavin und sah weg. "Und deine Mutter, wie hat sie dich genannt?", fragte Sara. "Mutter?", fragte die Kleine. "Wovon redet ihr?" Sara biss sich auf die Lippen. "Du hast doch sicherlich eine Mutter, die sich um dich kümmert, oder?", fragte Pegah. "Ich bin schon vier, ich kann auf mich selbst aufpassen!", sagte die Kleine stolz. "Vier?", Pegah sah sie traurig an. "Ja.", sagte die Kleine stolz. Die Halbelbin nickte traurig. "Aber wir müssen dich doch irgendwie nennen.", sagte Sadamir. "Wie willst du heißen?", fragte Pegah. Das Mädchen sah sie unsicher an. "Was meint ihr?" "Na du hast doch bestimmt einen Lieblingsnamen.", sagte Sara. "Mein Herr fand Anna ganz schön...", sagte sie nachdem sie eine Weile nachgedacht hatte. "Und du?", fragte Sadamir. "Ich? Ich habe keinen Lieblingsnamen.", sagte sie unsicher. Die anderen nickten. "Anna, dann.", sagte Pegah und das Mädchen strahlte. "Habe ich jetzt einen Namen?", fragte sie im Flüsterton, als wäre es etwas Unerhörtes. "Ja, wenn du willst kannst du Anna heißen oder so.", sagte Pegah und lächelte sie an. "Wenn ich... will?", das kleine Mädchen sprach das Wort aus, als hätte sie es noch nie vorher gehört. "Ja, du hast doch bestimmt schon mal etwas getan, was du tun wolltest, oder?", fragte Sadamir sie. "Ich weiß nicht was ihr meint... wollen? Was ist das?" "Zum Beispiel... das du Ball spielst, anstatt... anstatt Seilchen zu springen.", "Ball spielen? Seilchenspielen?", fragte das Mädchen verwirrt. "Ok, ein anderes Beispiel. Dass du... Käse statt Fleisch gegessen hast. Weil du es so wolltest.", sagte Pegah. "Käse? Fleisch? Ich habe noch nie Käse oder Fleisch gegessen. Immer nur mein Herr." "Was hast du denn gegessen?", fragte Sara. "Brot.", antwortete das Mädchen sofort. "Hey, ihr, Zeit die Fesseln anzulegen, da kommen Soldaten und seit ja leise!", sagte Kim zu ihnen und Pegah ließ Fesseln um ihre Handgelenkte entstehen. "So, wir müssen jetzt so tun, als wären wir Gefangene.", erklärte Sadamir Anna. Sie nickte schwieg. Einige Zeit später kam eine Kompanie von Wachen an ihnen vorbei. Sie hielten bei Jacen und der Anführer blieb stehen. "Wollt ihr nach Blackstone?", fragte er. "Ja.", sagte Jacen. "Dann beeilt euch, es wird bald dunkel und ihr wisst ja was dann hier draußen los ist," "Sicher.", sagte Jacen und nickte. Der Anführer der anderen Soldaten nickte und ging dann weiter. Nach einiger Zeit blieb er stehen und drehte sich noch mal um. "Nette Wahre habt ihr. Kann man die sich auch mal für ne Nacht ausborgen.", er strich mit einer Hand über Cocodies Wange und sah an ihr hinunter. Cocodies Augen weiteten sich vor Empörung und sie musste sich zusammenreißen um dem Mann keine Ohrfeige zu geben oder ihn mit einem kräftigen Tritt zwischen die Beine ein für alle Mal zu kastrieren. "Nein, die sind für Ihn.", sagte Kim. "Sagt das doch gleich.", sofort zog er seine Hand zurück. "Hätt' ich mir aber auch denken können." Sagte er grinste Cocodie an, die ihn wütend anfunkelte. Die Soldatengruppen marschierte weiter und die Soldaten betrachteten die Gefährten von oben bis Unten. Als sie weg war regte sich Cocodie sofort auf. "Was bilden die sich eigentlich ein? Wie kann der es wagen mich anzufassen?" "Ist doch klar, dass die Männer auf dich abfahren! Das hast du doch an Sadamirs Reaktion gemerkt!", sagte Alisha giftig und warf ihrem Freund einen eisigen Blick zu, der ihn sichtlich überraschte. Pegah bemerkte wie Jacen Kim einen Blick zuwarf und der mit den Schultern zuckte. "Lasst uns weitergehen. Ich will nicht herausfinden was heute Abend hier los sein wird.", sagte Kim und sie marschierten weiter. Dunkle Wolken waren aufgezogen und es begann zu regnen...

Als ich das nächste Mal erwachte war es dunkel um mich herum. "Orlando?", fragte ich, doch niemand antwortete mir. Plötzlich ging die Tür auf du eine Wache kam herein. "Aufstehen!", schnauzte sie und ich gehorchte überrascht, "Wo sind Orlando und Overkill?", fragte ich und bekam eine Ohrfeige. "Ich stelle hier die Fragen.", schnauzte die Wache und packte meine Hände. "Mitkommen!", dann wurde ich aus der Zelle gezogen. Wohin wurde ich gebracht? Wo waren meine Freunde? Wo war Orlando? Die Wache stieß eine kleine Tür auf und betrat einen kleinen Hof. Es regnete und die Erde war schlammig. Die Wache führte mich in den Regen hinaus und zur gegenüberliegenden Wand. Ich erkannte dass dort einige Menschen an die Wand gefesselt waren. Die Wache führte mich zu einem freien Platz an der Wand. Ich erkannte Orlando etwas weiter entfernt. Er sah mich an und lächelte. Ich lächelte zurück und ließ mich an die Wand ketten. Was würde als nächstes passieren? Ich sah zu dem Mann neben mir, er war abgemagert und zitterte am ganzen Körper. "Was passiert hier gleich?", fragte ich ihn. "Eine Leerung.", sagte er und seine Stimme zitterte so sehr, dass ich kaum etwas verstand. "Was passiert da?", fragte ich und der Mann schloss die Augen, schluchzte auf und sah weg. Er hatte Angst und zwar große! Ich wandte mich an die junge Frau auf der anderen Seite. "Wissen Sie was hier gleich passiert?", fragte ich sie. Sie sah mich an und nickte kaum sichtbar. "Ja, ich habe Gerüchte gehört. Niemand ist je lebend von einer Leerung zurückgekommen, aber alle haben die Schreie gehört. Bald ist Fütterungszeit.", sagte sie und lächelte schwach. "Fütterungszeit?" Das gefiel mir nicht ganz und gar nicht. "Sie halten irgendetwas in den Kerkern von Blackstone. Ein Wesen, dass ausgehungert wird um dann... gefüttert zu werden...", sie lächelte traurig. "Wir sind das Futter, Kleine!" Ich starrte sie entsetzt an. Das konnte doch wohl nicht wahr sein. Ich sah zu Orlando hinüber. Er sah mich an und ich wollte zu ihm. Ich wollte ihn küssen, bevor dieses Wesen kam und uns auffraß. Der Regen prasselte auf mich hinunter. Durchnässte mich bis auf die Knochen. Orlandos Haare hingen ihm in Strähnen ins Gesicht und er lächelte. "Unsere letzte Dusche und wir haben nicht mal Shampoo.", sagte er und ich versuchte zu lächeln. "Was glaubst du ist dieses Monster?", fragte ich ihn. "Wer weiß, ein kleiner, weißer Pudel vielleicht!", versuchte er mich zum lachen zu bringen. "Du bist so ein Idiot!", sagte ich und lachte. Er lachte auch. "Weißt du was ich traurig finde?", sagte er nach einer Weile. "Was denn?", fragte ich. "Dass wir's nie getan haben. Hätte ich in Lórien doch bloß meine Chance genutzt!", sagte er grinsend und zwinkerte. "Idiot!" lachte ich und legte dann den Kopf schief um ihn von oben bis unten zu betrachten "Obwohl ich gern gewusst hätte, was Mr. Bloom so zu bieten hat." "Die hatten schon nen Grund uns so weit von einander aufzuhängen.", sagte er. "Und der wäre?", fragte ich schelmisch. "So verführerisch wie du jetzt aussiehst würde ich mich sofort auf die stürzten.", sagte er und ich lachte. "Das kann ich nur zurückgeben. Der Wet-Look steht Ihnen, Mr. Bloom!" Er grinste und küsste in meine Richtung. Ich küsste zurück. Die Frau zwischen uns sah von einem zum anderen und schüttelte den Kopf. "Ihr seit ein Paar stimmt's?", "Ja.", sagte ich und strahlte sie an. "Eine gute Wahl.", sagte sie und betrachtete Orlando nun auch von Oben bis Unten. "Hey! Das ist mein Freund.", sagte ich und sie lachte. "Schon klar. Schade, dass es so endet. Wer weiß, vielleicht muss einer von euch gleich zugucken, wie der andere gefressen wird.", sagte sie und wir beide verfielen in tiefes Schweigen. Ich beobachtete Orlando und er beobachtete mich. Ich liebte ihn. Ich liebte ihn wirklich! Liebte er mich? Liebte er mich wirklich?

"Willst du ihn nicht retten?" "Du? Warum bist du nicht vorher gekommen?" "Es ging nicht. Ich kann auch nicht lange bleiben." "Wie kann ich ihn retten?" "Halte aus und lass dich zu einer von uns machen." "Wie meinst du dass?" "Deine Freunde und zwei Magongs sind auf dem Weg hierher." "Sie werden uns retten?" "Du musst dazu eine von uns sein, sonst können sie nicht wissen wo du bist." "Aber du bist doch da!" "Aber wie lange? Ich kann nicht lange bleiben. Hier zu erscheinen zehrt an meinen Kräften." "Dann lass etwas von dir hier. Damit sie uns finden!"

Der Magong sah mich seltsam an.

"Willst du das wirklich?" "Ich werde alles tun um Orlando zu retten. Ich möchte mit ihm glücklich sein" "Dann soll es so sein. Schließ deine Augen."

Ich schloss meine Augen und plötzlich sah ich wieder diesen Baum vor mir. Der Baum, an dem Orlando hing. Ein toter Orlando. Und diese Stimme erscholl in meinem Kopf:

'Schließ dich ihnen nie an...' Vor mir steht eine Gestallt im Nebel, die sich umdreht und langsam davon geht. Was soll ich tun? Ich sehe wie der Magong langsam auf mich zuschwebt. Ich spüre wie mir warm wird, wie er beginnt mit mir zu verschmelzen. "NEIN! Vade, vade, gata nabe Teronas!" Der Magong schreit auf und zerplatzt. Die Gestallt dreht sich noch einmal um. 'Gut gemacht, doch es ist noch nicht vorbei'

Tränen rannen mir über die Wangen, ich sah zu Orlando. Ich liebte ihn, doch ich würde ihn sterben lassen. Wir würden beide sterben! Hier, in diesem Hof! In einer fremden, unheimlichen Welt, weit weg von Zuhause. Ich sah dass er mich ansah. Ich formte "Ich liebe dich", mit meinen Lippen. "Ich liebe dich Orlando Bloom, und es tut mir so leid.", entrann es auf einmal meiner Kehle in einem lauten Schrei. Er sah mich überrascht an und küsste mich von weitem. "Ich liebe dich auch Yvonne!" ein unglaublich lautes Knirschen ertönte und wir starrten zusammen in dir Richtung eines großen Fallgitters, das gerade hochgezogen wurde. Ein Brüllen ertönte dass durch Mark und Bein ging. Es war schrecklich und ich hörte den Mann hinter mir weinen. "So, Kleine. Es ist Fütterungszeit.", sagte die Frau sarkastisch und lächelte traurig.

"Ich mag diese Burg nicht! Ich mag sie nicht. Wann kommt Sadamir endlich zurück?", murrte Alisha und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie saßen in einem kleinen, leeren Zimmer in der gigantischen Festung von Blackstone. Sadamir war schon vor Stunden auskundschaften gegangen und langsam machten sie sich sorgen. "Kim bleibt auch lange weg. Ich hoffe nur, den beiden ist nichts passiert.", sagte Pegah leise. Sara ging ans Fenster des kleinen leeren Raumes und sah in den verregneten Vorhof hinab. Weit weit unten waren wie in der Vorburg Gefangene an die Mauern gekettet. Doch dort unten gab es keine Wachen. "Warum, glaubt ihr, dass dort unten keine Wachen sind?", fragte sie. "Keine Ahnung, interessiert mich auch nicht.", sagte Alisha und zerrte an ihren Stiefeln. "Ich hoffe nur, dass...", die drei fuhren herum und griffen nach ihren Waffen als die Tür aufging. Eine junge Frau kam herein und blieb erschrocken stehen. Sie hatte langes rotblondes Haar und sah einfach wunderschön aus. "Wer... wer seit ihr?", sagte sie erschrocken. Jacen sprang auf und hielt ihr den Mund zu. Schnell schloss Alisha die Tür. "Keinen Laut.", befahlt Jacen und die Frau nickte. Vorsichtig zog er seine Hand von ihrem Mund. "Wer seid ihr?", fragte sie leise. "Leute die euch die Gefangenen stehlen werden.", sagte Alisha und stand auf. "Welche?", fragte die Frau cool. "Zwei stück. Yvonne und Orlando Bloom.", sagte Sara. "Dann seit ihr aber gerade rechtzeitig gekommen."; sagte die Frau und streckte ihre Hand aus. "Ich bin Sudama, und Freundin von den Freunden von Overkill.", sagte sie und lächelte. Die anderen sahen sie überrascht an. "Weißt du wo die zwei sind?", fragte Jacen und Sudama nickte. "Jaa... doch ich weiß nicht ob ihr dorthin gehen solltet..." "Yvonne und Orlando sind unsere Freunde... wir werden überall hingehen um sie zu retten!", fuhr Alisha sie an. Pegah legte ihr eine Hand auf die Schulter. "Ruhig bleiben. Kannst du uns helfen?", fragte sie dann Sudama. "Jain, sie sind...", sie verstummte auf einmal als ein Schrei ertönte. "Ich liebe dich Orlando Bloom und es tut mir so leid!" Die Gefährten stürmten ans Fenster und sahen in den Hof hinab. Er lag tief unten. Mindestens vier Stockwerke. "Wir müssen dort hin!", rief Sara. "Wir können nicht mehr auf Kim und Sadamir warten.", sie stürmte zur Tür. "Es ist zu spät.", sagte Sudama und sie hörten ein lautes Knirschen, gefolgt von einem ohrenbetäubenden Brüllen. "Es ist bereits da. Ihr könnt eure Freunde nicht mehr retten!", sagte Sudama traurig. "Doch das können wir!", sagte Jacen und verwandelte sich wieder in den Barbar, der er war. "Sudama, wenn du uns helfen willst, dann hast du jetzt die Gelegenheit dazu. Führ die anderen nach Unten. Ich nehm den direkten weg.", Jacen grinste die anderen wild an und die Gefährten sahen dass er nach seiner Axt griff. Bevor sie ihn aufhalten konnten sprang er mit einem Kriegsschrei aus dem Fenster. Die Axt in beiden Händen, fiel er dem Erdboden entgegen...

Ich starrte voller Angst auf das gigantische Monster, dass mit unglaublicher Geschwindigkeit aus dem Tor kam. Die Gefangenen schrieen vor Angst und zerrten an ihren Ketten. Ich hatte zuviel Angst um zu schreien. Es war das ekeligste was ich je gesehen hatte. Mein schlimmster Albtraum. Es war schleimig, und es grau, und schwarz und rot. Es war ein Wesen, eine riesige Spinne. Ich schrie. Es hatte acht große Augen und die Haut war haarig und einfach nur ekelerregend. Die acht langen Beinen waren schwarz, haarig und trugen das Monster das sich schnell auf die Gefangenen zu bewegte. Die Spinne riss ihr Maul auf und brüllte. Drei Reihen scharfer, spitzer Zähen funkelten uns entgegen. Die Sklaven rasteten nun aus und wurden panisch. Ich schrie und riss an meinen Ketten wie die anderen. Orlando sah das Wesen einfach nur in ungläubigem Entsetzten an. Auf einmal erscholl ein lauter Schrei, der alle anderen übertönte. Die Sklaven wurden ruhig und richten ihre Blicke nach Oben. Ein Mann war aus einem der oberen Fenster an der gegenüberliegenden Wand gesprungen. Blanker Stahl funkelte in seinen Händen. Das Monster sah ihm zu, wie er Richtung Boden stürzte. Er landete auf beiden Beinen, ging in die Knie und stand dann auf. Alle sahen ihn überrascht an. Er war aus dem vierten Stock gefallen und hatte überlebt! Er war sogar unverletzt und fähig zu kämpfen. Er rannte auf die Spinne zu und stieß einen Schrei aus. Die Spinne erschrak fürchterlich, doch die Gefangenen fanden neuen Mut. Sie hörten auf zu schreien und sahen zu wie der Mann auf die Spinne zu rannte. Er sprang durch die Luft, die Axt fest in beiden Händen haltend, und landete auf dem gigantischen Kopf der Spinne. Ich sah wie sich das Tor, durch dass die Wache mich geführt hatte öffnete und einige Leute herein stürmten. Sie hielten Bögen in den Händen und schossen auf die Spinne. Ich erkannte Alisha, die dem Mann zur Hilfe eilte. Sie hielt ein langes Schwert in den Händen, dessen Schneide von goldenen Flammen umlodert wurde. Die Spinne hatte den Barbaren abgeschüttelt und stellte sich nun Alisha, Ein grüner Giftstrahl schoss aus ihrer Stirn und wurde von Alisha Schild abgewehrt, der jedoch von dem Gift sofort zersetzt wurde. Alisha warf ihn fort und ich sah wie sie einen Ring ansteckte. Mit der nun freien Hand zielte sie auf eines der vielen Augen der Spinne und plötzlich zuckte ein Eisblitz aus ihren Fingern und flog auf die Spinne zu. Der Mann begann mit seiner Axt auf die Spinne einzuschlagen. Alisha eilte ihm zur Hilfe und schlug mit ihrem Flammenschwert nach den Beinen der Spinne. Ich sah wie Sara mit ihrem Bogen auf die Augen der Spinne schoss und mit jedem Pfeil eines traf. Die Spinne kreischte auf. Pegah neben ihr schwang ihren Zauberstab und schleuderte Feuerbälle auf das Monster. Die Spinne hatte genug. Mit einem letzte Kreischen zog sie den Rückzug an. Doch der Barbar war noch nicht fertig mit ihr. Er sprang mit einem weitern weiten Sprung auf das hässliche Hinterteil der Spinne und schlug mit aller Kraft seine Axt hinein. Die Spinne schrie auf und grünes Blut spritze aus der tiefen Wunde. Der Barbar schlug immer wieder und wieder zu, kämpfte sich seinen Weg durch die Haare der Spinne nach vorne zum Kopf. Die Spinne schüttelte sich, versuchte den großen Mann abzuwerfen, doch er blieb auf ihr und schlug auf sie ein. Bei jedem Treffer spritze ihm Blut um die Ohren, doch dann war er dort angekommen wo er hinwollte. Er stand auf ihrem Kopf, stieß einen letzten gellenden Kriegsschrei aus und ließ die Axt hinuntersausen. Der Schädel krachte, die Spinne stieß einen grässlichen Todesschrei aus, als die Axt ihren Schädel spaltete. Sie taumelte, fiel zu Boden und blieb liegen. Der Barbar sprang von ihrem Rücken und begann die Gefangenen von ihren Ketten zu befreien. Alisha kam zu mir und durchtrennte mit ihrem Flammenschwert meine Fesseln. "Yvonne!", sagte sie und nahm mich in den Arm. "Alisha!", ich drückte sie an mich und weinte. Pegah befreite Orlando und der kam sofort zu mir und nahm mich in den Arm. Es regnete noch immer und ich war froh dass es endlich vorbei war. "Wir müssen hier weg. Tolkien wird uns bald zurückholen.", sagte Alisha zu uns. "Kommt.", sagte sie. "Tolkien?", fragte ich überrascht. "Lange Geschichte, aber nicht jetzt. Schnell, kommt mit!", ich folgte Alisha. Orlando hatte seinen Arm um meine Schultern gelegt und ich hielt seine Hand. "Der Wet-Look steht ihnen wirklich, sehr gut.", flüsterte ich und er lachte. "Dann werde ich meinen Look wohl wechseln.", sagte er und küsste mich. Ich war so froh so etwas noch einmal erleben zu dürfen. Seine Lippen auf meinen spüren zu dürfen. "Wo sind Sadamir und Kim?", hörte ich Pegah fragen. Wir waren von einer Sklavenmenge umgeben die meine Freunde begeistert feierten. "Oh man, ohne euch wären Orlando und ich zu Spinnenfutter verarbeitet! Danke!", sagte ich und umarmte jeden meiner Freunde. Ungläubig sah ich auf eine hübsche junge Frau in einem weißen Kleid. Sie hatte langes weißes Haar und helle, fast weiße Haut. Sie war wunderschön. "Yvonne, bin ich froh!", sagte sie und nahm mich in den Arm. "Das ist Cocodie - in Menschenform.", erklärte Pegah, als sie meinen überraschten Gesichtsausdruck bemerkte. "Cocodie?", fragte ich sah sie an. "Wow!", entfuhr es Orlando. "Yvonne", wandte er sich sachlich an mich. "Ich fürchte ich werde dich verlassen müssen um mit diesem bezaubernden Wesen zusammen zu kommen." Ich knuffte ihn in die Seite und er küsste mich zum Zeichen, dass er das nicht ernst gemeint hatte. "Ihr Männer seit solche Idioten!", sagte Alisha und ich lachte. Dann stand ich vor dem großen Barbaren. Er war gut zwei Meter groß und ich musste zu ihm hochsehen. "Das ist Jacen.", stellten die anderen ihn mir vor. Ich nahm seine Hand und drückte sie. "Danke Jacen. Das war echt ne klasse Vorstellung!", er nickte und schüttelte meine Hand. "Keine Ursache, es war mein Auftrag!", sagte er und grinste breit. Auch Orlando bedankte sich bei ihm. "Wo ist Sadamir?", fragte ich plötzlich. "Keine Ahnung. Er ist weg, verschwunden....", sagte Sara. "Ja und diese Sudama auch...", Cocodie sah sich um. "Pegah?", fragte ich und sah mich suchend um. "Wo ist die denn hin?"

"Sudama, wo ist Overkill?", fragte Pegah, als sie neben der jungen Frau durch die Gänge lief. "Wir müssen uns beeilen, wenn wir ihn retten wollen. Ich bin so froh, dass du mir dabei helfen möchtest!", sagte sie und führte Pegah tiefer in die Burg hinein. Durch dunkle, weite Gänge liefen sie. Einige Treppen hoch, einige wieder hinunter, doch irgendwann blieb Sudama vor einer Tür stehen und sagte atemlos. "Wir müssen leise sein. Wenn man uns bemerkt sind wir so gut wie tot!" Dann öffnete sie leise die Tür. Drinnen war eine Art Garten. Pegah war entsetzt. Der Garten war verdorrt! Baunes, abgestorbenes Gras, tote Büsche. In der Mitte des Gartens stand ein großer Baum, um dort... Pegah verharrte. Sudama zog sie in ein dichtes Gebüsch aus toten Zweigen. "Dort... dort drüben ist Overkill!", hauchte sie Sudama ins Ohr. "Ich weiß. Wir müssen trotzdem aufpassen.", sagte diese und sie schlichen weiter durch die Büsche. Pegahs Herz raste. Overkill, sie hatte Overkill wieder gesehen. Seine Augen. Seine unglaublich grünen Augen... sie hockten sich hinter einen Busch, von dem aus sie Overkill sehen konnte Er war an der Wand gefesselt wie Yvonne und Orlando es gewesen waren. Sein Gesicht war zerschlagen worden. Er blutete aus zahlreichen Wunden. Er musste unglaubliche Schmerzen haben, doch trotz allem hielt er seinen Kopf aufrecht und bemühte sich um eine stolze Haltung. Seine Augen hatten einen trotzigen, stolzen Ausdruck angenommen und er würdigte die Wachen, die am Fuße des Baumes an einem Feuer saßen keines Blickes. Es waren fünf oder sechs, zu viele um von ihnen alleine ausgeschaltet zu werden. Pegah sah Overkill an und glaubte alle müssten das Donnern ihres Herzens hörten können. Sie schluckte und wäre am liebsten sofort zu Overkill gelaufen. Sie wusste nicht wieso, aber sie fühlte sich von Overkill angezogen. Einer der Wächter stand auf und kam auf ihn zu. "Hey, Kleiner, weiß du was das ist?", fragte er und zeigte ihm eine rotglühende Kohle, die er in seiner mit Tüchern umschlungenen Hand hielt. Overkill grinste ihn nur an und spuckte ihm dann ins Gesicht. "Na warte, Kleiner!", sagte der Mann sauer und wischte sich die Spucke aus dem Gesicht. "Ich schätze wir dürfen noch etwas Spaß mit dir haben, bis zu stirbst!", damit riss er Overkills Hemd auf und Pegah sah dass sein schöner Oberkörper mit Brandwunden, roten Striemen und Narben übersäht war. Die Wache lachte ihn an und drückte ihm die Kohle auf eine unverbrannte Stelle. Pegah zuckte zusammen, als ob sie verbrannt worden wäre und nicht Overkill. Sie wollte aufspringen und ihm zur Hilfe kommen, doch Sudama hielt sie zurück. "Noch nicht, es sind einfach noch zu viele.", sagte sie, doch Pegah las den selben Schmerz in ihren Augen, den auch sie verspürte. Overkill verzog keine Miene sondern sah den Mann einfach nur an. "Fällt euch eigentlich nichts Neues mehr ein?", fragte er und der Mann schlug ihm mit der Kohlenhand ins Gesicht. Pegah zuckte zusammen. Sie sah wie Blut aus Overkills Nase tropfte. Er zuckte nicht mal mit der Wimper. "Er kann hart wie Stein sein und alles ertragen.", hauchte Sudama ihr ins Ohr. Pegah sah sie an. "Jetzt reichts!", schrie die Wache und warf die Kohle weg um auf Overkill einzuprügeln. "Hör auf, Mann, wenn Er sieht, dass du so mit ihm umspringst, hängt er dich auch noch auf.", rief eine der anderen Wachen. Die Wache ließ von Overkill ab und spuckte ihm ins Gesicht. "Ich hoffe du stirbst qualvoll!", sagte die Wache und wandte sich dann von ihm ab. Die Spucke rann von Overkills Stirn, das Nasenbein entlang zum Kinn. Seine zurückgebundenen Hände hinderten ihn daran sie wegzuwischen. "Das ist eine Qual für ihn", hauchte Sudama, "dass er die Spucke nicht einfach wegwischen kann, sondern sie ertragen muss." "Du... du kennst Overkill sehr gut, oder?", fragte Pegah leise. "Ja, ich liebe ihn.", sagte sie und Pegah sagte leise "Ich auch.", dann starrte sie Sudama entsetzt an. Sie liebte Overkill? Sudama? Die hübsche Sudama? Und sie hatte ihr verraten dass sie ihn auch liebte? Die beiden Mädchen sahen sich an. Sudama schluckte. "Das tut mir leid.", sagte sie. Pegah sah sie an. "Was?", sagte sie. "Es tut mir leid, dass du ihn liebst, denn er liebt mich. Wir lieben uns.", sagte Sudama und Pegah wusste tief im Inneren, dass es die Wahrheit war. "Mir tut es auch leid.", sagte sie. "Willst du mir trotzdem helfen ihn zu befreien?", fragte Sudama. Pegah lächelte. "Ja, ich weiß das es komisch klingt, aber trotz allem bist du mir immer noch sympathisch!", sagte sie und lächelte. Die Tür ging auf und ein großer, schwarzer Schatten betrat den Raum. Sudama erstarrte. "Mein Vater!", sagte sie. "Pegah, wir müssen weg, wenn er dabei ist, ist jede Befreiung sinnlos. Wir würden nur auch sterben. Overkill würde das nicht wollen.", zischte Sudama "Wir müssen gehen, schnell, bevor er uns bemerkt!", Der Schatten schwebte an ihnen vorbei und sie traten den Rückzug an. Pegah sah noch einmal zurück. Sie sah wie Overkill, die schönen grünen Augen weit aufgerissen vor Angst, sich gegen die Wand presste. Er hatte Angst! Er hatte Angst vor diesem Schatten. Er sah sie und lächelte noch einmal kurz. "Ich liebe dich.", formten ihre Lippen, dann floh sie mit Sudama. Sie würde ihn bei ihr lassen, sie würde versuchen ohne ihn zu leben, in Fangorn, mit Cocodie! Sie zwang sich ihre Tränen zurückzuhalten. Er liebte Sudama, warum hatte sie ihm gerade verraten, dass sie ihn ebenfalls liebte? Es war doch dumm, wer würde sich nur wieder über sie lustig machen, falls er das hier überlebte...

Sadamir schlich durch die unendlich langen Gänge von Blackstone. Er hatte sich doch tatsächlich in dieser gigantischen Burg verirrt! Wie sollte er jemals wieder zu den anderen finden? Er hatte keine Ahnung. Plötzlich kam er zu einer Tür, die genauso aussah, wie die Tür, an der sie sich getrennt hatten. Vorsichtig öffnete er sie und sah, dass er in einem Garten stand. Ein verdorrter Garten. Tote Gräser und Sträucher, alles braun, schwarz und grau. Es schmerzte ihn, so etwas zu sehen. Er trat ein und sah einen großen Baum. Er sah jemanden an einem der unteren Äste hängen und nach Atem ringen. Seine Bewegungen wurden schwächer und Sadamir erkannte ihn. Overkill! Er zog seinen Bogen hervor und legte einen Pfeil auf die Sehne. Schnell spannte er ihn und schoss. Der Pfeil durchtrennte das Seil und Overkill stürzte zu Boden. Er rappelte sich auf und sah Sadamir an. Erst jetzt sah der Elb, dass er nicht allein war. Um den Baum herum standen Wachen und ein großer Schatten drehte sich zu ihm um. "Overkill! Komm! Schnell!", schrie er und griff nach einem der Steine die Tolkien ihm gegeben hatte. Er warf ihn und merkte, dass es zwei waren. Ein Rauch- und ein Gasstein! "Overkill! Komm schnell", rief er, als die Steine explodierten und Gas und Rauch austraten. Die Wachen die ihnen folgen wollten blieben überrascht stehen, als Overkill in die dichten Nebelschwaden eintauchte. Sadamir zückte seine Messer und warf sie. Sie trafen und streckten die Wachen nieder. Overkill kam aus dem Nebel heraus gelaufen und die zwei liefen zusammen aus dem Garten. Draußen stießen sie mit jemandem zusammen. Sadamir wollte nach seinen Dolchen greifen, doch er hatte sie nicht mehr. Er sah entsetzt auf und erkannte Kim. "Hey, du hast Overkill gefunden! Schnell jetzt!", sagte er und griff nach beiden. Die drei lösten sich in Luft auf, als der dunkle Schatten aus der Tür trat.

Ich sah mich im großen Hof um. Pegah und Sudama waren wieder aufgetaucht und wir waren ziemlich froh darüber. "Könnt ihr uns nicht alle befreien?", fragten die Gefangenen. "Wir selber nicht, aber ich glaube wir haben jemanden, der euch helfen kann.", sagte Sara und schob die kleine Anna, in den Vordergrund. "Wir haben ihr viel beigebracht!", sagte sie und Anna nickte. "Das haben sie wirklich. Sie haben viel von ihren Welten erzählt und so. Ich finde wir sollten die Kerker stürmen und unseres Gleichen befreien!", sagte das kleine Mädchen. Die Erwachsenen sahen überrascht zu ihr herunter. Sara zwinkerte. "Lasst sie euer 'Anführer' sein.", sagte sie und ich sah zu der Frau, die neben mir an die Wand gekettet gewesen war. Ich wusste, dass sie das eigentliche Kommando übernehmen würde. "Ok, Anna, du bist unsere Anführerin!", sagte sie und Anna strahlte! "Dann kommt! Wir sind mehr als genug! Stürmen wir die Kerker!", rief sie und die Erwachsenen nickten grimmig. "Wir haben uns das Ganze lange genug gefallen gelassen müssen. Jetzt sind wir frei! Lasst uns gehen!", Damit zogen die Gefangenen davon. Sie würden die Kerker stürmen. Ich erschauderte. Ich kannte die Kerker und ich wusste wie viele Gefangene dort unten waren. Wenn sie alle befreit waren, würden sie hier ein ziemliches Blutbad anstellen! Plötzlich tauchten neben uns Kim, Sadamir und Overkill auf. Die zwei sahen Kim überrascht an. "Overkill!", sagte Sudama und fiel ihm um den Hals. Er nahm sie in die Arme und drückte sie an sich. "Sudama!", sagte er und lächelte. Dann sah ich wie sein Blick auf Pegah fiel . Sie wurde tief rot. Er nahm Sudama in den Arm und sagte zu uns. "Ihr solltet gehen! Die Armee wird inzwischen mitbekommen haben, dass hier drinnen etwas nicht stimmt! Beeilt euch!" "Nehmt euch an den Händen! Ich hab keine Lust mich durch Meere von Gegnern zu kämpfen!", sagte Kim und wir taten überrascht was er sagte. "Viel Glück ihr Zwei, und... lebt wohl!", sagte er, griff nach den Händen von Orlando und Jacen , die die Enden des gebildeten Kreises waren, und dann verschwanden wir alle.

Ich öffnete die Augen, die ich wohl geschlossen haben musste und merkte dass wir auf einem Hügel vor einem Portal standen. Soweit das Auge reichte war nur Ödland zu sehen. Hin und wieder einige vertrocknete Grasbüschel, doch mehr war dort nicht. Wir traten durch das Portal und ich spürte wie mir Schwarz vor Augen wurde...

Kapitel 6. - Yvonnes Entscheidung

Als ich die Augen wieder öffnete stand ich auf einer kleinen Lichtung in einem schönen Wald. Ein kleiner, von einem Wasserfall gespeister See schmiegte sich an den nahen Waldrand. In einiger Entfernung zwitscherten Vögel. Es roch wunderbar nach Wildblumen, die die ganze grasbewachsene Lichtungen bedeckten. Es war ein friedlicher Ort und ich fragte mich unwillkürlich ob ich vielleicht tot und im Paradies war. Ich sah mich um und sah, dass auch Orlando, Sara, Alisha, Pegah, Sadamir, Jacen und Kim um mich herumstanden. Wir sahen uns um und lachten uns an. "Wir haben's geschafft! Wir haben's geschafft! Wir sind zurück!!!", Pegah fiel Sadamir glücklich um den Hals und ich umarmte Orlando. Alisha umarmte die sichtlich überraschte Cocodie, die mittlerweile wieder ihre normale Pferdeform angenommen hatte. Jacen und Kim nickten sich zufrieden zu. "Das war echt ein gutes Abendteuer.", sagte der Barbar. "Allerdings!" stimmte Kim zu. "Sag mal, Kim, wie hast du das mit dem beamen hinbekommen?", fragte ich. Es interessierte mich wirklich und er lächelte. "Berufsgeheimnis, sorry!", sagte er und ich nickte. Ich verstand. "Kein Problem.", ich freute mich nach der langen Zeit in den dunklen Verließen von Blackstone endlich wieder Sonne auf meinem Gesicht zu spüren. Orlando grinste mich an. "Ist es nicht wunderbar hier?", fragte er und ich nickte ihm zu. "Orlando! Wir wurden gerettet! Wir sind beide am Leben und uns geht's gut! Was gibt's schöneres?", fragte ich ihn und er zuckte die Schultern. "Eine Dusche?", er nahm ich fest in den Arm und küsste mich auf die Wange. Ich musste grinsen und erwiderte seinen dann. "Können sich die anderen nicht mal kurz in Luft auflösen?", fragte er mich. "Oh ja, bitte!", sagte ich, als mich jemand an die Schulter tippte. "Könnt ihr dass vielleicht auf später verschieben?", fragte Cocodie und als ich den Kopf drehte merkte ich, dass unsere kleine Gruppe nicht allein war. Ein älterer Mann stand vor uns und lächelte. Ich hatte sein Gesicht schon auf vielen Büchern gesehen und erkannte ihn deswegen sofort. "Oh mein Gott! Tolkien!", rief ich überrascht und meine Augen strahlten. "So nennt man mich tatsächlich.", sagte der Mann mit einem gütigen Lächeln und kam auf mich zu. Er nahm meine Hand und drückte sie. Dann griff er nach Orlandos Hand und schüttelte sie ebenfalls. "Ich bin froh euch zwei lebend zu sehen.", sagte er und lächelte etwas breiter. "Mittelerdes Schicksal steht auf des Messers Schneide.", sagte er traurig. "Aber warum?", fragte ich. "Warum versuchen die Magogns Mittelerde zu zerstören! Warum rufen sie sie nicht zurück.", fragte ich ihn. Die Augen des alten Mannes wurden traurig. "Das würde ich ja gern, doch ich kann es nicht. Ich habe die Kontrolle über Mittelerde verloren.", sagte er. "Wie bitte? Wie geht das denn?", fragte Alisha ihn überrascht. "Nun ja...", er sah weg und wurde etwas rot. "Mir wurde Mittelerde weggenommen und einem anderen Magong gegeben. Weil ich einen Fehler gemacht habe!", zischte er wütend. "Die haben doch keine Ahnung! Nur weil ich für einige Jahre in eine andere Welt gewechselt bin.", schnaubte er. "Wie bitte?", fragte ich ungläubig. "Ihnen wurde Mittelerde weggenommen, und einem anderen gegeben? Wie soll das denn gehen?", fragte ich. "Es gibt Regeln, versteht ihr. Regeln! Spielregeln! Und ich soll gegen sie verstoßen haben!", schnaubte der alte Mann wütend. "Spielregeln?", fragte ich. "Alles ist ein Spiel!", rief er wütend und ich merkte wie Jacen und Kim sich leise aus dem Staub machten. Wir sahen ihn verständnislos an und er seufzte. "Das ist eine lange Geschichte! Ich erzähl sie euch, wenn ihr wollt. In Kurzfassung.", wir nickten und setzten uns auf den Boden. Tolkien nahm auf einem Stein platz und schloss kurz die Augen. Als er sie wieder öffnete waren sie nach innen gekehrt. "Götter leben ewig,", begann er "deswegen langweilen sie sich nach einigen Eonen. Irgendwann haben sich einige Götter zusammen geschlossen und ein Spiel entwickelt, damit sie sich beschäftigen können, wenn ihnen langweilig ist.", erzählte der alte Mann. "Doch natürlich ist es ein hartes Spiel. Man kann gewinnen und verlieren und wenn man verliert dann steht es nicht gut um einen. Nein wirklich nicht.", er schüttelte traurig den Kopf. "Ihr kennt bestimmt Poker oder so. Es ist ungefähr das selbe Verfahren, nur dass die Spiele etwas länger dauern. Mindestens ein Jahr, oft jedoch ein Jahrzehnt.", er schmunzelte. "Der Einsatz ist eine Welt. Ich habe einmal an so einem Spiel teilgenommen. So bin ich übrigens an Mittelerde gekommen, nur nebenbei erzählt. Es ist normal, dass man weiter spielt, wenn man gewonnen hat. Das steht wohl in den Regeln oder so... na egal, ich wollte jedoch nicht weiter spielen, mir gefielen Mittelerde und meine Welt und... nun ja, ich wollte aussteigen, also habe ich einen Antrag gestellt und alles war ok. Man hat gesagt ich dürfte aufhören, wenn ich die nächsten fünfhundert Jahre auf Mittelerde beleibe. Ich habe zugestimmt und alles war ok. Ich mein, was sind schon fünfhundert Jahre, wenn man ewig lebt?", er sah uns an und zuckte die Schultern. "Nun ja,", fuhr er fort. "alles wäre gut ausgegangen... nur dass ich leider keine fünfhundert Jahre auf Mittelerde geblieben bin...", er wurde rot und sah uns entschuldigend an. "Nun ja, nach einigen hundert Jahren wird selbst die schönste Welt irgendwie langweilig.", sagte er und wir nickten, obwohl wir es nicht verstanden. "Aber was hat das damit zu tun, dass nahm ihnen Mittelerde wegnimmt?", fragte ich. "Oh, das stand im Vertrag, wenn ich in den fünfhundert Jahren mal woanders hingehe, dann geht die Welt an ihren Besitzer zurück. Nun ja, aber leider vergisst man nach einiger Zeit, dass man mal einen Vertrag abgeschlossen hat, vor allem wenn man schon etwas älter ist wie ich. Als es mir dann zu langweilig wurde... nun ja, da bin ich halt gegangen, wie Magongs das so zu tun pflegen. Leider hätte ich aber noch um die fünfzig Jahre in Mittelerde bleiben müssen.", er zuckte die Schultern. "Oh nein!", sagte Alisha und sah ihn entsetzt an. "Also geht Mittelerde jetzt an den alten Besitzer zurück?", fragte Pegah. "Ja, leider ist es so, es sei denn ich schaffe es die anderen Magongs zu überzeugen, mir die Welt zuzusprechen. Doch das wird kaum geschehen, schätze ich." "Warum zerstören die Magongs jetzt Mittelerde?", fragte ich. "Ihm, Stavo, dem Magong dem ich Mittelerde jetzt zurückgeben muss, gefällt das, was ich geschaffen habe einfach nicht, also zerstört er es um etwas neues zu erschaffen.", er seufzte und sah betrübt zu Boden. "Oh wäre ich bloß noch fünfzig Jahre hier geblieben." "Können wir ihnen irgendwie helfen?", fragte ich. "Können wir irgendetwas tun, damit Mittelerde wieder an sie geht?", fragte Orlando. "Na ja... eigentlich nicht. Ich müsste ein weiteres Spiel spielen, ein Spiel um Mittelerde zurückzugewinnen.", sagte er. "Oh nein, aber das wird lange dauern. Mindestens ein Jahr.", sagte Pegah. "Außerdem gibt es da noch ein Problem...", sagte Tolkien zerknirscht. "Noch eins?", fragte Sara. "Nun ja.... in der Zeit in der ich Mittelerde nicht verlassen durfte, hat dieser Stavo, dem Mittelerde gehört hat meine restlichen Welten zerstört. Aus Wut." Er zuckte die Schultern. "Also hätten sie auch keinen Einsatz mehr?", fragte ich "Nein.", sagte er und zuckte betrübt mit den Schultern. "Aber irgendetwas muss man doch tun können!", rief Cocodie verzweifelt. "Und wenn man den anderen Magong umbringt?", fragte Orlando vorsichtig. "Nur ein Magong kann einen anderen Magong umbringen!", sagte Tolkien und wir sahen ihn alle an. "Oh nein! Seht mich nicht so an! Ich kann nicht kämpfen!", sagte er. "Aber sie waren doch in den Somme Kriegen!" "Eben!", sagte Tolkien hart und seine Augen wurden hart. "Ich hab erlebt was ein wahrer Krieg ist, Orlando Bloom! Kein nachgestellter mit falschem Blut!", er schüttelte den Kopf. "Oh nein, da werde ich lieber meine geliebte Welt opfern, bevor ich noch einmal so etwas miterlebe!", sagte er. Wir schwiegen, denn wir alle spürten, wie tief und wie schrecklich die Erinnerungen für Tolkien waren. Ich hatte eine Dokumentation über den Krieg gesehen und ich hatte nach einigen Minuten umschalten müssen. Er war schrecklich gewesen. Ich sah wieder die Leichenberge vor mir auftauchen. Ich wusste dass so gut wie alle Soldaten, die in diesen Kriegen hatten kämpfen müssen, gestorben waren und ich wusste, dass Tolkien vollkommen verstört nach Hause gekommen war. "Was wenn ein anderer Magong für sie kämpft?", fragte Alisha leise. "Jacen oder Kim, zum Beispiel. Sie waren beide sehr gute Kämpfer." "Nicht mal im Ansatz gut genug.", sagte Tolkien und schüttelte den Kopf. "Außerdem steht diese Lösung steht auch gar nicht zur Debatte! Ich werde keinen Krieg anfangen!", er schüttelte heftig den Kopf. "Niemals!", sagte er und seine Augen starrten fest zu Boden. Er hatte die Zähne zusammen gebissen. "Herr Tolkien, wir müssen etwas tun.", sagte ich ernst. Er sah mich fest an und lächelte traurig. "Es gibt aber nichts was ihr tun könnt.", sagte er. "Geht zurück in eure Welt und denkt nicht mehr an Mittelerde und den Rest von uns. Es ist vorbei. Vorbei...", sagte Tolkien und schüttelte den Kopf. Ich sah ihn an. Er war zusammengesunken und sah unglaublich alt aus. Alt und betrübt. "Es ist vorbei... und es ist meine Schuld.", sagte er leise und ich sah wie Tränen in seine Augen stiegen. "Nein.", sagte ich fest und stand auf. Mir war etwas eingefallen. "Wir sollen in unsere Welt zurückkehren?", fragte ich und sah ihn fest an. "In unsere Welt?" Tolkien hob langsam den Kopf und sah mich an. "Was willst du damit sagen, Kind?", fragte er langsam und seine Augen weiten sich entsetzt. Ich legte eine Hand auf meinen Bauch und sah ihn fest an. "Ich trage einen Magong in mir.", sagte ich fest. "Ich habe eine Welt.", fuhr ich langsam fort und ich sah wie Tolkien begann langsam den Kopf zu schütteln. "Nein, Yvonne! Nein, tu das nicht!", sagte er. Orlando und Alisha standen auf und sahen mich entsetzt an. "Yvonne!", fuhren sie mich an. "Yvonne! Nein!", Alisha nahm meinen Arm, doch ich schüttelte sie ab. Ich sah in die Runde. Ich lächelte langsam und drehte mich dann um. Langsam schritt ich auf das große Tor zu, dass ich auf einmal erblickte. "Ich habe meinen Entschluss gefasst!", sagte ich ernst. Es gab kein zurück mehr. Mittelerde stand auf dem Spiel. Mittelerde! Ich spürte tief in mir, dass ich diese Welt liebte. Sie ein Teil von mir war. "Yvonne!", ich drehte mich um und sah, dass Orlando vor mir stand. "Tu das nicht! Du hast kein Recht dazu!", sagte er leise. Ich sah ihn hart an. "Was soll ich denn deiner Meinung nach tun? Mittelerde zerstören lassen? Vergiss es!" "Yvonne! Ich liebe dich! Verdammt ich will dich nicht verlieren!", sagte er. Ich sah ihn an und lächelte sanft. "Das wirst du auch nicht. Niemals. Hörst du, Orlando! Niemals!", dann drehte ich mich um und stieß das Tor auf. Wenn ich hindurch trat, würde es kein zurück mehr geben. Vor meinen Augen erschien wieder das Nebelfeld. Ich sah Orlando gehängt am Baum und dann hörte ich die Stimme:

"Schließ dich ihnen nie an.", ich drehe mich um und sehe eine Gestallt im Nebel, die sich langsam von mir entfernt. Er lichtet sich langsam. "Bleib stehen. Wer bist du?", rufe ich der Gestallt hinterher. Sie bleibt stehen und dreht sich um. "Willst du das wirklich wissen? Yvonne Kallhoff?" "Ja." Die Gestalt kommt auf mich zu und der Nebel reißt auf. "Kim?" "Schließ dich ihnen niemals an, hörst du?" "Warum?" "Weil du dann sterben wirst." "Kim, meine menschliche Hälfte wird sterben, aber ich werde ein Magong sein." "Nein, Yvonne, nein.", er schüttelt den Kopf. "Du wirst sterben. Schließ dich ihnen niemals an." "Woher willst du das wissen?" "Ich habe es gesehen, Yvonne, im Traum. Nacht für Nach, seit du in Mittelerde bist." "Was hast du gesehen." "Deinen Tod. Deinen Tod als Magong!" "Einen Magong kann man nicht töten." "Schließ dich ihnen nicht an, Yvonne. Schließ dich ihnen niemals an." Kim lächelt mich traurig an. "Vertrau mir, ich habe dich gesehen. Du warst schön und gefährlich, doch es hat nicht gereicht. Du wirst sterben!" "Dann wird Mittelerde zerstört! Was habe ich für eine Wahl." "Schließ dich ihnen nicht an." Ich drehe mich um und sehe die Leiche am Baum hängen, es ist meine eigene!

Ich öffnete die Augen und sah durch das Tor. Dahinter lag ein dunkler Raum, die Decke war der Sternenhimmel, der Boden war mit Nebel bedeckt. Ich holte noch einmal tief Luft und wusste dass ich meinen Entschluss gefasst hatte. "Ich liebe dich, Orlando Bloom... und es tut mir leid!", sagte ich und trat durch das Tor....

Ich bekomme keine Luft, ein Strick liegt um meinen Hals, drückt mir die Luft ab. Was soll das! Was geschieht hier? Ich schließe die Augen und sehe ein gewaltige Explosion. Bunte Explosionen überall, Knaller die explodieren. Was soll das alles? Ich reiße die Augen wieder auf. Mein Kopf ist leer, ich spüre meine Arme und Beine nicht mehr ich schiele nach unten und sehe, wie meine Füße über einem Nebelfeld hängen. Ich erkenne die Wurzeln eines Baumes. Baum? Baum? Dieser Leere in mir, ich schließe die Augen. Gesichter ziehen an mir vorbei. Meine Eltern, meine Freunde, Orlando... Die Gesichter werden zu Bildern. Mein gesamtes Leben zieht schnell an mir vorbei. Dann sehe ich mich, wie ich an einem Baum hänge, im Nebel, unter dem Sternenhimmel. Alles wird dunkel. Ich bin allein. Allein in einer unglaublichen Dunkelheit. Ein Bild taucht vor meinem Inneren Auge auf:

Ich stehe an einem Balkongitter sehe über einen bezaubernden Wald. Es ist still und ich weis, das es die Stille vor dem Sonnenaufgang ist. Die Stille in den Stunden in denen man am besten in einem Morgenmantel gehüllt und mit einer warmen, dampfenden Tasse Tee auf dem Balkon steht und ins graue Zweilicht hinaussieht, darauf wartet, dass die Sonne aufgeht und die Vögel erwachen. Ich spüre wie mich jemand von hinten an mich herantritt und mich umarmt. Ich erkenne ihn am Geruch. "Morgen Orli!" "Morgen, Yvonne!" Ich lehne mich mit einem zufriedenen Seufzer an ihn. "Ich liebe dich!" "Ich liebe dich auch." Ich drehe mich um, und gerade als die ersten Sonnenstrahlen die Erde in goldenes Licht tauchen, versinken wir in einem innigen Kuss. Ich versinke in seinen Armen und küsse ihn, küsse ihn als wäre es der letzte Kuss den ich je empfangen würde. Plötzlich spüre ich wie Orlando von mir weggezogen wird, von einer seltsamen Macht. Ich versuche ihn festzuhalten, doch die Macht ist stärker. Er sieht mich traurig an und ich spüre, wie mir seine Finger entgleiten. "ORLANDO! ORLANDO BLEIB HIER!" Ich habe einen Fehler gemacht. Plötzlich weiß ich, dass ich einen Fehler gemacht habe. Ich sehe wie er verschwindet und dann kehrt die Dunkelheit zurück. Ich bin allein. Allein in dieser Dunkelheit und ich habe einen Fehler gemacht. Einen Fehler, den ich nicht wieder gut machen kann. "Oh Orlando, was habe ich nur getan?" Ein gleißendes Licht hüllt mich ein. Ich schlage die Arme vor die Augen. Alles wird hell. Silbernes Licht durchdringt mich, hüllt mich ein, wird eins mit mir. Ich atme es ein. Ich spüre Leben, ich spüre wie es mich durchdringt! Ich war tot, jetzt bin ich wieder lebendig! Ich bin ein Magong!

Kapitel 7 - Wenn Götter spielen

Als ich die Augen öffnete war es hell um mich herum. Ich war hell. Ich fühle mich leicht, leicht und sorgenfrei. Ich sah an mir herunter und sah Licht, nichts als Licht. Ich lachte und mein Lachen war hell und klar, schön und melodisch. Ich sah wieder an mir herunter und plötzlich sah ich Füße. Schlanke, schöne Füße. Freudig ging ich im hell erleuchteten Zimmer herum und überlegte mir wie ich aussehen wollte. Mein Zimmer gefiel mir. Es war groß, geräumig und sehr hell. Alles war in weiß, so wie ich. Ich betrachtete mich in einem großen Spiegel und nickte meinem Spiegelbild zu. Mir gefiel was ich sah. Eine schlanke junge Frau mit langen blonden Haaren und tief blauen Augen. Ich trug ein schönes weißes Kleid, das schimmerte und glitzerte, als wäre es mit Diamantensplittern besetzt. "Ich sehe fantastisch aus!", dachte ich zufrieden, als jemand an meine Tür klopfte. "Ja, herein!", rief ich. Meine Stimme gefiel mir auch sehr gut. "Ähm?", ein junger Mann trat ein. Er hatte blonde Haare und blaue Augen. Er sah süß aus. "Ja?", fragte ich und drehte mich zu ihm um. "Yvonne?", fragte er. "Ja?", antwortete ich und fragte mich, warum der Mann mich nach meinem Namen fragte. "Erinnerst du dich an mich?", fragte er und sah mich traurig an. "Nein.", antwortete ich wahrheitsgemäß. "Ich bin's, Kim.", sagte er. "Kim?" "Warum hast du nicht auf mich gehört? Warum bist du nicht bei Orlando und den anderen geblieben?", fragte er. Er war wütend. "Orlando? Andere?", fragte ich irritiert. Wovon sprach dieser Kerl eigentlich? "Hör mir mal zu, Kim, oder wie du heißt. Ich hab absolut keine Ahnung wer du bist oder wer Orlando oder diese anderen sind. Ich hab auch keine Ahnung, warum du mich hier so blöd anmachst!", dieser Typ nervte mich. "Yvonne, Orlando! Orlando Bloom! Erinnerst du dich nicht mehr?" "Sollte ich?", fragte ich gereizt. Kim schloss die Augen, als er sie wieder öffnete blickten sie mich traurig an. "Du siehst schön aus, Yvonne, du siehst genau so aus, wie du auch sterben wirst!" Das reichte, was bildete sich dieser Kerl eigentlich ein. "RAUS!", schnauzte ich. "Willst du die anderen nicht sehen?", fragte er. "Raus!", sagte ich und zeigte auf die Tür. Kim nickte. "Falls du's dir anders überlegst, kannst du ja rauskommen. Sie warten dort.", sagte er und ging kopfschüttelnd hinaus. Ich wandte mich wieder meinem Spiegel zu. Diese anderen konnten meinetwegen warten bis sie schwarz wurden, ich musste mich erst mal im Spiegel betrachten. Mein Gott, was hatte ich für weiße Zähne... Plötzlich ging hinter mir die Tür auf und ein Mann trat ein. Er war groß, hatte kurze braune Haare und tiefbraune Augen. Er war süß! Extrem süß! "Yvonne!", rief er und sah mich an. "Ja?", fragte ich. "Yvonne." Er sah mich von oben bis unten an und pfiff leise. "Mein Gott, was siehst du gut aus.", sagte er und lächelte. Er hatte ein wunderschönes Lächeln. Ich trat auf ihn zu und nahm ihn in meine Arme. Ich hatte Lust ihn abzuknutschen. Meine Lippen berührten seine und wir versanken in einem tiefen Kuss, als wir uns wieder trennten lächelte er mich an. "Und ich dachte schon du hättest mich vergessen!", sagte er und wollte mich noch einmal küssen. Noch mal? Nein Danke! Einmal genügte. Ich stieß ihn weg. "Nee Freundchen. Einmal genügt!", sagte ich und ging wieder zum Spiegel um mich anzusehen. Ich hatte eine gute Figur, dass musste man mir schon lassen. "Yvonne?", fragte er und sah mich seltsam an. "Ja?", fragte ich genervt. Es war nett gewesen ihn zu küssen, jetzt konnte er wieder gehen. "Yvonne, weißt du wer ich bin?", fragte er vorsichtig. "Sollte ich?", fragte ich und sah ihn kühl an. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich. Wurde er etwa traurig? Wie schade! "Yvonne, ich bin's! Orlando! Orlando Bloom, dein Freund!", sagte er leise und ich drehte mich wieder um. "Bist du sicher?", fragte ich. "Ja, ja, Yvonne.", sagte er verzweifelt, als ich ihn skeptisch betrachtete. "Yvonne! Sieh mich an.", sagte er flehend, als ich mich wieder meinem Spiegel zuwenden wollte. "Yvonne, du hast gesagt, dass du mich liebst... du kannst mich nicht vergessen haben!", sagte er. Ich sah wie andere Leute ihre Köpfe durch die Tür steckten. Sie traten langsam ein und beobachteten mich. Was sollte das? Ich war doch keine Attraktion in einem Zoo! Als letztes trottete ein Pferd in mein Gemach. Ein Pferd? Ok, das reichte! "Raus!", schrie ich. "RAUS! Allesamt!" Die Menschen sahen mich erschrocken an. "Wer hat euch eigentlich erlaubt mein Gemach zu betreten? Verschwindet!" Die Leute sahen mich enttäuscht, entsetzt, wütend an und ich verstand nicht wieso. Hätten sie nicht genauso reagiert, wenn plötzlich eine Horde Fremder in ihre Gemächer gestürmt gekommen wären. "Ok, Yvonne, wir gehen. Wir sind bei Tolkien, falls du uns suchen solltest!", sagte der Mann, der Orlando hieß feindselig. "Jaja!", sagte ich und wandte mich wieder meinem Spiegel zu. Meine Nase gefiel mir wirklich gut und wie rein meine Haut doch war... Ein Traum!

Nach einiger Zeit verließ ich meine Gemächer um mich auf den Weg zu Tolkien zu machen. Ich wollte mit ihm reden, darüber wie ich Mittelerde retten sollte. Ich zauberte mich vor Tolkiens Zimmertür und wollte hineingehen, als ich Stimmen von innen vernahm. "Was ist nur mit ihr los?" "Das frage ich mich auch, sie kann uns doch nicht so einfach vergessen haben!", die Stimmen klangen bedrückt. "Orlando tut mir so leid. Stell dir mal vor, wie es für ihn sein muss? Er liebt Yvonne und sie... sie..." "Tja, sie tut nichts!", sagte die erste Stimme. "Ja, Orlando hat es schwer. Schwerer als wir alle zusammen." "Sie ist jetzt eine Göttin, wir sind Menschen, was haben wir erwartet? Das sie sich weiterhin mit uns, ihren normalen Freunden abgibt? Das glaubt ihr doch selber nicht!", sagte eine dritte Stimme. "Alisha, was ist los? Lässt es dich ganz und gar kalt, dass deine beste Freundin dich nicht mehr erkennt?", fragte die zweite Stimme. "Die ist mir egal!", sagte Alisha. Ich stieß die Tür auf und trat ein. Die drei fielen fast von ihren Stühlen vor schreck. Es waren eine Menschin, ein Pferd und eine Elbin. "Wo ist Tolkien?", fragte ich und sah sie kühl an. Sterbliche, und die musste ich nach dem Tolkien fragen, wie peinlich. "Nicht hier. Keine Ahnung wo er sich rumtreibt!", sagte die Menschin kalt und sah mich eisig an. Was fiel der eigentlich ein? Am liebsten hätte ich sie in irgendetwas verzaubert, oder verflucht, doch ich hatte dazu keine Zeit, ich musste Tolkien suchen. Ich drehte mich um und wollte den Raum wieder verlassen, als die Elbin mich ansprach. "Yvonne?", fragte sie und ich blieb stehen. "Was?", fragte ich leicht genervt und drehte mich halb um. "Yvonne, weißt du wer wir sind?", fragte sie und sah mich fest an. "Eine unverschämte Menschin, eine Elbin und ein Pferd!", antwortet ich, "Sie meint nicht 'was' sondern 'wer'.", sagte die Menschin und bedachte mich mit einem weiteren kalten Blick. "Woher soll ich euch kennen? Ich meine ihr seid alle niedere Geschöpfe... ok, die Elbin nicht so sehr... Ich muss weiter.", sagte ich, plötzlich etwas unsicher, und verließ den Raum.

Ich fand Tolkien in seinem Garten unterm Pavillion. "Sir, Tolkien?", fragte ich vorsichtig. "Ah, Yvonne!", rief er aus und stand auf um mir entgegen zu kommen. "Ich wollte Euch fragen, was ich tun muss, um Mittelerde zu retten.", sagte ich. "Oh, sofort bei der Sache, wie ich sehe, das ist gut!" Er setzte sich wieder unter den Pavillion und ich setzte mich zu ihm. In Tolkiens Händen erschien plötzlich ein großer Stapel Papier den er neben sich ablegte. "Das sind die Regeln und die Anleitung etc etc.", sagte er und nahm das erste Blatt zur Hand. "Beginnen wir! Das Spiel heißt Stakawo. Es ist ein Kartenspiel und wird mit einem 500er Kartenspiel gespielt. Also, das hier sind die Karten.", sagte er und in seinen Handflächen erschien ein großer Stapel sechseckiger Spielkarten. Sie waren relativ groß und hatten verschiedene Farben. "Jeder Spieler bekommt 50 Karten, die er vor sich schweben lässt. Es ist ein relativ einfaches Spiel. Rot deckt Blau, Blau deckt Gelb, Gelb deckt Orange, Orange deckt Grün, Grün deckt Violett und Violett deckt Rot. Verstanden?", fragte er. "Ähm..." "Ok, weiter. Wolke deckt Stern, Stern deckt Kreis, Kreis deckt Mond, Mond deckt Sonne, Sonne deckt Quadrat und Quadrat deckt Wolke. Verstanden?" "Ähm..." "Ok, weiter. Die Zahlen müssen größer werden... eins darf auf null gelegt werden, dann muss aber eine zwei oder größer kommen. Wenn man bei neun ist, kommt wieder eine null, dann eine eins und so weiter." "Was wenn man nur noch kleine Zahlen hat? Einsen oder Zweien?", fragte ich vollkommen verwirrt. "Dann kombiniert man die Zahlen, aber das geht nur, wenn sie sich decken. Also zum Bespiel, eine rote Wolkeneins und eine blaue Sterneins können zu einer zwei verbunden werden, aber wenn die zweite eins eine Quadrateins wäre, würde das nicht gehen, ok?" "Nein! Ich versteh gar nichts mehr!" "Das kommt mit der Zeit!" Ich seufzte verzweifelt. "Das glaub ich nicht. Das ist alles so kompliziert! Also da wären erst mal die Farben und dann die Symbole und dann noch die Zahlen! Das ist so verwirrend!" "Na ja, das könnte man ja lernen, das Problem ist eher die Zeitbegrenzung..." "Zeitbegrenzung?", fragte ich entsetzt. "Ja, man darf nur höchstens eine Minute überlegen, wenn man dann nicht legen kann, muss man drei Runden auf einem Bein stehen...." Ich lachte. "Das ist doch nicht schwer!" "Nun ja... wenn du meinst! Versuch du mal auf einem Bein stehend deinen nächsten Zug zu überlegen!", sagte Tolkien weniger überzeugt und ich sah ein, dass er Recht hatte. "Man muss ein Meister sein, um das Spiel zu beherrschen! Wir werden in den nächsten Tagen sehr viel üben müssen!" Ich nickte. Das würde hart werden. Die ganzen Kombinationen zu lernen, dazu auch noch die Zeitbegrenzung. Das würde ich doch niemals schaffen!

An diesem Abend war ich total ausgelaugt, als ich in mein Zimmer kam. Ich wollte mich nur noch ins Bett legen. Da sollte mal einer sagen, das Leben als Gott wäre einfach. Ich stieß also die Tür auf und überlegte ob ich nicht vielleicht erst ein heißes Bad nehmen sollte, als ich verharrte. Auf meinem Bett saß die Elbin, die ich heute in Tolkiens Zimmer angetroffen hatte und wartete auf mich. "Was tust du hier in meinem Zimmer?", fuhr ich sie an. Ich war wirklich nicht in der Stimmung um mit irgendeiner fremden Elbin zu reden. Ich wollte baden und mich dann in mein Bett verkriechen. "Wir müssen reden!", sagte die Elbin ernst. "Das können wir meinetwegen morgen machen, ich will ins Bett!", sagte ich gereizt. "Nein Yvonne! Morgen sind wir nicht mehr da! Wir werden jetzt reden!", fuhr sie mich an. Ich zuckte zusammen und nickte zu meiner Überraschung. "Ok! Dann fang mal an.", sagte ich. "Was ist mit dir los? Warum erinnerst du dich an nichts mehr? Warum empfindest du nichts mehr für Orlando?" "Für wen?" "Hör zu, er ist verletzt. Ich schätze er würde heulen, wenn er nicht Orlando Bloom wäre! Er liebt dich man! Warum tust du ihm so weh?" "Hör zu, ich musste heute den ganzen Tag Farb-, Symbol- und Zahlenkombinationen auswendig lernen. Ich hab jetzt echt keinen Nerv mich auch noch von einer Elbin anmachen zu lassen!", motze ich zurück. Ich hatte echt schlechte Laune. "Yvonne, vielleicht hast du nen schlechten Tag gehabt doch..." "Hör mal zu Elbin..." "Pegah!" "Pegah... hör zu, ich bin müde und will ins Bett, ich bin eine Göttin und ich habe keine Lust mich mit dir zu unterhalten!" "Du benimmst dich aber nicht sehr göttlich!", sagte sie zweifelnd. "Zweifelst du etwa an mir?", fragte ich herausfordernd. "Yvonne, versuch dich doch zu erinnern!" "Geh, Elbin, Pegah, wie auch immer! Ich habe keine Lust auf dich!", sagte ich und zeigte auf die geöffnete Tür. Pegah sah mich mit einer Mischung aus Wut, Enttäuschung und Schmerz an. "Dann soll es wohl so sein.", sie stand langsam auf. "Ich hatte wirklich gehofft du würdest dich erinnern können, oder es zumindest versuchen." Sie ging an mir vorbei hinaus. Endlich allein, ich zauberte mir eine Wanne warmes Wasser und jede Menge Schaumbad und legte mich hinein. Die Wärme tat gut. Danach legte ich mich in mein Bett und schlief seelig ein.

Die nächsten Tage waren hart, mehr als hart. Tolkien und einige andere Magongs brachten mir das Kartenspielen bei und ich wurde langsam aber sicher besser. Bald spielten wir mit Zeitbegrenzung, die jedoch auf fünf Minuten erweitert wurde. Alle waren sichtlich zufrieden mit meinen Fortschritten und auch ich war es. Das Spiel machte Spaß, denn man musste immer auf der Hut sein, immer aufpassen. Sie spielte tag ein, tag aus ohne Unterlass. Aus Tagen wurden Wochen und aus denen wurden Monate. Ich gewann bald die ersten Spiele und es war immer wieder ein wunderbares Gefühl zu wissen, ich habe gewonnen! Nach einem halben Jahr erklärte Tolkien mir, dass es soweit war! Ich würde das erste Mal um Welten spielen. Um Mittelerde spielen!

Währendessen hatten sich alle Gefährten wieder in der elbische Hauptstadt getroffen. Legolas, Galadriel und Celeborn erzählten, dass sie beim Orakel gewesen waren, doch dass es ihnen nur gesagt hatte, dass bald die Zeit der Entscheidung kommen würde und sie nichts tun könnten. "Wir haben in Gondor alle gewarnt. Die Magogns haben dort großes Unheil angerichtet und viele schöne Städte sind zerstört worden.", sagte Sadamir. "Ja, es scheint ihnen wohl nicht zu reichen, einfach nur die Leute zu töten!" "Aber die weiße Stadt ist sehr schön, wirklich und Aragorn und Arwen haben uns erzählt, dass sie die Lage eigentlich ganz gut im Griff haben.", sagte Alisha. "Vor allem seit die Magongs sich etwas zurückgezogen haben. Etwas braut sich zusammen. Etwas schlimmes.", sagte Galadriel besorgt. "Ja, es ist die Ruhe vor dem Sturm. Vielleicht wird dieser Sturm niemals kommen, vielleicht werden wir ihn in all seiner Kraft erleben!", sagte Sadamir. "Wo ist eigentlich Yvonne?", fragte Legolas auf einmal. "Sie ist... nicht mehr da.", sagte Pegah leise und sah Orlando an. Seine Augen waren traurig. "Was meint ihr?", fragte Celeborn. "Sie...", Pegah sah Orlando fragend an. "Es ist ok, ich bin ok!", sagte er und grinste schief. Cocodie stupste ihn an. " Ich brauch dringen frische Luft, kommst du mit?", fragte sie.

"Ja.", sagte er und stand auf. Zusammen verließen die zwei die Hütte. Pegah erzählte Legolas, Galadriel und Celeborn nun was mit Yvonne passiert war. "Er hat eine schlimme Zeit hinter sich.", sagte Sara. "Ich glaube zwar, er wollte nicht, dass wir es merken, aber das haben wir sehr wohl. Mittlerweile geht es ihm zum Glück etwas besser. Er hat den schlimmsten Schmerz überwunden, doch seit Yvonne ihn verlassen hat, ist auch ein halbes Jahr vergangen.", sagte Pegah. "Wir haben ihn alle unterstützt und ich glaube, dass hat ihm auch etwas geholfen, doch trotzdem... es war besonders hart für ihn. Auch wenn er es nie zugegeben hat.", sagte Sadamir. "Er hat viel Sport gemacht um sich abzulenken. Er hat kämpfen geübt wie ein Wahnsinniger. Ich weiß nicht wie viele gefährliche Sachen er gemacht hat... aber ich schätze er hat sie überwunden! Endlich!", sagte Alisha kalt und sah aus dem Fenster. "Was ist mit dir? Ist alles ok mit dir?", fragte Legolas. "Mit mir? Sicher! Yvonne ist für mich gestorben!", sagte Alisha kalt und sah weiterhin aus dem Fenster über Lothlorien hinweg zum Horizont. Die Elbenherrscher nickten. "Was sollen wir jetzt machen?", fragte Sara. "Wir werden uns ausruhen und warten. Warten darauf was passiert. Alisha, du und Orlando, geht am besten in eure Welt zurück, es werden sich schon alle Sorgen um euch machen und ihr könnt hier sowieso nichts tun." Sagte Galadriel. "Ja, das stimmt. Wir waren schon viel zu lange weg. Ich frage mich nur, wie ich erklären soll, dass Yvonne weg ist." "Lass dir was einfallen!"

Ich betrat die Bar und blieb stehen. Das war nicht gerade ein göttlicher Ort. Es war rauchig, stickig und es stank nach alkoholischen Getränken. An mehreren Tischen saßen Magongs und spielten Stakawo. Ich sah mich um. An einem Tisch saß ein großer Mann mit roten Augen und langen grünen Haaren. Er trug eine weite, schwarze Robe mit Kapuze und sah mich abschätzend an. Ich ging auf ihn zu und setzte mich ihm gegen über. "Stavo?", fragte ich. "Yvonne?", fragte er im Gegenzug. Ich nickte und er streckte seine Hand aus. Er hatte nur drei dicke Finger und schuppige blaugrüne Haut. Seine Fingernägel bestanden aus hartem Horn und waren zu Krallen gespitzt. "Besitzer von Mittelerde?", fragte ich. "Besitzer von der Erde?", fragte er. "Wollen wir beginnen?", fragte ich und setzte mich gemütlich hin. "Wir müssen noch etwas warten. Es kommt noch jemand.", sagte Stavo und ich sah ihn überrascht an. "So war das nicht geplant!", sagte ich. "Das ist mir egal. Es kommen noch Leute, also werden wir warten.", Stavo gefiel mir nicht, ganz und gar nicht. Ich schwor mir Mittelerde zurückzugewinnen, koste es was es wolle. Die Tür der Bar öffnete sich und ich sah wie ein blauhäutiger Zentaur die Bar betrat. Er kam auf uns zu und nickte Stavo zur Begrüßung zu. "Darf ich vorstellen. Zauri.", sagte Stavo und der Zentaur beugte sich vor um meine Hand zu schütteln. Er hatte ein ebenes Gesicht mit freundlichen Zügen. Seine blauen Augen strahlten in einem überdimensionalen Licht. Er hatte lange silbernen Haare, die über seinen nackten menschlichen Rücken bis zu seinem Pferdekörper fielen. Sein Schweif war ebenfalls silbern und glänzte im schummrigen Licht. Er war mir sofort sympatisch! Ich lächelte ihn an und nickte ihm freundlich zu. "Yvonne.", stellte ich mich vor. "Ich bin Zauri, der Zentaur, nett dich kennen zu lernen, Yvonne!", Der Zentaur zog es vor stehen zu bleiben. "Welchen Planeten besitzen Sie?", fragte ich ihn. "Alpha Zentaurie. Ein schöner kleiner Planet am äußeren Rand der Alpha Galaxie.", erklärte er. "Welche haben Sie?" "Die Erde." "Mhh... ein ziemlich wüster Planet. Da geht es heiß her. Da ist immer was los.", kommentierte der Zentaur mit einem Lächeln. "Ja, da haben sie wohl Recht, doch es ist ein schöner Planet.", antwortete ich. "Das glaube ich gern! Aber da kommt ja unser vierter Spieler!", sagte er und ich drehte den Kopf um die imposante Gestallt eines Menschen auf mich zu kommen zu sehen. Er war groß, trug eine weite schwarze Hosen und ein dunkles Hemd. Er hatte langes braunes haar und Augen von einer Farbe, die unmöglich zu bestimmen war. Doch sie waren faszinierend. "Tamar.", stellte Stavo ihn uns vor. "Besitzer von Mular.", der Mensch lächelte uns an und ich schmolz dahin. Dieses Lächeln war das Bezaubernste was ich je gesehen hatte. Er nahm meine Hand und ich zuckte zusammen. "Und wer bist du?", fragte er mich. Ich verliebt mich sofort in seine Stimme. Warm und weich, doch nicht zu viel. Melodisch und sanft, doch nicht zu sehr so. "Yvonne.", sagte ich und mein Mund war trocken. "Ich hätte auf Helena getippt.", sagt er und zwinkerte mir zu. Ich wurde rot und sah zu Boden. Um mich war es geschehen. "Lasst das Spiel beginnen!", sagte Stavo und holte eine Murmel hervor. Mittelerde. Ich zog meine blaue Erdenmurmel hervor und legte sie zu Stavos in die Mitte des Tisches. Tamar legte seine beige gleichzeitig hin. Unsere Hände berührten sich und ich zuckte erneut zusammen. Um meine Konzentration war es geschehen. Was interessierte mich dieses Spiel, wenn Tamar hier war? Er sah mich an und ich versank in seinen Augen, die ständig die Farbe zu wechseln schienen. Ich hatte das Gefühl eine gesamte Galaxie sei in ihnen gefangen, mit unzähligen funkelnden Sternen, Sonnen, Milchstraßen. Es kostete mich all meine Kraft mich von ihnen loszureißen. Zauri legte seine hellblaue Murmel zu unseren und gab die Karten. Ich beobachtete Tamar, der sich rechts von mir hingesetzt hatte und seine Karten annahm. Er drehte den Kopf und lächelte mich an. "Du bist wunderschön, Yvonne.", sagte er und ich schluckte. Mein Kopf war leergefegt. Alle Regeln des Spiels waren vergessen, ich konnte nur noch an Tamar denken, daran, dass er neben mir saß. Was interessierte mich Mittelerde? Ich wollte Tamar!

Stavos rote Augen waren auf mich gerichtet. Er griff nach einer Karte, ohne seine Blicke von mir zu nehmen. "Rot Wolke Drei", sagte er. "Violett Quadrat Vier", zischte Zauri und legte die entsprechende Karte in die Mitte. "Ähm... Grün Sonne Fünf!", sagte ich und wischte mir den Schweiß von der Stirn. Es war hart sich zu konzentrieren es war eine richtige Qual. "Orange Mond Sechs!", sagte Tamar ruhig und legte die Karte auf den Tisch. Jeder hatte noch eine Karte und ich hoffte, dass meine Ok war. "Gelb Kreis Sieben." "Blau Stern Acht", sagte Zauri erleichtert, seine letzte Karte ablegen zu können. "Rot Wolke neun!", rief ich glücklich und knallte meine Karte hin. Tamar fluchte laut auf. "Mist! Grün Sonne vier!" er warf seine letzte Karte hin und streckte mir die Hand hin. "Herzlichen Glückwunsch, du hast soeben den Planeten Mular gewonnen!", sagte er und lächelte mich ironisch an. "Ich hab gewonnen?", fragte ich ihn. "Ja, ich geh dann mal...", sagte er, stand auf und entfernte sich. Nix da Freundchen! So einfach würde mir dieser hübsche Mann nicht entkommen! Er fand mich hübsch, ich fand ihn sexy, also würde er bestimmt nichts gegen ein Date haben! "Können wir mal kurz ne Pause machen? Ich muss zum Klo.", sagte ich und grinste die anderen an. Die nickten. "Sicher! Stavo kann solange die Karten geben." Ich stand also auf und lief hinter Tamar her. "Warte mal!", sagte ich und er blieb stehen. "Ja?", fragte er und ich versank wieder in seinen Augen. "Ich wollte dich fragen...", jetzt oder nie! "Ob ich dich wiedersehen kann.", ich wurde tief rot und sah zu Boden. "Von mir aus gern, Komm doch einfach mal bei mir vorbei. Dann kannst du auch gleich meine Frau kennen lernen.", sagte er freundlich. Ich sah ihn entsetzt an. "Frau?", fragte ich. "Ja, Taja. Wir sind seid 200 Jahren glücklich verheiratet.", strahlte er. Für mich brach eine Welt zusammen. "Ach so!", sagte ich, meine Kehle war ausgetrocknet und kratze. "Hier ist meine Adresse.", er reichte mir ein Stückchen Papier und ich nahm es mit zittrigen Fingern an. Dann drehte er sich um und ging hinaus. Ich stand da und hätte anfangen können zu heulen. Er war verheiratet? Glücklich verheiratet? Ich verkroch mich aufs Klo und wartete dort eine Weile bis ich wieder halbwegs klar denken konnte. Mein Gott, verheiratet, und ich hatte ihn gefragt, ob wir... Ich verließ das Klo wieder und kehrte an den Tisch zurück. Stavo gab die Karten und ein weiteres Spiel begann. Zauri gewann Mittelerde und Stavo stieg wütend aus. "Ich glaub ich geh auch. Mittelerde ist eine schöne Welt!", sagte Zauri. "Nein! Zauri, bitte, noch ein Spiel!" Er sah mich an und dann auf die Mittelerde Murmel in seiner Hand. "Du willst diese Welt wohl unbedingt gewinnen, was?", fragte er und ich nickte. Er setzte sich wieder und legte die Welt in die Mitte des Tisches. "Setz du die Erde!", sagte er und ich legte die blaue Kugel in die Mitte. "Das letzte Spiel!", sagte er leise und verteilte die Karten. Fünfzig für jeden. Ich studierte sie sorgfältig und stellte entsetzt fest, das sie nicht gut waren. Sie waren sogar mies. Fast nur einser und zweier. So gut wie keine Wolken, dafür sehr viele Sterne. Mir stockte der Atem. Das war nicht gut! Zauri sah an meinen Augen das etwas nicht stimmte, doch er ging nicht darauf ein. Ich legte eine grüne Sonnen Null und Zauri legte sofort seine nächste darauf. Das Spiel verlief am Anfang sehr gut, doch bald musste ich kombinieren und das war schwerer. Zauri hatte keine Probleme, so wie ich. Schon nach den ersten zwanzig Runden brach mir der kalte Angstschweiß aus und dann passierte das Drama: " Rot Sonne 8" Ich suchte doch ich fand keine Karte. Ich hörte den Sekundenzeiger laut ticken, zu schnell ticken. Meine Hände zitterten und Schweiß rann mir von der Stirn, verdammt! Ich hatte keine violette Mond Neun! Zwar eine grüne, doch das brachte mir nichts. Konnte ich kombinieren? Dazu brauchte ich Zeit! Das ticken des Sekundenzeigers verstummte und Zauri sah mich an. "Hast du eine violette Mond Neun?", fragte er leise. Ich schüttelte den Kopf, den Tränen nahe. Ich hatte verloren. Zauri nickte und legte seine Karten ab. "Du kommst von der Erde nicht wahr?" "Ja. Ich bin dort geboren worden." "Warum hast du deine Heimatwelt gesetzt?", fragte Zauri. "Ich wollte Mittelerde haben. Zu jedem Preis!", meine Stimme zitterte. Warum fragte er mich so was? "Warum wolltest du Mittelerde unbedingt haben?", fragte er. "Ich wollte Tolkien seine Welt wieder geben und sie so retten...", sagte ich leise und hatte das Gefühl jeden Moment in Tränen auszubrechen. Ich hatte verloren. Auf ganzer Linie. Jetzt würde ich nicht nur Mittelerde nicht zurückgeben können, nein, ich hatte auch noch meine Heimat verloren! Zauri nickte ernst. Er stand auf und lächelte mich mitfühlend an. "Viel Glück beim nächsten Spiel." Dann verließ er die Bar. Ich sah ihm nach und dann auf den Tisch. Dort lagen zwei Murmeln, eine blaue und eine sanft grüne. Er hatte sie vergessen! Seinen Gewinn! Ich nahm sie in die Hand und lief ihm nach. Er war schon aus der Tür und in der dunklen Straße dahinter verschwunden. Ich lief hinter ihm her, warum das wusste ich nicht. Ich hätte einfach mit den zwei Murmeln verschwinden können, doch das wollte und konnte ich nicht. Ich hatte Zauri um das letzte Spiel gebeten, ich hatte es spielen wollen! Er hatte gewonnen und ich wollte fair bleiben. Ich würde ihm seinen Gewinn bringen, auch wenn ich dadurch mehr verlieren würde, als ich je gehabt hatte. Draußen nieselte es und es war dunkel. Die Häuser auf beiden Seiten der schmalen Straße waren dunkel. Es war spät und die Bewohner schliefen bestimmt schon längst. Ich lief einige Schritte die Straße hinunter. Keine Spur von Zauri. Ich lauschte und hörte Hufschlag etwas weiter die Straße hinunter. Schnell folgte ich dem Geräusch. Dann war alles still. Ganz plötzlich. Ich blieb ebenfalls stehen und lauschte. Ein Schrei zerriss die Nacht und ich begann zu laufen. Ein schrecklicher Gedanke schoss mir durch den Sinn. "Zauri!". Ich bog um die Ecke und sah Zauri auf der Erde liegen. Jemand hatte sich über ihn gebeugt und in seinem Hals verbissen. Der Zentaur wehrte sich nach Leibeskräften, doch der dunkle Schatten über ihm war stärker. Er presste ihn zu Boden und zückte ein Messer. "Halt!", schrie ich und ließ ein Schwert in meiner Hand erscheinen. "Weg von dem Zentauren!", kreischte ich und der Schatten hob den Kopf. Rote Augen funkelten mir entgegen. "Stavo?", fragte ich überrascht. "Gib mir meine Welt!", zischte er wütend und ließ von dem Zentauren ab. "Du hast verloren, Mittelerde gehört nicht mehr dir!", sagte ich. "Gib sie mir!", sagte Stavo und sprang vorwärts. Ich streckte mein Schwert vor um mich zu schützen. Der Nieselregen war stärker geworden und prasselte auf uns herab. "Bleib weg! Mittelerde gehört Zauri!", sagte ich fest und wich langsam zurück. "Ich werde dich umbringen wenn du sie mir nicht gibst! Gib mir meine Welt!", kreischte der Dämon und sprang vor. Das Messer flog auf mich zu und ich versuchte es schnell genug zu parieren. Stavo sprang vor und schlug mit seinen Krallen nach meiner Seite. Das dünne Kleid, das ich trug, riss sofort und die Krallen bohrten sich in mein Fleisch. Ich riss mein Schwert zurück, schlug mit dem Heft gegen seinen Kopf. Doch das machte Stavo nichts aus. Er schrie und schlug mir mit der zweiten Hand mein Schwert aus der Hand. Dann trat er mir in den Bauch und ich fiel zu Boden. Sofort war er über mir. "Gib mir meine Welt!", zischte er kalt. Ich lag unter ihm und seine roten Augen funkelten mich böse an. Ich ballte meine rechte Hand zur Faust. Er würde Mittelerde nicht bekommen, er hatte dort schon genug Unheil angerichtet. Der Dämon kreischte vor Wut und schlug mir ins Gesicht. Es tat weh, doch ich ließ es zu. Er würde Mittelerde nicht bekommen. "Du wirst sterben, Yvonne!" Kim hatte mich gewarnt! Stavo biss mich, ratzte mich, ich versuchte mich zu wehren, doch es war sinnlos. "Gib mir meine Welt!", schrie er außer sich vor Wut. "Hey! Lass sie los!", schrie plötzlich jemand hinter mir. "Polizei!", schrie jemand anders. Ich war gerettet. Stavo wurde von mir herunter gerissen und ich rannte sofort zu Zauri. "Zauri! Zauri!", er war blutüberströmt, wie ich. Stavo hatte seinem menschlichen Oberkörper mit seinen Krallen schlimm zugesetzt, er hatte überall Schnitte und Kratzer, sein Pferdekörper war ebenfalls schlimm zugerichtet. Seine hintere rechte Flanke war aufgerissen, wahrscheinlich hatte Stavo ihn so zu Fall gebracht. Ich merkte sofort, dass Stavo sich am Anfang nicht in den Hals verbissen hatte, so wie ich es zuerst gedacht hatte, sondern in den Torso und in die Arme. Der Zentaur sah mich an und lächelte schwach. "Hey, Yvonne.", sagte er und ich merkte wie das Strahlen in seinen Augen etwas schwächer wurde. "Zauri, ich bin dir gefolgt um dir deine Welten zu bringen. Du..." "Hast du's nicht kapiert? Das hab ich doch extra gemacht, sie sind für dich. Jetzt noch mehr als zuvor. Du hast mir das Leben gerettet.", sagte er leise. "Quatsch. Ich hab nur Stavo von dir weggelockt.", flüsterte ich. Meine Seite schmerzte stark. Doch ich spürte wie sich meine Verletzungen langsam selbst heilten. Es war schon ziemlich gut eine Göttin zu sein. Auch Zauris Wunden heilten langsam wieder und er stand schon bald darauf wieder auf. Es regnete noch immer und mein Kleid klebte an meinem Körper. Einige Polizisten, seltsame golbinartige Wesen mit langen Armen und Beinen, stellten uns Fragen darüber wie Stavo Zauri angegriffen hatte. Das lustigste an den Goblins waren, wie ich fand die Helme. Sie sahen aus wie die Helme der Deutschen zur Kaiserzeit. Schwarz und mit einem langen silbernen Stachel oben drauf. "Wir sollten langsam wieder gehen.", sagte Zauri zu den Goblinpolizisten, als wir beide genug von den sich ständig wiederholenden Fragen hatten. "Ja, es wird Zeit.", stimmte auch ich zu und wir verließen so schnell wir konnten die dunkle Straße. Wir trennten uns vor der Bar. Ich wollte mich so schnell wie möglich zurück zu Tolkien zaubern und Zauri wollte nach Alpha Zentaurie gehen. "Komm mich doch mal besuchen, dann können wir noch ein oder zwei Spiele Stakawo spielen und uns unterhalten.", lud er mich ein. "Ich komm gerne! Bis dann!", versprach ich und verschwand mit einer Verbeugung. Doch ich sollte Zauri nie wieder sehen... (Noch am selben Abend wurde er ermordet. Stavo hatte sich befreit und da er dachte Zauri wäre im Besitz von Mittelerde hatte er ihn hinterrücks ermordet. Daraufhin schlugen die Goblinpolizisten ihm den Kopf ab.)

Ich saß neben Tolkien und hielt ihm die Mittelerde Kugel hin. "Hier ist Mittelerde! Ich schenke sie Euch!", sagte ich und Tolkien sah auf und nahm die Murmel vorsichtig in die Hand. Wir befanden uns unter dem weißen Pavillon im Garten. Es war warm und die Sonne schien warm auf uns herunter. In der Nähe plätscherte der kleine Wasserfall aus dem nahen Waldrand heraus und es duftete herrlich nach Wildblumen. "Danke Yvonne, ich weiß wirklich nicht wie ich dir danken soll.", sagte er und nahm mich in den Arm. "Dankt nicht mir, Dankt Zauri, er hat mir Mittelerde und die Erde geschenkt. Wenn er nicht so freundlich gewesen wäre...", sagte ich traurig und schüttelte den Kopf. "Zauri? Du hast gegen Zauri gespielt? Dann ist klar, dass du verloren hast. Er ist der beste Spieler den es gibt!", sagte Tolkien und ich sah ihn erstaunt an. Ich lachte. "Ja, er war wirklich sehr gut.", sagte ich und grinste. "Was wirst du jetzt tun?", fragte mich Tolkien. "Dein Auftrag ist erfüllt und Mittelerde ist nicht mehr in Gefahr." "Ich glaube ich werde Pegah und so besuchen gehen... Pegah??? Wie lange habe ich nicht mehr an sie gedacht?" "Du hattest sie vergessen.", sagte Tolkien und sah weg. "Ich hatte was?", fragte ich ihn entsetzt. "Du musstest dich auf das Spiel konzentrieren! Da wäre es nicht gut gewesen, wenn du die ganze Zeit an deine Freunde gedacht hättest!" "Sie haben mich verzaubert?", fragte ich ihn wütend. "Es wäre wirklich sehr störend gewesen.", sagte er entschuldigend und zuckte die Achseln. "Oh nein, ich habe ihnen allen bestimmt sehr weh getan! Orlando! Oh mein Gott! Ich hab ihn bestimmt nicht erkannt und... oh nein! WIE KONNTEN SIE NUR!" "Tut mir ja leid, jetzt erinnerst du dich ja wieder." "Jetzt werde ich mich bei allen entschuldigen müssen!", jammerte ich. "Dann solltest du bald mal anfangen, denn..." "Was denn?" "Mhh... na ja... ich weiß ja nicht, ob ich nicht bald schon wieder einen Auftrag für dich hab!", sagte er und ich funkelte ihn an. "Ich glaubs ja nicht! Dann geh ich mal!", kopfschüttelnd verschwand ich.

Kapitel 8 - Wiedersehen

Pegah stand an der Feuerstelle und beobachtete wie ihr Kuchen gebacken wurde. "Schau mal Cocodie, er ist so gut wie fertig! Hast du das Geschirr gewaschen?" "Natürlich! Hast du schon mal mitbekommen, dass ich einen Auftrag nicht ordnungsgemäß ausgeführt habe?", fragte das Pferd und hob den Kopf. "Nanu, da kommt wer.", sagte sie und legte die Ohren an. Pegah sah zur Tür und tatsächlich klopfte schon bald jemand an die Tür. "Wer ist da?", fragte Pegah. "Wohnt eine Pegah hier?", fragte eine männliche Stimme durch die Tür. Pegah öffnete und erstarrte. Vor ihr stand ein Junge von vielleicht achtzehn. Er hatte schwarze Haare und smaragdgrüne Augen und sah sie an. Er sah angespannt und seltsam nervös aus. Er trug eine braune Hose und ein rotes Hemd ohne Ärmel. Er trug braune Stiefel, die wie angegossen passten und an seiner Seite hing ein langes Schwert. "Overkill?", fragte Pegah und ihr Herz machte einen kleinen Sprung. War er es wirklich? War er kein Trugbild? "Ja. Ich bin's!", sagte er und sah sie an. Sie spürte wie ihr Herz raste. "Komm doch rein.", sagte sie und riss die Tür auf. Ohne ein Wort trat er ein und nickte Cocodie freundlich zu. "Hallo Pferd!", sagte er und Cocodie schnaubte verächtlich. "Cocodie heiß ich!" "Schon gut.", sagte er und setzte sich an die Feuerstelle. "Hier riecht's echt gut.", kommentierte er. "Danke. Ich hab Kuchen gemacht, willst du was?", fragte Pegah. "Gern." "Tee auch?", fragte sie und er nickte. "Sicher." "Warum bist du hier?", fragte Pegah, als sie ihm massig Kuchen auf einen Tonteller gepackt und einen Becher mit dampfendem Tee neben ihn gestellt hatte. Er nahm meinen Bissen und nickte. "Sehr lecker.", kommentierte er. "Ich bin gekommen um dich zu suchen...", sagte er und nahm einen weitern Bissen.", "Ich versteh nicht...", sagte Pegah. "Ich lass euch allein.", sagte Cocodie. "Das Gras draußen ist besser als dein Kuchen, sorry!", Pegah sah ihre beste Freundin böse an und das Pferd schien zu grinsen, als es die Hütte verließ. "Warum musst du deine Hütte hier eigentlich so gut verstecken?", fragte Overkill. "Muss ich nicht und tu ich nicht, Sadamir und so finden sie sehr schnell." "Mhh... ich nicht!", sagte er und nahm einen weiteren Bissen. "Warum bist du jetzt hier?", fragte Pegah. Sie war aufgeregt. Sie hätte wirklicht nie gedacht, dass sie Overkill jemals wieder sehen würde, nachdem sie damals auf Mular mit Sudama geredet hatte. Trotzdem hatte sie im vergangenen Jahr oft an ihn gedacht und jedes Mal hatte ihr Herz schneller geschlagen. Overkill sah ihr fest in die Augen. "Warum?", fragte er und stellte den Teller ab. "Du hast was gesagt, auf Mular, bevor ihr verschwunden seit." Pegah wurde tief rot. Jetzt bekam sie also die Strafe dafür, dass sie Overkill ihre Gefühle gestanden hatte! "Hör mal...", begann sie, doch bevor sie zuende reden konnte nahm er sie in seine Arme und küsste sie sanft. Überrascht ließ Pegah es geschehen. Dann, als sie realisierte was geschah, schloss sie die Augen und erwiderte seinen Kuss. Sie küssten sich langsam und sanft und lange und als sie sich ihre Münder wieder trennten, sah Pegah ihn überrascht und glücklich an. "Ich versteh das nicht.", sagte sie leise. "Du hast gesagt du liebst mich. Ich hoffe das tust du immer noch." "Ja, ja das tue ich, Overkill! Aber warum..." "Ich habe entdeckt, dass ich dich auch liebe. Dass ich dich sehr stark liebe... Ich habe etwas lange gebraucht um das zu bemerken, oder?" "Was ist mit Sudama?", fragte Pegah ihn leise. "Ich habe etwas erfahren, was die Beziehung zu ihr... verändert hat.", sagte er und lächelte. "Was denn?", fragte Pegah und nahm vorsichtig seine Hand. Hatte Sudama ihn betrogen oder so was? "Naja, sie ist... meine Schwester!", sagte er und grinste. Pegah sah ihn und grinste auch. "Schwester? Wie kommt's?", fragte sie. "Ja, aber das ist ne lange Geschichte." "Wir haben Zeit, erzähl schon." "Wie du willst, also: Dark Lord hat vor langer Zeit von einer seiner Sklavinnen zwei Kinder bekommen, Zwillinge. Tja, ein Mädchen und einen Jungen. Er nannte sie Sudama und Overkill und er mochte sie sehr. Doch er konnte aber in die Zukunft sehen und hat gesehen, dass der Junge, also ich, ihn eines Tages stürzten würde, deswegen hat er mich in den Bergen ausgesetzt und gehofft ich würde erfrieren. Doch mein Clan hat mich gefunden und aufgezogen. Dark Lord hat also versucht mich zu töten indem er den Clan auslöschte, doch ich habe überlebt... tja, und jetzt..." Er zuckte die Achseln. "Jetzt?", fragte Pegah. "Jetzt hat der Junge den dunklen Lord gestürzt.", sagte Overkill ernst. "Wie hast du das denn gemacht?", fragte Pegah, doch Overkill schüttelte den Kopf. "Ich... ich will nicht darüber reden...", sagte er und Pegah nickte. "Natürlich, kein Problem..." "Sag mal, Pegah...", sagte er und legte seinen Arm um ihre Schultern. "Ja?" "Das gerade eben... das hat mir gefallen.", grinste er. "Mir hat das auch gefallen - sehr gut sogar.", sagte sie und sie sahen sich lange an, betrachteten gegenseitig ihre Gesichter und küssten sich dann noch mal. Pegah legte ihre Arme um seinen Hals und erwiderte seinen Kuss. Sie wusste, dass ihn sehr mochte, mehr als dass, sie wusste, dass sie ihn liebte.

Alisha starrte auf das Aufgabenblatt vor ihr und begann zu schwitzen. Mathe! Wozu brauchte man Mathe? Sie sah zu den anderen hinüber die alle fleißig schrieben. Konnte es wirklich sein, dass sie als Einzige diesen Schrott hier nicht verstand. Sie seufzte und zog die Blicke des Lehrers auf sich. Sie schloss die Augen und rieb sich die Schläfen, nahm anschließend einen Schluck Wasser aus der Flasche vor ihr, in der Hoffnung irgendetwas würde ihr helfen das hier zu verstehen. "Wenn es da draußen irgendwo einen Gott gibt, dann hilf mir bitte!", betete sie im stillen und starrte wieder auf das Blatt hinab. Dann langsam lichtete sich der Nebel in ihrem Kopf, diese Aufgaben machten auf einmal Sinn. Schnell griff sie nach ihrem Stift und schrieb und schrieb. Es klingelte gerade, als sie fertig war. "Danke lieber Gott!", sagte sie und schloss die Augen. Plötzlich flammte vor ihrem inneren Auge ein Bild auf. "Göttin, wenn ich bitten darf!", sagte Yvonnes Stimme in ihrem Kopf und ihre Freundin grinste sie vor ihrem inneren Auge an. Alisha öffnete erschrocken die Augen und sah sich um. Sie war allein in der Klasse. Vom Schulhof her schallten die Rufe der Kinder hoch. Die Tür war verschlossen, doch nun wurde die Klinke langsam nach unten gedrückt und die Tür öffnete sich. Eine schlanke Gestallt kam herein.... "Yvonne?", fragte Alisha leise. "Hiya!", sagte ihre Freundin schüchtern und schloss die Tür hinter sich. "Yvonne?", wiederholte Alisha ihre Frage. "Ja, ich bin's und es tut mir leid. Tolkien hatte mich verhext und ich konnte mich an keinen von euch erinnern, sorry!", sagte diese schnell und fuchtelte mit den Armen in der Luft herum. Alisha grinste. "Du bist es wirklich! Ich glaubs nicht! Ich mein, warum... warum bist du hier?" "Um mich zu entschuldigen... und um zu gucken wie's dir geht natürlich." "Wie war das Spiel? Gewonnen?" "Naja... Jain!", sagte Yvonne und erzählte alles was passiert war. Alisha konnte ihren Ohren nicht trauen. "Du hast verloren und dieser Zentaur hat dir die Welten geschenkt? Hat der se noch alle? Ich hätte die behalten?" "Er hatte sie ja zu erst vergessen!" "Und dann läufst du dem nach um sie dem zu geben? Sag mal, hast du se noch alle? Warum hast du die nicht eingesteckt und bist so schnell es geht abgehauen?" "Das kann ich nicht tun! Es wäre nicht fair gewesen!" "Das wär mir doch egal gewesen! Ich hätte die abgezogen!" "Glaub ich nicht. Nicht wenn du Zauri kennst." "Wohl... Oh, es klingelt, was machst du jetzt?", fragte Alisha ihre Freundin. "Mittelerde besuchen?" "Ich komm mit! Ich muss mich nur eben entschuldigen lassen! Kannst du mir etwas Blässe ins Gesicht zaubern?" "Hey! Ich bin eine Göttin, keine Magierin! Beeil dich, ich warte am Haupteingang!", sagte Yvonne und verschwand. Alisha war allein. Schnell lief sie zum nächsten Raum und bat den Lehrer um eine Entschuldigung, wegen Bauch- und Kopfschmerzen. Das glaubten Lehrer einem immer. Danach verzog sie sich zum Haupteingang um Yvonne zu treffen und nach Mittelerde zu reisen.

Es war schon ein seltsames Gefühl wieder durch die Straßen von Caras Galadhon, der elbischen Hauptstadt, zu gehen. Vor allem, weil es wieder von Elben nur so wimmelte. Zusammen mit Alisha machte ich mich auf den Weg zum Grünen Blatt, wo Sara arbeitete. Vor der Tür blieb ich stehen und sah Alisha an. Ich war froh, dass sie mir verziehen hatte, wirklich, und ich hoffte jetzt nur, dass Sara genauso reagieren würde wie meine beste Freundin. "Geh du allein rein! Ich hol Sadamir!", rief Alisha und zwinkerte mir zu. Ich konnte es kaum glauben. Es war ein ganzes Jahr vergangen ohne dass Alisha und ich uns gesehen hatten und doch war alles zwischen uns so, wie es vor einem Jahr gewesen war. Sie hatte mir nicht viel von dem erzählt was passiert war, doch ich hoffte, ich würde es bald erfahren. Nun verschwand sie also erst mal um ihren Sadamir zu holen und ich nahm all meinen Mut zusammen und betrat die Taverne. Ich stand in einem kleinen Innenhof, am anderen Ende des Hofes waren hinter einem Tresen Regale mit schön geformten Flaschen zu sehen. Sonnenlicht schien durch die Zweige des Hohen Baumes in den Hof hinein, denn die Taverne war im ausgehöhlten Stamm untergebracht und über mir war der strahlend blaue Himmel zu sehen. Alle Möbel in der Taverne bestanden aus Holz, Tische, Stühle und Bänke, einfach alles. An der rechten Wand führte eine Treppe an der Wand entlang in ein zweites Stockwerk. Wenn man nach oben sah, konnte man auch dort Leute sehen, die über hölzerne Geländer zu mir herunter blicken konnten. Ich zog meine weiße Kapuze tiefer ins Gesicht und merkte wie mich die Elben betrachteten. Für sie war ich eine Fremde. Eine Fremde, die den Mantel eines Magongs trug. Das mein Mantel weiß und nicht schwarz war, interessierte sie wohl nicht. Ich durchquerte den Hof und ging zum Tresen. "Ist Sara da?", fragte ich den Barkeeper, der gerade einem Elben sein Getränk (natürlich in einem hölzernen Becher) reichte. "Sicher. Was willst du von ihr?", fragte er und betrachtete mich genauer. "Sag ihr einfach, dass eine alte Freundin hier ist und sie sehen möchte.", sagte ich und schenkte dem Elben ein Lächeln. Von Alisha hatte ich erfahren, dass Sara schon längst nicht mehr als Kellnerin tätig war. Sie leitet jetzt zusammen mit einigen Eben die Taverne. Der Barkeeper sah mich noch einmal seltsam an, verschwand dann jedoch durch einen Vorhang am hinteren Teil der Bar. Er erschien einige Zeit später mit Sara im Schlepptau. "Das ist sie.", sagte er und zeigte auf mich. Ich schob meine Kapuze zurück und lächelte sie schüchtern an. "Hey!", sagte ich und Sara stieß einen überraschten Schrei aus. Sofort wandten sich uns einige Elben zu und betrachteten mich misstrauisch. Einer stand sogar auf und legte die Hand an den Griff seines Dolches. "Yvonne?", fragte Sara ungläubig und ich grinste als ich nickte. "Ja.", sagte ich leise. "Du hast es also geschafft? Mittelerde ist gerettet?", fragte sie leise. Die Elben wandten sich uns nun interessiert zu. "Ja, aber... ich bin nicht deswegen gekommen.", sagte ich leise und Sara nickte. Ich wollte nicht das alle hier erfuhren, dass Mittelerde beinahe zerstört worden wäre, dass sie nichts dagegen hätten tun können. Sara verstand das und nahm meinen Arm. "Komm mit.", sagte sie und ich nickte. Sie führte mich an einen freien Tisch am Rand der Taverne und beugte sich vor. "Erzähl, was ist passiert?", fragte sie. Ich grinste. "Sara, glaubst du nicht, ich sollte mich erst mal bei dir entschuldigen?", fragte ich und wurde rot. Ich fühlte mich momentan nicht sonderlich göttlich, wirklich nicht. Eher wie ein Mensch, der alle seine Freunde verletzt hatte und sich nun einzeln bei ihnen entschuldigen musste. "Weswegen?", fragte Sara. "Hey, ich hatte euch alle vergessen!", sagte ich und sie lächelte mich an. "Bitte! Das ist lange her und jetzt erinnerst du dich ja auch wieder. Alles ist ok!" Ich sah sie an und schüttelte den Kopf. "Ich glaubs nicht. Ich dachte du würdest mir jetzt den Kopf abreißen oder so." Sara lachte. "Quatsch. Ich versteh das zwar alles nicht, aber was früher war ist jetzt vergessen. Hast du vor, dich bei jedem einzeln zu entschuldigen?", fragte sie. "Was sollte ich sonst tun?", fragte ich. "Ich hoffe nur, alle nehmen das so locker wie du.", sagte ich und grinste. "Warst du schon bei Orlando?", fragte Sara. "Nein... davor hab ich Angst, ich mein...", ich schüttelte den Kopf. Ich fühlte wieder, dass ich Sara vertrauen, ihr mein Herz ausschütten konnte. "Ich habe ihn bestimmt schwer verletzt." "Das hast du wirklich.", sagte sie und sah kurz auf die Tischplatte, bevor sie mich wieder ansah. "Ich glaub, ich sollte dir noch mal einen Tipp geben, wie du dich mit den anderen versöhnst.", sagte sie und grinste. "Tu das bitte.", bat ich. "Wenn du dich bei Orlando entschuldigst, dann mach es nicht so wie hier gerade.", ich sah sie fragend an. "Steh nicht plötzlich vor seiner Tür, das wäre ein zu großer Schock für ihn. Tauch kurz am Set auf, an dem er arbeitet, oder sonst wo. Er muss dich zuerst aus der Ferne sehen und dann, wenn er zu dir kommt, dann kannst du mit ihm reden." "Das klingt ziemlich riskant. Was wenn er nicht mit mir reden will?", fragte ich. "Dann lass ihn in Ruhe. Wenn er sich damit abgefunden hat, ohne dich zu leben, dann lass ihn ohne dich leben. Auch wenn es dir sicher schwer fällt." "Soll ich mich dann nicht bei ihm entschuldigen?", fragte ich. Ich verstand das nicht. Ich musste mich doch vor allem bei Orlando entschuldigen. "Doch, du musst dich sogar bei ihm entschuldigen. Was ich meine ist, sei nicht zu enttäuscht, wenn er nicht mehr mit dir zusammen sein möchte." Ich nickte. Was Sara da sagte war richtig. Wie immer. Ich musste es zugeben, auch wenn es schwer war. Ich hatte Orlando verletzt, wenn er mir das nicht verzeihen konnte, dann würde ich wohl damit leben müssen. Ich schüttelte den Kopf. "Du hast Recht.", sagte ich langsam. "Hey da!", rief Alisha plötzlich hinter mir. "Hey! Yvonne! Schön dich zu sehen!" Sadamir umarmte mich und erntete einen bösen Blick von Alisha. "Wie geht's dir?", fragte der Elb und ließ mich schnell los. "Ganz gut... nein hundsmiserabel. Ich muss mich bei dir entschuldigen. Tolkien hatte mich verzaubert und..." "Ach, vergiss es einfach. Das ist schon so lange her!", sagte Sadamir und ich lächelte. "Ihr Elben vergebt schnell! Das finde ich sehr gut.", grinste ich dankbar. Er lächelte mich an. "Es ist schön dich wieder zu sehen.", sagte er. "Das reicht jetzt!", ging Alisha dazwischen. "Du bist nach wie vor mein Freund!", sagte sie und nahm demonstrativ seine Hand. Ich musste lächeln. Sie war noch immer genau die Alte. Sie hatte sich gar nicht verändert. Wir setzten uns an den Tisch und ich musste erzählen was ich erlebt hatte. Tamar ließ ich jedoch aus. Als ich geendet hatte, war die Sonne bereits untergegangen. "Zu wem willst du jetzt?", frage Sara. "Mhh... Pegah.", sagte ich und die anderen nickten. "Ich werde dich begleiten. Ich hab Pegah viel zu lange nicht mehr besucht.", sagte Sadamir und Alisha sah ihn misstrauisch an. "Ich komm auch mit!", sagte sie dann. Hatte sie etwa Angst, ich würde mich an Sadamir ranmachen? Ich schüttelte innerlich den Kopf. Alisha, Alisha! Noch immer ganz die Alte!

Vor Pegahs Hütte zu stehen war seltsam. Ich hatte sie noch nie gesehen und fühlte mich deswegen etwas unwohl. Fangorn war wirklich riesig. Sadamir hatte uns zuverlässig durch den pfadlosen Wald geführt, doch ich wusste, dass man sich hier sehr schnell verirren konnte, wenn man den Weg nicht genau kannte. Nun standen wir auf einer kleinen, grasbewachsenen Lichtung, die an einen See angrenzte, der von einem Wasserfall gespeist wurde. Die Dämmerung war herein gebrochen und ich schluckte. "Ich bin echt froh, dass ihr mit mir gekommen seit!", sagte ich zu meinen Gefährten. "Wie würden uns niemals Pegahs Bewirtung entgehen lassen.", sagte Sara und grinste. Ich lächelte verwirrt. "Na, wenn du meinst!", sagte ich und trat auf die Lichtung hinaus. "Hiya! Noch mehr unangekündigter Besuch!", begrüßte uns plötzlich eine Stimme und ich sah Cocodie auf uns zutraben. "Hi Sada! Hi Sara! Hi Alisha!", sagte sie und dann sah sie mich. In meinem weißen Mantel eingehüllt, die Kapuze tief im Gesicht. "Wen habt ihr uns denn da mitgebracht?", fragte sie und trat neugierig näher. "Du kennst sie.", sagte Sadamir und grinste mich an. Vorsichtig schob ich meine Kapuze zurück und sah Cocodie an. "Hi!", sagte ich schüchtern. "Oh!", kam es vom Pferd, das überrascht einen Schritt zurück trat. "Ich... ich wollte mich bei dir und Pegah entschuldigen... für alles was ich getan und gesagt hab, als ich ein frischgebackener Magong war.", sagte ich und Cocodie sah mich lange an. "So, das willst du also.", sagte sie dann und trat einen halben Schritt näher. Ich nickte und irgendwie wünschte ich mir, das alles wäre sehr schnell vorbei und alles wäre wieder gut. Dann trat das Pferd dicht vor mich und sah mir tief in die Augen. "Ich weiß ja nicht... ein Magong als Freund...", sagte sie und ich sah zu Boden. Das war es also, sie wollte mir nicht verzeihen, sie wollte meine Entschuldigung nicht annehmen. Doch dann spürte ich plötzlich den großen Kopf der weißen Friesin auf meiner Schulter. "...ist vielleicht gar nicht mal so schlecht!", sagte sie und rieb ihren Kopf an meinen, als Zeichen, dafür, dass sie mir vergeben hatte. Ich streichelte ihr den langen Hals und Cocodie schnaubte. "Außerdem kann mich keiner so gut streicheln wie du! Aber sag das ja nicht Pegah!", ich musste lachen. "Schon klar. Danke!" "So, jetzt reicht's aber! Sollen wir nicht mal reingehen?", fragte Alisha. "Ich weiß nicht... Pegah hat Besuch und deswegen bin ich ja auch noch draußen..." "Besuch? Mitten in der Nacht?", fragte Sadamir. "Meine kleine Cousine hat doch wohl nicht etwa einen Freund, oder?", er sah das Pferd schelmisch an. "Ich hab echt keine Ahnung..." "Sadamir, Sadamir! Natürlich hat deine kleine Cousine auch einen Freund! Es wird doch auch mal Zeit, oder?", sagte plötzlich eine Stimme vom Haus her und wir drehten uns um. Dort stand Pegah in der Tür und hielt die Hand eines Jungen. "Overkill?", riefen wir alle überrascht. "Was dagegen?", fragte er grob und küsste Pegah auf die Stirn. "Ich glaub's ja nicht! Gerade mit diesem gefühlskalten, groben... Typen musst du dich einlassen?", rief Sadamir ihr entgegen. "Ja!", sagte Pegah und lehnte sich an Overkills Oberkörper. "Ich glaub's nicht! Ich glaub's nicht!", sagte der Elb leise und raufte sich die Haare. "Was glaubst du nicht? Das deine Cousine glücklich ist?", fragte Alisha ihn. "Sie hat sich doch auch nicht eingemischt als du mit der launischen Alisha zusammen gekommen bist!", stimmte auch Sara zu und erntete einen bitterbösen Blick von meiner besten Freundin. "Das ist ja jetzt auch egal!", sagte Pegah und kam mit Overkill die Treppe hinunter. "Warum seit ihr eigentlich hier?" "Weil ich mich entschuldigen wollte.", sagte ich und Pegah merkte erst jetzt das ich überhaupt da war. "Y... Yvonne?", fragte sie ungläubig. "Ja, es tut mir leid, aber Tolkien hat mich verzaubert, damit ich mich nur auf das große Spiel konzentriere und da wurden meine Erinnerungen an euch auch noch mitgelöscht!", sagte ich entschuldigend. Pegah hörte zu und sah in die Runde. "Das ist alles schon so lange her und die haben dir bestimmt auch alle verzeihen! Warum soll ich's dann nicht auch tun? Aber jetzt kommt erst mal rein. Overkill hat euch noch etwas Kuchen übrig gelassen und Tee haben wir auch noch. So wie's aussieht wird's heute ein langer Abend werden!" Wir folgten Pegah in die runde Hütte, die ganz aus Holz, Ästen und Zweigen gemacht war und setzten uns an die Feuerstelle. Pegah brachte weiche Graskissen herbei auf die wir uns setzten konnten und dann musste ich meine Geschichte vom Stakawo-Spiel noch mal erzählen. Wieder ließ ich Tamar aus. Es ging wirklich niemanden etwas an, dass ich mich ausversehen in einen bezaubernden Magong verliebt hatte, der leider schon verheiratet war... Seit 200 Jahren! Ich erinnerte mich wieder an seine Augen und ich musste schlucken. Sie waren wirklich bezaubernd gewesen. "...Hey! Wie ging's weiter?", fragte Pegah. "Naja", sagte ich, "ich habe dann am Ende gegen Zauri gespielt. Er hat zwar gewonnen, Mittelerde und die Erde, aber er hat mir beide Planeten geschenkt." "Geschenkt?", fragte Pegah überrascht. "Ich hab ihn auch für verrückt erklärt!", stimmte Alisha zu. "Jetzt bin ich also stolze Besitzerin von zwei Planeten!", sagte ich stolz und die anderen sahen mich an. "Hast du Tolkien Mittelerde etwa nicht gegeben?", fragten sie mich. "Doch!", sagte ich. "Aber warum dann zwei? Du hast doch erzählt, dass du Zauri nicht seinen Planeten abgenommen hast!" "Ja, da kam zwischendurch noch ein anderer Magong dazu! Den hatte ich voll vergessen!", von wegen! "Tamar! Dem hab ich seinen Planeten abgenommen!", sagte ich und holte die kleine Murmel hervor. "Mular!", sagte ich und Overkill stutzte. "Das ist Mular?", fragte er. "Ja, putzig nicht?" "Darf ich Mular mal in die Hand nehmen?", fragte er und ich reichte ihm meine Murmel. "Wow.", sagte er leise. "Ich hätte nie gedacht, dass eine Welt in eine Hand passt!", sagte er und strich sanft über das Glas. Plötzlich fiel mir ein, dass Overkill ja von Mular stammte! Er war ja ein Bewohner meiner Welt. "Keine Angst, ich wird mich gut um deine Welt kümmern!", sagte ich zu ihm. Er nickte und gab mir die Murmel wieder. "Natürlich. Ich mein, besser in deinen Händen als in irgendwelchen fremden Händen!", sagte er und lächelte. "Kannst du da mal was verändern?", fragte er mich nachdem wir alle eine Zeit lang geschwiegen hatten. Es war für alle seltsam eine Welt zu sehen, die locker in jede Hand passte. "Sicher. Was denn?" "Kannst du die Gegend um Blackstone schön machen? Blackstone schön machen?", fragte er. Ich sah ihn an und grinste. "Ich kann's ja mal versuchen, aber ich warne dich, ich hab das noch nie gemacht!", er nickte und ich schloss die Augen und konzentrierte mich. Langsam versank ich tiefer und tiefer im Inneren meines Geistes. Ich war wie in einer tiefen Ohnmacht, konnte die Welt um mich herum nicht mehr spüren, nicht mehr wahrnehmen...

Ich schlug die Augen auf und stand auf einem Hügel. Soweit das Auge reicht nur Ödland, verbrannter Boden nur hin und wieder einige abgestorbene Grasbüschel. Die Luft war von Staub und Asche erfüllt. Ich musste Husten. Diese Luft war Gift für meine Lungen! Ich machte einen Schritt und plötzlich wuchs unter meinen Füßen frisches, duftendes Gras. Ich ging weiter und bei jedem Schritt wuchs mehr Gras unter meinen Füßen, das sich bald von alleine ausbreitete. Ich ließ bunte Blumen wachsen und Bäume, die in voller Blüte standen. Ich kam zur Vorburg. Sie war dunkel und schwarz, doch ich zwinkerte und sie wurde strahlend weiß, und hell. Der stinkige Schlamm und Morast am Ufer des vergifteten Sees verwandelte sich in feinen weißen Sand und das Wasser wurde klar und blau. Ich trat durch das Tor in die Burg und sah erstaunte Menschen um mich herum, die auf die Veränderungen draußen sahen. Ich lief wie ein strahlend weißer Geist, barfuß durch die Burg und jeder Raum in den ich kam, veränderte sich, wurde von hellem Licht erfüllt, das die Schatten vertrieben, die schon zu lange die Burg in ihrer Gewallt hatten. Der Dreck verschwand und verwandelte sich in Gold. Die schäbige Kleidung der Menschen, denen ich begegnete verwandelte ich schnell in schöne Seidene. Ich lief über die Landzunge auf Blackstone zu, bereit auch dort alles zu verändern und schön zu machen, doch die Tore blieben mir verschlossen, und während die dunklen Wolken über mir aufbrachen und endlich die Sonne auf das Land scheinen ließen, blieb Blackstone dunkel. Ich versuchte mit aller Gewallt einzudringen, doch die dunkle Macht dort war stärker. Irgendwann gab ich es auf. Meine Freunde in Pegahs Hütte würden auf mich warten. Ich schloss die Augen und kehrte zurück.

Als ich die Augen wieder aufschlug saßen meine Freunde um mich herum und sahen mich überrascht an. "Wow!", sagten sie und zeigte auf die Murmel. Ich folgte ihrem Blick und sah, dass dort, wo vorher ein dunkler Fleck gewesen war sich grün ausgebreitet hatte. "Ich habe mein Bestes getan!", sagte ich und lächelte. "Es war echt ein tolles Gefühl!", sagte ich und wurde traurig. "Nur Blackstone konnte ich nicht verändern!", sagte ich traurig. "Ich kam einfach nicht hinein. Meine Macht war nicht stark genug.", "Jemand hat mal gesagt dass das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse immer intakt bleiben muss!", sagte Alisha leise und sah mich an. "Das war ich oder?", fragte ich sie. "Ja.", antwortete diese und ich erinnerte mich an das Erste Mal, dass ich in Lothlórien gewesen war. An den Morgen, den ich mit Legolas, Orlando und Alisha am kleinen Bach verbacht hatte. Legolas hatte uns von Magongs erzählt und wir hatten über Tolkien gerätselt und seine Beweggründe Mittelerde zu verlassen und seinen Tod... "Aber genug davon, will noch jemand Kuchen?", fragte Pegah und ich streckte ihr sofort meinen Teller hin. Sie sah mich seltsam an. Ok, ich hatte schon fünf Stücke von diesem leckeren Kuchen gegessen, aber bitte, ich hatte gerade eine Welt verändert! Das machte hungrig! "Hey, ich musste gerade Mulars dunkle Seite verändern, wisst ihr wie hungrig das macht?" Die anderen lachten.

Ich blieb noch einige Tage bei Pegah. Alisha musste jedoch noch am selben Abend wieder zurück in unsere Welt. Sie hatte wegen unserem letzten Abenteuer die Klasse wiederholen müssen und wollte jetzt auf jeden Fall ihr Abitur schaffen. Sie hatte mir erzählt, dass alle geglaubt hatten, sie wären entführt worden und dass Alisha deswegen diese Story weitergeführt hatte. Sie hatte mir erzählt, dass der Entführer und ich uns gegenseitig getötet hatten (Alisha hatte schon immer eine blühende Fantasie gehabt!). Das Ganze war lange durch alle möglichen Medien gegangen und dann war die Story wie so viele andere auch, einfach vergessen worden. Ich überlegte wie ich jetzt weiter vorgehen sollte. Pegah bot mir an bei ihr zu bleiben, wenn sie wollte, doch ich lehnte dankend ab. Sara schlug vor mir Arbeit und eine Wohnung in Caras Galadhon, der elbischen Hauptstadt zu suchen, doch auch das lehnte ich ab. Ich war jetzt ein Magong und ich würde in den nächsten Jahren wahrscheinlich viel umherreisen. Außerdem wollte ich ja noch Zauri auf Alpha Zentauri besuchen und Tamar... Doch zuerst hatte ich ein anderes Problem. Orlando! Ich wollte ihn wiedersehen! Auf jeden Fall! Doch wie sollte ich das anstellen? Sara hatte Recht, ich durfte nicht so plötzlich wieder in sein Leben treten. Das ging einfach nicht. Ich hatte vollkommen vergessen Alisha über Orlando auszufragen und nun war sie wieder fort und ich hatte keine Gelegenheit dazu. "Was wirst du wegen Orlando machen?", fragte mich Pegah eines Abends, als wir zusammen auf der Treppe vor ihrer Hütte saßen und die Mondspiegelung im kleinen See betrachteten. "Wenn ich das nur wüsste!", sagte ich leise und spürte wie Pegah mich ansah. "Bist du dir sicher, dass du ihn überhaupt noch liebst?", fragte sie plötzlich leise und sah zum See zurück. Ich starrte sie nun an. "Ja!", sagte ich fest und wurde dann nachdenklich. Liebte ich ihn eigentlich noch? Liebte ich ihn noch so wie früher? Ich war jetzt schließlich eine Göttin und kein normaler Mensch mehr! "Ich... ich weiß nicht.", sagte ich dann und seufzte. "Wer ist der neue Mann den du getroffen hast?", fragte Pegah und wir sahen uns für eine lange Zeit stumm an. Dann seufzte ich. "Er heißt Tamar." Sagte ich leise. "Der Mann von dem du Mular gewonnen hast?", fragte Pegah und ich nickte. "Ja, er war bezaubernd. Er sah umwerfend aus. Ganze Galaxien haben sich in seinen dunklen Augen gespiegelt. Augen so tief wie Brunnen...", ich seufzte. "Er ist ein Magong wie du?", fragte Pegah. "Ja.", sagte ich knapp und erinnerte mich an sein wunderschönes Lächeln. "Warum wählst du dann nicht ihn?", fragte Pegah und ich starrte wieder hinaus auf den See. "Er ist verheiratet. Seit 200 Jahren, und er ist glücklich.", sagt ich schließlich leise und stand auf. Pegah schwieg und das war auch gut so. Ich wollte keinen Trost, denn der würde alles nur noch schlimmer machen, das wusste ich und Pegah wusste es auch. "Deswegen willst du Orlando sehen, du möchtest wissen ob du noch etwas du für ihn empfindest.", sagte die Elbin leise. "Ja.", sagte ich und ging zum See. Pegah blieb auf den Stufen sitzen und beobachtete mich. "Was soll ich jetzt machen Pegah?" fragte ich sie. "Geh zu ihm. Orlando mein ich. Geh zu ihm und schau wie du auf ihn reagierst. Wie er auf dich reagiert.", sagte sie und kam langsam zu mir. "Er ist dein Freund, du hast dich bei uns allen entschuldigt! Du musst dich auch bei Orlando entschuldigen.", sagte sie und ich nickte. "Das hatte ich auch vor. Doch ich habe Angst", sagte ich. "Angst nichts mehr für ihn zu empfinden. Angst ihm erneut weh zu tun." "Du musst diese Angst überwinden!", sagte Pegah und sie hatte Recht. "Du hast Recht. Ich muss ihn finden!", sagte ich und sah sie dankbar an. "Danke für alles. Für den Kuchen und so...", sagte ich und sie verstand. "Bitte, kein Problem.", sagte sie und umarmte mich. "Grüß die anderen von mir.", sagte ich und drückte sie. "Warte bevor du gehst...", sagte Pegah und ich sah sie fragend an. "Ja?" "Was ist mit deinen Eltern? Deiner Familie?" Ich starrte sie an, das gab's doch nicht, ich hatte an alle gedacht, aber nicht an meine Familie! "Ich muss auch noch zu ihr, aber... ich weiß nicht wie ich das machen soll. Alisha hat gesagt, sie hätte verbreitet, dass ich tot bin...", sagte ich und sah Pegah an. "Als du nicht da warst, haben wir natürlich über dich geredet und Orlando hat mir erzählt, dass dir dein Magong im Traum erschienen ist. Mach doch das Selbe bei deinen Eltern, deiner Familie. Tauche in ihre Träume ein." Ich sah Pegah erstaunt an, dass war wirklich eine gute Idee. "Du, du hast Recht!", sagte ich leise. "Das kann ich machen, das werde ich machen!" Dann löste ich mich in ihren Armen in Luft auf. So schnell ich konnte reiste ich so zur Erde. Als ich dort ankam war es Nacht. Ich flog wie ein Schatten durch wie Welt auf der Suche nach Orlando. Ich fand ihn in London. In einem luxuriösen vier Sterne Hotel. Ich materialisierte mich neben seinem Bett und sah ihn an. Orlando Bloom lag schlafend vor mir.

Epilog

Ich musste schlucken als ich Orlando schlafend da liegen sah. Den Mund leicht geöffnet, zusammengerollt und leise schnarchend. Mein Herz klopfte bis zum Hals, meine Hände waren feucht und zitterten leicht. Ich kniete mich neben seinem Bett auf den Boden und beobachtete ihn. "mhh...", machte er und griff suchend nach seiner Decke. Ich deckte ihn vorsichtig zu. Immer darauf bedacht ihn nicht zu wecken. Es war so seltsam neben ihm zu stehen. In diesem luxuriösen vier Sterne Hotel in London, ihn nach einem ganzen Jahr friedlich schlafen zu sehen. Ich strich ihm sanft über das Gesicht, er hatte sich kaum verändert. Er sah noch immer fast genauso aus wie vor einem Jahr, als ich ihn das letzte Mal gesehen hatte. Damals hatte ich nichts für ihn empfunden. Ich hatte ihn süß gefunden, mehr nicht. Und jetzt? Vorsichtig setzte ich mich auf die Bettkante und beobachtete ihn, versuchte mir über meine Gefühle klar zu werden. Was war im letzten Jahr alles passiert? Was hatte ich verpasst? Wie sehr hatte er sich verändert? Hatte er jemanden anderes kennen gelernt? Dachte er noch an mich? Hin und wieder? So viele Fragen schwirrten in meinem Kopf umher, auf die ich trotz meiner Göttlichkeit keine Antwort wusste. Orlando drehte sich auf die andere Seite und ich beobachtete seinen Rücken. Seine Schultern waren breiter geworden. Er hatte wohl viel trainiert. Ich stand vorsichtig auf und ging im Zimmer umher. Ich spürte den weichen Teppich unter meinen Zehen, als ich das Zimmer durchschritt und zu einem kleinen Schreibtisch ging. Dort stand ein Bild in einem schönen Rahmen. Ich sah es an und sah, dass Orlando darauf war. Daneben standen Legolas und Alisha und ich war auch darauf. Ich beobachtete mein lächelndes Gesicht und sah dann in den Spiegel. Mein Gesicht sah jetzt so anders aus. Meine Haut war viel glatter und reiner. Meine Augen strahlten übernatürlich hell und meine Haare glänzten viel mehr. Was hatte dich damals bloß für Kleidung an? Diese Hosen und das Top... ich betrachtete meinen schlanken Körper, das weiße Kleid, das ich jetzt trug, sich eng an meinen perfekten Körper schmiegte... Ich hatte mich verändert. Meine Haltung war nun viel gerader, viel königlicher. Ich war jetzt eine Göttin und kein Mensch mehr. Ich betrachtete das Bild. Damals war ich so glücklich gewesen, war ich es jetzt auch? Ich betrachtete das Lächeln in meinem so fehlerhaftem Gesicht. Ich sah das Strahlen in meinen irdischen Augen. Ich starrte zurück in den Spiegel und lächelte mich selber an. Es war das Lächeln einer Göttin, viele würden einfach so dahinschmelzen, wenn ich so lächelte, doch war es auch ein glückliches Lächeln? Ich sah wieder auf das Bild. Diese Kleidung die ich da getragen hatte... sie war so gewöhnlich... ich dachte daran wie ich das erste Mal Galadriel gesehen hatte. Sie hatte auch etwas königliches an sich... sie hatte ein ähnliches Kleid getragen, wie ich es jetzt trug. Ich schloss die Augen und als ich sie öffnete und wieder in den Spiegel sah, starrte ich in irdische blaue Augen, ohne göttliches Strahlen. Ich trug kein weißes Kleid mehr, sondern eine enge Jeans und ein Top. Ich entdeckte einen Mitesser an meinem Kinn, und ich spürte einen dicken Pickel an meiner Stirn. Ich war wieder Yvonne Kallhoff, für einen Moment... und ich lächelte glücklich...

"Was kann ich für sie tun?", fragte mich der Verkäufer und ich sah ihn an. Ich war seit einer ganzen Stunde durch dieses Geschäft gelaufen, auf der Suche nach etwas was ich tragen konnte. "Ich sehe mich nur um.", sagte ich und der Mann nickte. Hatte er etwa Angst ich würde etwas klauen? Zwei Mädchen betraten den Laden und gingen zum Kleiderständen gegenüber von mir. "Hast du schon gehört dass Orlando Bloom in der Stadt sein soll?", fragte die eine. "Ja, halt die Augen offen, vielleicht sehen wir ihn ja.", sagte die andere und suchte sich ein sexy Top aus. Ich betrachtete die zwei. Sie waren relativ hübsch, trugen enge Hosen, und schöne Pullis. Es war Winter und die Klamotten gefielen mir, vielleicht sollte ich mich auch so kleiden... Ich ging zu den zwei Mädchen hinüber. "Tschuldigung, wo habt ihr diese Pullis her? Die sind echt schön.", fragte ich. "Zara.", sagten sie und betrachteten mich staunend. Ich trug noch immer mein Kleid, doch ich hatte mir Schuhe gemacht. Meine langen Haare trug ich offen und ich wusste, dass sie im Licht wie flüssiges Gold glänzten. Ich war wieder Yvonne die Göttin. "Danke!", sagte ich und wollte gerade gehen, als mir etwas einfiel. "Orlando ist übrigens wirklich in der Stadt.", sagte ich und die Mädchen sahen mich misstrauisch an. "Woher weißt du das?", fragten sie. "Ich habe ihn gesehen.", sagte ich wahrheitsgemäß und die Mädchen sahen sich an. Ich drehte mich um und wollte gehen. "Was benutzt du eigentlich für ein Shampoo?", fragte mich eines der Mädchen noch. Aha, meine Haare. Nur leider benutzte ich kein Shampoo. Götter müssen sich schließlich nicht die Haare waschen. "Ich benutze Schauma.", sagte ich. Es war das Shampoo, das ich früher immer benutzt hatte. "Danke.", sagten sie und ich ging aus dem Laden. Sobald ich draußen war, suchte ich eine Toilette auf und 'zog mich um'. Als ich die Toilette wieder verließ trug ich eine enge Miss Sixty Hose und einen engen beigen Pulli. Ich trug Sneakes und fand es ziemlich unbequem, die Füße hatten kaum Platz, konnten kaum atmen. Als ich die Straßen entlang lief drehte sich so gut wie jedes männliche Wesen nach mir um. Ich ging zum Leicester Square, ich mochte diesen Platz sehr, er steckte voller Erinnerungen. Ich wanderte zwischen den kleinen Grünanlagen zur Shakespeare Statue und setzte mich auf eine Bank darunter um nachzudenken, was ich weiter tun sollte. Irgendwie musste ich Orlando treffen, er musste mich sehen, er musste wissen, dass ich wieder da war. "Tschuldigung.", schnitt plötzlich eine ziemlich selbstverliebte Stimme in meine Gedanken und ich sah dass ein Junge, etwa in meinem Alter neben mir stand. Er sah gar nicht mal schlecht aus - für einen Menschen. "Ja?", fragte ich ihn. "Wie heißt du?", fragte er. "Yvonne.", sagte ich, warum sollte ich ihn verschweigen wie ich hieß? "Darf ich dich auf einen Drink einladen, Yvonne?", fragte er siegessicher, doch das ging zu weit. Er sah zwar ganz ok aus, aber ich musste nachdenken, nachdenken, wie ich Orlando treffen konnte. "Glaub ich nicht.", sagte ich und der Junge sah mich enttäuscht an. Bitte, was hatte er gedacht, das eine Göttin wie ich sich von ihm zu einem Drink einladen ließ? "Warum nicht?", ein ganz Hartnäckiger also. "Weil ich keine Lust habe?", sagte ich. Konnte er jetzt vielleicht verschwinden? Nein, er setzte sich neben mich und sah mich anziehend an. "Ach komm, ein Drink.", sagte er. "Nein danke!", sagte ich fest. Er legte seinen Arm um mich und rückte noch näher. "Ach komm, nach dem Drink können wir noch zu mir gehen und dann...", wie konnte er es wagen? Ich sah ihn böse und entsetzt an. Verdammt ich war eine Göttin! "Lass mich auf der Stelle los.", sagte ich, doch der grinste nur. "Lass meine Freundin los!", hörte ich plötzlich eine Stimme vor mir und da stand ein gutaussehender Mann mit blonden Haaren und blauen Augen. Er funkelte den Jungen böse an und ballte seine Hände zu Fäusten. "Hi Kim!", sagte ich und der Junge neben mir sprang auf. "Das ist deine Freundin? Das wusste ich nicht!" "Verpiss dich einfach!", zischte Kim ziemlich sauer und der Junge trat sofort den Rückzug an. Ich stand auf und nahm ihn kurz in den Arm. "Danke, aber das hätte ich auch allein geschafft! Der hätte sich schon gewundert, wie stark ein armes, schwaches Mädchen wie ich sein kann." Kim lachte. "Das glaub ich." "Was machst du hier in London?", fragte ich ihn und sah wie der Junge, der mich angebaggert hatte von der anderen Seite des kleinen Platzes zu uns herüber sah. Er stand dort mit seiner Clique, die ihn auslachte. "Ich bin hier um dir zu helfen deinen Orlando zurückzubekommen.", erklärte mir der Magong. "Wie willst du das anstellen?", fragte ich und er sah mich überrascht an. "Ich dachte du wüsstest das." "Tut mir ja leid, aber ich hab selbst noch keine Ahnung.", gab ich zu. "Bist du dir nun über deine Gefühle im klaren?", fragte er ernst. "Ja, ich war gestern Abend in seinem Zimmer. Ich möchte ihn wirklich wiedersehen." Kim nickte. "Dann helfe ich dir. Ich werde mich in einen seiner Freunde verwandeln und ihn in die Stadt locken. Bleib du hier, oder sei in etwa einer Stunde wieder hier.", sagte er und wollte gehen. "Sag mal, seh ich so normal aus?", fragte ich, als er gehen wollte. "Ja so ziemlich, nur eine Jacke solltest du dir noch machen. Es ist minus drei Grad. Ich nickte und holte aus einer Tasche neben der Bank, die ich mir ebenfalls soeben gemacht hatte, eine Jacke heraus. "Besser?", fragte ich und zog sie an. "Auf jeden Fall. Ich geh jetzt, pass auf den Kerl da drüben auf, wenn der dich noch mal anmacht, schick ihn weg. Erst höflich und dann brutal!", sagte er und ich nickte. Nahm ihn noch einmal in den Arm und setzte mich dann wieder hin. "Ach, Kim!", reif ich ihm nach und er blieb stehen. "Ja?" "Ich glaub dein Traum ist nicht wahr geworden!", sagte ich und er sah mich verständnislos an. "Was?" "Das ich sterben würde!", sagte ich und er setzte sich wieder. "Nein, das sehe ich, du scheinst ziemlich lebendig zu sein.", er grinste. "Doch du bist ja auch nicht die Gewinnerin von Mittelerde.", sagte er und ich hob fragend eine Augenbraune. "Muss ich das verstehen?" "Du hast Mittelerde geschenkt bekommen, der Besitzer wird sterben!", sagte er und ich sah ihn an. "Er wurde fast getötet ja, aber jetzt lebt er und ist wieder auf seinem Planeten.", sagte ich und Kim nickte. "Dann hab ich mich vielleicht wirklich geirrt, was aber ziemlich komisch ist... Naja, ich muss jetzt los, deinen Orlando hierhin locken!", er stand auf und nickte mir noch einmal zu. Dann ging er weg. Ich sah ihm nach wie er davon ging und zwischen den Menschen verschwand. Er würde gleich sofort Orlando benachrichtigen, dass er sich mit ihm treffen wollte. Jetzt hieß es also warten. Wie Kim es vorrausgesehen hatte tauchte bald darauf auch wieder dieser Typ auf. "Also, was ist jetzt?", fragte er und ich sah ihn genervt an. Seine Clique sah uns gespannt zu. "Hör zu, ich will weder mit dir einen Drink trinken gehen noch mit dir in die Kiste springen!", sagte ich. "Ach komm.", sagte er und lächelte verführerisch. Ich stand langsam auf. "Ich glaube du gehst jetzt besser.", sagte ich warnend. "Hey Süße, man kann dich doch nicht einfach allein hier in der Kälte stehen lassen. Komm mit zu mir, du wirst es bestimmt nicht bereuen.", er grinste noch breiter und wollt mein Gesicht berühren. "Wenn du mich anfasst fliegst du zu deinen Freunden zurück.", warnte ich ihn. Er glaubte mir nicht und strich mir sanft über die Wange. Er hatte es nicht anders gewollt. Ich hatte ihn ja gewarnt. Ich trat einen Schritt zurück und trat ihm in den Magen, er hob ab und flog quer über den Platz zu seiner Clique. Die anderen Leute sahen uns interessiert an. Ich setzte mich wieder und griff zurück in meine Tasche, um ein Buch herauszuholen, das sich gerade darin materialisiert hatte. Von der gegenüberliegenden Seite des Platzes hörte ich ein Stöhnen und wie der Rest der Clique mir üble Schimpfwörter zu rief. Ich achtete nicht darauf. Ich hatte den Typen gewarnt, er hatte nicht gehört, also hatte er die Konsequenzen zu spüren bekommen. Ich sah auf und zu der Clique hinüber. Keine Ahnung wieso, aber ich tat es und dann sah ich ihn. Er stand direkt neben der Clique und sah mich direkt an. Orlando! Ich stand langsam auf und er sah mich an. Er kam zu mir und ich stand auf. Das Buch entglitt meinen Händen, die plötzlich feucht und zittrig wurden. Es war ein Jahr her, doch nun sah ich wieder in seine wundervollen braunen Augen. Er kam auf mich zu und blieb vor mir stehen. "Tschuldigung, kannst du mir sagen wie viel Uhr wir haben?", fragte er. Mit zittrigen Fingern schob ich meinen Ärmel zurück und sah dass ich keine Uhr trug. Shit! "Naja...", sagte ich und sah in seine braunen Augen. Ich spürte wie mein Herz beinahe aussetzte. "Sie... sie sind doch Orlando Bloom, oder?", fragte ich und er grinste. "Gut möglich." Verdammt, erkannte er mich denn nicht? Ich wollte ihn anschreien, das ich Yvonne war. Seine Yvonne! Verdammt, warum erkennst du mich nicht? "Kann... kann ich ein Autogramm haben?", fragte ich ihn mit zitternder Stimme. Verdammt, warum benahm ich mich wie ein pubertierender Teenager? Ich war eine Göttin! "Sicher!", sagte er und holte einen Stift aus der Innentasche seiner Jacke. Schnell hob ich mein Buch auf. Und schlug es auf. "Herr der Ringe Fan?", fragte er während er schrieb. "Ja.", sagte ich leise. "Wen findest du am besten?", fragte er. Ich wusste dass ich jetzt die Möglichkeit hatte ihm zu zeigen wer ich war. "Legolas natürlich! Aber Sadamir ist auch ganz gut.", sagte ich leise. Er nickte als er Legolas hörte und hörte dann abrupt auf zu schreiben. "Wen außer Legolas?", fragte er leise. "Sadamir. Den Elbenhauptmann.", sagte ich und er sah mich seltsam an. Erkannte er mich etwa immer noch nicht? "Naja, also hier ist dein Buch.", sagte er und reichte es mir. Ich nahm es an und unsere Hände berührten sich. Es war wie ein Schlag. Er dreht sich um und ging langsam davon. Orlando ging davon. Er hatte mich nicht erkannt. Warum nicht? Warum hatte er mich nicht erkannt? Ich hatte ihm doch ein deutliches Zeichen gegeben! Ich sah ihm verzweifelt nach. "Orlando, ich bin es! Deine Yvonne! Orlando, es tut mir alles so leid." Dachte ich doch er ging davon und ließ mich allein da stehen. Ich drehte mich in die andere Richtung und ging ebenfalls davon. Er hatte mich nicht erkannt! Er hatte mich einfach nicht erkannt! Vor mir war das Odeon, das Kino in dem meistens die Premieren gefeiert wurden und dort war eine Tafel angebracht: "The Two Towers." Weeks:00 Days:01 Hours:26 Minutes:34 Seconds: 56" War darauf zu lesen. Absperrungen waren aufgestellt worden. Hier sollte die Premiere des zweiten Herr der Ringe Streifens sein? Hier? Morgen? Ich sah Orlando nach und dann sah ich zum Kino. Endlich! Ich hatte eine Idee!

An diesem Abend saß ich in einem Hotelzimmer und starrte an die Wand, Morgen war die Herr der Ringe Premiere, dann würde ich mich Orlando zu erkennen geben, doch vorher hatte ich noch etwas zu tun. Ich legte ich auf mein Bett und teilte meinen Geist. Während die eine Hälfte im Bett lag und langsam einschlief, flog die andere durch die Nacht nach Deutschland. Nach Bochum. Ich stand wieder vor meinem Haus, ein weißer Geist, ungesehen von den Bewohnern der Straße. Ich betrachtete es genau, die Hecke war geschnitten worden, wie ich merkte. Ich stieg langsam die steinerne Treppe zur Haustür hinauf und sah sie an. Das war die Tür zu meinem alten Zuhause. Unser schwarzer Labrador lag im Flur hinter der Tür und schlief, doch als ich die Hand an die Glastür legte, hob der den Kopf und sah mich an. Er wusste dass ich da war und bellte laut. Ich lächelte den Hund an. "Hi, ich bin's! Kennst du mich noch?" Der Hund bellte wieder, wedelte mit dem Schwanz und kratzte an der Tür. Plötzlich erschien meine Mutter an der Flurtür. Ich sah sie und erstarrte. "Mama! Mama!", dachte ich und Tränen der Freude traten mir in die Augen. Ich war auf Mular durch die Hölle gegangen und jetzt stand ich vor meiner Haustür und sah meine Mutter wieder. Nach einem Jahr. Sie hatte tiefe Falten bekommen und ihre Augen waren müde und traurig. Sie dachte sie hätte eine Tochter verloren. Der Hund bellte immer weiter und kratzte an der Tür. Meine Mutter kam näher und öffnete sie. "Was denn? Da ist doch niemand!", sagte sie und ich schlüpfte schnell hinein. Sofort sprang der Hund an mir hoch, wie früher. Bellte mich an und wedelte mit dem Schwanz. "Was bist du für ein verrücktes Vieh, du!", lächelte meine Mutter und sah den Hund an. "Mama, ich bin's, Yvonne, ich bin zurück! Nimm mich in den Arm, ich hab dich so vermisst!", schrie ich, doch sie hörte mich nicht. Ich war ein Geist. Ich musste mich erst Materialisieren und das wollte ich nicht hier direkt vor ihr machen. "Jetzt sei aber ruhig!", sagte meine Mutter zum Hund. "Ruhe, komm, Aus!", Ich legte einen Finger auf die Lippen um meinem Hund zu zeigen, dass er ruhig sein sollte. Er verstummte und wedelte mit dem Schwanz. Meine Mutter ging zurück ins Wohnzimmer und ich folgte ihr. Sie saß am Schreibtisch und korrigierte Hefte. Ich stellte mich neben sie und sah ihr zu. Es war schön in ihrer Nähe zu sein. Meine Mutter gähnte und klappte das Heft zu. "Jetzt reicht's, ab ins Bett.", sagte sie zu sich selbst. "Nein, geh nicht ins Bett!", sagte ich und hatte plötzlich eine Idee. Ich nahm ein Blatt und einen Stift und schrieb meine Nachricht. Meine Mutter fuhr herum, als sie auf einmal den schwebenden Stift sah und kam zu mir. Sie las meine Nachricht. "Hiya Mama! Ich bin's, Yvonne!". Schrieb ich und meine Mutter starrte ungläubig auf das Blatt. Sie rieb sich die Augen, doch die Nachricht blieb stehen. Ich musste grinsen. "Weck mal den Rest, ich hab euch was zu sagen.", schrieb ich und meine Mutter las. Sie lächelte, ihre Augen füllten sich langsam mit Tränen. "Yvonne?", fragte sie. Ich schrieb. "Ja?" Meine Mutter lief auf einmal in den Flur, zur steilen Holztreppe und schrie nach meinem Stiefvater und nach meinen Geschwistern. Schnell schrieb ich: "Kommt in die Küche!", auf das Blatt und ging dann in die Küche um mich zu materialisieren. Etwas später ging die Tür auf und meine Familie stand vor mir. Ich stand da, in meinem langen weißen Kleid und meinem fließenden goldenen Haar und lächelte sie mit Tränen in den Augen an. Meine Familie. Meine Mutter, mein Vater, mein großer Bruder und meine kleine Schwester alle starrten mich an. "Yvonne?", fragte mein Stiefvater und ich nickte. "Ja.", sagte ich mit Tränen erstickter Stimme. Dann lief ich auf meine Familie zu, es war unerträglich für mich auch nur eine Sekunde länger von ihr getrennt zu sein. Ich fiel meinen Eltern um den Hals, umarmte meine Geschwister. "Ich hab euch so vermisst!", sagte ich und alle sahen mich ungläubig an. "Du bist doch tot.", sagte meine Schwester schließlich und ich musste lächeln. War ich jetzt tot? War ich lebendig? Ich war beides! "Ich bin nicht tot, aber auch nicht lebendig.", sagte ich und meine Schwester grinste. "Cool, meine Schwester ist eine Untode! Meine Schwester ist ein Zombie!" ich lachte und knuffte sie. Meine Eltern nahmen mich in den Arm und hielten mich fest. "Ist das ein Traum?", fragten sie mich und ich schüttelte den Kopf. "Nein.", sagte ich und dann umarmten mich alle. Es war wunderschön wieder bei seiner Familie zu sein. Nachdem alle verstanden hatten, dass ich wirklich da war und es sich nicht um einen Traum handelte, flossen die Tränen. Wir alle heulten wie die Schlosshunde und unser Hund machte gleich mit. "Wo kommst du her?", fragte meine Mutter schließlich, als wir bei einer Tasse Kaffee um den Tisch herum saßen. Ich wusste nicht ob ich es ihnen erzählen sollte, andererseits, sie waren meine Familie! Sie hatten das Recht alles zu erfahren! "Ich komme aus dem Himmel, oder wie man es immer nennen mag, ich... ich bin jetzt ein Magong...." "Das hört sich Chinesisch an! Wo sind deine Schlitzaugen?", fragte meine Schwester und lachte. Ich warf ihr einen vorwurfsvollen Blick zu. "Sag so was nicht zu laut, kleine Schwester! Magongs sind Götter und wenn die sauer werden, dann ist das nicht gut!" Meine Familie starrte mich an. "Eine Göttin?", fragte mein Stiefvater schließlich und ich nickte stolz. "Jo!", sagte ich und dann erzählte ich ihnen von meiner Zeit als Magong und von Mittelerde und von meinen Freunden dort. Ich erzählte ihnen von Orlando, doch ich ließ das ganze Geknutsche und so weg. Es waren nach wie vor meine Eltern und meine Geschwister denen ich das alles erzählte. "Alisha hat das ganze nur erfunden? Die ganze Entführungsstory?", fragte mein Vater und nickte. "Klar, dass nie Leichen gefunden wurden." Draußen wurde es langsam hell und ich musste heute Abend fit für die Premiere sein. Ich musste gehen, auch wenn ich es nicht wollte, und wenn meine Familie noch viele Fragen hatte. "Ich muss gehen.", sagte ich plötzlich und alle starrten mich an. "Warum?", fragte sie und ich wurde rot. Von der Herr der Ringe Premiere konnte ich ihnen schlecht was erzählen, sie wären zu beleidigt gewesen. "Wisst ihr, auch Götter haben bestimmte Regeln einzuhalten... Ich hab schon einige gebrochen indem ich euch von uns Magongs erzählt habe! Ihr dürft es wirklich NIEMANDEM erzählen, sonst komm ich in ernste Schwierigkeiten, ok?", alle versprachen es und dann grinste ich. "Ich komm auf jeden Fall noch mal vorbei! Bye!", sagte ich und verschwand mit einer Verbeugung. Ich schwebte als Magong über ihnen und sah sie alle noch eine Weile an. "Ihr habt das aber auch mitbekommen, oder?", fragte mein Bruder. "Ja.", sagten die anderen nachdenklich. "Dann war das also wirklich kein Traum?" Ich schüttelte den Kopf. Ich hatte ihnen doch mehrere Male versichert, dass es kein Traum war, warum glaubten sie mir nicht? "Stellt euch vor, eure Schwester ist eine Göttin!", freute sich meine Mutter. "Müssen wir jetzt zu ihr beten?", fragte meine Schwester und ich lachte laut. Ich glaubte es ja einfach nicht. Der Hund bellte und alle sahen ihn an. "Die ist noch da!", sagte meine Schwester und ich flog zum Tisch, hob den Stift auf und schrieb: "Keine Angst, vom beten erlöse ich euch! *lol* *rofl*" Alles starrten auf das Blatt und dann verließ ich das Haus und flog zurück nach London, bis zur Premiere war noch viel zu erledigen!

Es war seltsam als Yvonne und nicht als Göttin herum zu laufen. Ich hatte leichtes Make up aufgetragen um meinen Mitesser und den Pickel zu verdecken. Ich trug die selben Sachen die ich getragen hatte als wir damals auf Mular im Gefängnis gesessen hatten, nur das sie jetzt sauer waren und nicht stanken. Ich stand am roten Teppich und wartete als alle Herr der Ringe- Schauspieler an mir vorbei gingen. Ich stand in der ersten Reihe und hielt mein altes Autogrammbuch starr nach vorne. Ich war aufgeregt. Orlando, wann kommst du endlich? Merkst du nicht, dass ich dich brauche, wann kommst du endlich? Eine Limousine fuhr vor und dann steig er aus. Die Fans neben mir begannen zu kreischen. Ich schluckte mein Hals war so trocken, mein Mund so seltsam angeschwollen. "Orlando!", dachte ich. "Jetzt siehst du mich endlich wie du mich vorher immer gesehen hast." Ich sah wie er den roten Teppich herunter schritt. Er lächelte und strahlte und ich erinnerte mich daran, wie ich vor etwas über einem Jahr hier mit Alisha gestanden hatte und ihm zugejubelt hatte, bevor wir durch das Portal aus blauen und weißen Flammen nach Mittelerde gekommen waren. Jetzt stand ich wieder hier und endlich konnte ich seinen Namen rufen. "ORLANDO!!!", schrie ich und er drehte sich um. Er sah und erkannte mich, blieb stehen und plötzlich sah ich, dass er lächelte. Er kam zu mir und gab mir ein Autogramm. "F... Für wen soll's denn sein?", fragte er, als wäre er sich nicht sicher. "Für Yvonne.", sagte ich leise und strahlte ihn an. Er nahm meine Hand und ich spürte, dass er zitterte als er darauf unterschrieb, dann in mein Buch und unterzeichnete noch einmal. Ich wäre vor Glück beinahe geplatzt. Er hatte mich erkannt! Er hatte unterschrieben. Ich sah in mein Buch und las was da stand:

To Yvonne from Orlando Bloom in Love!!!

Ich klappte das Buch zu und drückte es gegen mich. Orlando gab in meiner Nähe viele Autogramme und ich konnte ihn beobachten. Er strahlte, er strahlte hell und klar. Ich kämpfte mich durch die Menge von Fans hindurch vom Odeon weg. Man machte mir Platz und ich verschwand um eine Ecke. "Das war's Yvonne! Er hat dich erkannt! Jetzt lass die Göttin raus!" Ich ging zum Anfang des roten Teppichs, und verwandelte mich in Liv Tailor, dann ging ich schnell den roten Teppich hinunter. Winkte den Fans, gab jedoch kein einziges Autogramm. Schließlich kannte ich die Unterschrift ja nicht! Ich betrat das Odeon und sah Orlando mit Elija Wood und Billy Boyd reden. "Liv!", rief er glücklich und umarmte mich. Endlich! Er hielt mich wieder in seinen Armen. "Orlando, komm mit!", sagte ich ernst und zerrte ihn mit mir. "Liv was ist denn los?, fragte er überrascht. Auch die anderen sahen uns überrascht nach. In einer dunklen Ecke ließ ich meine Verkleidung dann fallen und war wieder Yvonne. "Orlando!", sagte ich leise. "Y... Yvonne!", sagte er überrascht. "Es tut mir alles so leid! Ich wurde verzaubert von Tolkien. Er wollte, dass ich mich nur auf das Spiel konzentriere und hat alle meine Erinnerungen an euch gelöscht!", sagte ich und er sah mich seltsam an. "Hör auf, Yvonne, hör auf!", es klang nicht glücklich. "Orlando, es tut mir so leid!" "Ich hab gesagt du sollt ruhig sein!", rief er und ich sah ihn entsetzt an. Er war sauer und verletzt und jetzt... Ich merkte wie Elija and Billy verwundert zu uns hinüber sahen und versteckte mich hinter Orlando. "Sei ruhig.", sagte er etwas sanfter. "Genug geredet!" Dann nahm er meinen Kopf in seine Hände und küsste mich. Er küsste mich lange und leidenschaftlich und ich küsste ihn. Ich nahm ihn in meine Arme und brachte uns auf eine Wolke hoch oben im Himmel. Eine Wolke die nur für uns bestimmt war. Er nahm mich in den Arm und ich versank in seinen starken Armen. Er hatte mir vergeben und es war alles wieder gut. Wir waren wieder zusammen und das war das Einzige was im Moment zählte. Ein Jahr lang waren wir getrennt gewesen, ein ganzes langes Jahr, hatte ich ohne ihn verbracht und wegen eines dummen Zaubers hatte ich nicht mal an ihn gedacht. Ich spürte seine Wärme und fühlte mich unglaublich gut, wünschte mir, dass wir uns nie wieder trennen würden. "Orlando.", sagte ich und öffnete meine Hand. Ich lächelte und hielt ihm ein Kondom hin. Er lächelte zurück und nahm es... In dieser Nacht kehrte Orlando Bloom nicht mehr auf die Erde zurück...

Ende



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