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Fiction » General » Schokoladenkipferl und ein Hauch von Weihnachten font: B s : A A A . width: full 3/4 1/2
Author: Koishii
Fiction Rated: T - German - General/Romance - Reviews: 2 - Published: 12-23-04 - Updated: 12-25-04 - id:1789630

Schokoladenkipferl und ein Hauch von Weihnachten

Kapitel Eins

„Du, ich glaub, ich hab mich in dich verliebt.“

Es war ein schöner, sonniger Wintermorgen. Noch eine Woche bis Heilig Abend.

Während ich in den ersten beiden Schulstunden meine Gedanken um die Weihnachtsbescherung für meine Freunde hatte kreisen lassen, hatte ich selbst nun im Matheunterricht eine etwas andere, nicht ganz so beglückende Bescherung.

„Mirabelle?“ Die Stimme meiner Lehrerin kam, durch die Unterhaltungen meiner Mitschüler, gedämpft bei mir in der letzten Reihe an.

Langsam ging ich nach vorn, um meine Klausur entgegenzunehmen.

„Sie haben ja alles kreuz und quer gerechnet. Das war nicht so glücklich, Mirabelle, Sie haben mit den falschen Formeln gerechnet. Ist alles sehr durcheinander.“

Ich schwieg, wusste auch so, dass ich’s mehr als vermasselt hatte.

„Beim nächsten Mal dann wieder besser, ja?“

Zerknirscht nickte ich und kehrte an meinen Platz zurück. Jari mit seinen dreizehn Punkten grinste mich erwartungsvoll an.

„Sechs.“, flüsterte ich und schlug das Heft wieder zu, „Sechs mickrige, verdammte Punkte; ich hätte sicher zwölf geschafft!“

„Schon, sie war ja im Prinzip auch leicht.“, erwiderte mein scheinbar bester Freund schadenfroh.

„Danke, streu auch noch Salz in die Wunde!“, knurrte ich und schenkte meine Aufmerksamkeit schließlich der Lehrerin an der Tafel, die einen Teil der Verbesserung anschrieb.

„Super, ich habe noch nicht mal den Pflichtteil vollständig richtig! So kann ich mein Abi ja total vergessen; ich glaube, ich erschieße mich.“

Die Cafeteria der Schule hatte sich nach Schulschluss bald völlig geleert, nur noch wenige Leute hielten sich nun hier auf; Jari und ich saßen auf der Heizung, die schon vor etwas mehr als zwei Stunden aufgehört hatte, wohlige Wärme abzugeben. Meine Laune hatte sich nicht wirklich gebessert und die Aussicht auf das baldige Wochenende verfehlte ebenfalls ihre Wirkung.

„Mann!“ Ich kickte eine zerknüllte Papiertüte über den Boden und mummelte mich noch mehr in meine Daunenjacke ein. „Das kekst mich echt an!“

„Liegt bestimmt an Weihnachten.“, nuschelte Jari, einen Kaffeebecher an den Lippen.

Fragend sah ich ihn an und betrachtete dann wieder die grün-weiß gestreifte Bäckertüte.

„Naja, du bist jedes Weihnachten so drauf, könnte daran liegen, dass du bis jetzt noch keinen Kerl hattest.“

Er lachte, als ich ihm empört einen Stoß in die Rippen versetzte.

„Sehr witzig, echt.“ Ich schloss für einen kurzen Moment die Augen, atmete tief ein.

„Dieses Jahr liegt es wohl an ihr.“, sagte Jari leise und legte seinen Arm um meine Schultern, während ich seufzend die Augen öffnete und erstarrte.

Zu der Papiertüte hatten sich nun zwei Füße in khakifarbenen Sneakers gesellt.

Erschrocken wanderten meine Augen die Jeans und den schwarzen, enganliegenden Rollkragenpullover hinauf, bis sich unsere Blicke trafen. Mein Herz setzte aus, zumindest fühlte es sich so an.

Sie lächelte und ich erinnerte mich wieder, wollte nur noch weg, doch zu spät.

„Was zieht ihr denn für Gesichter? Ist was passiert?“

Ich schüttelte den Kopf, versuchte, ihrem Blick auszuweichen.

„Schlechte Note in der Matheklausur.“, erklärte Jari ihr da auch schon bereitwillig und ich wäre ihm gerne an die Gurgel gesprungen.

„Jari! Das interessiert sie doch gar nicht. Lass uns gehen…“

Etwas verwirrt beobachtete sie, wie ich meine Sachen zusammenpackte und aufstand.

Die Blicke taten weh, im Herzen, und brannten auf meiner Haut, obwohl ich dick und warm eingepackt war, mir war kalt.

Jari fing ausnahmsweise mal meinen flehenden Gesichtsausdruck auf und nahm ebenfalls seine Schultasche auf, um anschließend zum Ausgang zu schlendern.

Als ich ihm folgen wollte, hielt sie meine Hand fest.

Blitze durchfuhren meinen Körper, es tat höllisch weh.

„Du irrst dich. Das interessiert mich durchaus.“ Ihre Stimme war weich und warm wie flüssiges Wachs und ich spürte beunruhigt, wie meine Knie zitterten.

„Elin, bitte. Lass mich.“

Sie ließ nicht locker. „Du, gegen solche Tiefs hilft am Besten Schokolade. Es ist bald Weihnachten, lass uns am Sonntag zusammen backen.“

„Äh, was?“ Hatte ich gerade richtig gehört? Allmählich hatte ich wirklich Zweifel daran, ob bei mir da oben noch alles richtig lief.

Sie lachte, wurde jedoch von Jari aufgehalten, weiterzusprechen: „Mira, wenn du die Bahn noch bekommen willst, solltest du dich mal losreißen!“

„Äh…“

„Also, ich komme Sonntag bei dir vorbei, ja? Beeil dich lieber, Jari wartet bekanntlich nicht gern!“

Ende Kapitel Eins



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