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Fiction » General » Spruch Vier font: B s : A A A . width: full 3/4 1/2
Author: Koishii
Fiction Rated: K - German - General/Romance - Reviews: 3 - Published: 02-11-05 - Updated: 02-11-05 - id:1831540

Hallöle!

Was Kleines von mir für zwischendurch: Ist eine Deutschhausaufgabe zu Uwe Timms Roman „Rot“; Zentrale Aussagen, Sprüche, Aphorismen.

Sit back and enjoy!

Spruch Vier

„Liebst du mich?“, fragst du mich jedes Mal, wenn wir uns sehen.

Mit mehr als einem Ja kann ich dir deine Frage nicht beantworten.

„Warum liebst du mich?“ Auch diese Frage stellst du mir bei jedem Treffen aufs Neue.

Du weißt, dass diese Frage schwer zu beantworten ist und ich bezweifle, dass du jemals wirklich mit meiner Antwort zufrieden sein wirst. Meine Neugierde wäre auch nicht gestillt, wenn ich solche Antworten erhielte wie: „Weil du du bist.“ oder „Es ist so, mein Herz hat dich erwählt.“

Aber was genau willst du hören?

Willst du hören, wie schön du bist, wie weich deine Haare sind, wie wunderbar du riechst oder wie sexy du in deinem schwarzen Abendkleid aussiehst?

Willst du hören, dass ich dich aufgrund dieser Äußerlichkeiten liebe?

Ich glaube, du wärst mit solchen Antworten nicht glücklicher.

Wie soll ich dir auf deine Frage antworten? Immer wieder kehrt dieser Gedanke zurück, dir eine Antwort geben zu müssen, die dich vollends glücklich macht und dich befriedigt, all deine Zweifel auslöscht und dich wie die aufgehende Sonne strahlen lässt.

Liebe, wenn sie nicht eigensüchtig, berechnend, geltungssüchtig ist, sieht den anderen in seiner Einmaligkeit, Besonderheit, die man, oft ohne sich genau über das Warum Rechenschaft geben zu können, liebt.

So ist das.

Ich sage dir, ich liebe dich, und du fragst, warum.

Vielleicht werde ich dir das nächste Mal sagen: „Weil du für mich einmalig bist, etwas ganz Besonderes.“

Du bist der Mensch, der meinem Herzen Frieden schenkt, wenn du deine Arme um mich legst. Bist du in meiner Nähe, habe ich das Gefühl, alles schaffen zu können.

Dein Lächeln bedeutet mir mehr als alles andere, auch wenn dein Mund ein bisschen zu breit ist, aber gerade das ist das besondere an dir. Niemand außer mir weiß, wie zart deine Lippen sind.

Deine Finger, die du viel zu oft für unschön hältst, berühren mich und erregen mich, wie ich es mir niemals hätte träumen lassen.

Ich liebe jede einzelne deiner Launen und wenn du mich noch so sehr damit überrumpelst.

Deine Aufmerksamkeit überall, durch die du Menschen oder Dinge entdeckst, an denen man ohne einen Blick vorbeigelaufen wäre, mögen manche für übertrieben oder manchmal sogar für nervig halten; ich bewundere diese Eigenschaft an dir.

Was soll ich dir sagen, warum ich dich liebe?

Wegen deinen kleinen Macken?

Weil du mir auf Französisch Briefe schreibst, obwohl du weißt, dass ich kein einziges Wort von dieser Sprache verstehe, damit du sie mir später übersetzen kannst, sie kommentierst oder womöglich veränderst oder Dinge hinzufügst?

Weil du meine Vorliebe für Autos nicht teilst, mir aber gerne stundenlange, aufregende Vorträge über die verschiedenen Kunstepochen hältst, um mich danach zu fragen, ob wir eine Spritztour in meinem Mini machen?

Weil du mit mir zusammen am Tisch sitzt und über den siebten Himmel diskutieren und im selben Atemzug den Speiseplan für die Woche zusammenstellen kannst?

Weil du mir ganz zu Anfang dieses Gedicht von Bertolt Brecht zitiert hast, das mich noch mehr gefesselt hat als dich, dass ich es dir immer wieder vortragen könnte?

Ich will mit dem gehen, den ich liebe.

Ich will nicht ausrechnen, was es kostet.

Ich will nicht nachdenken, ob es gut ist.

Ich will nicht wissen, ob er mich liebt.

Ich will mit ihm gehen, den ich liebe.

Sagt dir das nicht, warum ich dich liebe?

Ich will mit dir gehen, überall- und nirgendwohin. Über Berge, durch Täler, bis ans andere Ende der Welt.

Egal, wie viel es kostet und egal, was wir in dieser Zeit durchleben.

Hauptsache ist, dass wir zusammen sind, dass wir einander lieben, weil es so ist.

Auch wenn wir keine Antwort auf das Warum finden.



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