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Deux roses, black and white
Huitième Chapitre
Schockiert starrte Jean-Bernard das blonde Mädchen, das ihm im Café Tänk gegenübersaß, an.
Er konnte nichts sagen, alles, was er gesagt hätte, wäre fehl am Platz gewesen, also schwieg er und reichte Blanche ein Tempotaschentuch.
Sie trocknete sich die Tränen, sah ihn an, wusste, dass er nichts sagen konnte, dass es überflüssig gewesen wäre. Sie schnäuzte sich.
„Du bist völlig umsonst abgehauen, Jean-By. Mikael hätte mir vielleicht ein sicheres Einkommen, ein schönes Haus und Kinder schenken können, er hätte alles für mich getan, so sehr hat er mich geliebt… Darin wart ihr euch schon von klein auf einig.“ Sie lächelte. „Aber ich wollte ihn nicht, Jean-By. Ich konnte mir ein Leben mit ihm noch weniger vorstellen, als ein Leben ohne ihn. Und letzteres ist so schwer, wenn man zusätzlich von seinen Eltern und demjenigen, den man liebt, im Stich gelassen wird.“ Wieder traten ihr Tränen in die Augen.
„Jean-By…“
„Blanche…“ Er gab ihr noch ein Taschentuch und begann von neuem: „Verzeih mir. – Ich… Wir haben schon immer zu wenig miteinander geredet… Aber geh nicht fort, luv, ich bitte dich. Ich habe dich nicht die ganzen Jahre über beschützt und beobachtet, um dich jetzt, da ich dich endlich wiederhabe, erneut zu verlieren!“
Come with me
Into the dark night
Neverending flight
And the wolves are howling
Behind
Schlendernd folgten sie den anderen durch die Straßen.
Ab und zu drehte sich Antti zu ihnen um, um ihnen mitzuteilen, sie sollten sich beeilen, nur um Jean-Bernards verärgertes Gesicht zu sehen, denn natürlich wollte niemand die neu gewonnene Zweisamkeit ernsthaft stören.
Im Hinterhof des Musikkellers, der letzten Station der Tour, hielt Blanche den Sänger am Ärmel zurück, dem Rest zu folgen.
Fragend sah er sie über den Rand seiner Sonnenbrille hinweg an.
Schüchtern streckte sie ihre Hände nach ihm aus, nahm ihm die Brille ab und fuhr ihm zärtlich über die Wangen und durchs Haar.
Er zerging beinah unter ihren Berührungen, hatte er sich das doch die vergangenen Jahre über immer gewünscht.
Dann stellte sie sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn.
Ganz sacht, ganz leicht lagen ihre Lippen auf seinen und sie hätte sich wahrscheinlich sofort wieder von ihm gelöst, wenn er nicht plötzlich seine Arme um sie geschlungen und den Kuss stürmisch erwidert hätte.
Ein überraschtes Seufzen war von ihr zu hören – als er mit seiner samtenen Zunge zwischen ihren Lippen und Zähnen hindurch glitt -, um dann in ein enttäuschtes Grummeln überzugehen, als Jean-Bernard sich mit einem Mal von ihr löste und sie ein Stück von sich schob.
„Blanche…“
Er wollte sie, er wollte sie so sehr.
Sie küssen, berühren, spüren, in seinen Armen halten…
„Ich will dir nicht wehtun.“, flüsterte er und erntete dafür einen verstörten Blick seines Mädchens.
Er seufzte. „Ich will dich! Fuck, ich will dich so sehr, dass ich fast wahnsinnig werde, wenn du nicht in meiner Nähe bist!“
Er machte eine Pause, in der sie ihn noch immer fragend und beinah verständnislos ansah.
„Schau mich doch mal an! – Das geht nicht; ich werde dir wehtun…mit meinem Verlangen, dir nah sein zu wollen! Du…du bist so unschuldig, so rein… Das alles würde ich nur-“
Kichernd legte sie ihm den Zeigefinger auf die Lippen. „Du bist so süß, Jean-By. Immer sorgst du dich um mich, sogar jetzt, da ich endlich bei dir bin und du eigentlich wissen, ja vielleicht sogar spüren solltest, dass ich dich ganz nah bei mir haben will, dass es mir so geht wie dir!“
Sein Blick spiegelte seine wirren Gefühle wider, sie konnte sie sehen, das Feuer, die Wut über sich selbst, das Verlangen nach ihr, die Liebe, die so unendlich groß war, dass sie sich gewiss darin verlieren würde, wäre Jean-By nicht da, um sie zu halten und zu führen.
Bevor er etwas erwidern konnte, gab sie ihm einen raschen Kuss, verflocht ihre Finger mit seinen und sagte, während sie ihm ganz fest in die Augen sah: „Mach dir nicht so viele Gedanken. Ich habe meine Eltern verloren und meinen besten Freund. Ich weiß, wie das Leben ist und wie man am Besten durchkommt. – Ich will dich nie mehr missen, hörst du? Ich will, dass du mich weiterhin beschützt, dass du für mich da bist und mich in den Armen wiegst, wenn ich nicht einschlafen kann. Ich will nicht noch einmal von dir verlassen werden, Jean-By!“ Ihre Augen wurden ein weiteres Mal an diesem Tag feucht.
Gerührt zog er sie mit seiner freien Hand zu sich heran, drückte sie an sich, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und bettete sein Kinn auf ihrem Scheitel.
„Ich verspreche es dir… Mon amour…“
You’re my red blooded love
The dream of my heart
We can’t leave each other
Cause we’re entwined
Die Stimmung im Keller war großartig.
Die Band gab für diesen letzten Auftritt noch einmal alles; Blanche und die beiden anderen „Inventarfrauen“ standen inmitten jubelnder und tanzender Fans, die begeistert applaudierten, als das vorletzte Stück mit einem Schlagzeugsolo beendet wurde.
„Yeah, my dears! Wir sind Schwarzer Wein and that’s our next and last song! Kommt gut nach Hause, passt auf euch auf! Have a great time and see you next year!!“
Blanche
You remember
Good old time
But it’ll never
Come back
Blanche stand still in der wogenden Publikumsmenge. Sie ließ Jean-Bernard nicht aus den Augen, wusste, dass er auch und insbesondere an diesem Abend nur für sie sang.
Blanche
The truth hurts, I know
We’re lost in the dark
Forever, mon amour!
So please, follow me
Jean-Bernard hielt das Mikro fest umfasst, hätte er es losgelassen, hätte er den Halt verloren, so trunken war er von diesem Gefühl, endlich gefunden zu haben, was er die ganze Zeit über gesucht hatte und wahrscheinlich schon früher hätte haben können, wenn er nicht einfach abgehauen wäre.
Blanche
You, angel in white
Me, devil in black
You’re evil for me
Während Marek sein Gitarrensolo spielte, untermalt von den kräftigen Drums Anttis, sprang Jean-Bernard unerwartet von der Bühne und bahnte sich einen Weg durch die kreischenden Fans, die mit Händen nach ihm griffen, ihm Gott sei Dank nichts taten und ihn seinen Weg fortsetzen ließen, bis er mitten im Raum vor der einzigen in Weiß gekleideten jungen Frau stand und ihr unter tosendem Applaus einen Kuss auf die Lippen drückte.
„Hast dich wohl aufgehoben für mich?“, flüsterte er ihr ins Ohr und sein übliches teuflisches Grinsen erschien in seinem Gesicht.
Blanche blickte ihn ernst an, dann antwortete sie: „Ja.“
Überrascht über diese Antwort verlor Jean-By leicht das Gleichgewicht, als ihn ein Konzertbesucher tanzend anstieß, und seine Brille verrutschte, wodurch Blanche seinen zunächst verdatterten, schließlich euphorischen Blick erhaschen konnte.
Lachend, fast schon jubelnd, sprang er zurück auf die Bühne und setzte zum Finale ein.
Blanche
Look at me
Virginity, my dear
Lost in the dark
With you til eternity
Fin Deux roses, black and white
Hallöle!
Ja, das war das finale Kapitel!! Gottchen, ich bin ganz ausm Häuschen, obwohl es ja nun schon knapp vier Wochen her ist, seit ich die Geschichte beendet hab. Aber es berührt mich jedes Mal wieder, wenn ich sie lese. Ich liebe Jean-Bernard. Und Blanche. Und die Band. Und die „Inventarfrauen“.
Beta-Dank geht vor allem an Ayanami. knuff Vielen vielen Dank, Süße!!
Zu den einzelnen Songs:
Premier Chapitre: Blanche von Schwarzer Wein – Koishii, also ich
Troisième Chapitre: Westerland – Die Ärzte
Lost Boys – The 69 Eyes (Inspirationsquelle Nummer Eins!!)
Quatrième Chapitre: Criminal Heart von Schwarzer Wein – kitkera (Danke!!)
Cinquième Chapitre: Blond Girl von Schwarzer Wein – kitkera
Sixième Chapitre: Schwarzer Wein von Schwarzer Wein – Koishii
Septième Chapitre:Until You’re Mine – Negative
Huitième Chapitre: The Wolves Are Howling von Schwarzer Wein – kitkera
Red Blooded Love von Schwarzer Wein – kitkera
Blanche von Schwarzer Wein – Koishii
So, ich hoffe, es hat euch gefallen? Ich liebe diese Geschichte über alles, fast mehr als alle meine anderen. Ich kann nicht genau sagen, warum, oder vielleicht will ich es nicht sagen, ich weiß nicht. Naja, jedenfalls: schreibt mir, wie’s war!
Bis dann und Alles Liebe
Koishii