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Titel: Treib mich weiter
Teil: 1/7
Autor: Ayu
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Disclaimer: Alles meins.. Das Lied gehört Pur und heißt „Treib mich weiter…“
Rating: PG-13
Genre: Fantasy
Warnungen: Death, Depri, Zucker
Inhalt: Sin, ein junger Dämon, hat vieles gesehen und erlebt. Liebe, Hass, Verrat, Tod… Ein großer Verlust treibt ihn durch die Dämonenwelt auf der Suche nach Rache. Doch wird er darüber hinwegkommen und erneut seinem Herz vertrauen können um ein weiteres Mal zu lieben?
Archiv:
Kommentar: Ich widme diese Fanfic meiner Beta Marron, weil sie sich immer so freut etwas neues von Cal und Sin zu lesen undmeinemViii-chan-
Ein leises Seufzen verließ Sins Lippen, als er seinen Blick über das Szenario unter sich wandern ließ. Es herrschte ziemliches Chaos, Dämonen liefen durcheinander, rannten in ihre Häuser und verschwanden dort. In der Hektik der Situation wurde klar, dass keiner draußen gesehen werden wollte. Sin fühlte sich in seiner momentanen Lage jedoch nicht im Stande sich großartig mit diesen Ereignissen zu befassen. Andere Dinge nahmen seinen Geist ein und bestimmten sein Denken. Und das nun schon seit Tagen.
/Ich verstehe es einfach nicht, wie soll das so weiter gehen? Was soll ich bloß tun?/
Ein verbittertes Lächeln zierte seine Lippen, als er die Augen schloss und sich das Bild seines Geliebten ins Gedächtnis rief, welches ihm schon seit Tagen keine Ruhe mehr ließ.
Daryl, mit dem er die meiste Zeit seines bisherigen Lebens verbracht hatte, der wie sein bester Freund und gleichzeitig sein Geliebter war. Sin sah ihn noch vor sich, als würde er wirklich direkt vor ihm stehen und ihn aus seinen eisblauen Augen belustigt ansehen, so wie er es oft getan hatte. Vor allem, wenn Sin gerade wieder einmal in eine seiner Phasen verfiel und den Rest der Welt von sich abschottete. Daryl hatte dies fast immer zu verhindern gewusst, auch wenn es ihn manchmal einiges an Zeit und Nerven gekostet hatte um den eigensinnigen Katzendämon zu überzeugen. Aber Daryl war schon immer der Aktivere und Optimistischere von ihnen beiden gewesen.
Doch genau dafür verfluchte Sin ihn jetzt. Normalerweise war es ihm nur recht gewesen, sich von Daryl mitziehen zu lassen, auch wenn dieser ihn manchmal schon zur Weißglut getrieben hatte und nie wirklich verstanden hatte, wann er alleine sein wollte. Allerdings war er ihm doch dankbar dafür, dass er ihn einfach mal den ganzen Mist um sie herum vergessen ließ und sie versuchten wenigstens für ein paar Stunden so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Als gäbe es keine Probleme.
Jedoch war es genau das, was ihm – ihnen – nun zum Verhängnis geworden war.
/Hättest du doch bloß den Mund gehalten… Ich hab dir doch gesagt, dass es nichts bringt… Das macht nur Ärger… Aber du wolltest mir ja nicht glauben…/
Stumme Tränen bahnten sich ihren Weg über seine Wangen, als er die Erinnerungen die er mit Daryl gesammelt hatte wieder vor sich sah. Das fröhliche, unbeschwerte Gesicht, die strahlenden eisblauen Augen und die verstrubbelten schwarzen Haare würden ihm vermutlich immer im Gedächtnis bleiben. Die unbekümmerte Natur, die geradezu dazu einlud mit ihm zu gehen und sich treiben zu lassen und seine ernste Seite, die er durchaus auch zeigen konnte, wenn es Probleme oder ähnliches gab, welche man nun mal nicht einfach so unter den Tisch schieben konnte. Und doch hatte er immer die fröhliche Seite bevorzugt. Aber all das würde Sin nie wieder sehen oder erleben können. Er würde ihn nie wieder beobachten, mit ihm seine Zeit verbringen, ihn nie wieder berühren können.
/Warum musstest du dich auch mit ihnen anlegen? Warum? Warum konntest du es nicht einfach für dich behalten?/
Obwohl eigentlich jeder wusste, dass man sich mit den Herren der Apokalypse nicht anlegen sollte und was passieren konnte, wenn man es tat, hatte Daryl es trotzdem getan. Sin wünschte sich sehnlichst er hätte einen der sichereren Wege gewählt. Denn um die Herren der Apokalypse zu unterwandern und sich gegen sie aufzulehnen gab es nun einmal nur zwei sichere Wege. Entweder war man schlau genug und suchte sich genügend Leute, mit denen man vielleicht in der Lage sein sollte etwas ausrichten zu können und sprach sich dann gegen sie aus, oder aber man tat es im Stillen und hoffte, dass niemand etwas mitbekommen würde der einen verraten könnte, denn sollten sie es mitbekommen war meist alles zu spät.
Und Daryl gehörte zu den Leuten, die es nicht für sich behalten konnten. Allerdings hatte er sich auch nie einer der Gruppen angeschlossen, da er fand, dass sie einfach nicht genug bewegten und es scheinbar nicht einmal versuchten. Doch genau das wurde sein Verhängnis.
/Es war doch klar, dass sie das nicht auf sich sitzen lassen würden… Warum hast du bloß nicht aufgepasst?/
Sin würde vermutlich nie den Tag vergessen, an dem das Unglück seinen Lauf genommen hatte. Es war ein sonniger Frühlingstag gewesen und er war schon seit den frühen Morgenstunden auf der Suche nach Daryl gewesen. Ein ungutes Gefühl hatte ihn bereits kurz nach dem Aufstehen beschlichen, als er feststellte, dass Daryl sich nicht in der gemeinsamen Wohnung befand und es auch keinerlei Anzeichen gab, wo er hingegangen sein könnte. So etwas war einfach nicht seine Art. Normalerweise hatte Daryl immer irgendeinen Anhaltspunkt hinterlassen, wo er sich aufhielt.
So kam es, dass er nun schon seit Stunden durch die Straßen lief, ohne auch nur das geringste Anzeichen für Daryls Präsenz gefunden zu haben. Je weiter er sich den Mauern des Stadttores näherte umso stärker wurde das dumpfe Gefühl der Übelkeit in seiner Magengegend. Innerlich betend, dass nichts passiert war hastete er weiter, bis er endlich Daryls Aura spüren konnte. Allerdings sollte die erhoffte Erleichterung sich niemals einstellen.
Bei Daryl konnte Sin zwei weitere, ziemlich mächtige Auren spüren. Und er brauchte nicht lange zu überlegen, um zu erkennen zu wem diese Auren gehörten. Es gab im näheren Umkreis nur zwei Personen, die eine solche Aura besitzen konnten. Und diese Personen waren Ayu und Aki, die Herren der Apokalypse.
Ein eiskalter Schauer ließ über Sins Rücken, als er seine Schritte ein weiteres Mal beschleunigte und zu seinem Freund hastete. Seine Gedanken rasten durch seinen Kopft und ihm war nur eins klar, er durfte ihn jetzt nicht verlieren. Nicht jetzt, wo er endlich angefangen hatte zu glauben. Jetzt, wo er sich fallen lassen konnte, wo er wirklich lieben konnte.
/Du kannst mich jetzt nicht alleine lassen…/
Als Sin endlich bei seinem Freund ankam, war alles schon vorbei. Daryl lag schwer verletzt am Boden und blickte ihn aus verschleierten, von Schmerz getrübten Augen an, doch von den Herren der Apokalypse war nichts mehr zu sehen. Einzig ein kleiner Hauch ihrer Magie in der Luft verriet ihre vorherige Anwesenheit.
Mit Tränen in den Augen ließ Sin sich neben seinem Freund fallen und begann die klaffende Wunde in seinem Bauch zu heilen. Er wusste, dass es sinnlos war, doch er konnte nicht anders. Auch wenn für Daryl diese Hilfe zu spät kam, so musste er wenigstens versuchen ihm noch irgendwie zu helfen. Er wollte ihn schließlich nicht einfach so aufgeben, immerhin gehörte Daryl zu den wenigen Personen, die Sin jemals wirklich an sich heran gelassen hatte. Zu tief in Gedanken und Sorgen um seinen Freund vertieft, merkte er nicht, wie dieser ihm einen leicht besorgten Blick zuwarf, welcher deutlich zeigte, dass er die Gesten seines Freundes verstand.
Eine zitternde Hand auf Sins Wange ließ ihn leicht zusammen fahren und erschocken blickte er in Daryls Gesicht, welcher ihn nur schwach anlächelte.
„Lass es Sin… Es... ist zu spät…“
Erschrocken schüttelte der langhaarige Katzendämon den Kopf und sah er seinen Freund fast schon flehend an.
„Bitte Daryl, sag so was nicht… Du kannst mich jetzt nicht alleine lassen… Du kannst mich jetzt nicht verlassen…“
„Ich… verlasse dich nicht, Sin. Ich werde… immer bei dir sein…“
Mit diesen Worten verließ auch der letzte Funken Leben Daryls Körper, seine Hand – die noch Sekunden zu vor auf Sins Wange gelegen hatte – erschlaffte und sank neben seinem Körper zu Boden, als sein Herz das letzte Mal in diesem Leben schlug.
Kurz darauf war hallte ein Schrei voller Verzweiflung, Schmerz und Trauer über die verlassene Ebene.
Und nun saß er hier am Fenster seiner – ihrer – Wohnung und blickte auf das chaotische Treiben in den Gassen. Seit es vor ein paar Stunden zu einem Angriff gekommen war, waren alle in heller Aufregung. Alles was er mitbekommen hatte war, dass es etwas mit den Herren der Apokalypse und einer Widerstandsgruppe zu tun haben sollte. Normalerweise hätte es ihn vermutlich interessiert, was genau passiert war. Doch nun… nun kümmerte es ihn herzlich wenig.
Es war, als wäre mit Daryls Tod alles in ihm zerbrochen und eine unendliche Leere beherrschte nun sein Inneres. Nur ab und an ersetzt durch die schier endlose Trauer um Daryl. Mit ihm war einer der wichtigsten Menschen für ihn gestorben. Sin hatte Daryl fast sein ganzes Leben lang gekannt und war immer bei dem anderen Dämon gewesen, seit dieser ihn eines Tages auf der Straße gefunden hatte. Seine Eltern hatte Sin nie wirklich kennen gelernt, wer wusste nicht wo sie waren und was mit ihnen passiert war. Doch nach allem, was er gesehen und durchgemacht hatte war es ihm auch egal geworden. Auch wenn er keinen Beweis dafür hatte, so vermutete er doch, dass seine Eltern ihn einfach nicht hatten haben wollen und ihn deshalb einfach ausgesetzt hatten. Es war in der momentanen Lage der Dämonen keine Seltenheit, dass so etwas getan wurde. Meist war es für die Eltern zu gefährlich das Kind zu behalten. Und genau deshalb machte Sin ihnen auch keine Vorwürfe, denn niemand wusste wie man in einer solchen Situation wirklich reagieren würde.
Sin hatte sich wieder von den Anderen abgeschottet und ließ momentan selbst Jay, einen jungen Lebensdämon, welcher sein bester und nun mehr einziger Freund war, nicht an sich heran. Er wollte einfach nur in Ruhe gelassen werden und für sich eine Lösung finden, wie er mit seinem Leben weiter machen sollte. Immerhin war ihm gerade ein bedeutender Teil seines Lebens einfach aus den Händen gerissen und zerstört worden.
/Irgendwann… irgendwann werde ich dich wieder sehen, Daryl. Aber vorher… Ja vorher werden sie mir büßen, was sie dir angetan haben./
Mit plötzlicher Entschlossenheit sprang Sin vom Fensterbrett und begann in Eile seine Sachen zu packen. Es war Zeit die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Etwas was er hier und so nicht konnte.
Sich seine Tasche über die Schulter werfend verließ er den Raum. Seine Gedanken waren nur von einer einzigen Sache erfüllt.
Rache…