| Home Just In Communities Forums Beta Readers Dictionary Search | Login Register Extras |
Titel: Treib mich weiter
Teil: 3/7
Autor: Ayu
Email:
Disclaimer: Alles meins.. Das Lied gehört Pur und heißt „Treib mich weiter…“
Rating: PG-13
Genre: Fantasy
Warnungen: Death, Depri, Zucker
Inhalt: Sin, ein junger Dämon, hat vieles gesehen und erlebt. Liebe, Hass, Verrat, Tod… Ein großer Verlust treibt ihn durch die Dämonenwelt auf der Suche nach Rache. Doch wird er darüber hinwegkommen und erneut seinem Herz vertrauen können um ein weiteres Mal zu lieben?
Archiv:
Sin hatte die ganze Nacht an der Vollendung seiner Pläne und der vorläufigen organisatorischen Planung für die Truppen gesessen, während Cal schon vor einiger Zeit ins Land der Träume entschwunden war. Der schwarzhaarige Katzendämon konnte nicht anders, als hin und wieder wie automatisch zu ihm zu sehen und ihn dabei interessiert zu mustern. Der andere Dämon hatte eine seltsame Ausstrahlung, die er einfach nicht definieren konnte und irgendwie zog ihn diese wie magisch an. Und genau das beunruhigte ihn ziemlich. Er wusste einfach nicht, was er davon halten sollte. Er kannte Cal gerade mal ein paar Stunden und trotzdem fühlte er sich mit ihm verbunden, was ihn sehr verstörte. So etwas war ihm noch niemals zuvor passiert. Normalerweise dauerte es immer einige Zeit, bis er jemandem vertrauen konnte. Selbst Daryl und Jay hatten es alles andere als leicht mit ihm gehabt. Und nun trat Cal einfach in sein Leben, nahm ihn mit seiner selbstbewussten Art vollkommen ein und schaffte es innerhalb eines Augenblicks sein Vertrauen zu erlangen, ohne das er etwas hatte dafür tun müssen. All das verwirrte Sin immer mehr, weshalb er ziemlich schnell beschlossen hatte es am Besten zu verdrängen und sich nicht weiter darum zu kümmern.
Müde und erschöpft streckte Sin sich erst einmal ausgiebig und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht, welche sich aus seinem Zopf gelöst hatte. Er hatte sich sehr früh angewöhnt, seine Haare immer zusammen zu binden. Denn auch wenn ihm oft vorgeschlagen wurde, dass er sich die Haare schneiden lassen sollte, da sie unpraktisch wären und ihn teilweise zu weiblich aussehen ließen, wollte er dies einfach nicht tun. Er wusste gar nicht, wann es angefangen hatte, aber er konnte sich eigentlich immer nur daran erinnern, dass seine Haare lang gewesen waren.
Nachdenklich wog der Schwarzhaarige ab, ob er es noch wagen sollte sich nach Hause zu begeben, doch die Müdigkeit, die sich in seinen Gliedern ausbreitete unterband jeden weiteren Gedanken. Und so lehnte er sich einfach gegen die Wand und schloss die Augen. Keine weiteren Gedanken daran verschwendend, ob das was er tat eine gute Idee war, fiel er in einen tiefen Schlaf.
Er hatte wieder einen dieser Träume. Wieder sah er Daryls Tod, hörte seine Worte und fühlte einen unendlichen Schmerz in seinem Inneren, der ihm keine Ruhe ließ und ihn alles erneut erleben ließ. Schweißgebadet schreckte Sin aus dem Schlaf hoch und wischte sich erst einmal über das tränennasse Gesicht.
/Schon wieder… Warum kannst du mich nicht endlich loslassen Daryl?/
Er brauchte einen Moment, bis ihm gewahr wurde, dass er sich nicht in seiner Wohnung befand. Leicht verwirrt sah er sich um und versuchte herauszufinden, wo er sich eigentlich befand, bis er direkt in ein paar goldene Augen blickte. Schlagartig wurde ihm bewusst, dass er sich ja immer noch bei Cal aufhielt und genau dieser sah ihn nun mit einem unergründlichen Blick an. Sin kam es fast so vor, als wollte ihn sein Gegenüber mit diesem Blick durchdringen und tief in seine Seele zu schauen. Automatisch verspannte er sich etwas und dachte nur noch an eins: Flucht.
Der junge Katzendämon hatte es noch nie leiden können, wenn andere Personen versuchten ihn genauer zu ergründen und alles von ihm erfahren wollten. Es war schon immer so gewesen, dass er sich dann eingeengt fühlte und sich vollkommen schutzlos und hilflos vorkam. Und es gab wirklich sehr wenig, was er mehr verabscheute als diese Gefühle. Für ihn hatten sie den Geschmack der Abhängigkeit und er wollte einfach von niemandem anhängig sein, auch wenn er wusste, dass es er nie ganz geschafft hatte. Alleine die ganze Sache mit Daryl war Beweis genug, dass er anhängig war. Doch war das auch einer der Gründe, wegen denen er sich fest vorgenommen hatte sich nie wieder zu verlieben. Immerhin würde er dann automatisch nicht mehr in solche Situationen kommen.
Doch auch, wenn seine natürlichen Instinkte ihn am Liebsten fliehen lassen wollten… Er konnte nicht weg. So sehr er es sich auch wünschte, der Blick aus den goldenen Augen hielt ihn einfach gefangen und verhinderte jede Art der Flucht. Sin hatte sich zwar näher an die kalte Wand gepresst, aber das war auch ziemlich das Einzige, wozu er in der Lage war.
Und tief in seinem Innersten begann Sin sich wirklich zu fragen, ob er überhaupt fliehen wollte, denn irgendwie hatte er das Gefühl, als würde Cal seine ganze Situation ändern können. Doch wie sollte dieser das können?
Und vor allem… Warum sollte er das tun?
Die Beiden blickten sich noch eine Weile schweigend an, ehe Cal als Erster die Stille unterbrach.
„Wer ist Daryl?“
Sins Augen weiteten sich in Schock, Schmerz und Überraschung. Es war nur eine einfache Frage, und doch löste sie ein noch größeres Chaos in seinem Inneren aus. Für einen kurzen Moment schien es so, als würde er erneut in Erinnerungen versinken, doch er schüttelte lediglich den Kopf und antwortete hastig: „Niemand…“
Tief durchatmend und plötzlich unfähig Cal weiter in die Augen zu sehen, erhob Sin dich. Verwirrt und orientierungslos stand er einen Moment lang einfach nur da und dachte ernsthaft darüber nach, was er nun machen sollte. Er wollte und konnte Cal nicht von Daryl erzählen. Auch wenn er ihm vertraute, dies war eine Sache die er nicht teilen wollte. Er wollte alleine damit fertig werden und mit der Vergangenheit abschließen können. Sin ließ seinen Blick durch den spärlich eingerichteten Raum gleiten, bis er schließlich wieder auf Cal fiel, welcher ihn immer noch schweigend musterte.
Man brauchte nicht sonderlich viel Geschick im Umgang mit anderen Personen zu besitzen um sagen zu können, dass er ihm seine Antwort nicht wirklich abnahm.
Unruhig biss Sin sich auf die Unterlippe. Irgendwie störte ihn diese ganze Situation und ein weiteres Mal, kam in ihn die Frage auf, ob Cal alles ändern könnte. Es ließ ihn einfach nicht los und der Gedanke festigte sich immer mehr in seinem Kopf.
Mit unsicheren Schritten begann der junge Katzendämon sich in Cals Richtung zu begeben, nicht sicher was er eigentlich tun wollte, wenn er ihn erstmal erreicht hatte.
/Was mache ich hier eigentlich?/
Diese Frage schoss ihm immer wieder durch den Kopf und dennoch konnte sie ihn nicht dazu bewegen, stehen zu bleiben. Irgendwie wollte er nicht stoppen. Sin hatte seine Augen fest auf Cal gerichtet, fixierte ihn und musterte ihn aufmerksam, als er immer näher zu ihm kam und schlussendlich direkt vor ihm stehen blieb. Dann passierte alles wie von selbst. Vorsichtig und ohne den Anderen auch nur einen Moment aus den Augen zu lassen, beugte Sin sich langsam zu Cal herab, nur um ihn dann vorsichtig, antestend zu küssen. Allerdings war er doch sehr überrascht, als dieser den Kuss erwiderte und seine Arme um ihn legte. Mit einem Mal wusste Sin nicht mehr, was er nun machen sollte, aber das brauchte er scheinbar auch nicht zu tun, denn nun übernahm Cal vollkommen die Führung.
Dieser erhob sich nun, wobei er Sin direkt mit hochhob und sich mit ihm zum Bett begab. Dort ließ er ihn wieder herunter, nur um ihn erneut zu küssen und seine Hände auf Wanderschaft begeben zu lassen.
Der Katzendämon war durch die plötzlich entstandene Situation zwar erst etwas überfordert, ließ sich dann aber doch fallen. Es tat zu gut sich einfach treiben lassen zu können. Für einen Moment schien es so, als könnte er alles vergessen und wirklich wieder glücklich werden. Und so ließ Sin sich von der Leidenschaft des Momentes mitziehen und vergaß für einen Augenblick.
Denn jetzt zählten nur sie.
Nur er und Cal…
Und niemand sonst.