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Gespräch mit dem eigenen Ich I
Wie geht’s dir?
„Gut. Denke ich. Warum?“
Bist du einsam?
„Nein.“
Wirklich nicht?
„Nein. Ich bin nicht einsam. Ich habe einige gute Freunde.“
Vielleicht sollte ich meine Frage anders stellen… Fühlst du dich einsam?
„…“
Antworte mir bitte. Fühlst du dich einsam?
„Ja.“
Warum?
„Weiß ich nicht.“
Weißt du wohl.
„Stimmt.“
Also?
„Mag nicht drüber reden.“
Tut es weh?
„Ja. Sehr. Ich will, dass es aufhört.“
…
„Ich sollte mich nicht so fühlen, ich bin nicht allein! Ich habe meine Familie, Freunde, ich fange bald mit dem Studium an. – Ich habe keinen Grund, so drauf zu sein.“
Und trotzdem fehlt dir etwas… oder vielleicht besser: jemand.
„Ja.“
Gegen seine Gefühle kann man nichts machen. – Aber du bist stark.
„Bin ich nicht, ich bin nicht stark!!“
Bist du wohl! Überlege, was du schon alles durchgemacht hast.
„Mein Herz ist ein einziger Flickenteppich!“
Du bist stark. – Markus hat das auch schon gesagt.
„Ich weiß.“
Also. Du schaffst das schon. – Du bist jung. Und du bist stark.
„Schön.“
Lach nicht so sarkastisch, das tut weh. Glaub mal an dich, hab Selbstvertrauen!
„Davon hab ich nur noch ganz wenig.“
Warum?
„Weißt du doch ganz genau.“
Stimmt.
„Weil es zerstört wurde. Genauso wie das Vertrauen, das ich einmal hatte.“
Was empfindest du?
„Im Moment?“
„Ja.“
„Weiß nicht. Leere. Ein bisschen Traurigkeit, Melancholie… Langeweile…? Sehnsucht…“
Wonach?
„Was weiß denn ich?! – Was soll das überhaupt? Was machst du?!“
Ich rattere.
„Das merke ich. Lass das!“
Ich bin die Stimme in deinem Kopf.
„Ich weiß. Sei still.“
Ich bin die Stimme, die dir den Schlaf raubt. Die dir immer wieder Fragen stellt. Wegen mir zermarterst du dir das Hirn, obwohl du weißt, dass spontane Entscheidungen und Handlungen manchmal besser angebracht wären.
„Mir ist schlecht. – Wo sind meine Tabletten?“
Wegen mir warst du in Behandlung, in Therapie!
„Kaugummi?“
Aber du wirst mich nicht los. Selbst wenn du glaubst, du könntest es schaffen, so tauche ich trotzdem immer wieder auf.
„Sei still! – schluchzt – Hör auf damit!“
Solange ich da bin, wirst du dich immer einsam fühlen, immer! – Du wirst das, was du dir am Meisten wünschst, nicht bekommen! Hahahaha!!
„Hör…auf…“
Du wirst es nicht bekommen, weil ich nicht will, dass du es bekommst, dass du mich verlässt und zu jemand anderem gehst. – Ich will nicht alleine sein.
„Hör auf, bitte, hör auf! Ich kann nicht mehr! Ich will nicht mehr!! Ich kann nicht nur mit dir leben, du lässt mir keine Ruhe, du machst mich fertig!“
Ich brauche dich. So, wie du mich brauchst!
„Ich brauche dich nicht! Und ich will richtig gebraucht werden! Aufrichtig geliebt werden; lass mich! Hör auf! Geh weg!!“
Du gehörst mir, ich werde dich nie allein lassen.