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Wie jeden Morgen…
Es ist eine Minute vor sieben Uhr morgens, die Tür des Busses öffnet sich mit einem leisen Zischen und ich steige inmitten anderer Fahrgäste ein.
Wie jeden Morgen um diese Zeit lasse ich den Blick schweifen; scheinbar desinteressiert blickst im selben Moment von deinem Sitzplatz aus in meine Richtung.
Als ich an dir vorbeigehe, um zu den Plätzen im hinteren Teil des Fahrzeugs zu gelangen, wende ich die Augen von dir ab; wie jeden Morgen habe ich es auch heute nicht geschafft, dich wenigstens anzulächeln.
Ich lasse mich in den Sitz fallen, suche schnell meinen Discman und drehe die Musik so laut (auf), bis ich mir sicher bin, dass ich niemanden mehr um mich herum hören werde.
Wie jeden Morgen werde ich eines Besseren belehrt, denn eine Station weiter steigt eine Clique aufgebrezelter Achtklässlerinnen ein, dich sich natürlich zu mir nach hinten setzen muss und wie immer frage ich mich, wie man zu dieser frühen Stunde schon in dieser Lautstärke reden kann.
Es ist gerade mal kurz nach Sieben!!
Innerlich seufzend starre ich aus dem Fenster, beschließe, dich morgen ganz sicher zu grüßen, und schließlich schweifen meine Gedanken ab, beschäftigen sich mit dem heutigen Tag, meinen Freunden, der gestrigen Idee für eine neue Geschichte… Manchmal schließe ich die Augen, hoffe, dadurch ein bisschen Schlaf nachholen zu können, auch wenn ich nie wirklich einnicke.
Es ist seltsam, die dreißig Minuten Fahrt gehen morgens wesentlich schneller um als auf dem Rückweg; woran das wohl liegt?
Die vorletzte Haltestelle musst du raus. Ich freue mich, bin aufgeregt, heute ist ein schöner Tag, die Sonne scheint, ich lächle leicht und blicke dir wie zufällig entgegen, als du in den Gang trittst und meinen Blick für einen klitzekleinen Augenblick erwiderst und sich ein angedeutetes Lächeln auf deinen Lippen abzeichnet, bevor du hastig deinem Freund folgst, deinen Kopf senkst und aussteigst.
Der Bus fährt wieder an.
Ich sehe deine dunkelbraunen, fast schwarzen kurzen Haare, letzten Sommer waren sie noch schulterlang; sehe dein Lächeln, deine langen Wimpern, die dunklen Augen, der Bus biegt um die Ecke und ich mache mich bereit, auszusteigen.
Wie jeden Morgen sehne ich mich schon jetzt nach dem nächsten „Zusammentreffen“ in weniger als vierundzwanzig Stunden.
Und wie heute wird auch morgen dasselbe Spiel ablaufen.
Wie jeden Morgen werde ich versuchen, zu lächeln, mit dem Wunsch, dich endlich kennen zu lernen.
Fin
Hallöle! Wieder was Kleines von mir. Ist mir gestern so eingefallen und ich musst's halt aufschreiben...Reviews wie immer erwünschtg Alles Liebe Koishii