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Fiction » Romance » Tödliche Illusion font: B s : A A A . width: full 3/4 1/2
Author: Ayu-the-Messiah
Fiction Rated: K+ - German - Drama - Published: 12-02-06 - Updated: 12-02-06 - Complete - id:2283870

Titel: Tödliche Illusion
Autor(en): Ayu
Prompt: #085 - Illusion
Raiting: PG-15
Inhalt: Sam verliert ihre Freundin Liz, oder etwa nicht?
Anmerkungen: Inspiriert durch "Hello" von Evanescence.

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„Nein… Nein! Liz!!“
Schluchzend und schreiend kniete Samantha über ihrer Freundin und rüttelte ihren Leblosen Körper immer wieder. Das durfte einfach nicht geschehen sein. Gerade eben waren sie noch Händchen haltend die Straße hinunter geschlendert und nun lag Felizitas hier vor ihr, die Augen geschlossen und von unzähligen Schrammen übersäht.
„Du darfst mich nicht alleine lassen!“ schluchzte Sam weiter und begann lauter zu toben und zu schreien, als man sie von ihrer Freundin wegzerrte. Nur von weitem hörte sie, wie einer der Rettungsärzte etwas von „Nichts mehr für sie tun“ sagte. Alles um sie herum schien ihr nur noch verschwommen zu sein und das braunhaarige Mädchen bemerkte gar nicht, wie einer der Ärzte ihr ein beruhigungsmittel verabreichte.

Und so saß sie nun hier, kurze Zeit später, immer noch zitternd und weinend. Sie hatte alle Fragen beantwortet soweit sie es konnte und hatte hilflos mit ansehen müssen, wie man Liz, ihre Liz, wegbrachte. Sie würde nie wieder aufstehen, sie nie wieder anlächeln, doch all das wollte Samantha einfach nicht wahr haben. Es konnte nicht sein.
Immer noch vollkommen aufgelöst ließ sie sich schließlich nach hause fahren. Sie wollte einfach nur noch alleine sein, niemanden sehen und erst recht mit niemandem reden. Also wimmelte sie alle ab, die ihre Hilfe anboten und betrat alleine ihre Wohnung. Zitternd und ohne sich weiter umzusehen begab Sam sich direkt ins Schlafzimmer, wo sie sich ihrer Sachen entledigte und schließlich vor dem Spiegel stehen blieb.
Sie war blass und ihre Augen waren vom Weinen gerötet, noch immer liefen Tränen ihre Wangen hinab. Ihre sonst so strahlenden Blauen Augen waren matt und wirkten schon fast erschrocken leblos, doch sie konnte sich einfach nicht dazu bringen sich sorgen um sich selbst zu machen. Ihre schulterlangen braunen Haare waren verwuschelt und standen in alle Richtungen ab. Man konnte den Schmerz förmlich in jeder ihrer Bewegungen, Körperhaltung sehen. Er schien nur so aus ihr heraus zu schreien. Seufzend wandte sie sich vom Spiegel ab und ließ sich auf das Bett fallen, kuschelte sich tief in die Decke und griff nach einem kleinen weißen Teddy, den Liz so geliebt hatte. Einen Moment starrte sie ihn einfach nur an, als ihr unzählige Bilder durch den Kopf sausten. Bilder von ihr und Liz, als sie glücklich waren. Schließlich presste sie den kleinen Bären fest an ihre Brust und schloss die Augen um sich in den Schlaf zu weinen.

Die nächsten Tage waren für Samantha die reinste Qual, überall meinte sie Liz zu sehen, konnte nichts essen und wirklich erholsamen Schlaf fand sie auch nicht. Ihre Haare waren in einen festen Knoten gebunden und die schwarze Kleidung die sie trug ließ sie noch blasser und hilfloser erscheinen. Immer noch weigerte sie sich mit jemandem zu reden und eigentlich verbrachte sie den Großteil des Tages im Bett oder sah sich Fotos an. Sie wusste, dass ihr das nicht helfen würde, aber sie wollte nichts anderes tun. Eigentlich wollte sie auch einfach nur noch sterben, alles hinter sich lassen. Es erschien ihr sowieso alles nur noch sinnlos ohne Liz an ihrer Seite.
„Sam… ich mache mir wirklich Sorgen um dich. Du sollst doch besser auf dich achten…“
Geschockt blickte Sam auf und sah sich, schnell atmend und am ganzen Körper zitternd, in der Wohnung um. Und dort stand sie. Liz. Lebendig. Und mit einem Mal, kam es Sam so vor, als wären die letzten Tage nichts weiter als ein böser Traum gewesen. „Liz…“ hauchte sie leise und mit Tränenerstickter Stimme. Sie konnte die Sorge in den wundervollen Braunen Augen ihrer Partnerin sehen und biss sich leicht auf die Unterlippe.
„Es tut mir Leid…“
Liz seufzte leise und schüttelte den Kopf. „Das weiß ich doch, Darlin’. Das weiß ich doch…“
Und dann spürte sie ihre Arme um sich. Samantha hatte sich noch nie in ihrem Leben so glücklich gefühlt wie in diesem Moment. Ihr Verstand schrie sie an, dass sie aufwachen sollte, dass das hier nicht wahr sein konnte, doch ihr Herz war stärker. Ihr Herz sehnte sich danach, wünschte sich, dass es genau so war wie jetzt. Ihr ganzer Körper sehnte sich nach Liz nähe und auch wenn sie gleichzeitig das Gefühl hatte, dass etwas nicht stimmte war sie einfach nur noch unendlich glücklich.

Sie hatte keine Ahnung wie lange sie nun schon mit Liz so hier saß, doch plötzlich löste sich das schwarzhaarige Mädchen von ihr und lächelte sie leicht an. „Komm Sam, ich muss dir etwas zeigen…“ sprach sie mit sanfter Stimme und Sam griff sofort nach der ihr dargebotenen Hand. Sie wusste, sie würde Liz überall hin folgen. Ein leichtes Lächeln lag auf ihrem Gesicht, als Liz sie aus der Wohnung die Treppen hinauf in Richtung Dach führte. Es war schon spät und kalter wind blies ihnen entgegen, als sie schließlich das Dach betraten und die letzten Strahlen des Sonnenuntergangs sahen. Zielsicher führte Liz Sam bis zum Rand des Daches und setzte sich. Ihre Beine baumelten im Freien und einen Moment sah sie schweigend in den Himmel, ehe sie sich zu Sam wandte, sie sich mittlerweile neben sie gesetzt hatte und sie lächelnd betrachtete.

„Sam, liebst du mich?“ ihre Stimme klang auffordernd, was Sam verwunderte. „Natürlich liebe ich dich, das weißt du doch. Was soll diese Frage Liz?“
Die Schwarzhaarige antwortete nicht, sondern sah wieder einen Moment in den Himmel, welcher sich mittlerweile vollkommen verdunkelt hatte.
„Ich werde wieder gehen.“ „Was… wie… ich..“ „ich bin tot, Sam… Und ich werde wieder gehen. Wenn du mich wirklich liebst, dann beweiß es mir… Beweiß es mir und spring!“
Gegen Ende war sie immer Lauter und ihr Ton klang mehr nach einem Befehl als allem anderen. Sam blinzelte verwundert und wusste nicht, was sie damit anfangen sollte.
„Liz?“

„Spring Sam!“ fauchte die schwarzhaarige und erhob sich. Dann erschien plötzlich wieder ein sanftes Lächeln auf ihrem Gesicht. „Tut mir Leid, ich wollte nicht schreien. Nimm meine Hand… wir gehen gemeinsam“
Etwas zögerlich erhob Sam sich und griff nach Liz’ Hand. „Bist du dir sicher?“ fragte sie leise nach, doch die einzige Antwort die sie bekam war ein sanftes Lächeln, als sie sich nach vorne fallen ließen.



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