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Fiction » Fantasy » Flug mit dem Drachen font: B s : A A A . width: full 3/4 1/2
Author: MysticShadowcat
Fiction Rated: K - German - Fantasy - Published: 12-06-06 - Updated: 12-06-06 - Complete - id:2285994

Diese Kurzgeschichte habe ich für einen Schreibwettbewerb geschrieben. Das Thema war "Mein Drachenabenteuer". Ich habe allerdings nichts gewonnen. Aber vielleicht kriege ich ja wenigstens ein paar Reviews dafür. Bitte? liebguck


Flug mit dem Drachen

Mit einer schwungvollen Bewegung meines Arms bedeutete ich Slith, meinem Jagddrachen, los zufliegen. Er schlug ein paar Mal mit den Flügeln um sich zu stabilisieren und segelte dann davon.

Unsere Vorfahren hatten zur Jagd Falken benutzt, aber Drachen hatten den Vorteil, dass sie, wenn sie erst einmal gezähmt waren, ihrem Drachenführer für immer treu waren. Außerdem waren sie sehr viel stärker als Falken. Ein gewöhnlicher Jagddrache war ungefähr so groß wie ein Uhu, aber er konnte einen ausgewachsenen Hirsch tragen.

Als der Drache sicher in der Luft war, setzte ich mich auf den Boden und verband meinen Geist mit seinem. Dann befand ich mich wie ein Beobachter in dem Körper des Drachen, den dieser aber immer noch unter alleiniger Kontrolle hatte. Ich konnte lediglich wahrnehmen, was er wahrnahm. Das war für die Jagd oder die Drachenzähmung zwar nicht nötig, aber trotzdem jedes Mal ein Erlebnis, ein kleines Abenteuer.

Ich konnte den Wind unter „meinen“ Flügeln spüren und die Thermik, die wir benutzten um höher zu gelangen. Unter uns lag Nyertai, die Hauptstadt des Elfenreichs. Durch die scharfen Augen des Drachen, die denen eines Falken in nichts nach standen, konnte ich die Drachenreiter, die Luftwaffe, mit ihren riesigen Kriegsdrachen trainieren sehen. Und ich konnte meine Tochter sehen, die in unserem Garten mit dem kleinen Drachen, den sie von meinem Bruder zu ihrem letzten Geburtstag bekommen hatte, spielte.

Drachen waren ein wichtiger und großer Teil des Alltags in unserer Welt geworden. Es gab tausend verschiedene Rassen, die alle einen komplizierten Namen in der Alten Sprache hatten, aber die meisten Leute unterschieden hauptsächlich zwischen Jagd-, Kriegs-, Haus- und Wilden Drachen. Natürlich gab es auch in der Alltagssprache noch Bezeichnungen für die verschiedenen Unterrassen, aber für viele war ein Hund ein Hund und ein Pferd ein Pferd und ein Drache ein Drache, egal ob es ein edles, reinrassiges Tier oder eine Promenadenmischung war.

In der Luft regierten die Drachen. Jagdfalken kamen nur noch selten vor, im Militär waren die Drachenreiter eine willkommene Erweiterung gewesen und, wenn man sie richtig trainierte, konnte man sie auch als Boten einsetzten. Aber am Boden waren Drachen beinahe hilf- und nutzlos und fanden daher lediglich als Haustiere neben Hunden und Katzen Verwendung.

Wir segelten immer noch über Nyertai, aber unsere Kreise führten uns in Richtung Wald. Normalerweise würde Slith sich nicht so lange treiben lassen, aber wenn er spürte, dass ich ihm „Gesellschaft leistete“, ließ er sich Zeit, da er wusste, wie sehr ich die Aussicht und das Gefühl des Fliegens genoss. Für ihn war das nichts Besonderes.

Wir erreichten den Großen See, der kurz hinter dem Nordende der Stadt begann und sich über die Ebene bis in ein Tal im nahen Gebirge zog. Slith stieg höher. Ich wusste, was er vorhatte und ich hasste es, aber wenn ich mich jetzt zurück zog, würde ich seinen Respekt verlieren. Er war noch jung und sah mich eher als guten Freund und nicht als Meister. Im Prinzip machte mir das nichts aus, aber bei Drachen baute sich beinahe alles auf Respekt auf und wenn ich seinen verlor, hatte ich nichts mehr zu sagen. Immer höher stiegen wir und dann, ganz plötzlich, neigte er sich nach vorne und presste die Flügel an den Körper. Drachen hatten durchsichtige Lider über ihren Augen, weshalb er diese nicht zum Schutz gegen den Wind und das Wasser schließen musste und ich keine andere Wahl hatte, als zu zusehen, wie der See immer näher kam und wir immer schneller wurden. In meinem Kopf schrie ich mir die Seele aus dem Leib. Einen Fall aus dieser Höhe konnte nur ein Drache überleben und auch dann nur, wenn er sich wirklich völlig unter Kontrolle hatte.

Wir durchbrachen die Wasseroberfläche und wurden schnell langsamer. Irgendwann breitete Slith die Schwingen wieder aus und „flog“ durch das Wasser. Drachen hatten zwar keine Kiemen, aber sie konnten die Luft sehr lange anhalten und außerdem erlaubten ihre Schuppen ihnen, durch das Wasser zu gleiten wie ein Fisch.

Nach ein paar Minuten wurde dann doch die Luft knapp und wir schwammen nach oben, durchbrachen erneut die Wasseroberfläche und gewannen so mühelos wieder an Höhe als existierte die Grenze zwischen Wasser und Luft überhaupt nicht.

Wir glitten über den Wald und hielten nach Beute Ausschau. Irgendwann sahen wir ein Rudel Rehe. Slith entschied sich für ein kräftiges Männchen, aber ich sah ein anderes, das vermutlich bei einem Kampf schwer verletzt worden war und machte ihn darauf aufmerksam. Er gab nach und griff an.



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