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Poetry » Fantasy » Die gefrorene Königin font: B s : A A A . width: full 3/4 1/2
Author: Frozen Queen
Fiction Rated: T - German - Mystery/Suspense - Reviews: 3 - Published: 01-27-07 - Updated: 01-27-07 - Complete - id:2310799

Ich wollte mal meinen Penname erklären, und das hier ist dabei herausgekommen :).

Die gefrorene Königin

Frosterstarrtes Winterweiß

Die Wangen kalt, der Atem heiß

Geht er hinunter in das Tal

Wo vor Jahrhunderten einmal

Ein Königreich versank im Eis.

Aus der Ferne sieht er Höhen

Scharfe Schemen unter Schneewehen

Kaum noch erkennbar als Mauern und Haus

Eiswind pfeift aus Fensterhöhlen heraus

Und um Türme, die lang nicht mehr stehen.

Die knirschenden Steine der Gassen

Die Pracht all der uralten Straßen

Ist im endlosen Winter vergangen längst schon

Ist von Sonne und Wärme und Licht und auch Ton

In der ewigen Dämmerung verlassen.

Und er geht den verschneiten Hügel empor

Wo sich einst Fackellicht in der Weite verlor

Auf den hellblauen Treppen zum Marmorschloss

Dessen Höfe nun still sind, und so groß

Wie ein Drachenmaul gähnt das offene Tor.

Er kennt den Weg gut, ist nicht

Zum ersten Mal hier, sein Gesicht

Ist gerötet vom Frost und vom Bangen;

Die Dunkelheit nimmt ihn gefangen

Im Schloss ist mehr als nur fehlendes Licht.

Der Wind heult in marmornen Hallen

Irgendwo schabt es, wie von Krallen

Die Furcht bringt sein Herz zum Jagen;

Die Gänge und Kuppeln, sie klagen

Noch immer, doch die Schreie verhallen.

Durch Fenster in blausilbernen Tönen

Scheint ein Frostmond, er scheint zu verhöhnen

Des späten Besuchers so langsamen Schritt;

Und er fröstelt, ein seufzendes Echo hallt mit –

Aus der Tiefe ein schmerzdumpfes Stöhnen.

Das Mondlicht vertreibt alle Schatten

Die Mauern, die einst Farben hatten

Hauchen unheimlich seinen Namen

Sie, die einst Musik vernahmen

Hör’n nun nur noch die Stimmen der Ratten.

Und er steigt hinab in das tiefste Verlies

Das früher den Menschen nur den Tod verhieß

Dort findet er das, was er suchte

Das, was er auf ewig verfluchte

Weil es ihn, seit er’s sah, nie wieder los ließ.

Atemberaubend kalt ist hier unten die Luft

Und todesmorsch bitter, wie in einer Gruft;

Schwarz und ganz glatt ist der Sarg aus Stein

Der in der Mitte steht, wie ein Mahnmal, allein

Und der ihn unerbittlich zu sich ruft.

Der Sarg ist nicht abgedeckt, er sieht

Es ist eine Frau, die still darin liegt

So unversehrt wie am Sterbetag

So ernst und ruhig, wie’s nur der vermag

Der willkürlich, nach Wunsch, aus dem Leben schied.

Sie hat das schönste Antlitz, das er je gewahrt

Die Lippen blutrot, die Wangen blasszart

Und dunkelbraun und weich das Haar

Smaragdgrün ihr Kleid, und glänzend, fürwahr

Als hätt’ ihr der Tod das Vergehen erspart.

Er steht und starrt sie an, dies Bild

Vergangener Pracht, zugleich würdig und mild

Und trauernd fragt er sich, wer sie war

Berührt ganz behutsam und zögernd ihr Haar

Und erschrickt, es ist hart, wie ein eisiger Schild.

So kalt und hart ist auch ihre Haut

Und ihr Kleid und die Wimpern, so unvertraut

Ist es, er fühlt sich verloren

Es ist, als wär’ sie gefroren

Auf ewig erstarrt, ohne Blick, ohne Laut.

Und doch ist da ein Gespür, ein Hauch

Von Atem, und das Blut fließt ein wenig, auch

In seiner Brust stockt das Leben;

Er weint fast, spürt bohrend das Streben

Weiß nun, was geschah, jene Nacht voll Rauch.

Seine Seele vergeht in dem Grauen, darin

Erblickt er ihre Augen, feuerlodernd, der Sinn

Seines Lebens ist plötzlich eindeutig und klar

Wie Kristall, er versinkt ruhig, ganz und gar

In den schneeweißen Händen der Königin.



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