Home Just In Communities Forums Beta Readers Dictionary Search Login Register Extras
Fiction » Fantasy » Sieg über das Ungewisse font: B s : A A A . width: full 3/4 1/2
Author: S.M.Cortelly
Fiction Rated: T - German - Fantasy/Romance - Reviews: 18 - Published: 02-14-07 - Updated: 05-02-07 - id:2319777
So, hier Erinnerung Teil 2. Danke für eure lieben Reviews...
Mesophor kniet über seiner Beute. Er muss schnell sein, die ersten Füchse riechen schon das Blut des Hirsches, welches langsam in den trockenen Waldboden sickert.

Er zieht sein Messer und schneidet vorsichtig die Haut um den Pfeil auf, um diesen wieder in seine Tasche verstaunen zu können. Dann trennt er das Geweih vom Kopf des Tieres ab und fängt mit dem Häuten an. Er ist so versunken in seine Arbeit, dass er nicht hört, wie eine Frau sich nähert. Erst als sie neben ihm steht nimmt er sie wahr.

Ruckartig springt er auf, erkennt die Frau und stolpert ein paar Schritte zurück.

Verzeiht, meine Göttin, wenn ich in euer Jagdgebiet eingedrungen bin!“

Demütig senkt er den Kopf.

Ich biete euch meine Beute als Entschuldigung an. Bitte Verzeiht mir!“

Die Göttin lächelt.

Hey, Mesophor, sieh mich an! Ich habe kein abgestecktes Jagdgebiet, wenn ich ehrlich sein soll. Du hast aber einen meiner Schützlinge erwischt, und ich wollte nur sehen, wer es war. Du kannst ihn ruhig behalten.“

Vielen Dank, ihr seid zu gütig!“

Mesophor verbeugt sich erneut.

Meine Güte, du dummer Junge! Ich bin nur eine halbe Göttin und wohne nicht mal bei den ganz Großen. Also hör auf, mich so zu huldigen! Das habe ich gar nicht verdient.“

In seinen Augen liest sie Unverständnis.

Ihr habt doch die Gebete meines Vaters erhört. Und er hat an die Götter der Jagd gesprochen.“

Genervt lässt sie die Schultern hängen.

Als du mich zu ersten Mal gesehen hast dachtest du auch, dass ich so alt wäre wie deine Mutter. Nenn mich Airena, ich bin die Göttin der Jagd auf Grauhirsche.“

Da atmet Mesophor erleichtert auf.

Puh, ich dachte, ihr wärt eine von den hohen Göttern.“

Sie schnaubt unzufrieden und schneidet eine Grimasse.

Dann seid ihr immer noch jünger als ich?“

Airena nickt.

Ich bin nach Menschenalter erst Dreizehn Sommer alt.“

Mesophor zieht die Augebrauen hoch.

Ich bin schon fünfzehn. Und was meint ihr mit „Menschenalter“?“

Na ja, für meine Eltern bin ich erst Vier.“

Vier was?“

Vier Generationen. So zählen die Götter. Du wärst schon fast Fünf.“

Wieder staunt Mesophor. Er weiß eine Menge über Götter, das meiste durch seine Eltern. Aber außer Airena war er noch keiner anderen Unsterblichen begegnet. Als er ihr das sagt, lacht sie.

Ich bin nicht unsterblich. Ich lebe nur länger als gewöhnliche Menschen. Genau wie meine Schwestern.“

Und sie erzählt ihm etwas von Junipa und Kassiopaia, ihren Drillingsschwestern.

„Warum wolltest du mir deine Schwestern eigentlich nie vorstellen?“, fragte Mesophor.

Weil du dann Kassiopaia verfallen wärst, dachte Airena.

„Hat sich nie ergeben.“, sagte sie.

Er nickt, obwohl sie sich denken konnte, dass er sich über ihre Antwort ärgerte, denn es hatte Hunderte von Gelegenheiten gegeben.

„Kannst du dich noch an unsere erste gemeinsame Jagd erinnern?“, wollte sie wissen, um ihn auf andere Gedanken zu bringen.

„Oh ja, ich wollte um jeden Preis besser sein als du. Da bin ich gerade Volljährig geworden und hab mich gefühlt wie ein junger Gott!“

Sie lachten über sein Wortspiel.

Er sieht sie, bevor sie ihn gesehen hat. Mesophor duckt sich erst hinter einer Bogenhalterung, dann reißt er sich zusammen und geht zu Airena, die zwischen einer Gruppe ihrer Anhänger steht und die Regeln für den bevorstehenden Wettbewerb erklärt. Sie beachtet ihn nicht und er dreht sie an der Schulter zu sich herum. Erst da widmet sie ihm ihre Aufmerksamkeit, als wäre sie doch eine ganze Göttin und hätte nur begrenzt Zeit für ihre Anhänger.

Hallo Myto-Mesophor, willst du auch mitmachen?“

Er nickt und zeigt seinen Bogen und die Pfeile.

Gut, ich habe eben schon erklärt, dass ich den Hirsch aus der Gruppe aussuche und wir ihn dann gemeinsam von der Herde trennen. Außerdem, besteht der Wunsch, die Gruppe zu verlassen, meldest dich bitte bei mir ab, bevor du gehst.“

Er kann seine Abneigung in der Antwort nicht verbergen.

Und schämt sich für den angewiderten Blick, den er ihr schenkt, denn eigentlich mag Mesophor die zierliche Göttin. Ja, sehr sogar. Sein Herz füllte sich mit Sehnsucht nach ihr, wenn er sie verließ, und hin und wieder ertappte er sich, wie er zu ihr betete.

„Darf ich dich was fragen?“, unterbrach Airena ihren gemeinsamen Zeitsprung der Erinnerungen.

„Natürlich, was denn?“, gab Mesophor zurück und nahm ihre Hand um sie zu streicheln. Sie lächelte schüchtern und rückte ein Stück näher. Sie hatten sich nach dem Essen auf dem Bett gegenüber gesetzt, um sich gemeinsam zu erinnern.

„Warum hast du mich so gehasst?“

Er schüttelte lachend den Kopf.

„Hast du wirklich geglaubt, ich würde dich hassen? Ich habe dich nie verachtet in dem Sinne, aber ich konnte mich nicht überwinden, meine Gefühle einzustehen. Einerseits, weil du so anders warst und bist als ich, wegen der göttlichen Sache, und so. Zusätzlich wurde mein Vater nach einer erfolgreichen Jagd auf ein Wildschwein von einer Herde Grauhirsche überrannt und ich habe dich dafür verantwortlich gemacht, in dem Glauben, du wärst mit mir zornig. Als er zwei Monate später an dem Fieber seines Unfalls starb konnte ich mich nicht mehr zurückhalten, ich musste dich irgendwie so verletzen wie ich es war.“

Airena rückte noch näher. Ihre Knie berührten sich.

„Ich kann vielleicht Grauhirsche hervorragend jagen, aber lenken kann ich sie nicht. Mit dem Anfall hatte ich nichts zu tun. Man hat mir gesagt, dass ein Mann überrannt worden war, aber erst lange danach. Ich wusste nicht, dass es dein Vater war.“

„Ich wusste auch, dass du nicht Schuld warst an seinem Tod. Und jetzt, wo ich genau weiß, dass du nichts mit der ganzen Sache zu tun hattest verzeihe ich dir auch. Und hoffe, ich war nicht allzu grausam zu dir.“

„Na ja...“, sie grinste, wurde aber fast sofort wieder ernst.

„Mich hat nur gewurmt, dass du manchmal so nett warst, und gleich danach hast du alles durch irgendeine abfällige Bemerkung kaputt gemacht.“

Wie als Entschuldigung zog Mesophor sie auf seinen Schoß. Sanft berührte er mit seinen Lippen ihre. Sie zuckte erst etwas zurück, kam ihm aber wieder langsam entgegen.


Ohohoho... na da gehts ja los!


Return to Top