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Fiction » Horror » Ein Traum font: B s : A A A . width: full 3/4 1/2
Author: ChristianMasters
Fiction Rated: M - German - Horror/Angst - Reviews: 2 - Published: 03-30-07 - Updated: 03-30-07 - Complete - id:2341261

Eine Hand griff in der Küche nach dem Kühlschrank, öffnete die Tür. Was haben wir denn da schönes?, dachte sich Marc, der seinem Bedürfnis nach gab und sich etwas zu Essen holen wollte. Ihm war bewusst, dass er damit seine Diät unterbricht, jedoch gab es jetzt keine Begründung mehr, die dafür sprach, diese weiterzuführen. Er hatte einen Entschluss gefasst.

Im Kühlschrank befand sich verschiedenstes, denn seine Eltern machten bei dieser Diät nicht mit. „Obwohl sie es verdammt nötig hätten, noch nötiger wie ich!“, hörte er sich sagen. Er begutachtete den Inhalt. Rohes Hackfleisch, welches seine Mutter heute abend zubereiten wollte lag im obersten Abschnitt zum auftauen. Ansonsten waren dort nur Milch- und Süßspeiseprodukte wie Joghurt, Quark, Schokopudding, usw., zu finden. Sein erster zielsicherer Griff ging in Richtung Getränkeablage, eine Halterung über den Milchspeiseprodukten. Er griff ohne darüber nachzudenken eine Flasche mit rotem Deckel und einer schwarzen Flüssigkeit darin. Mit Freude las er Coca Cola auf dem roten Emblem. Er hatte keine Lust mehr, großartig darüber nachzudenken, was er denn jetzt essen solle, Ich habe besseres zu tun, und griff sich aus dem mittleren Abschnitt eine Packung Frikadellen und eine Tüte, in der sich drei Brötchen befanden. Damit hatte er alles, was er brauchte, schloss den Kühlschrank hinter sich, setzte sich an den Küchentisch und fing an zu frühstücken.

Als er sich gerade den letzten Bissen seines ersten Brötchens genehmigte kamen ihm Bilder, die er letzte Nacht geträumt hatte, wieder in den Sinn, jedoch mit einer Wucht, die ihm für den Bruchteil eines Augenblicks das Gleichgewicht raubte und ihn noch diesen ganzen langen Sonntag beschäftigen sollte, solange er denn noch ging.

Er sah aus den Augen von jemandem, der ziellos durch die Gegend zu laufen schien. Dieser bahnte sich seinen Weg durch etwas, was eine Fußgängerzone gewesen sein könnte. Menschen starrten ihn an, beleidigten ihn. Alles verzerrte sich und er sah in dämonisch grinsende Fratzen, die ihn berührten, anrempelten und schubsten. Das Sichtfeld klärte sich wieder, doch hatte er Angst und lief in Richtung einer Kirche, die sich am Ende der Straße befand. Es hatte sich ihm niemand mehr in den Weg gestellt, jedoch glaubte er zu spüren, dass sich jeder nach ihm umdrehte und ihm hinterher starrte.

Er erreichte die Kirche und trat ein. Ein innerer Drang ließ ihn die Kirche durchqueren, diese stattlichen Gemälde, die Baukunst, die Opferkerzen, all das was in einer jeden Kirche zu finden ist hätte er sehen müssen. Stattdessen aber war alles verschwommen, bis auf die Treppe, welche in den Kirchenturm führte. Diese sah er glasklar.

Kurz bevor er unter dem Türrahmen hindurch schritt entdeckte er, dass über der Tür ein Kreuz hing, jedoch handelte es sich hierbei nicht um ein normales Kreuz, an dem Jesu Christi hing, weil er die Sünden der Menschen auf sich genommen hatte, sondern ein umgedrehtes Kreuz. Er wollte da nicht durch gehen, er wollte die Treppe nicht hochgehen, er hatte Angst und fühlte, dass etwas Schlechtes, Böses ihn die Treppe hinauf trieb. Doch jeder Widerstand schien zwecklos, zu stark war die unsichtbare Macht, welche ihn die Treppen hoch schob. Er ging, Stufe um Stufe, Stufe um Stufe. Es schien kein Ende nehmen zu wollen. Aus den Wänden griffen Hände nach ihm, Hände, welche ihn packen wollten, wollten dass er eins wird mit ihnen, dass sein Leid nie endet. Doch sie erreichten ihn nicht und er ging, sich seelisch dagegen sträubend, doch physisch ausgeliefert, weiter die Treppen hinauf.

Oben angekommen, nach scheinbar Tausenden von Treppenstufen, stieg er durch eine Holzluke und fand sich im Kirchenturm wieder, neben ihm die die riesige Kirchenglocke, voll anmutiger Schönheit leicht schwingend. Nachdem er sich von der Luke wegbewegt hatte fiel diese wie von Geisterhand zu und verschloss sich.

Er stand nun auf der Plattform, ging an den Rand und sah über die Mauer hinunter, er sah die scheinbare Fußgängerzone, die Menschen, alle die, welche über ihn lachten. Er bemerkte in seinen Augenwinkeln ein seltsames, strahlendes Blitzen. Etwas reflektierte die Strahlen der Sonne. Sein Blick wand sich in diese Richtung und es schien als würde ihn das Blut in den Adern gefrieren. Er sah am Boden ein Gewehr, ein verchromtes, glänzendes Gewehr. Er wusste nicht welcher Art dieses Gewehr war (er verabscheute eigentlich Gewalt, psychische wie physische), jedoch dieses Gewehr war selbst für eine Waffe schön. Außerdem strahlte es eine ungewöhnliche Art der Vertrautheit aus, als wäre es ihm nicht unbekannt. Es hatte einen langen, schmalen Lauf und af dem Mittelstück war ein Zielfernrohr montiert. Er bemerkte, wie sich seine Hand in Richtung dieser Waffe bewegte, er wollte das nicht, doch konnte er nichts tun. Wieder hatte diese unheimliche, scheinbare Macht ihre Finger im Spiel. Er hatte Angst, furchtbare Angst. Seine Hand kam dem Gewehr immer näher, seine Angst stieg ins unendliche. Doch als der erste Finger das Gewehr berührte, sich nach und nach seine Hand um das Gewehr schloss und er es hochhob, hatte er keine Angst mehr, nein, vielmehr schwang diese um, aus ihr wurde Hass, unbändiger Hass gegenüber allen, die lachten, die ihn verletzten, die ihn ignorierten oder, nein, und allen die ihn jemals behandelten wie ein Stück Dreck. Alle mussten sterben, dass ist seine Möglichkeit Rache zu nehmen, an den Dämonen, die sich in menschlichen Körpern verstecken. Alle Dämonen müssen weg. In ihm brach einhergehend mit dem Hass eine unvorstellbare Tötungslust aus. Er griff das Gewehr um, legte es an und sah mit seinem rechten Auge durch das Fernrohr. Er blickte sich um, überall sah er Menschen lachten, die redeten, über ihn. Er konnte ihre verhöhnenden Worte hören, er spürte sie. Das Zielkreuz war inmitten einer Gruppe dreier Frauen. Sie lachten, es schien als würde deren Grinsen immer breiter werden, die Wangen rissen auf. Dieser Riss endete erst am Ohransatz und entblößte spitze, lange Zähne. Das Lachen, welches er dachte zu hören klang schrill, beängstigend. Er bewegte das Zielkreuz an die Schläfe einer der drei Frauen, einer Dämonin und sah dem Schauspiel weiter zu. Schlagartig riss Monster den Kopf zur Seite, es schien ihn direkt mit ihren schwarzen Augen anzusehen, als würde es das Fernrohr, welches an seinem Auge war dazu zu benutzen ihm in die Seele zu blicken und sie ihm zu entreißen. Das Kreuz lag direkt auf der Stirn

töte…

er zögerte einen Augenblick

töte…

und drückte ab. Alles schien sich wie in Zeitlupentempo zu bewegen. Er sah, wie die Kugel aus dem Lauf schoss, sah wie sich die Kugel durch die Luft schnitt und sah sogar wie die beiseite gedrängte Luft wieder aufeinander prallte. Dieser Dämon bewegte sich nicht, die Kugel bewegte sich gradlinig auf ihn zu und er konnte durch das Fernrohr genau beobachten, wie die Kugel anfing sich in dessen, ihren Kopf zu bohren. Er sah Bluttropfen, die durch den Aufprall vom Kopf wegspritzten. Die Kugel verschwand im Kopf und kurz darauf schien dieser zu explodieren. Ein Riss tat sich auf, der sich durch das ganze Gesicht hindurchstreckte, teile der Schädeldecke, Gehirnstücke flogen durch die Luft, begleitet von einer gewaltigen Anzahl einzelner Bluttropfen, die diese Körperstücken scheinbar auf ihrem letzten Weg begleiten wollten. Die Augen des Dämons waren weit aufgerissen und ein Fluss frischen Blutes lief hindurch, bevor der Kopf sich aus dem Blickfeld des Zielfernrohres schlich, weil der leblose Körper nach hinten umfiel.

Ohrenbetäubende schreie gellten vom großen Platz hinauf zum Kirchenturm, bei dessen Klang er dachte sein Trommelfell müsse platzen. Er bewegte das Fadenkreuz leicht nach links und blickte in ein verzweifelt verzerrtes Gesicht, welches mit schwarzen Augen auf den gerade eben umgefallen Körper sah und sich nicht rührte. Er zielte direkt auf die Ohrmuschel, verrutschte leicht und drückte ab. Jetzt verging alles schneller. Er konnte die Kugel nicht mehr sehen, sah jedoch, dass diese direkt links neben dem Ohr im Kiefergelenk einschlug und ein Loch hineinriss. Ebenso konnte er genau sehen, das Projektil auf der anderen Seite des Gesichtes wieder herauskam, da sich das Blut durch den Austritt des Geschosses kreisförmig verteilte. Der Kiefer klappte nach unten, hing nur noch an ein paar letzten Haut- und Sehnenfetzen. Auch dieser Körper entzog sich seines Blickes, indem er durch die Wucht des Kugeleinschlags geradlinig nach hinten wegzufliegen schien.

Mittlerweile war Panik ausgebrochen. Überall liefen diese Dämonen, sie verteilten sich in alle Richtungen.

Angst…

Er blickte kurz am Fernrohr vorbei um eine ungefähre Richtung der Waffe einzuschlagen, legte sein Auge wieder in die dafür vorgesehene Einbuchtung und sah ein Wesen, vermutlich männlich dachte er, da dessen Statur sehr wuchtig und der Rücken sehr breit war. Wieder zielte er, diesmal genau zwischen die Schulterblätter. Mittlerweile lief alles in normaler Geschwindigkeit ab. Er befand sich in einer Art Blutrausch, er übte Gerechtigkeit aus, er war Gott, er hatte die Macht zu richten, er drückte ab. Die Kugel flog mit einem lauten Pfeifen aus dem Lauf in Richtung des männlich wirkenden Körpers, überwand die Distanz in atemberaubender Geschwindigkeit und schlug direkt in die Wirbelsäule des davonlaufenden ein. Die Wucht war diesmal so gewaltig, dass die Kugel ein richtiges Loch in den Rücken des Opfers (aber sie waren ja keine Opfer, sonder Täter, Dämonen) riss und er vornüber flog. Der eben von der Kugel getroffene bog im Flug den Rücken durch vor Schmerzen.

Können Dämonen schmerzen fühlen?...

Er schlug mit dem Gesicht auf, rutschte drei Meter über den asphaltierten Boden und hinterließ eine schmale Blutspur, bevor er reglos, eine große Blutlache unter ihm bildend liegenblieb.

Da hörte er ein Geräusch mit welchem er nicht gerechnet hätte. Sirenen. Jedoch hielt in das nicht davon ab weiterzumachen. Er schoss wieder auf eine Frau, zwei Männer und mitten in eine Kinderschar, in der er fünf panische Kinder erlegte.

Die ersten Polizisten, liefen über den Platz, verteilten sich und hielten Ausschau. Er bewegte das Fadenkreuz in Richtung eines Beamten. Sein Gesicht ist normal…

und begutachtete diesen. Er schien ganz normal zu sein, Angst kennzeichnete sein ansonsten menschentypisches Gesicht. Schweiß stand ihm auf der Stirn.

Er bemerkte nicht, dass du der Zeit schon mehrere Polizisten in die Kirche vorgestoßen waren und sich in Richtung des Kirchturmes befanden.

Der Polizist, den er im Visier hatte sah sich um, sah seine Kollegen in die Kirche stürmen und blickte blitzschnell hoch zum Kirchenturm. Er sah etwas blitzen wollte sich zur Seite bewegen, doch es war zu spät. Der Schütze hatte wieder abgedrückt, die Kugel traf in die Schulter und er bewegte das Fadenkreuz aufs Gesicht. Er erwartete eine Veränderung, eine Verzerrung der Gesichtszüge, sein wahres Gesicht

Es verändert sich nicht…

Jedoch schenkt er diesem Gedanken wenig Beachtung, doch beschäftigt er ihn.

Kurz bevor er das nächste Ziel anvisiert hörte er ein lautes Krachen gegen die Klappe, welche zur Treppe führt.

„Aufmachen, Polizei!!!“

Er hört es, reagiert jedoch nicht. Er führt das Fadenkreuz genau auf das Gesicht

Das Gesicht, es ist normal…

Er zielte auf das Nasenbein. Wenn er jetzt abdrückt, dann würde die Kugel genau zwischen den Augen landen. Er hadert.

Sieh dich um…

Er sah sich um. Er blickte in Gesichter von Polizisten. Alle normal. Er suchte Passanten, es waren keine mehr da. Sie wurde alle in Sicherheit gebracht.

„Machen Sie die Tür auf.“, schrie die Stimme hinter der Klappe. „Das Ganze hat doch keinen Sinn.“ Die Schläge gegen die Klappe wurden immer kräftiger und das Schloss fing an sich zu lockern.

Er sah sich um. Überall lagen Leichen. Er versuchte ein Gesicht zu entdecken

Was…

welches einem Dämon glich.

habe…

jedoch konnte er keines entdecken.

ich…

Er blickte sich um, er sah sich alle Toten noch einmal genau an. Die Frau, deren Kopf geradezu zerplatzt war, der Mann, der auf seinem Bremsweg eine blutrote Spur hinterlassen hatte und nun in einer Blutlache badete, welche die Form des Bodensees hatte, die fünf Kinder

getan…

welche er in seinem Blutrausch ihres jungen Lebens entrissen hatte. Und all die anderen.

Er nahm das Gewehr weg vom Gesicht, drehte sich um und blickte nun genau in Richtung der Kirchenglocke. Direkt daran vorbei hing an der grau melierten Wand ein Kreuz an dem der Samariter hing, für die Sünden der Menschen gestorben.

Er drehte die Waffe um, legte den Lauf des Gewehres unter seinem Kinn an.

„Oh Herr. Vergib mir meine Schuld, bitte vergib mir meine Schuld.“

Eine Träne rollte seine Wange hinunter, langsam aber stetig und ihm war klar, er hatte einen Entschluss gefasst und

Ich träume nicht…

Dann, kurz bevor das Schloss der Klappe nachgab und diese aufsprang drückte er ab…

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