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Fiction » Fantasy » Seitensprünge oder Verführung der Macht font: B s : A A A . width: full 3/4 1/2
Author: S.M.Cortelly
Fiction Rated: T - German - Fantasy/Adventure - Reviews: 1 - Published: 04-01-07 - Updated: 04-05-07 - id:2342127

So, auch dieses Kapitel ist überarbeitet, deswegen bedanke ich mich bei Taipan für das aufmunternde Lob!

Ich habe übrigens auch gemerkt, dass ich keine anonymen Reviews zugelassen habe, und es geändert. Jetzt könnt ihr frei und unbeschwert eure Meinung sagen! (Aber seid bitte nicht zu hart zu mir...)


II.

Dämmriges Sternenlicht schien durch zwei große Glasfenster in einen kleinen Raum, in welchem Bett, ein Tisch und ein Stuhl standen. Auf dem Bett lag die Prinzessin, vollkommen reglos. Sie hatte die Augen noch immer geschlossen, obwohl sie seit der Landung des Raumschiffes, in dem sie sich befand, wach war. Ihr Retter hatte sie in der Stadt blitzschnell aus der Straße weg von den toten Flüchtlingen zu einem glänzenden, hervorragend getarntem Schiff gebracht. Dort wurde sie unter seinem Versprechen, ihr würde nichts geschehen, er wäre ein Freund, in das Zimmer geschlossen geschickt hatte. Die Prinzessin durfte es nicht verlassen, aber in den zwei Tagen Flug hatte es ihr an nichts gefehlt, bis auf die Information, warum man sie gerettet hatte, wer der Retter war und wohin es nun ging.

Der Roboter, welcher ihr Essen brachte, hatte am zweiten Morgen auch ein neues Kleid mitgebracht. Mit ungutem Gefühl hatte die Prinzessin sich den Stoff durch die Finger gleiten lassen. Roter Samt, erstaunlich weich und unglaublich teuer. Aber es war Verrat an Vaire, daher ließ die Frau es über dem Stuhl hängen lassen. Dann war das alte Kleid gerissen. Zögernd zog die Prinzessin das neue an.

Nichts hatte sich seit der Landung am helllichten Tag im Raumschiff gerührt. Kurz bevor die Nacht vorbei war glitt die Tür auf. Die Prinzessin spürte die Anwesenheit eines mächtigen Menschen.

„Wer seid ihr?“, fragte eine Männerstimme.

„Mein Name ist Locse Glorwen.“, antwortete die Prinzessin.

Der Mann kam näher und Locse schlug die Augen auf.

„Und wer seid ihr, mein geheimnisvoller Retter?“

Der Mann sah sie unverwandt an. Trotz seiner noch nicht ganz erwachsenen Erscheinung wirkte er erfahren. Er hatte rotbraunes Haar, war groß gewachsen und trug ein weißes Hemd, eine braune Stoffhose und schwarze Lederstiefel. Sein Gesicht wurde dominiert von den strahlenden hellblau-grauen Augen. Volle Lippen und geschwungene Wangenknochen ließen ihn gefährlich schön erscheinen.

„Einige meinen, mich Olomir Írimandil nennen zu müssen, wie ich mit vollständigem Namen heiße, aber fast alle nennen mich Olos.“

Locse lächelte.

„Das Wort kenne ich aus dem Elbischen. Es heißt Traum, nicht wahr?“

Olos grinste: „Ich bin wirklich manchmal ein Träumer! Habt ihr auch so einen passenden Namen?“ Locse überlegte kurz und sagte dann: „Meine Mutter hat mich gerne Losse genannt. Das heißt goldene Blüte.“

Olos lächelte sie liebevoll an.

„Warum ward ihr eigentlich in der Stadt?“

Das Lächeln auf Locses Gesicht verblasste schlagartig.

„Bijyah, unser Heimatplanet, hat unter dem Krieg gelitten. Wir waren belagert, als meine Eltern geflüchtet sind. Ich bin mit den vierundvierzig anderen Flüchtlingen aus meiner Heimatstadt geflohen.“

Sie verstummte. Der Gedanke an Vaire schmerzte noch und sie hatte noch nicht so großes Vertrauen zu Olos, als dass sie ihm ihre Angst mitteilen konnte. Aber der Mann spürte das. Er setzte sich neben sie und Locse spürte eine seltsame Aura um ihn. Er hob vorsichtig die Hand und berührte ihr Gesicht. Sie zuckte erschrocken zurück, da ihr das bewusst gemacht hatte, dass sie noch immer die Schminke trug. Olos stand wieder auf, ging ein paar Schritte und drehte sich wieder zu ihr.

„Ihr seid eine Prinzessin?“

Locse fing wieder an zu weinen. Verzweifelt sprudelten die Worte aus ihr heraus: „Bijyah ist zerstört. Es gibt nichts mehr, wofür man eine Prinzessin braucht! Der König der Kriegsführer, König Malas, meinte einfach, unser Planet würde ihn am Sieg hindern und hat ihn explodieren lassen. Ich habe es vom Schiff mit dem wir geflohen sind gesehen. Lauter Meteoriden, die ganzen Trümmer und alles so hell. Hättet ihr mich doch auch nur sterben lassen in der Straße. Ich kann so nicht mehr leben, nicht mit der Erinnerung!“

Sie fing haltlos an zu schluchzen. Olos trat heran, um ihr beruhigend über den Rücken zu streichen.

„Bijyah ist verloren. Aber nicht ihr. Ihr lebt! Und damit könnt ihr das Erbe eures Planeten weitergeben. Und deswegen war es gut, dass ich gerade vorbeikam und euch retten konnte. Das Schicksal kann man nicht überlisten!“

Locse warf sich dankbar in seine Arme.

Lange standen sie so da. Locse spürte, wie Olos sie mit seinen Kräften beruhigte. Sie ließ es widerstandslos geschehen und dachte über seine Fähigkeit nach. Es wurde viel darüber geredet, im gesamten All, und die Erzähler, die mehr darüber wussten, nannten sie „Die Macht“. Es war eine Macht, Dinge zu bewegen, Menschen zu manipulieren und in Gedanken zu kommunizieren. Außerdem gab es zwei Ordensgruppen, die sich darauf spezialisiert hatten, mit der Macht zu kämpfen. Die Jedi-Ritter und die Sith.

Schließlich brannte Locse eine Frage auf der Zunge: „Olos, ihr seid ein Jedi-Ritter, nicht wahr?“ Olos nickte. Jedi-Ritter waren ein Ritterorden, der sich von der Macht leiten ließ. Sie taten nur Gutes, waren daher die helle Seite. Alle Jedi trugen einen schwarzen, langen Umhang, der sie in der Nacht so gut wie unsichtbar machte, hatten stählerne Muskel, gute Kondition, und waren ausgezeichnete Kämpfer. Als Waffe trugen sie ein Kristalllangschwert. Jedi hatte als Kristallfarbe meistens blau, oder Variationen mit rot und grün, die Sith dagegen hatten in ihren Schwertern Kristalle mit den Farben von Orange bis fast weiß.

Doch der Aufenthaltsort, oder die Schule der Jedi, waren bisher nur sehr wenigen bekannt gewesen.

Olos ging zur Tür.

„Lasst uns gehen. Dieses Schiff bleibt nicht lange unentdeckt.“

Locse hatte keine Ahnung, dass diese Bemerkung sich später schicksalhaft für sie auszahlen sollte.

Draußen wurden sie von drei weiteren Jedi erwartet. Olos stellte sie als Kit, Belegund und Korus vor. Kit deutete Locse gegenüber eine Verbeugung an, welche das Mädchen aber verlegen abwinkte.

Das Gelände um den Platz herum, auf dem das Raumschiff gelandet war, war fast eben. Die dichten Bäume strahlten selbst in der Nacht noch saftig grün und raschelten leise im milden Wind.

In der Nähe war ein Schloss zu sehen, vermutlich das Jedi-Schloss, darum herum hatte sich eine Stadt gebildet, die scheinbar noch immer wuchs.

„Auf welchem Planeten sind wir?“, erkundigte sich Locse. Doch Olos und die anderen Jedi setzten sich schweigend in Bewegung. Locse stellte ihre Frage erneut, bekam aber noch immer keine Antwort. Olos schien nicht mal darauf zu achten, ob Locse mitkam, denn er sah sich nur einmal flüchtig um und schritt dabei zügig weiter.

Nach einer bereits längeren Wegstrecke erreichten die vier die ersten Häuserreihen. Locse war erschöpft und hatte nicht mehr die Kraft und Lust, sich die alten und verlassenen Häuser, zwischen welchen schon neue errichtet wurden, anzusehen. Auch interessierten sie nicht die verwachsenen Gärten, oder die wenigen Männer, die hier und da bauten.

Aber das Bild veränderte sich und Locse fing unbewusst an, sich ihre Umgebung näher anzusehen. Je näher sie ans Schloss kamen, desto belebter wurde die Stadt. Kinder spielten in den Gassen und sahen verwundert auf, als die Jedi und die Prinzessin vorbeischritten. Geräusche von Märkten und Schmieden, Baustellen und anderen Geschäften wurden lauter von der Hauptstraße zu hören in der Seitenstraße, in der sie gingen, und Gerüche von Essen und Abfällen drangen durch die Gassen zu ihnen. Kit bemerkte schließlich, wie Locse strauchelte und stehen blieb. Hilfreich griff er ihr unter den Arm, um sie zu stützen. Dankbar lächelte sie ihn an, aber er blickte weiterhin stumm nach vorne.

So erreichten sie das Schloss.

Sie traten nicht durch den Haupteingang über die gewaltige Zugbrücke und den dunklen Burggraben ein, sondern durch ein Seitenportal. Die einzige Wache ließ auch Locse passieren, doch nur auf ein Zeichen von Olos.

Drinnen war es totenstill. Dicke Teppiche hingen an den fensterlosen Steinwänden und schluckten jedes mögliche Geräusch. Auch der Boden war mit Teppich belegt. Die Wände waren hoch und aus altem Stein. Die Luft roch feucht, muffig und abgestanden. Hin und wieder konnte Locse von dem Hauptgang, durch den sie gingen, in einen Seitengang sehen, der von dem langen Flur abzweigte. Dort hingen zwischen den Teppichen einige Bilder mit mürrisch dreinblickenden Jedi, die ihre Kristalllangschwerter wie zum Angriff in die Luft streckten.

Fast am Ende des Flures hielten die Jedi an und traten in eine kleine Holztür. In Raum dahinter veränderte sich sofort die Umgebung. Die aufgehende Sonne schien durch drei schmale hohe Fenster herein und ließ die hellen Möbel einladend glitzern. Locse war sofort verzaubert und wusste, sie könnte hier bestimmt mehr Zeit verbringen.

Olos drehte sich zu ihr um.

„Hier könnt ihr erst mal bleiben, wenn ihr möchtet. Nachher haben wir eine Feier im Saal. Ich könnte Clara fragen, ob sie euch ein Kleid leit.“

Locse nickte nur. Sie war müde und hatte kaum zugehört. Olos machte ein Zeichen und die anderen Jedi verließen den Raum lautlos. Locse ließ sich auf einen Stuhl fallen.

„Braucht ihr noch etwas?“

Locse schüttelte erschöpft den Kopf. Olos ging.

Etwas später klopfte es an der Tür. Locse war auf dem Stuhl eingenickt und schrak hoch. „Herein?“ Ein Mädchen trat ein, kaum älter als Locse, die gerade erst achtzehn geworden war.

„Hallo, ich heiße Clara.“

Auch Clara trug den schwarzen Umhang. Sie kicherte über Locses erstaunten Blick.

„Ich bin auch eine Jedi. Wie Olos. Du hast übrigens einen guten Fang mit ihm gemacht. Er ist sonst eher nicht so sozial. Du musst ihn magisch angezogen haben! Alleine für dich hat er eine Mission abgebrochen. Ok, sie war eh schon fast erfüllt.“

Clara sprudelte einen Redeschwall nach dem anderen hervor. Locse sah ihr nur zu. Die Jedi wirbelte durch den Raum, bereitete Wasser, ein neues Kleid und Essen gleichzeitig zu. Dann wusch sie Locse, kleidete sie neu ein, machte ihr die Haare, und setzte sich schließlich kein bisschen erschöpft zum Essen mit an den Tisch in der Mitte des Raumes. Locse aß schweigend, so durcheinander war sie. Das neue Kleid saß wie angegossen, es war dunkelblau und wurde von den Knien an weiter und fiel in Falten. Am Dekolleté waren tausend kleine Glitzersteine angebracht, welche sich funkelnd an die nun wieder glänzenden Haare anpassten. Locse sah wunderschön aus. Wieder klopfte es an der Tür. Diesmal war es Olos, der die beiden Mädchen abholen wollte. Bei Locses Anblick zog er überrascht die Augenbrauen hoch. Clara kicherte nur, enthielt sich aber jeden Kommentars.

Sie gingen wieder durch den muffigen Flur, bis zu einer Abzweigung genau in der Mitte. Dort befand sich der Saal, aber was Olos als „Feier“ betrachtet hatte, war für Locse mehr ein Festival. Der Saal musste die Hälfte des Schlosses einnehmen! Er war gigantisch. Hunderte Kronleuchter erhellten die weite Tanzfläche, und an je einem Ende der Halle war eine Musikergruppe aufgebaut, die sich aber durch die Entfernung nicht behinderten. An der fensterlose Seite war ein meterlanges Büfett aufgebaut. Gegenüber waren hohe Fenster, die den Blick auf den Himmel und einen großen Garten freigaben. Locse war aber am meisten überwältigt von den vielen Feiernden! So viele, und bei den Frauen war eine hübscher als die andere. Olos ergriff ihre Hand und führet sie lächelnd auf die Tanzfläche. „So, Hoheit, jetzt müsste ihr mir euer Tanzkünste beweisen!“ Locse nahm das Angebot freudig an.

Obwohl es schon tiefe Nacht war, ging das Fest noch lange, auch noch bis in den Morgen hinein. Nach Hunderten von Tänzen zu –für Locse- neuartiger Musik, davon meist mit Olos, war sie erschöpft auf die Terrasse geflüchtet. Olos kam hinterher.

„Ihr tanzt wunderbar. Wollt ihr nicht noch mal reinkommen?“

Locse schob ihn lachend von sich. Er war keinesfalls aufdringlich, nein, sie genoss seine Nähe, und erst recht die Wärme, mit der er ihr begegnete. Locse wusste schon jetzt nicht mehr, was sie ohne ihn machen sollte. Olos schien diese Gefühle zu erwidern. Eifersüchtig hatte er immer in ihrer Nähe getanzt und war beim Partnerwechsel sofort zur Stelle gewesen. Wenn sie miteinander tanzten, hielt er sie liebevoll fest und bei einem langsamen Lied hatte er sie an sich gedrückt. Locse fand, er tanzte wie ein junger Gott. Das sagte sie ihm auch. Doch Olos lachte nur.

„Lacht nicht, meine Mutter hat das immer gesagt!“

Langsam schritten sie die Treppe zum Garten hinunter. Locse hakte sich bei Olos unter. „Ihr habt maßlos untertrieben, als ihr sagtet, die Feier würde nicht mehr lange dauern!“

Tadelnd kniff sie ihn in den Arm.

„Ihr kennt die Jedi nicht. Unermüdliche Tänzer! Seid ihr etwa müde?“

„Natürlich bin ich müde! Ich bin kaum zum Luftholen gekommen. Immer wollte jemand mit mir tanzen.“

Olos riss eine Blume von einem Strauch und steckte sie Locse ins Haar.

„Wir haben selten jemand Nicht-Machtverbündeten hier.“

„Oh, ich kann mit der Macht umgehen!“

„Wirklich? Zeigt es mir.“

Locse nahm eine neue Blume vom Wegesrand und ließ sie langsam über ihrer Hand schweben. Olos bemerkte aber die Schweißperlen, die sich auf ihrer Stirn bildeten, ebenso dass sie ihre andere Hand zur Faut ballte.

„Umgehen nennt ihr das? Ihr seid vielleicht ungeübt, das ist alles. Wenn man eher euer Potenzial bemerkt hätte, könntet ihr heute eine Jedi sein.“

„Vielleicht. Aber Olos, warum versteckt sich euer Orden? Ihr könntet große Dienste im Krieg leisten.“

„Nein. Das können wir nicht. Wir sind nur für das Gute und obwohl wir sicher schon eine Armee von über fünfhundert Kämpfern aufstellen könnten, so bezweifle ich, dass mehr als zwei zur Waffe greifen würden. Woher weiß man, auf welcher Seite es zu stehen gilt?“

Locse sah seine Gedankengänge ein. Sie dachte bei sich, vielleicht wollte sie nur nach einer Ausrede für den Verlust ihrer Heimat suchen.

„Gibt es eigentlich irgendetwas, was euch am Jedi-Orden stört?“

Olos sah zu Boden. Er schien verlegen.

„Manchmal bereue ich es schon, hier zu sein. Als Jedi darf man nur wenig besitzen, und man darf sich nicht von seinen Gefühlen leiten lassen.“

Er schwieg und Locse hakte nach.

„Was genau heißt das? Das ihr keine Gefühle haben dürft?“

„Doch schon. Wir müssen Mitgefühl haben, mit allen, denen es schlechter geht als uns. Aber wir dürfen nicht hassen. Und nicht lieben.“, fügte er mit einem Seitenblick auf Locse hinzu. Sie wurde rot.

Mittlerweile waren sie sehr weit in den Garten vorgedrungen. Hier wuchsen die Pflanzen wilder und dichter, und Olos zog Locse vom Weg ab auf eine kleine Wiese, die umgeben von großen Bäumen war. Sie setzten sich auf das Gras.

„Eine Frage noch.“

„Fragt, soviel ihr wollt.“

„Was passiert, wenn ihr liebt, hasst oder zuviel besitzt?“

Olos holte geräuschvoll Luft und stöhnte.

„Da muss ich weit ausgreifen. Also, es gibt ja bekanntlich immer gut und böse. Und so auch bei uns. Den Jedi stehen die Sith gegenüber. Sie können genauso wie wir mit der Macht umgehen, aber sie lassen sich von ihrem Hass leiten. Sie sind abgrundtief böse und bringen nur Zerstörung. Aber manchmal ist ein Sith nicht sofort verloren. Es hat auch schon Fälle gegeben, in denen jemand wieder zurückgeholt werden konnte. Aber viel häufiger haben die Sith-Meister ein machtverbündetes Kind entdeckt und sofort zum Sith ausgebildet. Daher-“

Er hielt inne. Locse sah ihn erwartungsvoll an und öffnete den Mund um nachzufragen, aber Olos gab ihr ein Zeichen zu schweigen. Dann sah auch das Mädchen den Schatten im Gebüsch. Mit übermenschlicher Schnelligkeit wirbelten der Schatten und Olos aufeinander zu. In einem Sekundenbruchteil hatten sie ihre Langschwerter gezogen und gekreuzt. Die Gestalten kämpften kurz verbissen, dann machte der Fremde einen Rückwärtssalto und verschwand in den Bäumen. Locse schrie entsetzt auf, denn Olos blutete am Arm leicht, war aber sonst unverletzt. Er eilte zu ihr hin und wisperte: „Ein Sith. Bleibt genau hier sitzen! Ich beschütze euch!“

„Mich? Ihr meint, er könnte hinter mir her sein?“

„Ich befürchte es.“

Olos unterbrach sich wieder. Mit einer fließenden Bewegung hatte er seinen Umhang fallen gelassen und plötzlich war der Sith wieder da. Er griff hart an, aber Olos trieb ihn unbarmherzig von Locse weg. Es klirrte laut und Lichtreflexe spiegelten sich in den herabhängenden Zweigen und Ästen, als das Licht der gelben und blauen Kristalle sich traf.

Kurz vor dem Ende der Wiese endete der Kampf genauso schnell, wie er begonnen hatte. Olos´ letzter Schlag ging in die Luft, denn der Sith war spurlos verschwunden. Schnell kam der Jedi zu Locse.

„Geht es euch gut?“

Locse ließ sich von ihm aufhelfen. Olos gab keine Antwort mehr. Unruhig drängte er die Prinzessin zum Schloss zurück. Locse verstand nicht, warum ein Sith hinter ihr her sein sollte.

Olos führte sie nicht wieder zum Saal. Er brachte sie durch einen anderen Gang zu einer Treppe und in den zweiten Stock. Vor einer alten Holztür machte er halt.

„Das ist mein Zimmer, bitte wartet hier, ich muss noch mal weg.“

Er schob Locse in das Zimmer und schloss die Tür.

Locse sah sich im Raum um. Hier gab es keine hellen Möbel und nur zwei kleine, vergitterte Fenster. Das Bett war schmal und zerwühlt. Auf dem Tisch in einer Ecke lagen Schriftrollen. Locse entrollte eine und entdeckte zu ihrem Erstaunen elbische Aufzeichnungen über ihren Planeten. Rasch überflog sie die Schrift und las Namen ehemaliger Orte und Berge. Tränen traten ihr in die Augen. Vorsichtig rollte sie das Papier wieder zusammen, als ihr Blick auf ein anderes Blatt fiel. Diese elbischen Zeichen waren unordentlicher. Mühsam, denn die bereits aufgehende Sonne spendete noch wenig Licht, las Locse.

Ihre Haare sind wie Gold. Ich habe mich

auf den ersten Blick in sie verliebt,

als sie in der Straße stand und beinahe

so hilflos gestorben wäre.

Ich habe Angst vor meinem Meister, er kennt mich zu gut.

Er würde es sofort merken.

Kann man durch ein Mädchen zum Sith werden?

Locse las nicht weiter. Was hatte Clara ihr gesagt? Olos sollte von ihr magisch angezogen worden sein?

Müde und durcheinander setzte sie sich aufs Bett. Fast sofort fielen ihr die Augen zu und sie schlief ein.



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