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Author: Ayu-the-Messiah
Fiction Rated: T - German - Drama/Romance - Published: 05-25-07 - Updated: 12-16-07 - id:2366719

Titel: Ein letztes Mal
Teil: 1/1
Autor: Ayu
Thema: #037 – Musik
Disclaimer: Die Idee und alle hierin vorkommenden Figuren, sind meinem Verstand entsprungen und gehören somit mir und meiner Fantasie, aber das Lied, dass ist von den Ärzten heißt „Mach die Augen zu“ und ich erhebe darauf keinerlei Rechte!
Word Count: 1322

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Die Musik klang leise aus der Stereoanlage und ich schlang meine Arme enger um mich, als die ersten Zeilen des Textes erklangen und sich tief in mein Innerstes bohrten, wo sie sich verankerten um tiefe Narben wieder aufrissen. Meine Seele blutete erneut über die Wahrheit die diese Zeilen über mein momentanes Leben aussagten. Wie konnte ich darüber hinweg sehen? Ging es noch? Und ich schloss die Augen um die Musik um mich herum fließen zu lassen, auf dass sie meine Seele wegtrüge und ich einen besseren Ort fände.

Mach die Augen zu und küss mich und dann sag, dass Du mich liebst, ich weiß genau es ist nicht wahr, doch ich spüre keinen Unterschied, wenn Du Dich mir hingibst.

Doch noch immer spürte ich Deine Nähe, als wenn Du nie fort gegangen wärest, mich nie alleine zurückgelassen hättest. Auch Du hast einmal Deine Augen geschlossen und Dich mir hingegeben, wobei Du Dir immer gewünscht hast, dass es eine andere Person wäre, die dort bei Dir lag und mit Dir in den höchsten Wogen der Lust schwebte. Doch sie war es nicht, der hier bei Dir lag, sondern ich und Du wusstest es von Anfang an, genauso wie mir bewusst war, dass ich Dich nie auf ewig bei mir halten würde. Irgendwann so wusste ich, würdest Du deine Flügel ausbreiten und einen anderen Ort aufsuchen an denen Du jemanden finden würdest, der sich Dir ebenso hingeben würde, wie ich es getan habe. Denn niemand konnte Dir einfach so widerstehen, niemand außer der Person, die Du unbedingt für Dich haben wolltest.

Mach die Augen zu und küss mich, mach mir ruhig etwas vor. Ich vergesse was passiert ist und ich hoffe und ich träume ich hätt dich noch nicht verlorn.

Es schmerzte mich zu wissen, dass Du nie wirklich an meiner Seite sein würdest und wie oft habe ich mir vorgestellt, dass das was wir spielten der Wirklichkeit entsprach und Du mich wirklich liebtest und ich Dich nicht von Anfang an verloren hatte. Und selbst all die Tage an denen Du offensichtlich bei Anderen gewesen warst ignorierte ich, ich verschloss meine Augen vor der Wahrheit, wollte nicht einsehen, dass ich Dir nichts bedeutete und ließ zu, dass Du mich tiefer verletztes als es je eine Person getan hatte. Und doch konnte ich mich nicht von Dir lösen, mein blutroter Engel…

Es ist mir total egal, ob Du wirklich etwas fühlst. Tu was Du willst…

Ein Zittern durchlief meinen Körper, als ich die Augen wieder öffnete und hinaus in die regnerische Nacht blickte. Ich fragte mich wirklich, wieso Du dir ausgerechnet diesen Tag ausgesucht hattest um Dich endgültig von mir abzuwenden, mich fallen zu lassen und meine Seele in einen einsamen Scherbenhaufen zu verwandeln, welcher so schnell sicher nicht wieder zusammengesetzt werden konnte. Ich habe Dir alles gegeben, habe mich für Dich fast aufgegeben. Alles hätte ich getan, wenn du nur bei mir geblieben wärst. Ich habe Dich alles mit mir machen lassen und Du weißt das. Aber es hat Dir nie etwas bedeutet, wenn ich meine Würde vor Dir verloren habe. Es war Dir vollkommen egal, aber wenn Du mir auch nur für einen Moment das Gefühl gegeben hast, dass wichtigste auf der Welt zu sein, dann sah ich nur allzu gerne darüber hinweg.
Meine Freunde haben mich verspottet, nannten mich eine willenlose Puppe, doch ich wollte es nicht hören und so wandten sie sich schließlich von mir ab. Sogar der Mensch, der mir neben dir am meisten bedeutete, sagte mir, dass er es nicht mehr mit ansehen konnte, wie ich mich zerstörte. Und doch sah ich nur Dich…

Mach die Augen zu und küss mich, ist es auch das letzte Mal. Lass uns den Moment des Abschieds noch verzögern, lass mich jetzt noch nicht allein mit meiner Qual.

Leises schluchzen verließ meine Kehle und ich bekam es in meiner Taubheit kaum mit, hätte es sich nicht in einem seltsamen Rhythmus mit der Musik vermischt, was eine schaurige Mischung ergab, die nur allzu gut zu mir passte. Vielleicht hast Du mich deshalb nie so lieben können, wie ich es gerne gehabt hätte. Ich war nie einfach, vielleicht war ich Dir auch zu unterwürfig, vielleicht lag es ja doch an mir. Doch halt… wieso machte ich mir nun schon wieder selbst die Vorwürfe? Du wusstest, dass es mir Quälen würde, Dich zu verlieren und man sah Dir an, dass Du jeden Moment ausgekostet hast, wissend das mich dies nur noch mehr zerstören würde. Ich verstand es nicht und würde es auch nie verstehen. Du hattest mir das Herz heraus gerissen und zurück blieb nur ein leerer, blutender Fleck.

Mach die Augen zu und küss mich, mach mir ruhig etwas vor. Wenn Du willst kannst Du dann gehn, aber denk dran ohne Dich… ohne Dich bin ich verlorn.

Die Kälte in meinem Innersten schien sich immer mehr auszubreiten, seit Du mich vor einigen Stunden hier hattest alleine zurückgelassen. Nicht einmal hast Du dich umgeblickt, nach dem Du mir sagtest, dass Du keine Verwendung mehr für mich hättest. Wieso hast Du mich alleine zurückgelassen? Wieso musstest Du meine Seele zerschlagen und mir mein Herz herausreißen, auf dass ich durch meine Inneren Qualen ewig an Dich erinnert werde.
Ich weiß nicht, was ich jetzt noch tun soll. Ich habe nichts mehr, keinen Weg, keinen Halt. Du warst meine ganze Welt und nun, da Du mich verlassen hast, bin ich einsam ohne Heimat oder Richtung und mir scheint, als würde es für mich auch keine Hoffnung mehr geben. Und ich beginne mich zu fragen, was mit meinem Leben geschehen wäre, hätte ich Dich nie getroffen. Und ob wohl jemand um mich weinen würde, wenn ich einfach aus dieser Welt verschwinden würde. Ich weiß, Du würdest es nicht tun. Dich würde es vermutlich nicht einmal interessieren, vielleicht sogar eher erfreuen.

Es ist mir absolut egal, ob Du nur noch mit mir spielst. Tu was Du willst…

Es schmerzt darüber nachzudenken, doch scheinbar hat das letzte bisschen Verstand in meinem Körper beschlossen sich gegen mich zu wenden und mir aufzuzeigen, dass es niemanden mehr in meinem Leben gibt, dem ich etwas bedeutete. Du hast jeden anderen, der einen Platz in meinem Herzen hatte vertrieben und sie werden mich sicher auch aus ihrem Herzen verbannt haben. Was bleibt mir also noch zu tun? Ich kann mein Leben weiter leben und werde immer wieder daran erinnert fühlen, wie sehr ich Dich vermisse, während ich durch den Alltag wandere und versuche einen neuen Platz in der Welt zu finden. Oder aber ich verschwinde und hoffe darauf, dass ich wo immer ich auch hingehen mag ein besseres Leben finde. Doch momentan kann ich mich eigentlich zu Beidem nicht wirklich bewegen. Denn jede Bewegung schmerzt, mein Innerstes verkrampft sich schmerzlich und schreit immer nur nach Dir, auch wenn ich weiß, dass Du niemals zurück kommen wirst, aber ich wünschte Du würdest es tun...

Mach die Augen zu… Mach die Augen zu… Mach die Augen zu und küss mich…
Mach die Augen zu… Mach die Augen zu… Mach die Augen zu und küss mich…

Als es an der Tür klingelt werde ich aus meinen Gedanken gerissen und sofort schreit ein Teil meines Körpers, dass Du es Dir doch anders überlegt hast und zurück gekommen bist, aber ich will die Hoffnung nicht aufkeimen lassen, ich weiß es kann nicht sein. Und doch springe ich so schnell ich kann, von dem Platz auf, an dem ich bis gerade verweilt habe und eile zur Tür um sie aufzureißen. Meine durch Tränen geröteten Augen weiten sich, als ich erkenne, wer dort vor mir steht. Du bist es nicht, doch meine Gedanken an Dich kommen das erste Mal zum stocken.
Sie… die Person, die mich von Anfang an gewarnt hat, die immer für mich da war. Sie ist hier. Wieso sie ausgerechnet heute hergekommen ist, weiß ich nicht, doch ihr abschätzender Blick, der mich von oben bis unten Mustert, sagt mir, dass sie es weiß. Ich denke auch nicht, dass es schwierig ist mir anzusehen, was mir fehlt. Doch sie sagt nichts dazu, stattdessen schiebt sie mich mit sanfter Gewalt in meine Wohnung zurück und schließt die Tür hinter uns. Ich weiß immer noch nicht, was ich tun soll, vollkommen überrumpelt von ihrer Anwesenheit. Und dann nimmt sie mich einfach in den Arm. Ich weiß, ich versteife mich im ersten Moment, bin so etwas nicht mehr gewohnt, aber genieße es trotzdem. Es dauert einen Augenblick, ehe ich mich entspannen kann und meine Arme ebenfalls zögerlich um sie lege. Du hast das nie gemocht, Du wolltest immer, dass ich einen leichten Abstand zu Dir halte. Und ich sollte nicht mehr an Dich denken, denn ich merke, wie die Tränen erneut anfangen zu fließen, doch dieses mal ist sie hier. Beruhigens streicht sie mir durch die Haare und flüstert beruhigende Worte in mein Ohr. Doch was mich am meisten bewegte waren ihre letzten Worte, ehe wir in ein Vertrautes Schweigen verfielen.
“Wein ruhig, ich bin jetzt da. Ich lasse dich nicht mehr allein. Schließ die Augen und lass es los…“
Und ich weinte…

Mach die Augen zu… Mach die Augen zu… Mach die Augen zu und küss mich…



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