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Author: Koishii
Fiction Rated: T - German - General/Fantasy - Reviews: 2 - Published: 05-30-08 - Updated: 05-30-08 - Complete - id:2524532

Hallöle! Schon etwas länger her, nicht? Was ich heute poste ist auch nicht mehr so das Neueste. Vom letzten Semester, der gleiche Kurs, aus dem auch die Postkartengeschichte stammt. Dieses Mal allerdings etwas … hm… surreal? Ich denke, es ist nicht schlecht geworden.

Was ich aber heute unbedingt einmal loswerden muss: Danke all denen, die mir in den letzten sechs Jahren (!) Kommentare geschrieben und mir so mitgeteilt haben, was sie von meinen Geschichten halten ohne dabei zu versuchen, von den Geschichten auf den Autor (also auf mich) rückschließen zu wollen. Ich sag nur: Der tote Autor (für all jene, die sich mit Literaturtheorien auskennen :) ). Es geht schließlich um das Werk und nicht um mich, ne?


Luna

„Meine Damen und Herren, bitte steigen Sie ein. Vorsicht an den Türen. Ihr Zug fährt jetzt ab!“

Merle schob sich mit ihrem Koffer durch den engen Gang und an den ebenfalls mit viel Gepäck beladenen Fahrgästen vorbei zu ihrem reservierten Platz. Draußen auf dem Bahnsteig standen noch ihr Freund und ihre Mutter, sie winkten, als der Zug losfuhr.

Merle seufzte. Sie wollte gar nicht zurück. Zurück in diese triste Stadt mit den grauen Häusern, die sich kaum von dem ebenso grauen Himmel abhoben. Der ständige Regen ließ sie traurig werden und förderte ihre Stimmungsschwankungen.

Trotzdem lächelte sie, wenn sie daran dachte, dass im Frühling die Stadt ergrünte.

„Hallo, ist dieser Platz noch frei?“

Versunken in ihre Gedanken, schrak Merle überrascht auf und nickte abwesend.

Ihr gegenüber setzte sich nun ein Mädchen etwa in ihrem Alter. – Oder war es ein Junge? Merle blinzelte zweimal, konnte aber noch immer nicht sagen, welchem Geschlecht die androgyne Person angehörte.

„Ich bin Lysander.“, stellte sich der – dank des Namens identifizierte – junge Mann vor und hielt ihr dabei die Hand hin.

Sie ergriff sie und zuckte zusammen, ob der Kälte der Hände oder des Funkelns seiner Augen konnte sie nicht sagen.

Der Zug raste über die Gleise und durch die Landschaft hinweg. Es dämmerte bereits, bald würde sie gänzlich im Dunkel liegen. Es begann, zu schneien. Dicke Flocken wurden vom Fahrtwind an den Scheiben entlang gedrückt und vorbeigezogen. Die Stimme einer Zugbegleiterin informierte in gelangweiltem Tonfall und miserablem Englisch über den nächsten Halt.

Merle seufzte erneut.

„Alles in Ordnung mit dir?“, fragte Lysander und lächelte sie freundlich an.

Der Typ war ihr irgendwie unheimlich. Nicht, dass sie etwas gegen seltsame Menschen hatte. Sie schaute sie sich gerne an und dachte sich Geschichten zu ihnen aus. Aber tatsächlich mit einem sprechen und ihm auch noch so nah gegenüber zu sitzen, war ihr doch ein bisschen zu viel.

Lysander wartete ihre Antwort ab, strich sich dabei eine Strähne seiner langen schwarzen Locken aus der Stirn und leckte sich frech über die vollen Lippen.

Merle errötete. Musste das jetzt sein? Was lief hier eigentlich für ein Film?

„Ehm…“ Sie holte tief Luft, konnte jedoch nicht mehr auf seine Frage eingehen, denn nun sah sie die schneeweiße Katze, die sich langsam aus der Reisetasche des Jungens befreite und mit einem süffisanten Lächeln auf dem Schoß von Lysander Platz nahm.

Merle wollte ihren Augen nicht trauen. Eine Katze, die lächelte? Wo war noch die Zugbegleiterin? Sie sah sich panisch um und hatte Angst, zu hyperventilieren oder in Ohnmacht zu fallen.

„Komm mit uns!“, sprach die Katze sie an und Merle wäre vor Schreck einen Satz zurückgesprungen, wenn sie nicht gesessen hätte. „Komm mit uns!“, wiederholte die Katze, „Wir tun dir nichts, keine Angst. Wir wollen dich nur ein wenig unterhalten.“

Merle sah von der Katze zu Lysander und wieder zurück zur Katze.

„Deine Katze spricht.“, stellte sie trocken fest.

„Ja, natürlich spricht sie. Ihr Name ist Luna und eigentlich ist sie die Göttin des Mondes.“

Merle zuckte nervös mit dem linken Nasenflügel. „Ehee…“

Lysander streckte ihr ein zweites Mal die Hand entgegen. „Komm mit uns!“

Verwirrt blickte Merle ihn an. Sie wusste einfach nicht, was sie machen sollte. „Wohin?“

Doch sie bekam keine Antwort. Stattdessen fixierten sie seine Augen, zogen sie mit ihrem dunklen Grün an. Sie bekam Herzklopfen und als er lächelte, entbrannte in ihr die Abenteuerlust. Ohne recht zu wissen, was sie tat, streckte sie ihren Arm aus und legte ihre Hand in seine.

Genau in diesem Moment barst das Fenster mit einem lauten Knall in tausend Scherben. Wind, Schnee und Scherben drangen ins Zuginnere ein, rissen die Haare der Fahrgäste in die Luft, schnitten ihnen kalt ins Gesicht. Schreie überall im Abteil, dann ein Blitz und ein lautes Krachen und Merle befand sich im freien Fall zwischen Himmel und Erde.

Die aufgehende Sonne hüllte die Welt unter ihr in goldenrotes Licht, ein Schwarm früh aufgestandener Vögel flog an ihr vorbei und grüßte sie, während sie kreischend und mit den Armen und Beinen wedelnd weiter hinabstürzte.

Benutz deine Flügel!, hallte eine Stimme in ihrem Kopf. Sie drehte den Kopf, sah aber niemand und schrie: „Was soll der Scheiß?!“

Benutze deine Flügel! Sprich: Mokupei!

Merle seufzte, der Wind trieb ihr Tränen in die Augen. „Was soll’s?“, dachte sie und flüsterte in den Wind: „Mokupei…“

Es gab ein Geräusch, das dem eines Maiskorns ähnelt, wenn es zu Popcorn aufpufft, und Merle sah die Welt nun aus Vogelaugen. Erstaunt darüber, dass sie sich in eine Amsel verwandelt hatte, vergaß sie für einen kurzen Moment, dass sie sich noch immer hoch hoben in der Luft befand. Als sie sich dessen wieder bewusst wurde, bewegte sie panisch ihre Flügel, bis sie es nach einiger Zeit heraus hatte, wie man mit diesen Dingern umzugehen hatte.

Es machte tatsächlich Spaß! Sie flog einige Schleifen, übte sich im Sturzflug und umkreiste zahlreiche Baumwipfel. Dann kam ihr jedoch ein großer drachenähnlicher Vogel in die Quere, der ihr nicht nur die Aussicht auf den vor ihr aufragenden Berg nahm, sondern auch das Bewusstsein, als sie gegen seinen stählernen Körper prallte.

Die Sonne kitzelte ihre Nase, als sie wieder zu sich kam. Vorsichtig öffnete Merle die Augen, bemerkte, dass sie weder ein Vogel war noch vom Himmel fiel und dass sich freundlich lächelnde Menschen über sie beugten.

„Gott sei Dank, sie ist wieder aufgewacht. Missy, schau, es ist alles in Ordnung.“ Die junge Frau neben ihr winkte jemand und kurz darauf erschien das Gesicht des Drachenvogels über ihr.

Merle erschrak, nicht wegen des Furcht einflößenden Gesichts des Vogels, eher wegen den großen Tränen, die ihm aus den Augen kullerten.

„Es tut mir so unendlich Leid! Ich hatte das Vorflug-gewähren-Schild nicht gesehen, weil ich so spät dran war, weil ich zu dieser Hochzeit muss, weil denen die Kutsche samt Pferden abgehauen ist!“

Merle war erstaunt und verwirrt. Sie wusste nicht, wo sie war und sie war bisher davon überzeugt gewesen, dass es keine Drachen gibt. Trotzdem war sie in keinster Weise beunruhigt. Im Gegenteil: Der vorhin entfachte Abenteuergeist hielt noch immer an! Deshalb schüttelte sie schnell den Kopf, streichelte dem Drachenvogel über den Schnabel und sagte: „Kein Problem. Missy, nicht wahr?“

Der Vogel nickte und zeigte eines seiner strahlendsten Lächeln. „Ich habe erst seit ein paar Wochen meinen Flugschein, weil ich noch so jung bin, erst 49 Monate, und die Hochzeit ist mein erster Auftrag weg von zu Hause…deshalb…“

Merle überlegte einen kurzen Moment und fragte schließlich, ob sie Missy zur Hochzeit begleiten könnte. Der Drachenvogel lachte erfreut, ließ sie auf seinen Rücken klettern und erhob sich in die Lüfte.

„Wenn du müde wirst, krabbele einfach in meine Haare, weil da ist es am Kuscheligsten.“

Sie flogen über grüne und violette Wälder hinweg, durchquerten dunkle Felsspalten und ließen blaue Seen und Flüsse hinter sich.

Gegen Abend erreichten sie eine Kleinstadt, das Ziel ihrer Reise. Aus der Luft sah dieses Städtchen aus wie ein schwarz-weißes Labyrinth mit bunten Kacheln auf dem Boden. Beim Näherkommen zeigte sich, dass die Häuser tatsächlich schwarze Dächer und weiße Fassaden hatten und die Straßen aus farbigem Kopfsteinpflaster bestanden.

Missy landete auf dem Marktplatz, der mit weißen und roten Rosen geschmückt war, Bänder in den gleichen Farben flatterten an Bäumchen und Laternen.

Sie wurden bereits erwartet: Die Hochzeitsgesellschaft hatte sich bereits vor der Kirche eingefunden und wartete nur noch auf die Braut.

Ein älterer Herr in schwarzem Frack und mit grauem Schnauzbart eilte auf die Ankömmlinge zu, schüttelte Merle aufgeregt die Hand und tätschelte dem Vogel erfreut das Bein. „Schön, dass ihr doch noch kommen konntet. Wunderbar, Missy, dass du gleich noch einen Trauzeugen mitgebracht hast!“ Er wandte sich an Merle: „Uns ist nämlich in der letzten Minute jemand abgesprungen, schön, dass du einspringen kannst.“

Merle lächelte verunsichert und nickte stumm.

„Komm, ich stelle dich schnell der Braut vor.“ Und schon zog er das Mädchen hinter sich her in ein Nebengebäude der Kirche, in der eine kleine Gruppe junger Frauen versammelt war, die sich geschäftig um die Braut drängten.

Alle waren sehr erfreut, einen Ersatz für den ausgefallenen Trauzeugen gefunden zu haben und konnten es nun kaum noch erwarten, mit der Zeremonie zu beginnen.

„Wo sind denn die Ringe, Vater?“, fragte die Braut, die mit ihrem Katzenschnurrbart und dem muskulösen Oberkörper in dem Prinzessinnenbrautkleid einen etwas gewöhnungsbedürftigen Anblick bot.

„Ah ja, die Ringe, die sind im anderen Raum. Mädchen, könntest du vielleicht…?“

Merle war schon unterwegs. Sie fand es unglaublich aufregend, Trauzeuge eines Brautpaars zu sein, das sie nicht kannte. Noch dazu in einer Welt, die sie nicht kannte.

Von dem Korridor gingen zwei Türen ab. Die eine stand einen Spalt breit auf, aufgeregte und verärgerte Stimmen drangen von dort hinaus zu ihr.

Leise schlich sie sich näher heran und spähte neugierig in den dahinter liegenden Raum.

„Wie lang bist du schon mit ihm zusammen? Doch schon länger, als dieses eine Jahr nach der Trennung von Vater!“ Das Mädchen dort im Raum funkelte die ihr gegenüberstehende Frau und den Mann neben dieser böse an.

„Sieben Jahre.“, erwiderte die Frau zerknirscht und drückte unsicher die Hand des Mannes. Beide schienen nicht sonderlich glücklich zu sein in ihrer momentanen Lage.

„Sieben Jahre?!“, schrie das Mädchen, das wohl in Merles Alter sein durfte, „Du hast Vater betrogen, Mutter! Und das sagst du mir einfach so?“ Sie atmete schwer, Tränen standen ihr in den Augen und offenbar wusste sie nicht, wie sie fortfahren sollte. Dann blitzte es in ihren Augen auf, als sei ihr etwas Wichtiges eingefallen. „Und was ist mit Mimi? Von wem ist Mimi?“

Die Mutter sah betreten zu Boden, blickte dann jedoch wieder auf und antwortete mit fester Stimme: „Mimi ist von Friedrich. Nicht von Vater.“

Merle konnte nur noch den entsetzten Gesichtsausdruck des Mädchens erhaschen, bevor ein Windstoß die Tür vor ihrer Nase zuschlug.

Seltsam traurig gestimmt steuerte sie die andere Tür an, hinter der sich die Ringe befinden sollten. Doch als sie die Tür aufstieß war dahinter nur schwarze Leere. Sie wollte an der Wand nach einem Lichtschalter tasten, doch sie fasste ins Nichts.

Verwirrt schloss sie die Tür wieder und ging zurück zu dem Zimmer, aus dem sie gekommen war, doch auch diesen Raum gab es auf einmal nicht mehr. Die Braut samt ihrem Gefolge und dem Brautvater waren verschwunden.

Merle trat hinaus auf den Marktplatz und stellte fest, dass sowohl Missy als auch die Hochzeitsgesellschaft nicht mehr dort waren. Auch die Kirche befand sich nicht mehr auf dem Platz. Stattdessen stand dort nun ein kleines französisches Café mit großen Fenstern und roten Samtvorhängen.

„Da bist du ja! Wir haben schon auf dich gewartet!“ Die Stimme, die sie hinter sich vernahm, kam ihr seltsam bekannt vor und als sie sich umdrehte stand vor ihr eine Frau Mitte Dreißig mit wallendem weißen Haar und leuchtenden grünen Augen. Ihr Haar war so lang und dicht, dass Merle nicht ausmachen konnte, ob die Frau noch Kleidung trug oder nicht.

„Muss ich dich kennen?“

Die Frau wirkte etwas enttäuscht, lachte allerdings gleich wieder und leckte sich die rechte Hand. „Na, ich habe dich doch hierher gebracht. Ich bin Luna.“

Merle blinzelte mehrmals und entschloss, dass es besser sei, sich keine Gedanken zu machen. Irgendwann würde sie das alles verstehen oder vergessen. Beides war ihr recht.

Luna nahm ihre Hand und zog sie zu dem kleinen Café. „Komm, Lysander wartet schon auf uns. Wir wollen einen Kaffee trinken.“

Die beiden Frauen betraten das Café und wurden dabei von einem in einen dunklen Ledermantel gehüllten Mann umgerannt, der es scheinbar sehr eilig hatte, in das Café zu kommen. Bei ihrem Zusammenstoß verlor er einige Zettel, die er in seiner Manteltasche verstaut hatte. Merle bückte sich und sammelte die Papierchen auf, darunter mehrere Visitenkarten. Auf einer dieser Karten stand in Blockbuchstaben Moonshine Limousinenservice. Merle wollte sich die anderen Karten auch ansehen, doch da stand der Mann bereits vor ihr und starrte sie grimmig an.

„Das gehört mir.“, murmelte er mit rauchiger Stimme und entwand ihr geschickt den Stapel Papier, um anschließend in einer kleinen Holzkabine neben der Theke zu verschwinden.

Lysander winkte ihr von der Theke aus zu. Luna war erneut verschwunden.

„Wo ist Luna?“, erkundigte sich Merle, während sie sich auf den Barhocker neben Lysander setzte. Der musterte sie fragend. „War sie denn hier?“

„Eh…“ Merle seufzte, bestellte einen Kaffee und sah sich ein wenig im Café um. Als sie aus den Fenstern schaute, war sie kaum überrascht, dass sich die Umgebung davor erneut verändert hatte.

Statt an dem Marktplatz lag das Café jetzt an einem kleinen Park, der einige angelegte Blumenbeete und einen Teich beherbergte. Kieswege luden zu Spaziergängen ein. Die Sonne schien und vereinzelt tummelten sich Eichhörnchen unter den Bäumen. Ein mit Unterhose und Socken bekleideter Mann joggte einmal quer durch den Park.

Merle schüttelte den Kopf und wandte sich wieder an Lysander. „Eure Welt ist wirklich komisch.“

Lysander lächelte geheimnisvoll, gab jedoch keinen Kommentar, sondern widmete sich der Aufgabe, den Kaffee soweit mit Zucker aufzufüllen, dass eine Art Brei entstand, den er löffeln konnte.

Merle neben ihm wurde schon allein vom Zusehen schlecht. Im gleichen Moment ging der Mann, mit dem sie zuvor zusammengestoßen war, so dicht an ihr vorbei, dass sie den intensiven Zigarrenrauchgeruch in einem Zug einatmete. Der Mann grinste sie gehässig an und verließ das Café.

Nun war ihr nicht nur schlecht, sondern auch schwindelig. Beunruhigt hielt sie sich an der Thekenplatte fest, um nicht von dem Hocker zu fallen, auf dem sie saß. Lysander löffelte in aller Ruhe seinen Zucker-Kaffee-Brei aus und beachtete sie nicht, während die Welt vor den Fenstern des Cafés dem Untergang entgegen rannte. Der Park und die Kleinstadt hatten sich zu einer riesengroßen sich drehenden Spiralscheibe verdreht, die Merle vollkommen in ihren Bann zog.

Dank der Übelkeit, dem Schwindel und der hypnotisierenden Wirkung dieser Drehscheibe hatte Merle für einen kurzen Moment das Gefühl, als drehe sie sich mit der Scheibe, bevor sie vom Hocker rutschte und bewusstlos zu Boden glitt.

„….hey…. Hey, Mädchen…“

Merle zuckte mit den Brauen.

Um sie herum hörte sie geschäftiges Treiben. Taschen wurden geschleppt, Koffer über den Boden gezogen, von irgendwoher drang eine Lautsprecherstimme an ihr Ohr.

Vorsichtig öffnete sie die Augen.

„Hey.“, sprach sie der Junge gegenüber von ihr an und lächelte, „Entschuldige, wenn ich dich wecken muss, aber der Zug endet hier und wir sollten aussteigen.“

Verwirrt sah Merle sich um. „Wo bin ich?“

„Du bist gerade in Siegen angekommen.“, beantwortete der Junge ihre Frage und holte hilfsbereit ihr Gepäck aus der Ablage.

Sie blickte ihm misstrauisch in die Augen, glaubte, eine leichte Ähnlichkeit zu einem jungen Mann zu entdecken. „Danke… Lysander…?“

Der Junge lachte. „Wie lustig! Woher kennst du denn meinen Bruder?“

Merle blinzelte. „Bruder?“

„Ja. Mein Bruder heißt Lysander. Wirklich ulkig. Na ja, wie auch immer. Ich muss jetzt gehen. Tschüss!“ Er winkte und zwinkerte ihr zu. Beim Verlassen des Abteils fiel aus seiner Tasche eine kleine Karte, die Merle, noch immer verstört und sehr müde, aufhob, um sie im nächsten Augenblick gleich wieder fallen zu lassen: Moonshine Limousinenservice.

Ende



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