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die Liebe zum Kind
Author:
issachar PM
Ein Krampf. Trigger-Gefahr, da sexueller Mißbrauch thematisiert wird.
Rated: Fiction M - German - Drama/Family - Chapters: 2 - Words: 1,895 - Reviews: 3 - Favs: 1 - Updated: 10-17-08 - Published: 08-01-08 - Status: Complete - id: 2553319
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die Vergangenheit

die Vergangenheit

Der Große über ihm hockend. Sein Freund, wie er ihn nannte. 12 Jahre alt, nicht wissend, was mit ihm geschah. Er spürte nur diese Hand auf seinem Bauch.

Ein Freund. Markus. Er nannte ihn anfangs einfach Markus. Markus ... Ich war eifersüchtig. Mein Kumpel hat einen anderen Kumpel? Trifft ich mit ihm und schwärmt dann in den höchsten Tönen von ihm? Unglaublich.

Was trieben die beiden so Spannendes, daß sich mein Kumpel von mir zu distanzieren begann, um mehr Zeit mit diesem Menschen zu verbringen?

Eisenbahn. Und Modelleisenbahn und S-Bahn.

"Oh", sagte er mir. "Ich darf in seiner S-Bahn mitfahren. Das ist ja eigentlich verboten, aber mir hat er es erlaubt. Klasse, nicht wahr?"

Ich nickte. Zerknirscht. "Mach mal."

Ein, zwei Jahre später gab's keinen Markus mehr. Statt dessen hieß er jetzt Herr Kurth. Mir wurde klar, daß es sich um einen älteren Mann handeln müsse. Wie alt? Ich bohrte nach, denn was will ein Teenager von einem älteren Mann? Falsch gestellte Frage, wie mir später bewußt wurde. Was will der ältere - damals 32jährige - Mann von meinem Kumpel?

"Was macht ihr zusammen?"

"Och, dies und das ... Eisenbahn und S-Bahn und ... und manchmal soll ich ihn Herr Kurth nennen."

"Und? Komm, was noch?"

Ich tappte im Dunkeln. War aber - selbst noch keine 15 - neugierig. Denn warum kümmert sich ein 15 Jahre älterer Mann um einen Jungen? Welche Art von Beziehung herrscht zwischen ihnen beiden? Freundschaft? Nur dies? Oder ... ist es so, daß Markus alias Herr Kurth väterlich für meinen Freund empfindet? Hätte ja sein können, denn soviel, wie ich schon wußte, war Herr Kurth unverheiratet, kinderlos und lebte noch mit seiner Mutter zusammen. Mit seiner Mutter, die ihn überall hin begleitete. Überall hin. Er wehrte sich dagegen, doch es half nichts. Überall hin ...

Vielleicht treibt diesen Menschen die Sehnsucht nach einem eignen Kind, so mein damaliges Denken. Ja, möglich. Obwohl mein Kumpel eine Familie hat, findet er dann wahrscheinlich bei Herrn Kurth, alias Markus - warum soll er ihn eigentlich manchmal Herr Kurth nennen und dann wieder Markus? - einen Vater, wie er ihn sich wünscht. Sein eigener behandelt ihn nicht immer gut, meint, er sei zurückgeblieben, schenkt ihm keine Liebe. Jedenfalls nicht das Maß an Liebe, was einem Kind zusteht.

So meine Denken damals.

Einige Jahre später kam mein Kumpel mit der Zeitschrift 'Jung und Frei' an. Eine monatlich erscheinende Zeitschrift über die Freikörperkultur in Europa. Ich lieh sie mir aus, war selbst neugierig. Hübsche Jungen, hübsche Mädchen in unserem Alter und ... sehr viel jünger. Klar, alle nackt. Die Texte - beklemmend simpel. Die Bilder, nicht aufreizend, dennoch ... Ich kann's nicht beschreiben, aber nehme ich eine Pornozeitschrift zur Hand, habe ich die gleiche Aufmachung. Riesige Photos, wenige, dann vor allem sinnfreie Texte. Seltsam. Und dabei gab sie sich doch den Anschein, die Menschen über die Freikörperkultur unterrichten zu wollen.

Wie dem auch sei. Nackte Menschen. Erwachsene. Jugendliche. Kleine Kinder. Mädchen. Jungen.

Ich fragte meinen Freund, was er mit dieser Zeitschrift wolle. Neugier? Er druckste herum. Gab keine Antwort. Er möge diese Zeitschrift einfach. Okay, das tat ich auch. Die Bilder waren informativ. Für einen Jugendlichen in der Pubertät - ganz klar, was da zählte. Der nackte menschliche Körper.

Doch dann brachte mein Kumpel Bilder an. Bilder, die mich erstmals wirklich stutzig werden ließen. Kleine Mädchen mit Erwachsenen. Nackt zumeist. Von wem?

Herr Kurth, alias Markus.

"Mußt du ihn eigentlich noch immer Herr Kurth nennen?"

Er schüttelte den Kopf. "Nein, jetzt ist er wieder nur Markus."

Mein Kumpel war damals 16 Jahre alt. Ich 14.

"Warum mußtest du ihn eigentlich Herr Kurth nennen?"

Eine zu direkte Frage wohl ...

"Und warum hast du diese Photos bei dir? Warum hat dir Markus diese Photos gegeben?"

"Ich ... finde kleine Kinder gut. Sie sind so rein und schön. So unverbraucht."

Klar, Kinderaugen sind wunderschön. Manche zumindest. Andere wieder ... Egal. Warum, so stellte ich mir die Frage, waren diese Kinder, Mädchen zumeist, nackt, wenn mein Kumpel doch nur deren Augen bewunderte?

"Die Reinheit ihres Körpers ..."

"Ach so", war mein einziger Kommentar dazu.

Selbstvorwürfe sind hier unangebracht. Damals dachte ich nicht weiter. Ging davon aus, daß man Kinder schön finden könne. Darf man doch auch. Betrachtet man sich eine Familie. Mutter und Vater, wie sie mit ihren Kindern schmusen ... Einfach wunderschön. So dachte ich. Vielleicht etwas verfrüht für ihn, aber es hätte ja möglich sein können, daß sich mein Kumpel schon damals eine Familie wünschte. Zumal er mit mir anzubandeln versuchte.

Und Markus, der ihm diese Bilder gegeben hatte? Er habe noch mehr davon, gucke sie sich ab und zu an. Habe sie alle auf seinem PC und in Ordnern gesammelt. Kleine nackte Jungen. Die Mädchen besorge er extra für meinen Kumpel.

So? Und was wollte er nun damit?

"Ich finde sie einfach schön. Ist doch nichts dabei, oder? Ich meine, was die Gesetzgeber einem alles unterstellen, wenn man mal ein Mädchen photographiert. Ein Nacktes. Das ist doch nicht schlimm, oder? Man ist doch nicht krank im Kopf. Nur wollen die es einem einreden. Die sagen ja auch, daß 'Jung und Frei' Kinderpornographie beinhalte. Kinderpornographie? Wo bitte? Die Bilder sind doch ganz harmlos. Zeigen fast nichts ... Und trotzdem haben sie sie verboten."

Du hast sie dir gekauft. Und du hast auch Bilder von fremden kleinen Mädchen, die nackt sind ... Und Herr Kurth, was immer er mit dir gemacht hat - ja, richtig, er streichelte dich, als du ein keiner Junge warst - besitzt solche Art von Bildern auch.

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Verführt und angestiftet?

Ein zu leichter Erklärungsansatz, denn jeder ist doch für sein Handeln selbst verantwortlich. - Ab einem gewissen Punkt im Leben reflektiert man. Ein Freund der Familie, selbst pädophil, wirkte diesen Trieben entgegen, indem er sich von seinen Bekannten, die kleine Kinder hatten, distanzierte.

Mag mein Kumpel Opfer gewesen sein. Das entschuldigt jedoch nicht, daß er auf Grund des Besitzes dieser Photos zum Täter geworden ist.

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