
Gedichte in neuer Anordnung
Rated: Fiction K - German - Poetry - Chapters: 10 - Words: 6,233 - Reviews: 28 - Favs: 2 - Updated: 03-09-10 - Published: 09-28-09 - Status: Complete - id: 2725169
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Hinter dem Zaum
Zwischen Bahnhof und Weg
blühen die Disteln
*
Frühling in der Stadt
Im Einkaufszentrum
Blütenstaub im Wind
ein Vogel schreit im Beton
dann wieder Stille
*
Am Flussufer
das Umweltmobil
kehrt Zweige zusammen.
Die Taube baut ihr Nest.
*
Auf dem Fluss
das weiße Segel
des Bootes überstrahlt
die bunten Wimpel
*
Sieben Fliegen
umkreisen die Lampe
wie ein Mobile
*
Grauer Herbstwind streift
Durch kahle Häuserschluchten.
Der Wasserhahn tropft.
*
Die Vogelschwärme
Kreisen vor schwarzen Wolken.
Bald brechen sie auf.
*
Der gelbe Vorhang
Ist schon verschlissen.
der Mond scheint hindurch.
*
Ich sehe nicht die Welt,
sondern nur mein Spiegelbild.
Hell ist der Bahnhof.
*
Den Bahnhof zieren
Töpfe mit Sträuchern.
Würden sie gern reisen?
*
Museumsbesuch
Ich sehe Bildnisse
Längst verstorbener Menschen.
Sie schauen zurück
*
Flaschenpost
Meine Botschaft ist
In den Strom geworfen.
Wer wird sie finden?
*
Zukunft
Wie die Hündin,
die zu gefallen sucht,
ist die Zukunft.
*
Vergangenheit
Die Vergangenheit,
nach der wir uns verzehren
gleicht dem fliehenden Pferd.
*
Gegenwart
Dazwischen,
stark im hier und heute
brüllt der Löwe.
*
Im Bach treiben
Verwelkte Blätter.
Bald sind sie am Ziel.
*
Reinheit
Im trüben Wasser
Des Hafens schwimmt ein Schwan.
Wie bleibt er so weiß?
*
Kristalle
Weiße Blüten
Wuchsen über Nacht auf dem Glas.
Schon schmilzt das Eis.
*
Die Ringelblume
Im Topf ist mein Garten.
Sie blüht nur für mich.
*
Morgens am Strand
Fand ich nur Muscheln,
nie eine Perle.
*
Die Krokusse
Sind längst verblüht
Ich bemerkte sie nicht.
*
Metamorphose
Kinderhände
verwandelten den Busfahrschein
in ein Flugzeug
*
Alles war blieb
Vom Besuch der Freundin
Sind kalte Kippen.
*
Wie schön, dass vor mir
Keiner die Narzisse fand.
Er hätte sie gepflückt.
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