
| Offenbarung an eine Untote
Author: Violet.Miranda Die Sehnsucht ist allgegenwärtig -entstanden 2011-
Rated: Fiction K+ - German - Drama/Romance - Words: 344 - Published: 01-01-12 - Status: Complete - id: 2984551
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Tief und dunkel schien der Mond,
als wir uns trafen,
zum ersten Mal uns sahen
auf einem Friedhof,
übersät von Grabsteinen und Knochen.
Du lebtest dort schon so ewig,
die Jahre zähltest du schon seit
dem fünften Jahrhundert nicht mehr.
Ich dagegen, ich unwichtiger
und unnützer Mensch,
mich hatte das Schicksal erst vor
wenigen Wochen in diesen
Teil des Landes verschlagen.
Der Zufall wollte es also,
dass wir uns trafen,
so spät in der Nacht.
Dabei hatte ich mich nur verirrt
und traf dabei auf die Liebe
meines Lebens und auch bald
meines Todes.
Ich wusste es nur zu diesem Zeitpunkt nicht.
Nicht alles ergibt vom ersten Augenblick an Sinn,
erst im Nachhinein versteht man die Zusammenhänge.
Ich saß im Gras, müde und verzweifelt,
verängstigt durch die Nebelbänke um mich,
das Flüstern des Windes über meinem Kopf
und der leisen, tippelnden Angst in meiner Seele.
Ein kleiner Mensch, einer unter vielen.
Das Rascheln deines Kleides riss mich
aus meiner Starre und erschreckte mich
fast zu Tode.
Mit Gesellschaft an diesem Ort,
wer rechnete bloß damit?
Rettung erschien mir in diesem
gefühlten Alptraum so unwirklich,
doch du warst mir erschienen,
mein Engel mit dem Lächeln,
das die Toten vor Neid erblassen lässt.
Der erste Augenkontakt,
es war um mich geschehen,
ich spürte es und wehrte mich nicht,
seinem Schicksal entrinnt niemand,
weder du noch ich.
Ich lief dir hinterher,
durch Straßen, die mir
unbekannt entgegen blickten,
vorbei an Bäumen und Büschen,
die vor sich hinsäuselten.
Die Natur ahnte es wohl schon.
In meiner kleinen Wohnung,
vom Ticken der Uhr ins Hier zurückgezogen,
erwachte ich aus der Trance,
in die mich dein Anblick gestoßen hatte.
Oh wunderbares Wesen,
könnte ich dir doch noch einmal
in meinem endlichen Leben begegnen.
Müsste ich dafür sterben,
ich würde es auf mich nehmen.
Glaube es mir,
meine wundersame Vampirbraut.
Du bist der Grund,
weshalb ich nicht mehr schlafen möchte,
weshalb ich immer wieder versuche,
den grausig schönen Platz der Toten zu finden,
doch er verwehrt mir den Wunsch,
gefunden zu werden.
Du wirst bleiben
mein einziger Traum
bis ans Ende.
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