Reviews for Gemini: Vogelfrei
plasmaworx chapter 6 . 6/24/2008
Yo!

Es geht alles glatt!...

...Schade eigentlich, denn die Geschichte hätte bestimmt auch noch viel Spannung hergegeben. Die Quintessenz der letzten Kapitel ist ungefähr so: "Sie brachte es fertig, den Magier zu verführen und zu töten. Cadras fand den Zauberspruch und ward wieder frei von seinem Fluch (steht so nicht drin, setze ich aber mal voraus...). Danach drangen sie im Schutze der Unsichtbarkeit in das Stadtquartier der Bruderschaft ein, wo Mayana im Blutrausch alle Anwesenden niedermachte... Ein Teil ihrer Rache war damit vollzogen, und einen neuen Liebhaber hatte sie auch noch abbekommen."

Ich will nicht unfair sein, aber das ist das, was drinsteht, wesentlich mehr ist es nicht. Im Rahmen der Wiedergabe von Geschehnissen ist das legitim und ausreichend, aber eine packende Erzählung ist es nicht.

Die Geschichte ist damit kürzer als ich erwartet hatte (vgl Eisblume, die ich mir demnächst wohl auch mal zur Brust nehme ;) ) Das soll jetzt an sich kein Makel sein, aber die Story enthält nicht mal ansatzweise so etwas wie eine Krise.

Es bleibt in der Tat die Frage: Wie kommen zwei Unbekannte dazu, gegenseitig ihre Leidensgeschichte zu teilen und sich ebenso gegenseitig das Leben anzuvertrauen?

Was letztlich interessant ist, ist wie die Helden allen Schwierigkeiten zum Trotz zum Ziel kommen; sie haben es schwer, sie müssen kämpfen (im wörtlichen und im übertragenen Sinne), sie haben zwischendurch mal Zweifel, aber sie schaffen das Unmögliche. Das ist das, was sie dann am Schluß zu den perfekten Helden und Identifikationsfiguren macht.

Ich bleibe dabei: Die Geschichte ist schön erzählt, das Ende ist auch gut, nicht übermäßig schnulzig, sondern eher schlicht, das ist voll okay und erweckt -neben der schon 'bemängelten' tiefen Vertrauenslage- den Eindruck eines Paares, das sich sehr gut kennt bzw wirklich und wahrhaftig liebt.

Das Thema 'Vamp' zieht natürlich immer. Sex sells, so ist das nunmal ;)

Hier noch der sprachliche Tip des Tages:

"Sie betrachtete Andras, der im Schlaf LEISE lächelte"

-Mal im Ernst: Hast Du schonmal jemanden LAUT lächeln gesehen?

Bei solchen Gelegenheiten -im Zweifel über die Wortwahl- vertraue ich mich dem Thesaurus an, der in diesem Fall sowas wie 'wohlig' ausgespuckt hätte.

Ach, und nochwas: Teilweise rutschen Dir zu moderne Ausdrücke raus: "In der Mitte steht ein älterer TYP, der die ganze Zeit..."

'Typ' ist für mich eindeutig Gegenwartssprache und hat im Zeitraum zwischen Mittelalter und Renaissance nichts verloren.

Ich hoffe, damit entsteht nicht der Eindruck, daß ich alles nur Mist finde und mir toll dabei vorkomme, wenn ich Ratschläge erteilen kann... Meine Kritik ist ernst gemeint und soll hilfreich sein.

Damit beste Grüße, pwX
plasmaworx chapter 3 . 6/23/2008
Aha, aha...

daß es um Rache geht, war irgendwie klar (ohne, daß das jetzt abwertend klingen soll)

In anderen Foren gab es immer irgendwelche Jammerlappen, die sich beschwert haben, wenn ich Kritik an Rechtschreibung oder Grammatik geübt habe ("hier geht es nur um den Spaß", "Spätnachts kann ich halt meine Tastatur nicht mehr richtig erkennen")... Kurzum, in Runde 2 muß ich ein Bißchen auf der Sprache rumhacken ;)

z.b. "...und hatten neue Kleidung gekauft, DIE DER DIE ER sich durch eine Illusion geschaffen hatte, recht ähnlich war"

-Wow, das versteht nicht mal Reich-Ranicki beim ersten Anlauf :D

Wie wäre es mit: "...gekauft, welche (besser als 'die'!) große Ähnlichkeit mit dem Gewand hatte, das er sich durch Illusion geschaffen hatte."

"Er saß in einer dunkl(er)en Ecke, die es VERSTAND, seine auffälligen Haare recht gut zu verbergen."

-Die Ecke versteht gar nix; sie tut es ja nicht aktiv! (Diesen Ausdruck würde ich nur für gezielte Aktionen benutzen; Sie verstand es wie keine zweite, Männer im Nu um den kleinen Finger zu wickeln...)

Alternative: "...in einer Ecke, in deren Dunkelheit seine Haare beinahe unscheinbar wirkten."

-Nun, ich will auch nicht kleinkariert wirken und belasse es erstmal dabei; dennoch habe ich das Gefühl, daß Kapitel 2 und 3 eine Ecke mehr Fehler abbekommen haben, als das erste.

Inhaltlich finde ich es erstaunlich, daß sich zwischen Mayana und Cadras innerhalb von fünf Minuten ein recht tiefes Vertrauensverhältnis bildet... Sollte sie nicht mißtrauisch sein? Wo kommt er her? Was mischt er sich überhaupt ein? Und, wenn er schon seine Wandlung willentlich einsetzen kann, warum zaubert er sich nicht gleich ein paar Kleider, anstatt nackt vor einer Unbekannten zu hocken :D ?

Was ist Mayanas Motivation, Cadras noch vor ihren (langbekannten?) Weggenossen zu vertrauen?

-Wichtig ist, daß DU die Antwort auf solche Fragen kennst, der Leser muß nicht alles auf einmal wissen...

Eins ist trotzdem klar: Das ist Fantasy, da sind außerordentliche Zufälle normal, und die Helden verhalten sich -aus Deiner Sicht- immer 'perfekt' (es sei denn, sie sollen sterben ;) )

Von daher gesehen: Es ist eine unterhaltsame Geschichte, und ich freue mich auf mehr.

Hier ein paar hilfreiche Links, derer ich mich immer wieder bediene:

?langde

.de/

.de/

/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/woerterbuecher/einstellungen/wbgui

Beste Grüße, pwX
plasmaworx chapter 1 . 6/22/2008
Ein ziemlich wilder Mix aus allen möglichen Fantasy-Richtungen.

(Es kann ein Zufall sein, aber die 'Puschels' erinnern mich an Märchenmonds Kinder...)

Eventuell solltest du dem Dolch ein anderes Material geben: Jeder, der HdR auch nur als Film gesehen hat, kennt das Wort "Mithril" und wird Dir Plagiarismus vorwerfen. Lieber etwas unverfängliches wie "Damaststahl".

Andererseits ist mir klar, wie schwierig es ist, sich ständig neue Namen einfallen zu lassen, egal ob für Personen, Orte oder Dinge. (Ainu sind übrigens die Ureinwohner Nordjapans auf Hokkaido...)

Für meinen Geschmack kommen am Anfang zu viele Namen auf einmal. Für jemand, der ein so schlechtes Namensgedächtnis hat wie ich, ist das eine ziemlich harte Aufgabe.

Die Sprache liest sich gut und ist weitgehend fehlerfrei, soweit ich das mit meiner Unkenntnis der neuen Rechtschreibung beurteilen kann ;)

Mayana kommt glaubwürdig und lebhaft (nicht im charakterlichen Sinne) rüber, bin gespannt, was es mit der Bruderschaft auf sich hat.

Beste Grüße, pwX