A/N: Nach langer Dürre wieder ein Tropfen Wasser für meine ff.net–Balkonpflanze (hoffentlich mehr als nur ein Tropfen!)...

Ein Gedicht, das über meine Liebe zur Jahreszeit hinausreicht – und sehr persönlich ist, verglichen mit meinen anderen Arbeiten. Auch wenn man es auf dem ersten Blick nicht erkennen mag. Gründliches Lesen ist hier also garantiert keine Zeitverschwendung! ;-)  

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Geschrieben im Oktober 2002

Herbst,

Herbst bist gekommen

und bringst mit dir

zwei Paare streifender Krähen

im einsamen blaugrauen Flug.

Du bringst mit dir

klamm riechenden Nebel

im faden Schleier der frostigen Sonne.

Ferner bringst du

wilde Tropfen mit feindseligem Wind,

die weinenden Bäume schändend,

welche schizophren stehen

in dunkler Verzweiflung goldener Pracht.

Ich fühle

der trägen Dinge wispernden Wandel,

und die mahlenden Achsen knirschen fort.

Ich fühle

die unsichtbare Regung gleitender Wasser

unter dem tückischen Schweigen stiller Seen.

Und noch fühle ich

- die Schlange flüstert's mir letzte Nacht ins Ohr –

das Schweißzittern des Neuen,

`Häuten, 

häuten muss ich mich,

denn welk ist das Vergangene

und ein frisches Alter nur lässt mich treiben.´

So wälze dich, kleine Schlange,

auf der großen Bühne wirbelnden Laubs,

wo Herbststürme toben.

Was noch magst du, Herbst, mit dir bringen?