A/N: Nach einer halben Ewigkeit der Schreibpause melde ich mich mal mit einem neuen Chapter Original Fiction zurück *g*...obwohl ich grippegeplagt bin, hab ich mich noch mal vor die Tastatur geschwungen. Die Story lasse ich natürlich nicht fallen, hatte nur nicht die Zeit gefunden, weiterzuschreiben! Vielen lieben Dank an alle, die reviewt haben...würde mich natürlich auch weiterhin über Feedback freuen!!! Aber nun lest ein weiteres, chaotisches Kapitel und reviewt doch bitte :)

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~ 2. Kapitel: Irdische Kreaturen ~

„Bei unserem Arbeitgeber im Himmel, wie soll ich hier unten länger als 10 Minuten zurechtkommen, wenn ich nicht einmal die Bedeutung simpelster Begriffe kenne?", zweifelte Aríon, als die Drei gemeinsam den Flur des Miethauses betreten hatten und noch ein wenig unschlüssig vor der Tür des Vermieters standen. „Mach dir mal keinen Stress, Aríon, Kleines. Du musst ja nicht allein arbeiten, von uns kannst du noch viel lernen", beruhigte sie Fennya und tätschelte sie wie ein kleines Kind. (eine Geste, die Aríon zutiefst verachtete)

„Still jetzt, am besten haltet ihr beiden die Klappe...das ist ein Job für..."

„Angeber?", endete Fennya den Satz. „Ich will mich ja nicht irgendwie wichtig machen, aber... könntet ihr bitte für wenigstens 2 Minuten eure Streitereien unterbinden? Ihr geht mir mächtig auf den Sack!", polterte Aríon unerwartet herum, doch Fennya fand wie immer passende Kommentare: „Du hast doch gar keinen", um die kleine Engelsanwärterin zu verwirren. „Pssscht, ruhig jetzt, ich muss mich konzentrieren? Einmal mit Profis arbeiten...", seufzte die Telar genervt und massierte ihre Schläfen. „Ui, wieder Migräne?", Fennya konnte es einfach nicht lassen und Aríon wartete nur noch auf das kommende Donnerwetter. „Wenn du weiter so machst, dann ja"

Aríon seufzte und lehnte sich gegen die Hauswand. Und da sagten die Sterblichen, Engel wären hohe und besonders edle Wesen, die ihren Schützlingen Frieden und Ruhe schenkten...die hatten wohl noch nie Fennya kennen gelernt. „Siehst du, Klein-Aríon ist auch schon ganz genervt von dir", hörte sie die Telaranwärterin sprechen, doch Sphere ging glücklicherweise nicht mehr auf die alberne Stichelei ein, sondern drückte den Klingelknopf der Wohnungstür des imaginären Vermieters. Sekunden verstrichen, Sphere klingelte wieder. Eine längere Periode des Wartens setzte ein und Fennya begann einmal mehr, herumzunörgeln. „Vielleicht schläft er noch..." Fennya schüttelte energisch den Kopf und schubste Sphere bei Seite, um dann wie eine frisch in die Irrenanstalt eingelieferte Wahnsinnige gegen die Wohnungstür zu hämmern und Sturm zu klingeln. „Fennya, haut's jetzt auch noch die letzte Sicherung bei dir durch?", schrie Sphere entsetzt über den plötzlichen Gefühlsaufwall ihrer Freundin und zerrte diese grob zurück. „Lass mich los, ich will endlich in diese Wohnung!", rief sie sturköpfig wie immer und wollte sich gerade aus dem festen Griff der Telar befreien, als die Wohnungstür aufgerissen wurde und ein recht beleibter Mann mit einem schmutzigen, ehemals weißen T-Shirt und Shorts bekleidet, auf der Türschwelle stand und grimmig aus der Wäsche schaute.

„Was soll'n das, hm? Wir sind doch nicht bei der Wohlfahrt!", knurrte der Mann mit dem ungepflegten Äußeren gereizt. Aríon versteckte sich ängstlich hinter Fennya, welche wiederum hinter Sphere stand. Vor Schreck hätte Aríon fast ihre Flügel ausgebreitet. Eine sehr beunruhigende Vorstellung, wenn man bedachte, dass in Miami nicht gerade Karnevalszeit war. „Ich hab' dir gleich gesagt, dass man bei diesen Sterblichen zu gröberen Methoden greifen muss", murmelte Fennya Sphere ins Ohr.

„Wie war das? Sterbliche? Wenn ihr mich noch einmal belästigt, werdet ihr eure Sterblichkeit kennen lernen", fuhr der kräftige Kerl fort und wollte gerade die Tür vor den Nasen der Himmelsboten zuschlagen, als Sphere Herrin der Lage wurde, frech einen Fuß in die Wohnung setzte und mit der Hand mit einer Leichtigkeit die Tür umfasste und zurückhielt. „Was...zum Teufel...", wisperte er ungläubig, als er merkte, dass jeglicher Kraftaufwand seinerseits unnütz war gegen Sphere's Hand. „Tut mir leid, wir arbeiten nicht für die Konkurrenz", grinste Fennya breit.

Von da ab sollte sich Robert Malcolm jr., wie der Vermieter hieß, an keine ungewöhnlichen Vorkommnisse mehr erinnern können. Sphere hielt ihm eine Hand vor die Augen und drängte den verwirrten Mann weiter in das Innere der Wohnung, ihre beiden Gehilfen folgten, sich unruhig umsehend. Vorsorglich verschloss Fennya die Wohnungstür, ging zuvor aber noch sicher, dass niemand das Geschehen verfolgt hatte.

„Wir sind die neuen Mieter von 6b...", sagte Sphere mit einer seltsamen Stimme, die Aríon noch nie gehört hatte. „Aber 6b steht leer, es gibt keine Anträge von einem neuen Mieter", stammelte Robert, gebannt auf Sphere starrend. „Ui, schwieriges Kerlchen, hm?", amüsierte sich Fennya und blätterte in der Morgenzeitung herum, die auf einem Tischchen im Flur stand.

„Nein, ich krieg' das schon auf die Reihe, ich bin nur ein bisschen aus der Übung", erklärte Sphere und konzentrierte sich intensiver auf die Gedanken des Mannes. Neugierig beobachtete Aríon, wie die Telar sich den Gedanken des Vermieters bemächtigte. „Sie sind die neuen Mieter von 6b", säuselte er apathisch, seine Augen starrten in die des Engels und Aríon staunte nicht schlecht. „Cool oder? Diese Show zieht sie 2-3 Mal ab, wenn ich mit ihr auf der Erde unterwegs bin...erinnert mich immer an diesen Menschenfilm...wie hieß der doch gleich? Ach ja..."Der Exorzist" oder so..."

„Fennya, halt die Klappe, ich arbeite gerade", murrte Sphere, doch sie hatte ihr Ziel bereits erreicht, der Vermieter war manipuliert, fortan würde er sich gar nicht daran erinnern können, dass sie und die anderen jungen Frauen überhaupt in seiner Wohnung gewesen waren. Er würde der sicheren Überzeugung sein, dass sie schon immer in diesem Mietshaus wohnten und nicht irgendwelche Fremde waren. „Engel wie Sphere, die ihre Prüfung jedoch nicht bestanden haben, sind sterblich geworden und wandeln nun als Psychologen auf dieser wunderschönen Welt", witzelte Fennya herum, sich derweil am Kühlschrank des Mannes bedienend, „Mmh, der hat Joghurt in seinem Kühlschrank...will von euch einer einen haben?"

„Fennya, hör doch endlich mal auf damit, hilflose Sterbliche auszuplündern, während ich mein Bestes tue, um für uns Vorteile herauszuschlagen", rief Sphere wütend und ließ Robert müde werden. Er würde ein Nickerchen halten und wenn er aufwachte, würde er sich an nichts hiervon erinnern können...nicht einmal an den Joghurtdiebstahl. Aríon stand unschlüssig im Korridor und musterte Fennyas Joghurt neugierig. „Ich gebe Ihnen gleich die Schlüssel...", sprach Robert wie in Trance, wandelte im Schneckentempo durch die Wohnung, öffnete ein Schubfach und legte Sphere den Schlüsselbund in die Hand. Dann, ohne noch etwas zu sagen, legte er sich auf seine durchgesessene Couch im Wohnzimmer und schlief friedlich ein. „Das hätten wir geschafft...los, kommt jetzt, wir haben wichtigeres zu tun, als...Joghurt zu klauen...", seufzte Sphere, warf Fennya einen tadelnden Blick zu und gab Aríon ein Zeichen, zu gehen.

Genüsslich den cremigleichten Joghurt auslöffelnd, stand Fennya noch im Korridor. Als Aríon schon wieder im Hausflur auf die anderen beiden wartete, trat Sphere noch einmal näher zu ihrer allerbesten Streitgenossin. „Fennya, spinnst du? Es ist schon schlimm genug, dass du dich auf deinen Einzelausflügen völlig daneben benimmst, da musst du deine Show nicht auch noch vor Aríon abziehen! Du weißt, wie wichtig das für sie ist, also hör auf, sie mit deiner Blödelei von ihrer Aufgabe abzulenken!"

Fennya blinzelte kurz, schaute zu Aríon hinüber, die fasziniert den Deckenventilator des Hauses betrachtete und warf den leeren Joghurtbecher in den Mülleimer. „Es kann nicht schaden, manche Dinge nicht all zu ernst zu nehmen, Sphere. Sie ist noch jung und unerfahren, das alles ist so neu für sie. Schau, sie hat zehntausend andere Dinge im Kopf, als ihren Auftrag. Lass ihr die Zeit und auch den Spaß, diese Welt kennen zu lernen. Ich habe ihr geschworen, ihr bei dem Erfüllen ihres Auftrages behilflich zu sein und das werde ich auch tun. Aríon ist die Letzte, die ich fallen sehen will"

„Dann solltest du einen Gang zurückschalten, Fennya", erwiderte Sphere streng und verließ die Wohnung. Fennya hielt noch kurz inne, schüttelte mit dem Kopf und folgte anschließend den beiden, die Tür hinter sich verschließend.

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„Boah, wie riecht das denn hier drin? Ist ja schlimmer, als auf nem Komposthaufen", stöhnte Fennya, als das Apartment 6b von Sphere aufgeschlossen wurde. „Was ist ein Komposthaufen?", fragte Aríon, ebenfalls die Nase rümpfend. „Wir sind hier, um einen Auftrag zu erfüllen und nicht, um Urlaub zu machen. Ein paar Mal durchlüften und der Geruch wird sich verflüchtigen.", sprach die Telar, die geschwind durch die kleine Wohnung ging und alle Fenster und Türen öffnete. „Interessante Innenarchitektur", murmelte Fennya mehr zu sich selbst als zu den anderen, als sie die ungerade Deckenwand betrachtete, von der teilweise der Putz abbröckelte.

Spinnweben und dicke Staubschichten überall, wo man hinsah. „Wer hat hier vor uns drin gewohnt? Dr. Frankensteins Schwiegermama?" Fennyas Sarkasmus waren keine Grenzen gesetzt. „Du könntest zumindest ein bisschen Begeisterung vortäuschen", seufzte Sphere, einige Kartons aus großen Schränken räumend. „Ich täusche eher ganz andere Sachen vor..."

Fennya, nicht vor Aríon!", tadelte die Telar, worauf Fennya nur kicherte und Aríon verwirrter denn je dreinschaute. „Wo hast du plötzlich die ganzen Sachen her?", fragte sie dann, als sie erkannte, dass sich Geschirr und unzählige Haushaltsgegenstände in den Pappbehältern befanden. „Betriebsgeheimnis", grinste Sphere und wuschelte durch Aríons langes Haar, brachte es somit ganz durcheinander, „Die von oben haben uns die Einrichtung gesponsert", erklärte sie dann und machte sich daran, die Kartons auszuräumen. „Einrichtung? Welche Einrichtung? Ist die vielleicht unsichtbar und ich kann sie nur mit einer Spezialbrille sehen?", Fennya stemmte unlustig die Hände in die Hüften. „Wie wäre es, wenn du einfach mal die Planen wegziehen würdest?", fragte Sphere freundlich und deutete auf größere Gegenstände, die durch Plastikplanen abgedeckt worden und vermutlich Möbelstücke waren. Lustlos, doch ein wenig neugierig, schob Fennya eine der größten Planen zurück und entblößte ein äußerst bequemes und neues Sofa.

„Ei, schau an, ist ja schöner als Weihnachten hier", rief sie dann wieder motiviert aus und schlug eine Abdeckung nach der anderen zurück. Zum Vorschein kamen unter anderem ein Couchtisch, ein großer Wandschrank und ein Sessel im Wohnzimmer, in der Küche ein Herd, viele kleinere Schränke und ein Tisch mit drei Stühlen. Als Fennya sofort das Badezimmer entdeckte und die sich darin befindende Badewanne, schlug ihr Engelsherz gleich schneller. „Es gibt einen Gott", johlte Fennya laut und sprang freudestrahlend durch das Apartment. „Was sie nicht sagt...", murmelte Aríon, sich verwundert am Kopf kratzend. Sphere grinste und bat die jüngste unter den Engeln, ihr beim Auspacken behilflich zu sein. „Ich glaub, ich hab' gerade mein Zimmer gefunden", schrie Fennya begeistert, als Sphere und Aríon schon über die Hälfte aufgeräumt hatten. „Seht euch das an", rief sie und zerrte die beiden mit sich in ein größeres Zimmer, in dessen Mitte ein riesiges Himmelbett stand. „Und wir haben sogar einen Balkon!", Fennya hörte sich vielmehr wie eine überarbeitete Immobilienmaklerin an, als wie ein Gottesbote.

„Ist ja gut, Fennya, komm runter...freu dich mal nicht zu früh, vor uns liegt ein ganzer Packen Arbeit", warf Sphere recht unbegeistert ein, schon die Vorhänge an den geöffneten Fenstern zurück und ließ gleißendes Sonnenlicht hinein, das sämtliche Staubschichten deutlich sichtbarer machte. Fennya rümpfte einen Moment lang die Nase, doch ein breites, triumphierendes Grinsen machte sich auf ihren Lippen breit. „Vielleicht hat Gottchen uns noch irgendwo eine Putzfrau versteckt...vielleicht hinter dem Kühlschrank, da hab ich noch nicht nachgesehen"

Sphere verdrehte die Augen und rief ihr hinterher: „Gott ist der Gebieter über alles Leben und kein Putzmütterchenentführer!" Das musste Fennya letztendlich auch feststellen, denn hinter dem Kühlschrank fand sie keine Putzfrau, noch nicht einmal einen Staubsauger, wie die Sterblichen dieses dreckverschlingende Ungetüm nannten. Alles, was sie fand, war eine winzige, ausgehungerte Maus. Mit einem gellenden Schrei schob Fennya den Kühlschrank zurück gegen die Wand, doch zu spät – der kleine Nager konnte sich durch einen Kurzstreckensprint vor dem drohenden Erquetschungstod retten und flitzte über den gefliesten Küchenboden in Richtung Wohnzimmer, wo Aríon und Sphere verwundert standen.

„Oh, wie niedlich", lächelte Aríon, bückte sich und hielt dem kleinen Tier die offene Hand hin, „Was ist das für eine Kreatur?" Fennya klammerte sich entsetzt am Türpfosten fest und beobachtete, wie der Nager verängstigt und vorsichtig an Aríons Fingern schnupperte. „Eine ganz widerliche, das kann ich dir versichern", rief sie mit zitternder Stimme.

„Die Menschen nennen das Tier eine Maus, es ist nur ein harmloses, ausgehungertes Tierchen...", erklärte Sphere und Aríon ergriff behutsam das Tier und hielt es in ihrer Hand gefangen. „Harmlos nennst du dieses Viehzeug?", plärrte Fennya panisch aus der Küche, „Die können Krankheiten übertragen und sind ekelhafte Nassauer"

„Ist das wahr?", fragte Aríon besorgt, die ängstliche Maus noch immer in der Hand haltend. Sphere schüttelte den Kopf: „Manche von ihnen sind Krankheitsüberträger, aber diese hier ist rundum gesund...wenn auch sehr mager"

Aríon entgegnete zunächst nichts, blickte nur mitleidsvoll auf das zierliche Wesen in ihrer Hand und strich behutsam mit dem Zeigefinger über das kleine Köpfchen. „Dann kann ich mich also darum kümmern, bis es dem Kerlchen wieder besser geht?", fragte sie leise, fasziniert das ruhiger werdende Tier betrachtend. „Kommt nicht in Frage", rief Fennya. „Natürlich", sagte Sphere und lieferte sich ein Blickgefecht mit Fennya. „Ich bin hier eure Aufsichtsperson, also liegt die Entscheidung ganz allein bei mir"

„Danke!", rief Aríon erfreut aus und setzte das kleine Nagetier auf dem Couchtisch ab. Unsicher tapste die Maus voran und stellte sich dann auf die zierlichen Hinterbeine, an Aríons Fingern schnuppernd. „Warum tust du das, ich dachte, sie soll sich ganz auf ihren Auftrag konzentrieren?", murmelte Fennya, einen großen Sicherheitsabstand zur Maus einhaltend, Sphere ins Ohr. „Und ich dachte, sie sollte ein wenig Spaß haben...", grinste Sphere breit, „und außerdem...wollte ich dich ein bisschen ärgern"

Bevor Fennya einen bösen Kommentar erwidern konnte, hörten beide plötzlich Aríon erfreut rufen: „Cleveland...ich nenne ihn Cleveland!" Lächelnd schaute sie zu, wie die Maus aus freien Stücken auf ihre Hand getapst kam und darauf sitzen blieb. Angewidert beobachtete Fennya das Schauspiel. „Sie ist ja wirklich leicht zu erheitern..." Sphere zuckte mit den Schultern und begann schweigend mit dem Putzen. „Wer hätte das gedacht, ist das nicht deprimierend? Jetzt hat ein kleiner dreckiger Nager einen Namen, bevor wir uns überhaupt einen für uns ausgedacht haben...", seufzte Fennya, „Hey, Aríon, woher willst du wissen, dass dieses Ding bei dir bleibt? Der rennt sicherlich bei der nächstbesten Gelegenheit auf und davon, um irgendwelche Kabel anzuknabbern..."

Aríon schwieg einen Moment und musterte Cleveland, der gerade eifrig damit beschäftigt war, sich zu putzen. „Glaub' ich nicht...und selbst wenn...er ist ein netter Kerl...netter, als diese Menschen...", sagte sie leise und Sphere hielt inne in ihrem Putzwahn. „Du hast doch bisher kaum einen Menschen kennen gelernt...glaub mir, da gibt es durchaus liebenswerte Exemplare...", Fennya hatte schon wieder ihr schweinisches Grinsen auf den Lippen, worauf Sphere ihr nur einen Stoß mit dem Besenstil verpasste. „Mmh...das hoffe ich doch...übrigens...wo wohnt dieser...Bill?", fragte sie, die Augen nicht von Cleveland abwendend. „Laut meinen Informationen in 4a...aber der soll uns heute noch nicht interessieren...wir leben uns heut erst einmal so richtig ein", antwortete Sphere.

„O, das klingt doch mal gut...und heute Abend...sehen wir uns mal die Stadt an!", warf Fennya ein. Sphere räusperte sich auffällig und drückte Fennya den Besen in die Hand. „Zuerst, meine Liebe, wird hier geputzt..." Fennya stöhnte, doch gab sich geschlagen: „Zu Befehl, Oberengelsfeldwebel!"

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Bis alles in den Schränken untergebracht und der Großteil der Wohnung gesäubert worden war, vergingen die Stunden wie Sekunden und die Sonne war schon fast untergegangen, als die 3 Engel mitsamt nagendem Untermieter erschöpft auf das Sofa sanken. „Puh...endlich...das hätten wir dann auch hinter uns gebracht", seufzte Fennya müde und streckte ihre Arme in alle Himmelsrichtungen. „Nanu, zu müde für die städtische Erkundungstour?", stichelte Sphere, als Fennya einen Moment lang die Lider schloss und tief ein- und ausatmete. „Ich bin nie zu müde, um Spaß zu haben", entgegnete sie mit ernster Stimme und sprang sogleich auf.

„Na los, kommt schon, Freunde, sehen wir uns mal Miami an...damit Aríon auch menschliche Vorzüge kennen lernt" Sphere funkelte Fennya warnend an, was diese feierlich ignorierte und Aríon stand ebenso auf. „Ich weiß nicht, ob das heute noch eine so gute Idee ist, Großstädte wie Miami sind des Nachts sehr gefährlich!"

„Oh, hat die große Telar etwa Muffensausen?", kicherte die Wächterin und nahm Aríon in den Arm, bis sie bemerkte, dass Cleveland auf deren Schulter saß und sie geschwind den göttlichen Arm zurückzog. „Nein, aber wir müssen uns nicht unnötig Ärger einhandeln...gehen wir morgen, bei Sonnenlicht...", sagte Sphere.

„Wieso? Die Dunkelheit ist doch ideal...niemand erkennt, dass wir...nun ja...ein bisschen...anders sind...und wenn doch, könnten es die Leute immer noch auf den Alkohol schieben, der hier ziemlich großzügig ausgeschenkt wird", mutmaßte Fennya. „Genau", rief Aríon aus, obwohl sie keinen blassen Schimmer davon hatte, was Alkohol eigentlich sein sollte, „Bitte, Sphere,...ich will diese Erde ein bisschen kennen lernen...mich nur etwas umsehen", bat sie weiterhin und das brachte Sphere schließlich dazu, aufzugeben. „Na gut...meinetwegen...ziehen wir ein wenig um die Häuser...aber..."

„...wir müssen uns möglichst unauffällig verhalten...schon klar, Große", fuhr Fennya für sie fort und klopfte der Telar auf die Schulter. Diese seufzte, nickte dann aber und verließ mit ihnen unruhigen Gewissens das Apartment.

Ein kleiner Stadtrundgang...was sollte daran schon gefährlich sein?

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Ui, bisher das längste Kapitel...ich hoffe, es war nicht langweilig! Freue mich immer über Reviews, vielen Dank an Nikola, Meldis, Höllenwauwau und Kaeera für euren Kommentar zu Kapitel 1!!!  Ähm...yo...ach ja, Kapitel 3 kommt schneller, sorry wegen der langen Schreibpause!!!