Der Regen trommelte hart und laut auf das Autodach und die Scheibe. Die Wischer taten ihr bestes, den Regen durchsichtiger zu machen. Sie starrte fest auf die Straße und umklammerte das Lenkrad. Tränen rannen über ihre Wange, genauso dicht und groß wie die Regentropfen. Sie schluckte und dachte über das vergangene Jahr nach. Es war kein gutes Jahr gewesen, wahrlich nicht! Und wenn das kommende Jahr so weiter verlaufen würde wie das letzte. würde es kein Freudenfest werden. Es würde wieder ein Jahr ohne Freude, Freunde und Liebe sein. Wieder nur ein Jahr voller Hoffnung, das alles doch noch irgendwann besser werden würde. Aber hatte sie nicht schon alle Hoffnung verloren. Früher war sie mal ein positiv denkender Mensch gewesen, doch Heute?

Sie dachte darüber nach, was wohl wäre, wenn sie nun einfach ...! 'Nein, dachte sie, so darf ich nicht denken!' Doch dann überlegte sie, wer denn schon alles um sie trauern würde. Gab es denn überhaupt jemand, der sie wirklich liebte? Sicher, es gab da ihre Eltern und ihre engsten Freunde. Aber auch irgendwann würde man in den Gedanken der Leute wohl nur eine Erinnerung sein, ein Gedanke, den man irgend wann einmal erlebt hatte. Wieder rannen Tränen, die sie nicht mehr zurückhalten konnte.

Es war so einfach, sie musste nur.. ihr Blick glitt nach unten, auf das Lenkrad. Es war alleine ihre Entscheidung. Sie könnte es selbst bestimmen. Wollte sie es auch?

Fest hielt sie das Auto in der Spur, starrte auf die regennasse Autobahn. Sie drehte leicht den Kopf nach oben und blickte in den Rückspiegel. Hinter ihr fuhr niemand. Wieder der Blick nach vorne.

'Da ist niemand, der dich LIEBT, niemand, für den es sich zu Leben lohnt!' dröhnte es in ihrem Kopf.

"Ja!" murmelte sie. "Ja, das ist wahr!"

Sie holte tief Luft und starrte noch einmal auf das Lenkrad hinab. Dann traf sie ihre Entscheidung, ihre letzte Entscheidung. Sie fuhr auf der Überholspur und riss das Lenkrad herum.