Cold Blood

Act I - Vendetta

Eine Nacht ohne Mond, Sterne, vollkommen ohne Licht. Der metallische Geruch von Blut lag in der Luft, so schwer, dass man es beinahe schmecken konnte.
Sie hatte das Gesicht eines Engels, lächelnd und doch glich sie eher einem Raubtier auf der Jagd. Pitsch, Pitsch. Blut lief an der Klinge ihres Schwertes herunter und tropfte leise auf das regennasse Pflaster.
Er kauerte hilflos auf dem Boden, die blutigen Hände krampfhaft um den Säbel gelegt. Um ihn herum hatte sich schon eine dunkelrote Lache aus Blut gebildet. Er starrte die junge Frau vor ihm hilflos und gleichzeitig fasziniert an. Allein der mordlustige Ausdruck ihrer Augen ließ einen Schauer über seinen Rücken jagen - sie schien mit der Gefahr, mit seinem Leben Katz und Maus zu spielen. "Wer bist du?", brachte er gepresst hervor. Diese Frage brannte ihm schon seit Beginn dieser ‚Jagd' auf den Lippen.
Sie lächelte abermals, beugte sie sich zu seinem Ohr herunter und hauchte "Vendetta."
Mit einer fließenden Handbewegung ließ sie ihr Schwert über seinen Hals gleiten. Wenige Sekunden danach schoss ein Schwall roten Blutes aus seinem Hals, mit jedem Schlag pumpte sein Herz mehr aus der Wunde.

Ein gefallener Engel mit schwarzen Flügeln. Vendetta. Kopfgeldjäger.

Mein Name ist Artemis. Artemis Aphelia.

Man nennt mich Vendetta.

Ich bin die letzte meines Volkes.

Rache für meinen Seelenfrieden.

Absolute Stille herrschte in der roten Stadt Namarie. Soviel Blut war hier geflossen, so viele Schlachten geschlagen, die Straßen gepflastert mit dem Blut Unbekannter. Die Stadt war bevölkert mit Mördern, Heuchlern, Dieben - kaum einer hatte sich das alte Ritterideal bewahrt. Ehre und Stolz, zwei beinahe vergessene Werte. Einst so wunderschön und hart umkämpft, nun voll von Tränen. Namarie, die Stadt der Söldner.

Nebelschwaden zogen durch die Stadt und gaben den Blick frei auf eine etwas schäbig anmutende Bar. Sie war noch recht leer, was zu der Zeit in der Nacht auch nicht weiter seltsam war. Viele, auf deren Kopf Geld ausgesetzt war, versuchten die Bar "Black Sheep" so weit wie möglich zu vermeiden, denn die Bar war der Lieblingsplatz einer gewissen Kopfgeldjägerin, gefürchtet für ihre Grausamkeit und ihren Blutdurst.
Der korpulente Mann an der Bar schenkte Artemis ein Lächeln als sie den Laden betrat, sie antwortete ebenfalls mit einem Lächeln. Auf den 1. Blick schien sie vollkommen harmlos zu sein; sie war klein und schlank mit einem schönen Gesicht, gerahmt von schwarzen Haaren, die ihre rechte Gesichtshälfte verdeckten. Noch dazu eine Elfe, was kein alltäglicher Anblick in Namarie war.
An der Bar reichte er ihr ein Glas Baileys, ihren üblichen Drink wenn sie hier war.
Sie nahm einen Schluck und begann gleich mit dem, weswegen sie her gekommen war.
"Hast du irgendwelche größeren ‚Aufträge' für mich? Der letzte war langweilig." Sie brauchte neuen ‚Stoff', ein neues Spielzeug für ihre grausamen Spielchen, um ihren Blutdurst zu stillen.
"Ich hätte da was, aber ich bezweifle, das du mit ihm fertig wirst." Sein vernarbtes Gesicht setzte eine besorgte Miene auf.
"Niemand hat dich nach deiner Meinung gefragt. Wer ist es?", sagte sie ruhig, er konnte aber den Zorn in ihren Augen sehen. Nein, sie lies sich von niemanden etwas sagen.
Er lächelte unruhig. "Chuchill Banjo."
"Der Katzenfürst..."
"Du planst hoffentlich nicht......." ‚Lass es, der ist eine Nummer zu groß für dich', stand in seine Augen geschrieben.
"Doch. Du hast ein Photo für mich, nehme ich an?" Es war keine Frage.
"Ja. Aber lass dich nicht töten, Aphelia. Der Kerl ist gefährlich." Sein Gesicht wurde noch besorgter, als er so kompliziert wie möglich ein zerknittertes Foto aus der Tasche zog und es ihr überreichte. Sie warf einen kurzen Blick darauf. Dunkelblond, brauner Teint, groß, Schwertkämpfer. Auf der Rückseite stand in geschwungenen Lettern ‚Magnolia'. "Wie viel?"
"10 Millionen G." Er wusste, das sie mit einem so hohen Kopfgeld nicht mehr von ihrem Plan abzubringen war.
10 Millionen? Dann musste sie wohl doch in die Stadt zurück, die sie so abgrundtief hasste. Magnolia, die reiche Stadt am Meer.
"Chuchill Banjo.....", sagte sie laut, "Ich hoffe du enttäuschst mich nicht."

AN: Sooo.....Jetzt hab ich die Idee endlich mal aufgeschrieben, jetzt lässt mich mein Hirn in Ruhe . Und, wie siehts aus? Gut, schlecht, noch schlechter? Würde euch eine Fortsetzung interessieren? Ich bitte um Reviews, my dears!!