Titel Just another little Lovestory Teil: 1/wahrscheinlich 5 Autor: cristall (und indirekt auch Kyoko-chan ^^ *lach*) Serie: Eigene Serie Warnings: Shonen ai Pairing: Philipp/Basti Disclaimer: naja mehr oder weniger gehören sie eigentlich nicht uns, da sie wirklich existieren ^^ aber wir haben sie uns einfach mal gekrallt ^^ Kommentar: Also... man stelle sich vor man habe zwei Jungen in der Stufe, deren Beziehung mehr als zweideutig ist... und man sieht diese beiden jeden Tag und ist shonen ai verrückt dann kommt das hier raus (von der Fanfiction die gerade am entstehen ist über zwei Mitschüler unseres japanisch Kurses wollen wir jetzt gar nicht reden). Mal zu den Personen. Philipp ist 16, Basti 17, dass die beiden schlecht aussehen kann man auch nicht sagen... nur zeigen sie tatsächlich schwule Ambitionen... jedenfalls gehen beide in die 11.Stufe eines Gymnasiums im Ruhrgebiet ^^. Die Story selbst ist aus Philipps Sicht geschrieben, was wahnsinnig viel Spaß gemacht hat, denn Philipp ist 'leicht' arrogant... allerdings wird sich das in der Fanfiction auch noch ändern ^^. Geschrieben wurde sie von mir, die Idee aber gemeinsam mit Kyoko-chan entwickelt. Naja sie basiert aber zum ersten mal bei einer meiner Geschichten eher auf Humor, als auf Romantik und Drama. Jedenfalls wenn man einen ähnlich Humor wie Kyoko und ich hat ^^ Widmung: zum einen Selene, die die beiden Jungs indirekt auch kennt ^^ zumindest aus meinen Erzählungen Zum anderen Nomis.... du hättest ihn auf dem FATE einfach küssen sollen ^^ dann wären wir Mädels endlich zufrieden gewesen ^^. Zum anderen widme ich sie Kyoko wegen ihrer Ideen ^^ und allem anderen was zu viel wird um es hier auf zu zählen (Hey ich hab die Fanfiction geschrieben also darf ich sie widmen wem ich sie will XD)

Ich mag den Winter nicht. Es ist kalt, es ist nass und Schnee haben wir sowieso nie. Und allem voraus haben die Mädels zu dieser Jahreszeit einfach viel zu viel an. Nur um das mal klar zu stellen, ich bin ganz und gar kein Macho. Eben ein stinknormaler 16 jähriger Junge. Erwartet irgendjemand was anderes von mir als das ich ab und zu Stress zu Hause hab, mich mit Freunden amüsiere und hin und wieder halt mal auf ner Fete mit nem Mädchen rummache? Falls ja werdet ihr von mir nicht mehr als ein Schulterzucken bekommen. Ich will Spaß haben verdammt!!

Leich zitternd stecke ich die Hände in meine Manteltaschen, während ich im Dunkeln die Straßen entlang laufe. Ich hasse diesen Weg zu der Bushaltestelle, die Straßen sind nicht beleuchtet, niemand ist unterwegs und irgendein Straßenschild um zu erfahren wo du eigentlich steckst wirst du auch vergeblich suchen. Ein Kaff eben wie es im Bilderbuch steht.

Hab ich schon mal erwähnt das ich schlechte Laune habe?

Der Bus ist voll. Wie immer also. Links neben mir Moritz, der aussieht als würde er jeden Moment einpennen, rechts Andreas, der mit seinen ungekämmten roten Haaren noch schlimmer aussieht als sonst. Vor mir Anna, die ebenfalls ihre Aufgedrehtheit mal für einen Tag abgelegt hat. Und das alles auf dem Quadratmeter Platz der uns bleibt, wie wir hier stehen, von den Fünftklässlern gegen die geschlossene Tür gedrückt. Doch wir protestieren nicht, ein deutliches Zeichen dafür wie müde wir sind. Die Party Mittwoch Abend hat uns eindeutig geschafft. Abwesend streiche ich mir durch die blonden, kinnlangen Haare, vergesse für einen Moment das ich damit meine Frisur zerstören könnte. "Habt ihr schon gehört das Svenja die Schule wechseln will?" Sofort ist die Müdigkeit verschwunden. Bingo! Hat Sebastian Svenja also doch rumbekommen... und hinterher wahrscheinlich abblitzen lasse. "Kein Verlust." Müde lehnt Moritz den Kopf gegen meine Schulter. Andreas wirft mir für einen Moment einen fast wütenden Blick zu, doch ich ignoriere ihn. Den Kerl muss ich mir nicht näher antun. Außerdem... ist Moritz garantiert noch so verschlafen das er gar nicht merkt was er da tut. Ansonsten scheut er nämlich jeglichen körperlichen Kontakt. Keine Ahnung warum... aber mir soll es egal sein. Mein Blick fällt zur Seite und für einen Moment betrachte ich mein Spiegelbild im Glas der Tür. Leichte Ringe unter den Augen, die vor Müdigkeit halb geschlossen sind, die Haare leicht verstrubbelt und eine bessere Kleidungswahl habe ich morgens auch schon getroffen, aber verdammt... ich sehe immer noch scheiß gut aus.

"Hey Andreas! Du hast doch bei Basti gepennt? Und du doch auch Moritz?! Was mitbekommen?" Es ist ein Gerücht das nur unter Frauen geklatscht wird. Und um meinen Status zu wahren muss ich meine Wissenslücke schnell auffüllen. Moritz löst sich hastig von mir, scheint jetzt endlich aufgewacht zu sein. Und plötzlich scheint er richtig verlegen, blickt zu Boden. Innerlich grinse ich... was brachte den selbstbewussten Moritz nur so aus der Fassung. Auch Anna schien es aufzufallen, denn sie warf mir einen kurzen Blick zu. "Ich hab nichts mitbekommen, war wohl zu besoffen." Andi frage ich erst gar nicht... egal was er sagt es kann einfach nicht sinnvoll sein. Und den Kommentar zum Thema besoffen verkneife ich mir auch... jetzt wäre mir doch fast die Sache mit dem Filmriss rausgerutscht. Muss ja nicht jeder wissen das ich mich nichts mehr weiß und meine Erinnerungen erst wieder in dem Moment einsetzen in dem ich vor meiner Haustür stehe, das Taxi gerade wegfährt.

Die Türen gehen auf und die Kleinen drängeln sich gegen uns, schubsen und schieben als würden sie sterben wenn sie nicht innerhalb der nächsten drei Sekunden den Bus verlassen würden. Ich verpasse einem der Kleinen eine Kopfnuss, den nächsten schubse ich in eine Gruppe von Mädchen, die ihn sofort anmerken. Hach.. das tut mir jetzt aber leid für ihn.

Ich spüre Annas prüfende Blicke deutlich. Sie weiß etwas das wird mir schnell klar... doch sie wird es mir nicht sagen. Nicht mir.

Auf dem Weg zur Schule, treffen wir Daniel... Man auf diesen Großkotz habe ich nun wirklich gar keinen Bock. Ein kühler Händeschlag, dann ignoriere ich ihn, kurz spricht er mich an, doch dann verstummt er, redet lieber mit Andreas und Moritz, die hören ihm wenigstens zu. Besser so. Mit der Zeit scheint selbst ein Idiot zu lernen, das ich mich mit solchen Trotteln nicht abgebe.

Noch einmal streiche ich mir die Haare zurecht, bevor ich die Straße überquere, mich meinen anderen Mitschülern nähere. Wie immer steht eine kleine Gruppe von diesen, vor dem Schulgelände, in einem Kreis versammelt, wie eine Sekte. Ich stelle mich für einen Moment zu ihnen, schlage bei Maxi, Stefan und Andi ein. Bevor ich mich mit einem Nicken verabschiede. Andi ist okay. Etwas oft zu, aber okay. Stefan ist ein naiver Kerl... und meiner Meinung nach viel zu oft mit Anna zusammen, tut ihm nicht gut. Maxi ist ein Idiot... aber ein nützlicher. Ich laufe schnell über den Schulhof, betrete die Pausenhalle. Wenigstens hier drinnen ist es wärmer.

Vor dem Vertretungsplan stehen Inga und Rahel ich stelle mich zu ihnen, rede etwas mit ihnen, blicke mich dabei aber immer wieder in der Pausenhalle um. "Philipp? Wen suchst du?" "Was?" erschrocken drehe ich mich zu Inga um, brauche einen Moment um zu begreifen was sie meint. Scheiße... es macht sich nicht gerade gut, wenn man jemanden sucht ohne zu wissen wen. "Nur irgendjemanden aus meinem Deutsch-Kurs. Ich will wissen was wir auf hatten." Gerettet. Inga nickt nur kurz, dreht sich dann wieder Rahel zu. Einen Moment keimt mein Männerstolz erneut auf. Inga ist gut fünf Zentimeter größer als ich und das obwohl ich wirklich nicht klein bin. Was hat sich die Natur nur dabei gedacht? Frauen haben gefälligst kleiner zu sein, als Männer, schließlich sind sie ja auch die schwächeren. "Da kommen die Leute aus Baerl." Ruckartig drehe ich mich um, blicke zur Tür der Pausenhalle. Alinda kommt als erste rein, stumm und eingeschüchtert wie immer, rennt gleich in irgendeine Ecke. Einen Moment betrachte ich sie, dann drehe ich mich wieder zu der Tür. Wahrscheinlich müsste die nur einer einmal richtig vögeln damit sie aus ihrer Eisstarre auftaut.

Basti läuft neben Svenja. Das ist das erste was mir auffällt. Sie laufen so nahe nebeneinander, das sich ihre Hände fast ständig berühren. Für einen Moment habe ich fast Angst, das Basti Svenja doch nicht hat abblitzen lassen, doch als er vor mir steht, sehe ich schon ohne ein Wort von ihm, das er mehr als genervt ist. Als er mir seine Hand reicht, sehe ich plötzlich ein Bild vor mir. Basti verschwitzt, die braun rötlichen Haare im Gesicht kleben, die Wangen gerötet, der Atem beschleunigt, sein Gesicht nur wenige Zentimeter von mir entfernt und er scheint mich direkt anzublicken. Dann ist es wieder weg und ich stehe in der Pausenhalle, neben mir die anderen, lachend und redend und keiner scheint zu bemerken wie abwesend bin. Dann trifft mein Blick für einen Moment Bastis und ich weiß, dass ich das was gerade in meinem Geist aufgetaucht ist, die Realität ist... irgendwann habe ich Basti so erlebt... nur.. weiß nicht mehr wann... War es Mittwoch... Basti scheint es zu wissen, doch er sagt nichts. Hält er es für besser zu schweigen... Ich hasse Selbstzweifel. Der Gong reißt mich aus meinen Gedanken hoch. Ich spüre eine Hand auf meiner Schulter, drehe mich um, blicke eine weitere meiner Mitschülerinnen an "Gehen wir hoch zu Deutsch?" Ich nicke nur. Verdammt.. warum hatte ich nur so viel getrunken. Irgendwie musste ich rausfinden was am Mittwoch passiert war. Und das möglichst unauffällig. Alles scheiße...

Und wieder stehe ich im Bus. Nein diesmal sitze ich sogar... auch wenn neben mir einer dieser besoffenen Kerle sitzt die wir im Bus irgendwie immer dabei haben. Gegenüber von mir sitzen Andi und Moritz sie haben mir den Platz freigehalten. Daneben steht Andreas... und starrt mich an als würde er mich am liebsten umbringen. Tja Junge Pech gehabt... auch wenn du vielleicht vor mir im Bus warst... zu sitzen ist nun mal Vorrecht der beliebteren. Ich schenke ihm ein mitleidigen Blick, worauf er sich nur abwendet, Moritz anstarrt der ihm jedoch keinerlei Beachtung schenkt. Ob da am Mittwoch was zwischen denen gelaufen ist? Ich muss fast grinsen, kann Bastis Stimme fast schon hören 'Ein bisschen bi schadet nie' und mit einem mal frage ich mich ob am Mittwoch vielleicht was zwischen mir und Basti gelaufen ist? Vor Schock erstarre ich, bekomme gar nicht wirklich mit das wir aussteigen müssen, bis Moritz mich unsanft in die Seite stößt. Nervös fahre ich mir durch die Haare, atme draußen die angenehme kalte Luft ein. Verdammter Mist... nicht das ich was gegen Schwule hätte?! Aber ich?! Ganz ruhig... ich atme noch mal tief ein, beruhige mich langsam, während ich neben den anderen her laufe. Wir müssen alle an der selben Station raus.

Ich weiß das diese Gedanken nur dazu gut sind mich von der Wahrheit abzulenken doch ich versuche gar nicht erst sie zu ignorieren... sobald ich später alleine auf meinem Zimmer sitzen würde hätte ich genügend Zeit über alles nachzudenken. Vielleicht sollte ich übers Wochenende nach Wesel fahren? Das Mädel von Silvester hätte sicher nichts dagegen wenn ich bei ihr übers Wochenende bleiben würde. Mmmh... wie hieß sie noch gleich.. ach auch egal... was interessiert einen im Bett der Name?

Wütend knallte ich die Tür zu. "Phillip!" "Ach Halt die Klappe!" auf meine kleine nervige Schwester hatte ich nun gar keine Lust. Mit gewohnten Bewegungen warf ich meinen Rucksack in die Ecke, schmiss meinen Mantel über den Schreibtischstuhl. Ich warf mich aufs Bett, schnappte mir mit einem schnellem Griff das Telefon von meinem Nachtisch. Erst als ich schon dabei war die Nummer einzutippen erstarrte ich. Was verdammt tat ich hier? Fast schon schleuderte ich das Telefon von mir weg, so dass es am anderem Ende des Bettes lag. Der Display leuchtete so dass ich die Nummer klar und deutlich erkennen konnte. 871.... Bastis Nummer... ich rief ihn jeden Mittag nach der Schule an, doch heute... nein heute schien es mir irgendwie abstrus die Nummer zu wählen, mit Basti zu reden... ich konnte es einfach nicht. Ich wandte den Blick von den Zahlen ab, konzentrierte mich nur noch auf das Telefon, dass wie ein Monster zu lauern schien, bereit mich jeden Moment anzuspringen. Verdammt ich hatte wohl zu viel mit Andi rumgehangen... so eine kranke Fantasie hatte nur er... oder Robert oder Miriam oder Stefan.. verdammt wenn ich so darüber nachdachte waren alle Leute in meiner Umgebung in einer abstrusen Art und Weise krank.... Ich schnappte mir mein Kissen, legte es auf meine angezogenen Beine, verbarg mein Gesicht in ihm. Verdammter Mist!! Was war nur los...? Das war nicht der Philipp der ich sein wollte!! Arrogant, eingebildet, überheblich, alle verarschend... so war ich... aber niemals zweifelte ich an mir... niemals... und niemals... auf gar keinen Fall... war ich schwach...!! Und dennoch... ohne das ich es verhindern konnte liefen mir in diesem Moment unaufhaltsam die Tränen über die Wangen....

Das Telefon!! Ich zuckte zusammen, blickte auf, schaute das schwarze Monster an, dass dort lag, blinkend und läutend, anzeigend dass es nur darauf wartete dass ich ihm in die Falle gehen und den Anruf annehmen würde. Und dennoch streckte ich langsam meine Hand aus, griff zitternd nach dem Ungetüm, mit der anderen Hand die Tränen wegstreichend, wie als könnte das Telefon sie dem Anrufer verraten, dass so gut behütete Geheimnis von mir irgendjemandem erzählen... "Ja Philipp hier..." Stille am anderen Ende, doch ich konnte den Atem der Person hören, wie er gleichmäßig ein und aus atmete... ein... aus... ein... aus... ein... aus... und auf eine seltsame Art und Weise beruhigte der Atem mich, so dass ich einfach stumm da saß, ohne zu wissen wer der Anrufer war, während ich spürte wie sich mein eigener Atem anpasste.. ein.. aus... ein... aus.. ein... "Philipp?" ein.. aus... ich kannte die Stimme "Hier ist Basti." Ein... aus... "Hey... tut mir leid, ich hab es noch nicht geschafft dich anzurufen." Ein.. aus... mein eigener Atem beschleunigte sich plötzlich, wie als hätte ich Angst er könne mir über das Telefon die Lüge anhören.. ich wußte dass er in meinen Augen lesen konnte.. er hatte es oft genug demonstriert.. meine Lügen aufgedeckt, gemerkt wenn es mir schlecht ging... ein.. aus... "Nicht schlimm. Sag mal.. Phil?" "Mmmh.." verdammt ich liebte es einfach von ihm so genannt zu werden... war das normal..? Ich dachte zum ersten Mal darüber nach.... ein... aus... "Erinnerst du dich an Mittwoch Abend?" Stillstand... sowohl sein als auch mein Atem schien still zu stehen... ich spürte, dass wir dabei waren irgendeine Grenze zu überschreiten.. so kurz davor... doch ich wußte nicht welche.... "Nein.. sorry.. die Party muss echt der Hammer gewesen sein... ich hab nen totalen Filmriss... ich weiß noch wie ich angekommen bin... und wie ich wieder vor meiner Haustür stand... alles andere ist weg..." mein Atem funktionierte wieder... doch er kam langsam... viel zu flach... ich machte mir keine Gedanken darum... würde ich eben ersticken... am anderen Ende der Leitung hörte ich Basti seufzen... ich konnte mir genau vorstellen wie er nun da saß, in seinen Sessel gelehnt, der Oberkörper frei - er hasst es zu Hause T-Shirts oder ähnliches zu tragen - mit der Schnur des Telefons spielend, das auf dem Boden vor dem schwarzen Ledersessel steht, die Haare durchwuschelt, die Augen geschlossen, den Kopf zu Boden gerichtet. Wieso ist er so enttäuscht? Ein... aus.. unser Atem geht wieder im gleichen Takt... ob unsere Herzen wohl auch im gleichen Takt schlagen? Was würde er tun wenn ich ihn danach fragen würde...? "Du erinnerst dich.. an gar nichts mehr...?" er klang wirklich enttäuscht... was war vorgefallen...? "Ja. Basti? Alles okay..?" "Ja klar. Wir sehen uns morgen in der Schule ja?" "Natürlich!" Dann legte er auf...

Ungläubig saß ich da, den Hörer an mein Ohr haltend, dem gleichmäßigen Tuten lauschend. Ich glaube nicht, dass Basti und ich jemals ein kürzeres Gespräch geführt haben.

Es war immer noch kalt. Schweinekalt. Doch Gott sei Dank war ich an diesem Morgen dermaßen verschlafen, dass ich die Kälte überhaupt nicht spürte. "Philipp du siehst nicht gut aus." Halt die Klappe Maxi.. als wenn ich das nicht selber wüsste.... Wirklich bekam ich nicht mit was um mich geschah, aber es war mir egal... Ich wollte schlafen... Ich hatte letzte Nacht kaum Schlaf bekommen. Was ja scheinbar kaum zu übersehen war. Eine Hand auf meiner Schulter "lass uns nach oben zu Informatik gehen." Ich nickte, folgte stumm meiner Mitschülerin. Scheiß Tag... auch noch Informatik in der ersten Stunde... Informatik..?! Ich blickte mich um... wo war Basti?

"Jimmy? Hey haste ne Ahnung wo Sebastian ist?" Jan brauchte einige Minuten um meine Worte zu verstehen... ich wollte lieber nicht darüber nachdenken, wie viel der heute morgen schon gekifft hatte... "Der ist krank, hat mir heute morgen ne Sms geschrieben." Dann wandte er sich wieder seinem Pc zu, damit beschäftigt Soldaten der gegnerischen Mannschaft niederzumetzeln. Ich mochte diese Spiele nicht. Unser Lehrer scheinbar auch nicht, denn er schenkte Jan nur einen missbilligenden Blick. Ihn darauf hin zu weisen, dass er einen Taschenrechner zu programmieren hatte getraute er sich jedoch nicht. Die Erziehung durch unseren Kurs schien zu funktionieren.

Missmutig ließ ich mich an meinen Platz fallen, startete Delphi... ich hasste dieses Programm... aber ein anderes besaß unsere Schule nicht. Wieso war Basti nicht in der Schule? Gestern hatte er doch noch ganz gesund geklungen... und er war nicht der Typ der einfach mal so fehlte. Ja wenn ein Volleyball spiel angestanden hätte oder er gestern feiern gewesen wäre... aber nicht einfach so... und nicht ohne das er mir Bescheid sagen würde... normalerweise rief er mich immer morgens an, wenn er fehlte. Schließlich war er doch.. mein bester Freund.. nicht wahr? "Schau auf Trans." "Was?!" ich schreckte hoch. Sie schüttelte nur verwundert den Kopf. "Ich hab das Programm fertig. Es ist im Transverzeichnis. Hol es dir oder ich überleg es mir anders und lösch es wieder." Ich nickte, kopierte es schnell in mein eigenes Verzeichnis. "du solltest ihn vielleicht besuchen." "Was?!" "Du solltest Basti besuchen wenn du dir schon solche Sorgen um ihn machst." Bevor ich einen Kommentar abgeben konnte, war sie aufgestanden und gegangen. Ich hatte nicht bemerkt das die Stunde zu Ende war.

Ich klingelte nicht. Ich klingelte bei Basti schon lange nicht mehr. Der Schlüssel befand sich unter dem Blumenkasten, dass wusste ich seit Ewigkeiten und so oft wie ich hier war, hatten seine Eltern sich schon längst dran gewöhnt. Das Haus lag ruhig da... eigentlich seltsam, selbst wenn Basti alleine war lief immer laute Musik. Schritt für Schritt stieg ich die Treppe hinauf, Marmorstufen... es war alles ziemlich edel in diesem Haus. Naja Bastis Eltern fehlte es schließlich nicht an Geld, ebenso wenig wie meinen. Zögernd blieb ich vor Bastis Tür stehen. Klopfen oder nicht klopfen, das war hier die Frage. Ich klopfte nicht. Auch wenn etwas nicht stimmte... ich musste es ihm nicht so vor den Kopf halten.

Er schlief... und er schien tatsächlich krank zu sein. Seine Haare hing ihm verschwitzt ins Gesicht, seine Haut glühte förmlich und sein Atem ging unregelmäßig.

Ich setzte mich neben ihm aufs Bett, strich ihm kurz über die Wange. Erst sehr viel später registrierte ich das Ausführen dieser Berührung. Eine plötzliche Erinnerung stieg in mir hoch.... zerknitterte Laken, schweißbedeckte Körper, leidenschaftliche Berührungen... dann verschwand die Erinnerung wieder, nur einen verführerischen Nachgeschmack hinterlassend.

Und in diesem Moment schlug Basti die Augen auf.

"Philipp...." "Hey. Hab mir Sorgen gemacht." Ein lächeln erschien auf dem Gesicht des rothaarigen "Warum denn? Ist doch alles okay..." Ich musste fast lachen, er sah aus wie halbtot - so blass hatte ich ihn noch nie gesehen - und wollte mir allen ernstes erzählen, dass es ihm gut ging? Erneut strich ich ihm über die Wange und zog die Hand auch dann nicht weg, als er die Augen schloss, sich gegen sie schmiegte. Es fühlte sich richtig an. Seine andere Hand wanderte zu meiner zweiten, schloss sich um sie. Und plötzlich.. mit einem Male stürzte alles wieder auf mich ein... alle Erinnerungen an den Abend den ich vergessen hatte und der alles verändern hatte...