Über das Glück
Ich sah mal dereinst eine Möwe fliegen
taumelnd in wechselnden Böh'n
Vom Winde zerruft die gesprenkelten Schwingen
stieg sie in schwindelnde Höh'n
Als ich in dem Heulen ein Schweigen erahnte
da rief ich ihr fast etwas zu:
Sie sollt sich doch landend in Sicherheit bringen
doch ließ ich sie dennoch in Ruh
Denn wie könnt ein Mensch wohl dem Vogel erklären
was richtiger ist für sein Glück
So stieg sie und stieß durch die dräuenden Wolken
und ließ mich hier wartend zurück
Lang stand ich noch starrend ins Unwetter oben
belassen im herrischen Spiel
Als plötzlich mit Gliedern zum Bersten verbogen
die Möwe vom Himmel fiel
Entkräftet von ihrem so zehrenden Kampfe
erlag sie wohl schließlich dem Wind
Doch schien sie wohl immer noch frei in den Händen
weils das ist, wie Vögel stets sind
Und in ihren Augen,da sah ich die Sonne
hoch über dem Wolkendach steh'n
Froh war ich, nicht nach ihr gerufen zu haben
sonst hätt' sie sie niemals gesehn