Kommentar: ach ja, hört man vielleicht nicht raus, sind aber beide männlich=^.^=. Hab ich auf meinem LapTop gefunden. Wollt ich schon mal reinstellen, hab's aber dann gelassen. Ist eigentlich erschreckend... wuahhh... furchtbar... na, egal.

@Blacktear: Wäre wohl besser, du liest das nicht!

Ist mittlerweile schon mindestens 1 ½ Jahre alt^^.

Agony

Es ist grausam. Immer erzählt man mir Dinge, die ich gar nicht wissen will. Und doch ist es ja meine Pflicht, es mir anzuhören, oder nicht? Wozu sind denn sonst Freunde da? Deswegen hat man doch Freunde, damit man ihnen das sagen kann, was man sonst niemandem erzählt. Damit man an seelischen Qualen nicht zerbricht.

Doch wer denkt an die Freunde?

Wer denkt an uns, an diejenigen, die den ganzen seelischen Müll von den Freunden abbekommen und dann daran zerbrechen?

Ich wollte es nicht wissen. Ich wollte nicht wissen welche großen und kleinen Probleme meine Freundin hat. Ob es wirkliche Probleme sind sei mal dahingestellt. Aber sie bedeutete mir nicht so viel, das ich so stark davon betroffen war.

Aber was ist mit den Anderen? Mit denen, bei denen man wirklich denken muss, nachdenken muss, wie machst du's jetzt? Du fühlst dich so verdammt hilflos, wenn du feststellst, du kannst nichts tun, nichts sagen was den Schmerz einer dir lieben Person verringert. Du kannst auch nicht immer Hoffnung geben, geben, geben und deine Eigene zerschlägt sich.
*** Ich sitze an meinem Fenster, eine breite Fensternische ist von Vorteil, wusstet ihr das? Ich muss nachdenken, auch wenn meine Kopf schwirrt, es darin dröhnt wie bei einer Zugfahrt.

Ich mache mir Sorgen. Nicht vordergründig, aber doch so das es mich fast erdrückt. Was mir mein Freund erzählt hat kann ich nicht glauben. Oder will ich es nicht glauben, weil ich daran zerbrechen würde?

Und wie er es erzählt hat. Monoton, ohne jegliche Emotionen. Ich hatte es schon immer geahnt. Ich hatte es gewusst, seitdem wir auf dieser Fahrt waren und du mir deine zerschnittenen, vernarbten Arme gezeigt hast. Deine schöne, samtene, alabastergleiche Haut. Zerschnitten von teils weißen Narben und roten Striemen.

Es befreit dich, hast du gesagt. Es befreit dich von den Schmerzen und dem Kummer den du mit dir trägst. Aber befreit es auf Dauer? Um deinem Schmerz ein anderes Ventil zu geben schreibst du. Du hast das gleiche Hobby wie ich, darüber bin ich froh.

Und doch, wenn ich deine Geschichten lese, bekomme ich eine Gänsehaut wenn ich daran denke was ich auf dieser Fahrt alles erfahren habe. Bestätigt bekommen habe. Es wäre gar nicht lange verborgen geblieben, wir sind in einem Zimmer.

Aber du wolltest es mir sagen, richtig? Du wolltest es loswerden. Egal wie vielen Menschen du dich schon anvertraut hast, mir wolltest du es sagen.

Danach habe ich mir gewünscht, du hättest den Mund gehalten und nichts gesagt.

Wie macht man es richtig? Einerseits will man für die wichtigste Person in seinem Leben da sein, andererseits will man nicht selber zerbrechen.

Deswegen habe ich dich reden lassen. Erst solltest du mir sagen, was dich innerlich zerstört. Du hast es angedeutet. Durch deine Geschichten, deine Gesten. Und was tat ich?

Sah aus dem Fenster, gefangen in einem Eispanzer der nichts durch lässt. Die Worte waren da. Haben meine Synapsen in dem Moment nicht funktioniert? Doch was sollte ich tun? Du kamst mir so unnahbar vor. Ich mir so hilflos.

Kann man in solchen Momenten Trost spenden? Mut machen? Ich habe dann nachgefragt. Wer es war... Es war nicht sehr feinfühlig, nicht wahr? Verzeih. Doch ich konnte nicht anders reagieren. Du meintest er weile nicht mehr unter uns. Dein Bruder hätte es diskret erledigt. Wenn nicht, hätte ich es erledigt. Ob diskret oder nicht ist egal.

Ich fühlte Genugtuung. War das die gerechte Strafe? Warum eigentlich? Warum musste er das durchstehen? Und warum lässt er sich nicht helfen? Das ich allein mit meiner Liebe ihm helfen kann, daran glauben weder er noch ich. Und das er's nicht überwunden hat sieht man an den frischen Schnitten an seinen Handgelenken.

Ich bitte dich. Lass dir helfen. Denn du bist alles für mich.!

Ende