Gedankensturm

Die Wolken am blutroten Firmament
verschlingen das letzte Licht
Die Welt steht wiedermal vor'm End
wenn die Dunkelheit hereinbricht

Sich über die Blätter zahlreicher Bäume legt
und bunte Blumen zu seidenen Schatten werden lässt
welche von nächtlichem Tau liebkost und gehegt
während das letzte Abendlied der Amsel Kehle verlässt

Ein Gute-Nacht-Kuss so zart und rein
leitet er doch meinen Untergang ein
Denn meine Gedanken beginnen zu fließen
werden genährt von Sternenlicht zu Riesen

Und sie lasten auf meiner Brust wie Steine
unter ihnen nur Gräber und alte Gebeine
Unter ihnen begraben mein Herz, mein Leben
und sie lassen gequälte Geister sich erheben

Fernes Flüstern vergeht, um der Stille Platz zu machen
jedoch nur um den Gedankensturm zu entfachen geschwind
der mein Träume zerreißt und verweht wie Blätter im Wind
Spuren des Zweifels, markiert mit tausend Blutlachen

Ein Toben, ein Tosen und ein Donnerschlag entzweit
was vereint durch Tränen einst ward gebunden
längst in die Höhle des Vergessens entschwunden
und genesen durch die magische Heilkunst der Zeit

Es reißt der Strom es folgt die Flut
entwurzelt die Bäume der Überzeugung
Alles flieht hinfort, ob bös oder gut
ohne letzten Abschied, ohne Verbeugung

Die Dunkelheit umhüllt mich ganz, schließt mich ein
erntet die seltenen Diamanten meiner Augenlider
Mit meinem letzten Atem hört der Sturm auf zu sein
langsam sinkt mein müder Leib hernieder