Blutsbruder

Gefangen in meinem Herz aus Stein,
hinter Eisengittern der Bitterkeit,
erstickend im Kot meiner Fehler.

Eine Frage blitzt auf
wie ein Sonnenstrahl hinter Wolken:
zaghaft bittest Du um meinen Schmerz,
streckst scheu Deine Hände aus
nach meiner Traurigkeit.

Meine Tränen
benetzen jetzt schon Deine Wangen,
sind immer schon dunkel und schwer
aus Deinem Herzen gequollen.

Warm und schützend,
unsere Hände verwoben,
legt sich Dein Arm auf meinen,
Deine Wunden auf meine,
ziehen all den Schmerz heraus,
all die stechende, schwärende Trauer,
das dumpfe Gift des Versagens.

Dieses Geheimnis ist
größer – Du willst alles für mich sein,
mein Blutsbruder, Deine Hoffnung
durchpulst meine Adern, Deine Liebe
durchströmt mich, trägt mich zurück
ins Leben.

8.8.2004