Hoffnung

"Ónen i-Estel Edain, ú-chebin estel anim." ("Ich gab den Menschen Hoffnung. Ich behielt
keine Hoffnung für mich." Gilraen, Mutter Aragorns in J.R.R. Tolkiens Herr der Ringe, Appendix A:V)

Hoffnung ist ein seidener Faden,
Ausweg aus dem Labyrinth,
immer wieder gerissen.

Hoffnung ist ein grasiger Weg,
der hinter der Mauer weitergeht,
an die kalt die Augen prallen.

Hoffnung ist der kleine Spross
tief in der hart gefrorenen Erde,
wo einsam im Herbst der Buchecker starb.

Hoffnung ist ein Glanz von Gnade,
der heller als Hass in die Seele fällt,
wenn die Hand nach der Klinge strebt.

Hoffnung ist mein Gebet für dich,
zarte Vögel aus Licht,
die ich täglich zu dir sende.

Hoffnung ist mein Brief an euch,
Hoffnung geschrieben im Flüsterton,
aus dem tiefen Finsterkerker.

Hoffnung ist was mir selbst so oft
am allermeisten fehlt.

22.11.05