Seerose

Dein Körper ist bei mir – noch;
doch deine Seele, so zart, so wundervoll,
die sich mir scheu und langsam
öffnete wie eine Seerosenblüte –
sie hat sich wieder verschlossen.
Schwerelos, unirdisch, herzzerreißend schön
driftest du die Wasser hinunter,
entschwindest du meinen Armen.
Ich stehe am Ufer, reglos,
wage mich nicht zu rühren,
denn jede Bewegung
könnte dich weiter weg wehen,
jede meiner Tränen
könnte die Wasser zwischen uns
vergrößern.
Lautlose Schreie explodieren in meinem Innern:
Ich habe solche Angst
dich ganz zu verlieren.

14.3.05