Am Strand

Ich stehe da und schaue auf das Meer.
Ein Ozean der Erinnerungen
spiegelt glitzernd das Sonnenlicht
auf seiner Oberfläche wieder.

Doch langsam ziehen graue Wolken
am vorher blauen Himmel auf.
Es wird dunkler und dunkler
und der Ozean verliert seinen Glanz.

Dann fängt es an zu regnen.
Erst vereinzelt und dann immer häufiger
berühren die Regentropfen die Wasseroberfläche
und treffen sie wie Nadelstiche.

Allmählich kommt ein Sturm auf
und man hört das Prasseln des Regens
wie er auf den Ozean einschlägt
und sich das Opfer zur Wehr setzt.

Es donnert und blitzt
und vom Wind geführt
bäumt sich der Ozean auf
gegen die verletzende Kraft am Himmel.

Man hört nur noch die Schreie des Ozeans
und das Brüllen der Gewitterwolken
und sieht die ebenbürtigen Krieger
wie sie sich längere Zeit bekämpfen.

Doch allmählich lässt das Blitzen und Donnern nach
und die grauen Wolken verschwinden
und der Himmel wird wieder heller
wobei schon wieder die ersten Sonnenstrahlen zu sehen sind.

Das Meer wird leiser und leiser
und seine Bewegungen immer langsamer
bis die Wasseroberfläche wieder unbewegt
als Spiegel der Sonne dient.

Ich stehe immernoch da
und will noch nicht gehen.
Aber ich weiß nun
dass ich auch irgendwann wieder ruhig werden werde.

29.04.2005