Post-Romantische Serenade

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Ein Nachtigallenhandy schleudert seinen 50-Cent Klingelton in die Abendluft,

die erfüllt von quackendem Hupen dicht aneinander gedrängelter Autos,

die sich scheinbar im Fahren paaren, erhitzt und angeturnt vom Schadstoff-Duft,

erheben über schwarze Asphaltflüsse, die sich dahinziehen so lautlos.

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Einzig das Neon in den Röhren blieb edel und leuchtet grell

auf wuchernde Betonhöhlen in denen der Moloch gedeiht.

Durch ein Hirn-Genie der Magie und des Glaubens befreit,

erstreckt er sich mit seinen Bildern in alle Köpfe so schnell.

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Einzigartige Muster bildet der lieblich gestaltete Reklamemist,

auf Papierflügeln über parfümierte Stricher streichend,

deren Geruchssin einzig für ihre Liebes-Opfer ausgerichtet ist,

zu kurz geraten und nicht weiter als bis zur Lende reichend

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Einzig der Bettler in der stinkenden Ecke riecht noch entfernte Welt,

und küsst zärtlich seine Flasche, rein nur des Inhalts wegen,

während Zeitungsvögel sich auf seinen Knien zu Schlafe legen.

Ihre Träume erstrecken sich zum Horizont des Gefägnisses das sie hält.