Cuncta fluunt

Ein einsamer Stern wacht am Himmel,
und von ferne höre ich leise,
melodische Rufe von Wildgänsen,
unsichtbaren Abschied.

Dies sind dieselben Bäume,
schwarze, schlafende Schatten,
die letztes Jahr hier stumm den Himmel säumten.
Der Winter ist so anders ohne dich.

Mit sanfter, grauer Wattenebeldecke
bettet der sterbende Tag die Felder zur Ruhe,
verwischt den kalten weißen Reif am Boden.
Regentropfen rieseln vereinzelt von kahlen Ästen.

Überall um mich herum
spüre ich die ruhende Welt atmen,
überall um mich herum, mit dankbarer Wehmut,
spüre ich dich.

Mein Herz wird weich und still,
gedenkt vergangener Schönheit.
Mein Herz wird weich und still,
vielleicht lernt es zu akzeptieren:

Alles verändert sich.

18.11.05