15. Januar 2006, Sonntag

Angst

Kalte, schwarze Angst.

Um andere und um mich

die nach mir greift.

Ich fühle sie schon lange nicht mehr

Ich bin abgestumpft, habe resigniert.

Vollkommen.

Bedingungslose Kapitulation.

Nach Außen hin bin ich normal,

ein nettes Mädchen,

die, die alles am besten verkraftet hat.

Sie akzeptieren diese Maske klaglos.

Wir reden über Noten und Jungs

und Nichtigkeiten

und lachen

über Dummheiten.

Wir reden über Probleme,

aber ich lasse es sie nicht wissen.

Sie können mir nicht helfen.

Es würde nur ihre Last noch vergrößern.

Ich werde immer mehr in die Gruppe aufgenommen

und dabei immer einsamer

und leerer,

weil ich weiß

dass ich es wieder verlieren werde.

Was soll die Zukunft bringen?

Ich weiß es nicht,

es ist mir auch egal.

Wofür bemühe ich mich?

Für Ziele die ich nie erreichen werde?

Warum sollte ich das tun?

Ich habe mich selbst doch schon so lange aufgegeben.

Ich habe keine Kraft mehr.

Nicht mal mehr für Zorn

oder Angst.

Ich schwebe im Nichts.

Noch könnte ich entscheiden

zwischen dem Aufgeben

und dem Weitermachen.

Aber warum soll ich mich anstrengen

und als tote Hülle weitermachen?

Ich verliere mich in melancholischen Gedanken

in schönen Erinnerungen

an Zeiten

die besser waren

und für immer verloren sind.

Schlaflose Nächte voller Tränen

Folgen auf leere Tage voller Oberflächlichkeiten.

Warum wollen mich alle zwingen,

weiterzumachen?

Könnt ihr nicht sehen,

nicht akzeptieren,

dass ich aufgegeben habe?

Lasst mich doch in Frieden!