28. September 2006, Donnerstag

Ich lebe in einer „heilen" Welt.

Glückliche Familie

Lässige Schule

Nette Klassenkameraden

Kontakt zu früheren Freunden

Genug Taschengeld

Tolerante Mutter

Endlich eigener Stil

Warum bin ich nicht glücklich?

Ich habe doch alles.

Warum ist meine Welt so leer?

Wenn ich nach innen blicke

ist da nichts.

Früher war es unglückliches Schwarz

heute ist es lebloses Grau.

Meine Freizeit verbringe ich mit lesen.

Jetzt ist der Computer kaputt.

Ich höre Musik

und schaue in die Luft.

Da ist keine Langeweile

nur Depression.

Ich flüchte aus meiner Welt.

Wenn das nicht mehr geht

wird mir bewusst

wie erbärmlich ich bin.

Ich liebe meine Mutter – klar.

Aber sie ist anders.

Nicht so draufgängerisch.

Ich liebe meine Schwester.

Aber sie braucht mich nicht.

Sie lebt in vielen Welten

und ist damit zufrieden.

Ich bin nur ein Anhängsel.

Sonst ist da niemand.

Die Leute finden mich nett – zuerst.

Dann werde ich anstrengend

Und schließlich nervig.

Mein Leben ist so leer.

Niemand in meinem Herzen.

Ich hänge es an vergangene Träume,

die nicht verletzen können,

klammere mich an längst vergangene Liebe.

Und dabei fühle ich mich unwürdig,

Lächerlich,

Dumm,

zu Recht einsam.

Was habe ich nur an mir,

dass mich niemand interessant genug

für einen zweiten Blich findet?

Schrecke ich sie ab?

Sehen sie jemanden

der alleine sein will?

Ich war es

und wollte es sein.

Viel zu lange.

Ich will lieben und geliebt werden!